Was haltet ihr von dieser Sucht-Theorie?

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5 Antworten

Ich denke an die Aussage "Wir leben in einer Suchtgesellschaft!" Ich nehme zwar keine Drogen zu mir, habe aber auch meine Suchtstoffe, mit denen ich die Realität in kranken Strukturen 'ertrage'.

Bin ich mit Menschen, die die 'kranken Strukturen' nicht leben, zusammen, dann denke ich überhaupt nicht an meine Suchtstoffe.

Mit diesen Menschen kann ich mein Innerstes teilen und sie teilen ihr Innerstes auch mit mir. Wir lachen und wir weinen miteinander, ohne Geheimnisse voreinander zu haben.

'Normal' ist es, dass ich nur die 'Fassade', die ein Mensch trägt, gezeigt bekomme und diese dann mit meinem Innersten vergleiche. Das frustriert und lässt mich zu meinen Suchtstoffen greifen.

Das Wort Sucht kommt von 'sieck', was 'krank' bedeutet. Es hat also mit 'suchen' nichts zu tun. Dennoch denke ich, dass ich die Lebensfreude, die ich als Ziel habe, auf dem Irrweg 'Sucht' suche, wenn ich kein gesundes Umfeld habe, in dem es leicht ist, lebensfroh zu leben.

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Eine merkwürdige Suchttheorie. Der Weg in die Sucht, egal welche, hängt nicht mit menschlicher Bindungsschwierigkeit zu begründen, sondern eher eine Flucht vor der REalität, sich ein besseres Lebensgefühl zu verschaffen, leichter, lockerer zu sein, meinen man bekommt alles besser hin, was zum Realitätsverlust führt. Crystalabhängige kommen in die Promiskuität. Egal welche Sucht, keine ist die Ursache für eine Suche nach menschlicher Bindung.

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Kommentar von Kitharea
16.02.2016, 07:56

Dann ist die Frage hier WARUM man vor der Realität flüchten muss/will. Das war nur ein Auszug der "Theorie" wohlgemerkt. Er hat das in seinem Video mit vielen Beispielen quasi belegt.

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Das mag für Robinson auf seiner Insl gelten, oder für Menschen in Einzelhaft oder für Leute, die ans Bett gefesselt sind und kaum je "Besuch" bekommen. Aber jeder "normale" Mensch hat die Möglichkeit, sich Freunde zu suchen.

Wer das nicht schafft, hat viel gravierendere Probleme als Einsamkeit: Ängste, soziale Defizite, Selbstzweifel usw.

Das sind nicht nur die Hauptursachen für Abhängigkeiten, sondern auch die Hauptgründe für Rückfälle. Wäre Einsamkeit das Hauptproblem, müsste man die Betroffenen nur in entsprechenden Wohngruppen zusammenbringen - und Hallelujah, Deutschland wäre über Nacht clean, trocken und abstinent. Und die Pornoseiten müssten auch dichtmachen!

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Kommentar von DeepNquieT
16.02.2016, 08:24

es gibt schon solche Wohngruppen. nennt sich clean WG... sonst gute Antwort!

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Kommentar von Kitharea
16.02.2016, 08:39

OK irgendwie werde ich grade nicht so gut verstanden deswegen wäre das Video hilfreich gewesen.
Es geht NICHT darum 1000 Leute zu haben mit denen man Kontakt hat. Es geht um "echte" Bindungen zu Anderen. Da reicht einer. Das muss nicht der Partner sein.
Du kannst 1000 Leute kennen, 500 Mal am Tag lachen und trotzdem einsam sein.

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Also ich kenne diese Theorie nicht. Aber ich hab viel Ahnung davon, weil ich mittendrin war. Eine Sucht entsteht aus vielen verschiedenen Gründen, wie Schon gesagt wurde. Aber Einsamkeit würde ich da ganz ganz hinten anstellen. Die Einsamkeit kann aber sehr wohl zu einem Rückfall führen.
Eine Sucht entwickelt sich immer langsam und schleichend und man merkt es selbst erst wenn es zu spät ist.
Man fängt z.b. aus Gruppenzwang mit Drogen an. Heutzutage ist es für viele Cool dieses Feeling zu haben. Durch den Konsum von Drogen entsteht ein Glücksgefühl.. Es wird Serotonin usw. ausgeschüttet. Der Körper oder besser noch das Gehirn merkt sich das. Und will es dann wieder.. Weil man sich wieder so glücklich fühlen will. Mit der Zeit entsteht eine Sucht. Man entwickelt also eine Abhängigkeit gegenüber der Substanz.
Durch die Drogen sterben bekanntlich auch Hirnzellen ab, dazu gehören auch die Rezeptoren im Hirn, die unser Glücksgefühl steuert.. Irgendwann kann es soweit kommen das man selbst kein Körpereigenes Serotonin, Endorphin, Dopamin etc. mehr ausschüttet, bzw. Nur noch sehr wenig.
Dadurch entsteht dann auch eine Depression und so wird man in die Sucht getrieben. Und ja dann! Konsumiert man um Sachen zu vergessen, oder besser gesagt zu unterdrücken.
Man denkt man funktioniert nicht mehr richtig ohne Drogen und anfangs ist es auch so. Bei einem Entzug zeigt sich das dann meist durch Unruhe, Nervosität, Schweißausbrüche, bis hin zu Verfolgungswahn, Angstzustände und Schizophrenie.
Das es nichts hilft die Konsumenten zu bestrafen ist richtig. Aber die Behörden sehen das nicht So. Sie sehen das noch als Hilfe an...
Ich weiß nicht mehr was du alles geschrieben hast hab mir hier alles durchgelesen.
Wenn du noch fragen haben solltest, steh ich dir gerne zur Verfügung.

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Du entfließt der Realität. Warum ist erstmal egal.  Du heilst sucht ja auch nicht indem du Leute knuddelst. Jede Menge Leute in glücklichen erfüllten Beziehungen rauchen z. B.

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Kommentar von Kitharea
16.02.2016, 08:35

Was ist eine glückliche erfüllte Beziehung - ich denke nicht dass so eine oft vorkommt. "Wirklich" perfekt maximal 1% alles Paare. Aber vielleicht ist mein Weltbild zu pessimistisch

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Kommentar von FooBar1
16.02.2016, 18:05

Das würde inkludieren, dass 99 % süchtig sind :-)

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