Frage von DBKai, 47

Was haltet ihr von diesen beiden Sätzen?

"Nimm alles was du kriegen kannst und gib nichts davon zurück."

vs

"Gib heute alles was du geben kannst und du wirst morgen die Früchte deines Erfolges ernten können."

Kann man diese beiden Sätze je auf gute wie auch auf böse Weise ausleben? Hat jemand Beispiele?

Und nach welchem Satz lebt ihr eher?

Antwort
von Kitharea, 9

Ok zerlegen wir das Ganze mal ^^ Sehr schöne Frage übrigens - hat mich schon ein paar Minuten gekostet xD
1. "Nimm alles was du kriegen kannst und gib nichts
davon zurück." - das klingt rein materiell gesehen extrem egoistisch. Nimm Geld gib nichts zurück. Jo - materielles ist nicht mein Thema ich lasse das so stehen denke das würde jeder so interpretieren. Nehmen wir mal die psychologische Ausführung.
Für einen Psychopathen fehlt es mir hier an dem zerstörerischen Element - dieser würde wohl eher sagen "Zerstöre den der dir etwas gegeben hat damit du nichts mehr zurückgeben musst und ein Erfolgserlebnis hattest" oder so ähnlich.
Ansonsten - was bedeutet es wenn man "etwas zurück gibt". Jeder gibt etwas zurück - psychologisch gesehen ist ALLES Kommunikation - also gibt man immer etwas zurück auch wenn man nicht redet oder schreibt. Das kann niemand aushebeln. Aber was bedeutet es, wenn jemand sagt er will nichts zurück geben ? Wenn du mich fragst ist das die pure Angst sich zu zeigen. Immer, wenn man explizit etwas zurückgibt zeigt man einen Teil von sich selbst. Wer nichts von sich zeigen will - hat Angst wie der Andere reagieren würde oder was der Andere von einem hält. Er traut sich schlichtweg nicht etwas absichtlich zu zeigen. Auch Menschen, die "böse" Dinge zeigen tun das mitunter nicht, weil sie böse sind sondern weil sie es so gelernt haben. Weil sie Kontakt nicht über "nett" sondern über "böse" suchen. Auch das funktioniert. Es gibt Menschen die können damit umgehen. Wer etwas zurückgibt, was böse ist - weiß das meistens und rechnet schon damit dass das abwertend gesehen wird - es ist eine gute Masche Menschen, die nichts aushalten von sich fern zu halten. Es gibt auch das Gegenteil - "gib zu viel zurück". Das ist nicht nett, sondern der Versuch Anderen zu zeigen wie "gut" man ist um sie an sich zu binden. Möglicherweise. Wie auch immer man es psychologisch betrachtet - dieser Satz ist NICHT absolut böse. Es kann wesentlich mehr dahinter stecken. Aber - es ist in jedem Fall eine Art zu zeigen dass man existiert. Keiner von uns will einfach vergessen werden - und wie auch immer man es anstellt - auch "böse" ist Kommunikation.

2. "Gib heute alles was du geben kannst und du wirst morgen die Früchte deines Erfolges ernten" - ja - materiell betrachtet - arbeite wie ein Tier und gib alles und morgen kriegst dein Geld. Passt. Interessiert nicht ^^ Psychologisch betrachtet gibt es auch hier 2 Seiten. Menschen die Alles geben um als "nett" zu gelten tun dies vielleicht weil sie einfach helfen wollen oder weil sie Andere in Abhängigkeiten bringen wollen. Es gibt viele, die ständig von einem Helferlein zum Nächsten laufen - weil sie es können und nicht anders zu leben wissen. Solche Menschen kann man mit "alles geben" sehr schnell beeinflussen. Und diese dürfen ja dann auch nicht "schimpfen" oder sich beschweren weil sie haben ja alles bekommen. Das ist eine Art der Erpressung, die nicht jedem sofort auffällt aber sie existiert. Viel öfter als man denkt. Der "Gute" Part einer "Beziehung" ist nicht immer der weniger egoistische. Die Früchte des Erfolges - so schön es klingt können auch saure Früchte sein.
Davon abgesehen - spielt jeder in einer Beziehung eine "Rolle". Sofern es sich nicht um eine sehr gute Freundschaft handelt wird der - der hilft IMMER der helfende und der dem geholfen wird immer der geholfene sein. Wenn sich daran etwas ändert - weil einer aussteigen will - wird der andere Part zu 99% das System verlassen und sich wen Anderen suchen, der ihm seine Rolle wieder zugesteht.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass "Gut" und "Böse" nicht existiert. Weil beides missbraucht und falsch verstanden werden kann. Weil vieles so versteckt passiert, dass es die Meisten nicht mitbekommen.

Was davon ich eher lebe? Eher Nr. 2 - allerdings war ich früher wesentlich "netter" und konnte die Situationen besser kontrollieren. Hatte ein Helfersyndrom und konnte erst sehen, was ich damit anrichte bei Anderen als ich in Therapie gegangen bin. Nachdem ich aufhörte der "Helfer" zu sein habe ich auch quasi meinen kompletten Freundeskreis verloren. Inzwischen versuche ich eher gar nichts davon zu leben - es kommt immer darauf an, wem man gegenübersteht und wie es einem geht. Wie man kommuniziert und welches Gefühl man dabei hat. Manchmal hilft man und manchmal lässt man einfach fallen. Böse? Nein. Aber man kann ohnehin nicht jedem helfen und so manchen schadet es nur wenn sie immer und immer und immer wieder Hilfe von Menschen bekommen die ohnehin nicht helfen könnten.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Kitharea,

soweit ich mich entsinne, ist es bei einem Psychopathen nicht zwingend so, dass er andere zerstören will. Es ist nur so, dass wenn er das will, dann hält ihn nichts davor zurück

LG

Kommentar von Kitharea ,

Ich denke nicht dass ein Psychopath darüber überhaupt nachdenken würde ^^ wenn etwas zerstört wird ist das halt so. Er taktiert mit dem was er kriegt aber nicht mit dem was verloren geht. Aber ja - auch könntest Recht haben.

Antwort
von pingu72, 37

Der Erste ist durchweg egoistisch. 

Der Zweite ist ok, aber zu viel des Guten. Da könnte man leicht ausgenutzt werden.

Die goldene Mitte wäre perfekt. "Gib was du willst an denen die es verdienen, dann bekommst du mit Sicherheit etwas zurück". So ähnlich zumindest....

Mein Motto lautet: "was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!"  Das kann man auch auf das Geben und Nehmen beziehen wie auch auf alle anderen Bereiche des Lebens. 

Kommentar von DBKai ,

Wobei ich es auch nicht so gut finde, wenn man immer mit dem Hintergedanken gibt, dass man auch sicher etwas zurück bekommt... 

Geschenk ist Geschenk. Wenn du jemanden etwas gibst - dann kann es auch sein, dass du niemals etwas zurück bekommst... du müsstest es schon vorher so sagen: "Ich gebe dir das und du gibst mir dafür..."

Kommentar von pingu72 ,

Mit dem "etwas zurück bekommen" meinte ich das mit dem "man erntet was man sät", also ganz allgemein, das muss nicht mal von der Person sein. Und mir persönlich reicht sowieso schon ein "Danke", selbst das haben viele leider nicht drauf....

Antwort
von Nicodemus0815, 7

Mein Satz: Sorge dafür, daß es dir gut geht und, wenn möglich, unterstütze die Menschen in deiner Umgebung dabei.

Antwort
von baehrchen2, 25

Letzteres klingt mir doch irgendwie sympathischer und ich würde mich auch eher dort einsortieren. Obwohl ich vielleicht nicht ALLES gebe, was ich geben könnte, habe ich doch das Gefühl, dass vieles im positiven Sinne zu mir zurück kommt.

Die, die eher alles nehmen und nichts geben, profitieren sicher von dem, was sie sich unter den Nagel gerissen haben, aber zu "ernten" gibt's dann halt nix.

Zur ersten These wüsste ich jetzt nicht, wie man sie im Guten anwenden könnte. Aber zur zweiten - Ja, da könnte man natürlich schon sagen, dass alles irgendwie immer zu einem zurück kommt. Egal, ob man jetzt Gutes oder Schlechtes mit vollen Händen verteilt.

Antwort
von Barney123, 5

Hallo DBKai,

Also der erste Satz spiegelt eindeutig die Einstellung eines Psychopathen wieder. Leider ist es so, dass diese Leute sehr manipulativ und Kontaktfreudig sind, so dasss sie meist auch kriegen, was sie wollen. Leider.

Der zweite Satz ist eigentlich genau das Gegenteil, aber da lohnt es sich genauer hinzuschauen. Normalerweise funktioniert unsere Gesellschaft so, dass die Leute merken, wenn jemand etwas leistet- und dann wird sich das in einem Erfolg wiederspiegeln.

Normalerweise!

Das bedeutet, es muss nicht zwangsläufig so sein. Es gibt Neider und boshafte Menschen, da besteht die Möglichkeit dass genau diese positive Einstellung ins genaue Gegenteil verkehrt wird. Das liegt dann aber nicht an der Person, die nach diesem Motto lebt, sondern an deren Umgebung! Da muss man wachsam sein. Es kann sein, dass gegen so eine Umgebung nichts zu machen ist.

LG

Antwort
von MarioSchoenfeld, 24

Sind die Sätze von dir? Wenn ja dann würde ich sagen die sehen dir ähnlich. Du forderst mit deinen Fragen deine Umwelt heraus.


Kommentar von baehrchen2 ,

Zumindest anwesende Philosophen. Ich habe nichts gegen eine Herausforderung. Ist mir jedenfalls lieber, als ständig Fragen zu beantworten wie: "Ich hatte zwar noch nie Sex und meine Periode hab ich auch, aber gestern war ich mit einem Jungen im Schwimmbad. Bin ich jetzt schwanger???"

Kommentar von MarioSchoenfeld ,

Guter Kommentar, bist auf meine Antwort voll eingegangen. Bis zum nächsten mal.

Kommentar von DBKai ,

Nein - sie sind nicht von mir. Sie sind beide aus der Anime-Serie Sailor Moon.

Du brauchst ja nicht auf meine Fragen einzugehen, wenn sie dich nicht reizen... Wende dich den Dingen zu, die dich auch interessieren. Ist ja nicht so, als ob dich jemand dazu zwingen würde, mir hierauf eine Antwort zu geben.

Kommentar von MarioSchoenfeld ,

Hast du meine Antwort richtig gelesen, nicht das du sie falsch auslegst. Gute Antworten hast du doch bekommen oder? Mein Kom. auf Bärchen2 drückt doch auch was aus oder? Niemand wollte dich hier deklassieren.

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