Frage von Maria33322, 106

Was haltet ihr von der Idee, eine Therapiestunde Filmen zu lassen?

Hey also ich wurde von meiner Therapeutin gefragt ob ich das wollen würde.. Bin mir aber unsicher ob es was bringt.. Was denkt ihr?

Antwort
von Tamtamy, 62

Warum solltest du das wollen wollen?
Das bedürfte meiner Meinung nach einer Erklärung seitens der Therapeutin.

Vielleicht geht es aber darum, dass deine Therapeutin für ihre Supervision (sozusagen die Kontrolle und Beratung für ihre Therapietätigkeit) gerne Anschauungsmaterial hätte.
Frag sie mal, ob es evtl. darum geht.
So etwas kann schon hilfreich sein für sie (und damit auch für dich).
Du solltest aber nur zustimmen, wenn es für dich auch wirklich okay ist.
Ansonsten ist es auch völlig in Ordnung, wenn du das nicht möchtest.

Kommentar von Maria33322 ,

Was genau ist denn dieses Supervisionsding? 🙈

Kommentar von Tamtamy ,

Therapeuten können sich bei erfahrenen Kollegen, bzw. Therapieausbildern Rat und Rückmeldung über ihre therap. Tätigkeit holen. Das ist häufig sehr hilfreich, um seinen Blick für die Sitzungen zu erweitern und anregende Impulse für die Arbeit zu bekommen.

Kommentar von Maria33322 ,

Okay Dankeschön :)

Antwort
von MrBurner107, 46

Keine blöde Idee, finde ich. Man kann das Gespräch analysieren und evtl. sogar neue Erkenntnisse gewinnen. Hast du Angst, dass dein Therapeut das Video ins Netz stellt?

Kommentar von Maria33322 ,

Nein da vertraue ich ihr schon 🙈

Antwort
von Andreas Starke, 2

Ja, die Therapeuten (ich bin auch einer) fragen die Patienten (manche sagen auch: Klienten) ob sie das wollen. Das ist ziemlich unsinning, es sei denn, Du möchest den Film als Andenken behalten oder zur Beurteilung einer Änderung, die vielleicht in der Therapie erreicht werden soll, auswerten. Hast Du sie mal gefragt, warum sie das will?

Ich wette, dass sie nur deswegen eine Stunde filmen will, weil sie den Film Kollegen vorspielen will, damit die ihr gute Ratschläge geben können, was sie besser machen kann. (Das nennt man Supervision oder Intervision.) Vielleicht will sie den Film auch für Schulungen, die sie selbst für zukünftige Therapeuten durchführt, benutzen oder sogar in Vorträgen bei Kongressen benutzen.

Bei der Supervision müssen alle Beteiligten sowieso Stillschweigen bewahren über das, was sie in dem Film sehen. Das fällt unter das Berufsgeheimnis. Du musst nicht befürchten, dass der Film irgendwann auf Youtube zu sehen ist.

Deine Horrorvorstellung ist wahrscheinlich, dass Dich morgen auf dem Fußballplatz jemand anspricht und sagt: "Mein Bruder hat mir gerade erzählt, er hätte Dich auf einem Psychologenkongress im Film gesehen. Er meinte, Du hättest echt bescheuert ausgesehen." Aber, bleib locker, das wird nicht geschehen.

Also - stimme zu, es wird nur zu Deinem Nutzen sein. Gegen jede Art von Missbrauch kannst Du klagen.

Antwort
von Dahika, 50

Warum nicht. Manche Therapiestunden werden /wurden auf Tonband aufgenommen. Heute wird halt gefilmt.

Sorgen musst du dir keine machen! Niemand interessiert sich für dich - entschuldige bitte . Die Therapeutin will die Stunde ihren Supervisionskollegen vorspielen, um ihre Leistung beurteilen zu lassen. Es geht also nicht um dich, sondern nur um sie.

Aber wenn du nicht willst, musst du das auch nicht.

Kommentar von Seanna ,

Eine von vielen Optionen. Es gibt aber auch noch etliche andere Gründe, warum das gemacht wird. Ua Forschung, für den Patienten (vor allem bei Dissoziation), um in der Therapie damit zu arbeiten...

Antwort
von Dahika, 10

Und du machst es wieder. Frage deine Therapeutin, nicht uns. Rede über deine Skepsis und Unsicherheit.

Aber zum wahrscheinlichen Hintergrund:

die Therapeutin möchte nicht dich filmen, sondern die Therapiestunde. Das kann ihr sehr bei ihrer Supervision helfen. Und dabei ist es völlig uninteressant, wie du dich verhältst, sondern es kommt auf die Reaktion und Intervention der Therapeutin an. Nicht auf dich!

Als Beispiel: du sagst etwas, und die Supervisionskollegen, die sich das anschauen,  sagen dann zur Therapeutin: "Du machst jetzt eine lange Pause, bevor du antwortest. WAs ging da gerade in dir vor?" Und damit ist die Therapeutin gemeint, nicht du.

Ob es was bringt? Natürlich. Erst mal natürlich der Therapeutin, weil es sie befähigt, eine noch bessere Therapie zu machen. Und dadurch letzten Endes auch dir.

Was ich mich allerdings bei all deinen Fragen, die du hier stellst, statt sie an die zu richten, die es angeht, wundert, ist: Worüber sprichst du eigentlich in der Therapie? Über deine schlimme Kindheit? Das ist aber Mindfucking - und ja, kann für den Therapeuten unglaublich öde sein.

Zuerst müssen alle anliegenden Fragen beantwortet und Gefühle angesprochen werden. Die Beziehung zur Therapeutin muss geklärt werden. Olle Geschichten aus der Kindheit, solange du nur darüber redest, bringen dir nichts.

Kommentar von Maria33322 ,

Danke für all deine Antworten ;)
Kleine Randnotiz, da du das wiederholt hast: meine Kindheit war unbeschreiblich toll und darüber reden wir auch nicht 🙈

Antwort
von Seanna, 18

Ich lehne das strikt ab. Hab aber generell ein massives Problem mit Aufnahmen von mir.

Es käme wohl sehr auf den Zweck an. Was sagt sie, wozu die dienen soll?

Kommentar von Dahika ,

Das ist doch das Problem. Die Fragestellerin fragt hier danach, statt die Therapeutin zu fragen. Wie sie es tun sollte.

Antwort
von FelinasDemons, 44

Ah ja, bei mir ist es auch so.
Es sehen bei mir nur zwei Leute das Video: Meine Therapeutin und dessen Vorgesetzte (ist eine Therapie-Einrichtung).
Bei dir wird es wohl ähnlich oder nur dein Therapeut sein.
Schlimm ist es nicht, solange nur die Personen das sehen. Immerhin wollen sie dir damit nur helfen.

Antwort
von Digarl, 47

Warum denn nicht? Man kann das Video ja anschließend wieder löschen. Bringen kann es, je nach Fall, durchaus etwas. Und da sie die Therapeutin ist, denke ich schon, dass es etwas bringt (da es ja im allgemeinen durchaus etwas bringen kann).

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