Frage von Hummingtide, 203

Was haltet ihr von diesem Satz (auch an Atheisten gerichtet!)?

"Religion ist nur ein Streit darum, wer den größten unsichtbaren Freund hat."

Eure Meinung bitte.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 58

"Religion ist nur ein Streit darum, wer den größten unsichtbaren Freund hat."

Diese Aussage erscheint mir zu kurzsichtig.

Zum einen gibt es beispielsweise mit dem Buddhismus auch Lehren, die mit Ritualen und Zeremonien zwar den Charakter einer Religion haben, jedoch ohne jede Vorstellung eines Gottes auskommen.

Zum anderen wird die Bedeutung der Religion für den Menschen völlig außen vor gelassen und nicht berücksichtigt. Dabei erfüllen Religionen auch heute noch wichtige Funktionen im Leben vieler Menschen.

Religionen erfüllen die emotionalen und teilweise irrationalen Bedürfnisse vieler Menschen, die nicht durch Rationalismus befriedigt werden können.

So wirken Religionen als Trostsysteme, die Menschen in emotionalen Krisen die Gefühle von Trost und eine innere Stärke geben können.

Religionen können in Ausnahmesituationen das Vertrauen der Menschen lebendig halten, Hoffnung spenden und den Durchhaltewillen fördern.

Religionen spenden Gemeinschaft. Mitglieder einer solchen Gemeinschaft können auf der ganzen Welt mit völlig unbekannten Menschen vertraute Rituale durchführen und somit Gemeinsamkeiten und Verbindungen finden.

Religionen sind zum Teil auch Antrieb für Hilfsprojekte verschiedener Art. Religiöse Ideale wie Nächstenliebe führen zu sozialem Engagement und gegenseitiger Hilfe.

Natürlich leugne ich keineswegs, das Religionen auch zur Manipulation, für Machtpolitik, Diskriminierung und Unterdrückung, als Rechtfertigung für Gewalt und Terror missbraucht werden können.

Doch selbst diese negative Seite zeigt, meiner Meinung nach, dass es bei Religion um mehr als einen ideologischen "Schwanzvergleich" geht und dieses komplexe Thema nicht ohne weiteres auf solch ein banales Zitat reduziert werden sollte.

Kommentar von Hummingtide ,

Danke für dein Feedback und deine Meinung :)

Das es bei meiner Frage um Monotheismus geht hatte ich vergessen in die Frage einzutragen. Hatte auch schon eine Änderung beantragt, diese wurde aber abgelehnt (warum auch immer).

Eine nachvollziehbare Meinung schätze ich sehr und ich bin froh, dass es doch noch einige User gibt, die nicht gleich mit Fackeln und Mistkabeln auftauchen.

Kommentar von Enzylexikon ,

Keine Ursache, ich helfe gerne, wenn ich kann. :-)

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von quanTim, 104

das trifft teilweise zu, meistens aber nicht.

es gibt bestimmte menschen oder menschengruppen denen es in ihrer religion sehr wichtig ist, das sie die eine unfehlbare wahrheit kennen.

aber den meisten menschen geht es bei ihrer religion nicht darum sich mit anderen religionen zu messen. für sehr viele menschen ist religion privatsache. da geht es dann um glaube. es geht darum, das man sich an bestimmte regeln der menschlichkeit hällt. für viele bedeutet religion das man einen ansprechparter und einen vertrauten hat, wenn einen sonst keiner mehr zuhören will.

ich bin selbst überzeugter atheist. aber ich habe großen respekt vor gläubigen menschen. wer seine religion und seinen glauben für sich auslebt, ohne damit ihn die persöhnliche freiheit eines anderen einzudringen, der  darf das gerne machen.

aber wenn ein atheist andere versucht von seinen ncihtglauben zu überzeugen, dann ist er nicht besser als ein radikaler gläubiger

Antwort
von Awngr, 43

Ich denke, das war besonders in der Zeit des Polytheismus eine sehr aktuelle Aussage, wo es Stammesgötter gab und verschiedene Stämme darum wetteiferten, wessen gott der mächstigste sei...

Man findet aber auch in der GEschichte des Judentums, des Christentums und des Islam von diesem Wetteifern noch spuren, siehe z.B. Jona und viele andere Stellen...

Antwort
von voayager, 40

Ein passendes Bonmot, wie ich finde. Jeder sucht sich seinen ganz persönlichen Gott, mit dem er Zwiesprache hält und für sich reklamiert. Bei Polytheismus ist der Spruch natürlich ungeeignet, doch meist herrscht ja in der Welt der Monotheismus vor, wenn denn Menschen religiös drauf sind. Wenn Gott nicht der große unsichtbare Freund ist, dann ja wohl so was wie ein Ersatzvater, wenn größerer Wucht und Qualität alas der leibliche es war oder ist.

Antwort
von Taimanka, 72

hmm, Streit auf jeden Fall, jedoch weniger um das Haben oder Nichthaben eines wie auch immer Freundes;

Es geht um Macht, Geld, Kontrolle, Unfreiheit, Abhängigkeit, Morden und Kriege ... 

... und nicht zuletzt um die Pfaffen, die ihre Drecksfinger nicht von Kindern lassen können ...

Kommentar von danhof ,

Jawoll! Und alle Polen klauen!

Schöne einfache Schubladenwelt...

Kommentar von Meatwad ,

Man kann der Kirche vieles mit Recht vorwerfen. Beispielsweise den Umgang mit Mißbrauchsfällen in den eigenen Reihen. Jedoch ist der Kritikpunkt, Pfarrer würden haufenweise über Kinder herfallen, ein denkbar schlechter. Gerade mich als Atheisten mit durchaus antitheistischen Tendenzen regt er immer wieder auf, da er am Ziel komplett vorbeischießt und statistisch komplett haltlos ist. Männer aller Berufe und Schichten vergreifen sich an Kindern.

Kommentar von Taimanka ,

wer sagt haufenweise?

 ... in den "eigenen Reihen"  - du zählst Kinder in Obhut der Kirche zu den "eigenen Reihen", das glaube ich jetzt nicht.

Kirchenvertreter im Namen und Dienst Gottes, scheinheilig gläubig, da wohlwissend um ihre Schandtaten, denn Gottes Strafe androhend, wenn den Kindern ein Wort rausrutscht.

jeder Fall ist ein Fall zu viel, egal wer, egal wo.

Mehr braucht nicht gesagt zu werden. 

Antwort
von Shiftclick, 75

Religion entspringt dem Bedürfnis des Menschen nach Transzendenz.

Kommentar von Hummingtide ,

Und was hältst du davon, wie die Transzendenz ausgelebt wird?

Kommentar von Shiftclick ,

Religionen bringen das Gleiche hervor wie jede andere Ideologie, Theorie oder Vereinigung von Menschen, Streit, Sektenbildung, Unterdrückung, Kriege, Hass, Gewalt aber auch gegenläufige Tendenzen Kampf gegen Sektiererei, Unterdrückung etc. Alles was man (zu recht) den Religionen anlastet, ist eigentlich den Charaktermängeln und Grundeigenschaften der Menschen geschuldet.

Kommentar von Hummingtide ,

Das ist genau was ich gesucht habe. Eine nachvollziehbare und gut begründete Meinung.

Danke :)

Antwort
von Eselspur, 48

Befremdlich, dass Religion als Streit gesehen wird.

Kommentar von ilinalta ,

Ich kenne den Spruch ein wenig anders:"Religionskrieg ist ein Streit zwischen Erwachsenen, bei dem es darum geht, wer den cooleren, imaginären Freund hat". Ich denke, der Fragensteller hat den Spruch einfach nur halbfertig reingestellt.

Kommentar von Hummingtide ,

Ich kenne ihn nur so. Liegt wohl am bekannten Stille-Post-Prinzip.

Antwort
von dadita, 18

Nun ja, ich würde sagen Religion ist die Überzeugung, dass man selbst dem einzig wahren imaginären Freund folgt. Religionskriege wären dann der Streit ^^

Antwort
von WHISTLEBLOWER47, 28

Das ist witzig.Danke dafür.Religionen sind per se nur für Konflikte gut.Aber nur bei den Unterbelichteten denn die intelligenten Leute wissen das der Glaube im Herzen stattfindet. 

Kommentar von Hummingtide ,

Das Religion nur für Konflikte gut ist fechte ich stark an.

"dass der Glaube im Herzen stattfindet" - sehr schön geschrieben, teile ich vollkommen.

Antwort
von ilinalta, 22

Eigtl heißt der Spruch anders.
"Religionskrieg ist ein Streit zwischen Erwachsenen, bei dem es darum geht, wer den cooleren, imaginären Freund hat."

Deine Variante macht irgendwie für mich kaum Sinn, weil die Hälfte fehlt.

Antwort
von Whitekliffs, 27

Religion ist der Versuch, durch Werke, Regeln, Gesetze, Moral Gott 'von unten' her näher zu kommen.

Jesus dagegen kam von 'oben herum nach unten', um uns Gemeinschaft mit Gott zu ermöglichen.

Antwort
von Garfield0001, 43

ich glaube eher, dass es die Menschen sind die Darum streiten. ich Gründe doch keine Religion um damit etwas "größeres" zu haben oder so

ich bin aber froh dass ich Christ bin. Jesus selbst hat keine Religion gegründet sondern gezeigt, wie man gut leben kann.

Antwort
von Nadelwald75, 37

Hallo Hummingtide,

im Allgemeinen ist ein Satz widerlegt, wenn es schon ein einziges Gegenbeispiel gibt.

Eine Religion kann nicht streiten, das können nur Menschen, die eine Religion haben.

Ich habe eine Religion, aber ich streite mit niemandem darüber. (Und das gilt auch für weitere.....)

Kommentar von Hummingtide ,

Also würdest du sagen, dass die Religion für einige Menschen als Vorwand zum Streit dient und nicht als Grund zum Streit, richtig?

Klingt einleuchtend. Hab ich so noch nicht betrachtet.

Vielen Dank für deine authentische Meinung.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Hummingtide,

das würde ich auch so sehen.

Antwort
von Andrastor, 54

Der Spruch ist echt gut XD

Bin ganz deiner Meinung und hab als Ergänzung noch ein gutes Zitat bezüglich Religion:

Religion ist wie ein Penis. Es ist gut einen zu haben, man kann auch stolz darauf sein einen zu haben. Aber man packt ihn nicht in der Öffentlichkeit aus und klatscht ihn anderen ins Gesicht und schon gar nicht stopft man ihn kleinen Kindern in den Rachen.

Kommentar von Hummingtide ,

Etwas extrem, aber im großen und ganzen eine gute Metapher :D

Kommentar von AlexChristo ,

Naja, im Grunde ist der auch ziemlich sexistisch.

Kommentar von Garfield0001 ,

genau. etwas anderes ist wenn es um Tatsachen geht.

Kommentar von Deponensvogel ,

Und wenn man dann geheiratet hat, führt man ihn jeden Abend in die Frau ein?

Antwort
von Aleqasina, 34

Wieso Streit?

Das wäre so, als wenn jemand sagte: "Die Ehe ist der Streit, wer den besten Partner hat."

Kommentar von Hummingtide ,

Erklär mir bitte den Zusammenhang.

Kommentar von Aleqasina ,

Glauben ist eine Liebesbeziehung zu Gott. Eine Liebesbeziehung, die bestimmte Form hat, wobei die Form nicht den eigentlichen Inhalt aus macht.

Eine Liebe zwischen zwei Menschen kann in einer Ehe die letzgültige Form finden (wobei eine förmliche Eheschließung nichts über eine glückliche Liebesbeziehung aussagt).

Die Liebe zwischen Gott und dem (den) Menschen kann in iner konfessionell gefassten Religion ihre äußere Form finden.

Beides beinhaltet Gemeinschaft.

Antwort
von Chaoist, 43

Das ist keine zutreffende Definition für Religion. Das stammt wahrscheinlich aus dem Gehirn eines Menschen, der gegen jede Form der Religion in den Krieg zieht.

Religion ist immer erst für die Gemeinschaft selbst da. Dass sie sich mit anderen Gemeinschaften in die Haare bekommen, liegt in der Natur des Menschen.

Im Übrigen ist es nicht notwendig einen "unsichtbaren Freund" zu haben, um einer Religion zu folgen.

Kommentar von Hummingtide ,

Als Definition würde ich das auch nicht betiteln.

Meine Frage bezog sich auf Monotheismus. Das habe ich aber vergessen bei der Fragestellung zu erwähnen, wurde schon oft kritisiert (zu Recht).

Kommentar von Chaoist ,

Auch der Monotheismus wurde nicht geschaffen um gegen andere
Monotheistische Gruppen anzutreten. Es geht in den Diskussionen zwischen
( ich ziehe die Grenzen noch etwas enger ) den 3 abrahamitischen
Religionen auch nicht um einen transzendenten Schwanzvergleich.

Viel mehr geht es um Deutungshoheit alter Texte, überlieferte Traditionen und das richtige moralische Leben.

Daher halte ich diesen Satz für inhaltlich falsch. Er ist aber bestens dazu geeignet, AtheistInnen gegen religiöse Menschen auf zu stacheln.

Kommentar von Hummingtide ,

Also würdest du sagen, dass die Religion für einige Menschen als Vorwand zum Streit dient und nicht als Grund zum Streit, richtig?

Klingt einleuchtend. Hab ich so noch nicht betrachtet.

Ein Kommentar meinerseits auf eine Antwort etwas weiter unten :)

Antwort
von xschwedex, 92

Dieser Spruch lässt sich formal auf den Monotheismus nicht anwenden.

Außerdem würde ein "gottesfürchtiger, fehlbarer Mensch" nicht von einem Privatgott sprechen, der am besten noch auf der Schulter sitzt.

Kommentar von Hummingtide ,

Ich denke du verstehst die Aussage nicht ganz. Es ist nicht gemeint, dass jeder Mensch seinen eigenen Gott hat so wie in dem Sinne:

Christ A: "Mein Gott ist viel besser."

Christ B: "Stimmt nicht!"

Sondern es geht um die einzelnen Religionen, die sich nicht vertragen:

Christ: "Mein Gott ist der einzig richtige."

Moslem: "Stimmt nicht, sondern meiner!"

Kommentar von Chaoist ,

Wenn wir bei den drei abrahamitischen Religionen bleiben, dürfte es diesen Streit um den Wahren Gott nicht geben, da alle drei den selben Gott anbeten.

Die Unterschiede und Streitpunkte liegen eher in der Frage danach, wie man sich diesem Gott nähern kann und soll. Was muss ein Mensch tun, um von Gott geliebt zu werden.

Antwort
von invadedbyyou, 44

Meine Meinung!

Antwort
von fricktorel, 6

Gut formuliert, aber ich wüsste eine bessere Definition dafür:

Satan (Offb.12,9) schuf diese "Glaubensrichtungen" (Eph.2,2; 2.Kor.11,3), um die Menschheit von unserem ewigen Schöpfer fern zu halten.

Doch das ist auf Dauer zwecklos, denn Jesu, der Sohn Gottes, starb (als Geisel) für uns (Röm.6,23), damit wir ewig Leben können (Offb.20,5; 21,7) und Satan wird ins Feuer geworfen (Offb.20,10).

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