Frage von Asker155, 129

Was haltet ihr von einem Brexit?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 46

Eine feine Sache, das.

Großbritannien hatte von Anfang an ein heftiges Problem, sich in der EU anzupassen. Das führte zu durch diese Vorbild-Funktion verursachten Spannungen, die sich auf etliche andere Länder ausweiteten.

Insofern ist Großbritannien für die EU quasi doppelt schädlich gewesen und kann im Falle eines Brexit ein positives Vorbild werden.

Da auch die USA bereits angekündigt haben, dass sie nicht an einem nachhaltigen Handelsabkommen mit einem einzelnen Land in Europa - und ausdrücklich auch nicht mit Großbritannien - interessiert sind, wird Großbritannien nach dem Brexit genau das werden, was sie geografisch schon sind: eine Insel mit einem Haufen schlechten Wetter.

Das wiederum könnte drei weitere positive Seiteneffekte bringen:

  1. Die verbleibenden EU-Staaten werden disziplinierter, weil ein überaus nerviger und wenig kooperationsbereiter "Partner" die Bühne verlässt. 
  2. Schottland bekommt eine weitere Gelegenheit, sich auf eigene Beine zu stellen. Also kann ein weiteres Referendum stattfinden und die EU es dann wieder "zurück-annektieren", oder wie man das nennt, wenn ein Gebiet sich per Referendum einer anderen Region anschließen will.
  3. Die britische Wirtschaftspolitik kann sich ungebremst entfalten und weiterhin dem Absturz entgegenrutschen. Das wiederum wird "Beispiel vor der Haustür" und birgt die Chance, dass zumindest einige der besonders lernresistenten Politiker in Europa aufwachen und zum Nachdenken angeregt werden.

.... Summa summarum sehe ich also in einem "Brexit" nur Vorteile für die EU. Und da es sich um ein Referendum handelt, ist es auch eine demokratische Entscheidung der Briten. Insofern habe ich nicht den geringsten Schmerz mit ihrem "Ausstieg" und sag zum Abschied leise "Servus ..." ... oder so

Antwort
von marcus1984, 42

Hallo Asker,

grundsätzlich obliegt es der Souveränität jeden Mitgliedsstaates über seine Zugehörigkeit in der Europäischen Union via Referendum zu entscheiden.

Allerdings hoffe ich, dass die Briten sich für die weitere Zugehörigkeit zu EU entscheiden. Zum einen, da es die EU stark treffen würde so wohl finanziell (Great Britain gehört zu den wohlhabenden Mitgliedsstaaten und verfügt über eine solide Wirtschaft) als auch politisch, da sich weitere Staaten für einen Austritt aus der EU entscheiden könnten (Niederlande, Dänemark) was unter Umständen auch zumindest mittelfristig einen "Dominoeffekt" auslösen könnte, zum anderen, weil auch Großbrittanien starken Schaden nehmen würde, man denke allein an den Finanzsektor, der sich aus London zurückziehen würde oder die erschwerten Bedingungen unter denen mit der EU Handel betrieben werden könnte. Man spricht also von einer "lose-lose-Situation", deren tatsächliche Auswirken sogar stärker als befürchtet sein könnten, das kann man noch nicht gänzlich absehen.

Darüber hinaus sehe, ich die neuerlich aufkommende EU-Skepsis in ganz Europa (nicht ausschließlich in GB!) mit einem aufkeimenden Nationalismus verbunden, was mich zusätzlich besorgt. 

Kommentar von paulklaus ,

Zum letzten Satz / Gedanken: Die so genannte EU, ein hoffnungsloses, künstliches Konstrukt von Beginn an, von Politikern wie Birne KOHL zusammengezimmert und den Menschen oktroyiert, hat SEIT JEHER den Nationalismus gefördert und den Zerfall eines geeinten Europas voran getrieben - ein irrer Bumerang-Effekt !

So meine bescheidene eigene, unmaßgebliche Meinung !

pk

Kommentar von marcus1984 ,

Hallo,

das ist ein äußerst interessanter Ansatz! Quasi: Gute Intention, mangelhafte Umsetzung.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 44

Nichts, da das sowohl für die Briten als auch für die EU mehr Nachteile als Vorteile brächte.

Andererseits wäre es wiederum durchaus hilfreich und würde disziplinierend wirken, genau dies plastisch allen Europäern deutlich vorzuführen.

So hätte selbst ein Brexit mittel- ud langfristig positive Folgen. :-)


Antwort
von HansH41, 42

Frankfurt/Main wird das unangefochtene Finanzzentrum Europas.

Antwort
von Modem1, 36

Könnte Schule machen ... So meinen einige Moderatoren.Sollten die Briten austreten wo ich mir nicht sicher??? bin und danach besser leben können wäre das der Fall.

Antwort
von voayager, 40

Ist garnicht mal so verkehrt, denn so sind die Eurokraten in Brüssel endlich gezwungen von ihrem hohen Roß hinabzusteigen und endlich mal darüber nachzudenken, dass immer mehr Bürger die Nase voll haben von all der Bürgerferne und Ignoranz, die von Brüssel ausgeht.

Ein Brexit ist ein deutliches Signal dafür, dass das ewige "weiter so" dann endlich ausgedient hat, schon weil andere EU-Staaten auch auf die Idee dann kommen es den Briten gleich zu tun.

Einen Brexit kann die EU dann nicht einfach wegstecken, sie ist so gezwungen so Einiges anders anzupacken, weil selbst der ignoranteste EU-Politiker dann erkennen muß, dass die bisherigwe EU-Politik eben nicht gut bei den Völkern innerhalb der Allianz ankommt.

Antwort
von kubamax, 56

Nicht gut für das politische Klima. Das feuert nur die nationalistischen Holzköpfe an.

Antwort
von AwesomeLetsPlay, 64

Schlecht. Nicht nur schlecht für die EU sonder vorallem auch für GB. Wirtschaftlich warscheinlich total kontraproduktiv.

Kommentar von alexklusiv ,

Wirtschaftlich total kontraproduktiv für die EU, für GB nicht :)

Kommentar von Unsinkable2 ,

Genau anders herum: Die USA haben bereits angekündigt, dass sie KEIN INTERESSE an nachhaltigen Wirtschaftsverträgen mit einem einzelnen Land in Europa haben. Obama sagte ausdrücklich: "Großbritannien könnte vielleicht auch irgendwann ein Handelsabkommen mit den USA bekommen. Doch derzeit ist das nicht geplant. Das Land wird sich also hinten anstellen müssen."

Mit anderen Worten: Direkt nach dem Austritt wird es erst richtig spannend für die Reste der britischen Wirtschaft. Und wenn Schäuble Ernst macht und den EU-Wirtschaftsraum vor Großbritannien genauso abgrenzt, wie vor den meisten anderen Nicht-EU-Mitgliedern, ... dann wird die britische Wirtschaft schnell und hart auf dem Boden der Realität aufschlagen. 

Jetzt schon über 90% Staatsverschuldung. Und stetig wachsend. Und niemanden, der das Land stützt. ... Man braucht keine Glaskugel, um die zukünftigen Bewertungen des Landes - und damit seine Fähigkeit, sich über die Schuldenkrise wegzuretten - vorherzusagen...

Für die EU bricht ein "7%-Partner" weg. Aus Sicht Großbritanniens bricht ein "36%-Partner" weg. Tatsächlich spekuliert Großbritannien auf Verträge mit der EU, wie sie etwa Norwegen hat. ... denn wehe, wenn die nicht kommen.

Und nicht zuletzt: Etliche Milliarden Euro Fördergelder werden nicht mehr auf der Insel ausgeschüttet, um strukturschwache Regionen zu fördern und die Menschen dort nicht gänzlich verarmen zu lassen. ... Schauen wir mal, wie Großbritannien diese zusätzliche Herausforderung meistert.

Antwort
von FrecheJungeDame, 68

nichts, denn die konsequenzen wären schlimm.

wie schlimm wirklich, weiss man wahrscheinlich erst danach.

Kommentar von Asker155 ,

Welche Konsequenzen z.B. wären für dich schlimm? Interessiert mich, was die Gesellschaft als Konsequenz ansieht, besonders DE.

Kommentar von FrecheJungeDame ,

bewerte erstmal meine antwort, danach geht's vllt. weiter.

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