Frage von Schnaps123, 129

Was haltet ihr von einer Zeiterfassung auf der Arbeit?

Ich habe im Internet einen Artikel über die Rechte und Pflichten der Arbeitnehmer/Arbeitgeber gelesen, der auch die Zeiterfassung thematisiert.
Jetzt würde ich gern eure Meinung hören ob dies eine gute Sache ist, oder ob ihr lieber auf Vertrauen bauen würdet. Zur Info: an meiner Firma gibt es eine Arbeitszeitkontrolle durch vertrauen, also keine Stechuhr etc., mir geht es lediglich um eure persönliche Meinung.

Danke im Vorraus

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, 61

Vertrauensarbeit ist schön, funktioniert aber nicht immer. Hier ist man auf die Ehrlichkeit der MA angewiesen und jeder weiß dass es immer Kollegen,-innen gibt, die das zu ihren Gunsten ausnützen.

Wenn es Arbeitszeitkonten gibt auf denen man Plus- und Minusstunden verbucht, halte ich eine Zeiterfassung für unumgänglich.

Bei uns im Betrieb wird auf die Minute genau abgerechnet. Niemand braucht auch nur eine Minute für "lau" arbeiten, sogar die Abteilungsleiter stempeln ein und aus. Zudem darf man bei uns Raucherpausen machen die aber erfasst werden müssen. Was glaubst Du was hier los wäre, wenn manche AN immer wieder pausieren würden ohne Zeiterfassung. So ist die Raucherpause die private Zeit die man sich mit gutem Gewissen nehmen kann und die der Betrieb nicht bezahlen muss.

Seit dem Mindestlohn ist der AG auch verpflichtet nachzuweisen wie lange ein AN arbeitet. Sonst wäre ja so mancher AG versucht einen AN länger arbeiten zu lassen, diese Zeit nicht zu bezahlen und so den Mindestlohn zu unterlaufen.

Wichtig ist eine Zeiterfassung auch um zu sehen dass die geltenden Arbeitszeitgesetze nicht verletzt werden. Man kann sehen ob die zulässige Höchstarbeitszeit überschritten oder auch die Mindestruhezeit nicht unterschritten wurde. Wichtig ist das für den AG auch bei AN die nicht länger arbeiten aber einen Nebenjob haben.

Vertrauensarbeitszeit ist eine tolle Sache wenn es funktioniert und alle ehrlich sind. Ich kann mir das in einem kleineren Unternehmen sehr gut vorstellen aber je größer ein Betrieb ist, je mehr Mitarbeiter es gibt umso wichtiger halte ich eine Zeiterfassung.

Ich persönlich bin mit der Zeiterfassung bei uns zufrieden. Ich konnte schon ab und zu mal einen Tag oder einige Stunden frei machen ohne mich rechtfertigen zu müssen, dass ich diese Zeit ja schon gearbeitet habe.

Antwort
von landregen, 62

Ehrliche Arbeitnehmer sind durch die automatisierte Zeiterfassung besser dran: Sie haben zumeist die Angewohnheit, fünf Minuten vor Arbeitsbeginn am Arbeitsplatz zu sein und kurz nach Ende der Arbeitszeit zu gehen. Diese Arbeitnehmer verbuchen nun 10 Minunten "Überstunden" für sich, die sie - zumindest, wenn es einigermaßen gleitende Arbeitszeit gibt - wieder abfeiern können.

Wer es zuvor nicht so genau genommen hat mit der Arbeitszeit, der muss sich nun ändern.

Tendenziell wird es also gerechter.

Antwort
von Abbedau, 57

Meiner Meinung nach kommt es auf die Art der Arbeit an. Man sollte zwischen ergebnisorientierter Arbeit und zeitorientierter Arbeit unterscheiden. Beispiele: ein Mitarbeiter an der Information der Bahn arbeitet eher zeitorientiert, die Anzahl der Kundenkontakte hängt eben stark davon ab, wie viele Reisende sich an ihn wenden. Somit wird eher seine Anwesenheit bezahlt. Ein Zeitungszusteller, der nach Stückzahl verteilter Zeitungen bezahlt wird, arbeitet eher ergebnisorientiert. Wie lange er braucht um seine 450 Zeitungen zu verteilen ist dabei nicht so wichtig.

Somit sollte es schon Unterschiede je nach Job bei einer Zeiterfassung geben.

Antwort
von LiselotteHerz, 56

Zeiterfassung ist eine feine Sache, man kann dann als Arbeitnehmer sicher sein, dass einem Überstunden vergütet werden.

Außerdem ist es gut fürs Arbeitsklima, ich kann mich noch gut erinnern, dass in einem kleineren Unternehmen es oft gehässige Bemerkungen gab, weil ein Arbeitnehmer fast immer zu spät kam. Die hatten keine elektronische Zeiterfassung und dieser AN bekam natürlich trotzdem sein volles Gehalt und die anderen haben sich darüber den Mund zerrissen. lg Lilo

Antwort
von padalica, 64

Es gibt Berufe/Jobs da ist eine Zeiterfassung unablässig.

Es gibt aber auch Berufe/Jobs da braucht man es nicht so unbedingt...

Dann gibt es noch Jobs die es haben und die Mitarbeiter nur noch Probleme damit haben (neue Einführung)

Ich persönlich finde es gut, wenn man einen Stundenlohn bezieht , auch eine Zeiterfassung hat.

Bei Berufe wo das Gehalt jeden Monat gleich ist, finde ich es albern.

Antwort
von Palomaknows, 24

Ich denke in einer kleinen Firma ist es nicht notwendig mit Zeiterfassung zu arbeiten, da man sich untereinander kennt, in größeren Unternehmen jedoch empfiehlt es sich mit Zeiterfassung zu arbeiten. 

Wir arbeiten mit der Zeiterfassung von Gecosoft - http://www.gecosoft.at und  ich finde das absolut legitim. 

Antwort
von Krjhg, 62

Ich kenne beides und fand das ohne Kontrolle viel angenehmer. So bin ich früher gekommen, hab aber auch gern früher angefangen. Bei dem anderen Job hätte ich nie früher angefangen (durfte aber auch nicht). Diese beiden Jobs lassen sich schwer vergleichen, aber ich fands ohne defintiv besser. Meine beste Freundin allerdings wird ihre Zeiterfassung besser finden, da sie mittlerweile 70 Überstunden hat und diese sonst nirgendwo stünden.

Antwort
von DODOsBACK, 51

Früher haben die Menschen Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr gearbeitet, man kannte sich untereinander und hat "Kleinigkeiten" (Überstunden, mal früher gehen) unbürokratisch geregelt. Da hat man sowas einfach nicht gebraucht.

Heute arbeiten die Leute mal so, mal so, massenhaft 450€-Kräfte und Zeitarbeiter, die kaum ein "Kollege" kennt - da funktioniert "Vertrauen" in den meisten Betrieben einfach nicht mehr!

Und natürlich erleichtert die Zeiterfassung auch die Abrechnung - kein mühseliges "Hinterherrechnen", kein kompliziertes Nachschlagen von Löhnen und Zuschlägen (früh, spät, Wochenende, Feiertag) für jeden einzelnen Arbeitnehmer usw.

Trotzdem, manchmal wäre es schöner, wieder wie Menschen miteinander umzugehen. Das ständige An- und Abmelden ist genauso unwürdig wie das Minutenschinden vor Arbeitsbeginn oder nach Feierabend!

Antwort
von Ogringinho, 35

Als Arbeitnehmer halte ich die Zeiterfassung für was Gutes. Die Präsenzzeit und vorallem Überzeit wird dadurch transparent gemacht und kann eingefordert (bezahlt oder kompensiert) werden.

Aus Sicht des Arbeitsgebers würde ich auf Vertrauensarbeitszeit setzen, da ich dadurch umsonst Überstunden geleistet kriege. Von denjenigen, die das Vertrauen missbrauchen, muss man sich sowieso trennen, egal ob mit oder ohne Zeiterfassung.

Antwort
von Zakalwe, 45

Das kommt ganz darauf an. Ich habe früher am MPI gearbeitet, da gab es keine Stechuhr. Dadurch werden natürlich auch keine Überstunden erfasst, also können auch keine vergütet oder als Freizeit abgebaut werden. Wenn ich wegen irgend welchen Terminen mal später kam oder früher gehen musste, habe ich das nachgearbeitet. Das kann aber natürlich dann auch ausgenutzt werden. Kann unter Umständen böses Blut unter den Mitarbeitern geben.

Bei meiner jetzigen Arbeit gibt es eine Zeiterfassung. Wir haben Gleitzeit, d.h., ich kann auch mal einen Tag aus Überstunden abbauen oder außerhalb der Kernzeit kommen und gehen, wann ich will (wenn dem arbeitstechnisch nichts entgegen steht) und es wird zeitgenau erfasst. Hat so gesehen absolut Vorteile.

Antwort
von LukasDombro, 19

In vielen Branchen und für einige MÜSSEN die Arbeitszeiten sogar erfasst werden, sonst drohen empfindliche Strafen (https://crewmeister.com/blog/dokumentationspflicht-mindestlohn/).
Alle anderen müssen natürlich abwägen ob es Sinn macht. Natürlich kann Vertrauensarbeitszeit der richtige Weg sein. Für Arbeitgeber ist eine moderne Zeiterfassung aber schon auch recht praktisch. Dort sieht man ja nicht nur wer wann gekommen ist, sondern hat auch noch einen Überblick wie viel Zeit z.B. für ein bestimmtes Projekt oder Kunden benötigt wurde. So hat man einen guten Ansatz Abläufe und Prozesse im Unternehmen zu optimieren.
Wir nutzen in unserem kleinen Unternehmen https://crewmeister.com/. Sowohl die Chefs als auch wir Mitarbeiter sind sehr zufrieden.

Antwort
von herbert78910, 2

Das kommt ganz darauf an wie das Verhältnis zu den Mitarbeitern ist bzw. kommt es auch darauf an wie viele Mitarbeiter beschäftigt werden (Stichwort Überblick). Ich finde eine Zeiterfassung gut, weil auch die Belegschaft nachvollziehen kann, ob sie fair abgerechnet wurde. Im Rahmen meines Praktikums habe ich einen Artikel über die verschiedenen Systeme geschrieben und die Vor- und Nachteile aufgezählt. Vielleicht interessiert sich dafür jemand :) 

https://crewmeister.com/de/magazin/5-methoden-zur-arbeitszeiterfassung/

Antwort
von Warrature, 59

Wenn ich Chef wäre, würde ich nicht auf Vertrauen arbeiten lassen, ehrlich gesagt.

Antwort
von AppleTea, 54

Ich kenn beides und finde es ohne Stechuhr besser.

Antwort
von grubenschmalz, 37

Ist in meinem Beruf nicht wirklich möglich.

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