Engelsherz am 05.03.2009 um 11:14 Uhr
Leider Gottes habe ich seit Jahren immer wieder mit dem Jugendämtern zu tun weil Bekannte und Freunde immer ärger mit denen hatten.Ich habe dabei so oft gesehen das die Ämter Leuten die sich wirklich bemühen die Hölle heiss machen dafür aber dort wo wirklich Notwendigkeit bestände nicht reagieren.So z.b. hatten wir einen Jungen in der nachbarschaft der ständig von seiner betrunkenen Mutter verprügelt wurde.Da ihm niemand geholfen hat sind wir Nachbarn irgendwann mit ihm zum Jugendamt.Passiert ist Garnichts....absolut nichts.Sein Martyrium ging fast drei Jahre.Als er jetzt mit fast 17 von seiner Mutter mit dem Messer attackiert wurde und die Polizei einschreiten musste, jetzt hat er eine eigene Wohnung.Aber was hat der junge hinter sich??Ich kann zig Beispiele bringen wo das Jugendamt total gepennt hat ...hätte dazu mal gerne eure meinung!!

Liebes Engelsherz,
gutefrage.net ist eine Ratgeberplattform. Obige Frage mag sehr wichtig für Dich sein, jedoch welcher Rat ließe sich – so wie sie gestellt ist – darauf geben?
Ich möchte Dich bitten dies bei Deinen kommenden Fragen zu beachten.
Wenn Du die Community besser kennen lernen möchtest oder Dich die Meinung der Community interessiert, kannst Du über solche Fragen gerne im Forum unter www.gutefrage.net/forum unter der Kategorie "Community" diskutieren.
Viele Grüße
Ben vom gutefrage.net-Support

hallo engelsherz,
ja, das kann ich gut nachvollziehen, was du schreibst. das mit den jugendämtern ist eine schwierige sache. darüber müßte man sich lange austauschen. ich versuche es mal kurz zusammenzufassen: 1. die leute dort sitzen zwischen baum und borke. gesetze auf der einen seite (nicht immer zum besten), notwendigkeiten und mißstände auf der anderen. 2. es wurde zumindest hier vor ort in den letzten ca. 5-10 jahren gerade an dem ort gespart, daß es kracht, die ämter sind überfordert, können schon nicht leisten, was notwendig ist, die aufgaben werden sogar immer mehr, verwahrlosungszustände nehmen (leider) immer mehr zu, selbst statistisch. 3. in behörden sitzen menschen, die nicht allein vom gedanken des helfens geprägt sind. gerade dort sind häufig menschen, die auch sehr an sich selbst denken, nämlich damit, daß sie einen krisenfesten existenzsichernden job haben. das engagement ist extrem unterschiedlich, von sehr verständisvoll bis total betonköpfig ist alles da, auch in den jugendämtern. da kommt es also sehr auf den menschen an, den man vor sich hat. kommt man bei dem nicht weiter, kann man es evtl. bei einem anderen versuchen. 4. aufgrund der sich zuspitzenden umstände und der immer geringer werdenden möglichkeiten und (finanz)mittel sind viele der ehem. engagierten frustriert, manchmal ausgebrannt. und können somit nicht mehr adäquat reagieren. 5. die familien sind es eigentlich, die das betrifft. die ämter können keinen familienersatz bieten. was nötig wäre, ist der familie als ganzem zu helfen. (aber es ist schelchterdings nicht mehr möglich, allen familien, die es nötig hätten, auf die weise zu helfen, gerade einzelfallhilfe und familienhilfe wurden sehr zusammengestrichen). 6. ich rate daher immer, wenn die familie nicht funktioniert und das amt nicht hilft, dann ist es notwendig, daß die nachbarschaft einspringt, also selbst aktiv wird. das ist besser sogar als die hilfe vom amt. ihr hattet da schon den richtigen ansatz, als ihr euch eingesetzt habt mit der einschaltung des jugendamtes. aber ich rate trotzdem zu mehr engegement und nachbarschaftshilfe, also selbstverantwortung, auch dadurch, daß man die mutter in die pflicht nimmt. das schlimme an solchen familien ist doch auch, daß alle wegsehen. wenn man in unserer gesellschaft nicht so auf sich selbst ausgerichtet wäre, würde manches gar nicht so weit kommen. ich plädiere immer für mehr verantwortung, auch in der nachbarschaft. selbst aktiv werden. das sollten wir wieder lernen. (und im übrigen zur mutter: wer weiß, was mit der los war, niemand wird so ausspaß alkoholiker oder so. da stecken immer irgendwelche probleme hinter, die hätte vielleicht auch masiv hilfe gebraucht - damit es dann auch dem kind besser geht)
ich sehe hier vor ort, wo ich wohne, übrigens auch seit jahren die fortschreitende verwahrlosung. schrecklich mitzuerleben. leider hält die nachbarschaft hier in der großstadt nicht eben sehr zusammen. und meine eigenen eingriffversuche sind auch oft zu wenih. es bräuchte auch hier mehr rückhalt, also mehr helfende hände.
das ist wie mit allem... es gibt gute und schlechte. zudem müssen sich die ämter auch an gesetzl. vorschriften halten und so einfach ist es nicht ein kind aus der familie zu holen. mal abgesehen davon, dass auch (oder gerade da) im sozialen bereich gespart wird. das bedeutet, dass u.U. zu wenig personal vorhanden ist und so einfach nicht genug kapazitäten, um zu handeln.
Dem Jugendamt sind auch häufig durch Gesetze die Hände gebunden. Und ich denke oft, dass diese unterbesetzt sind und einfach nicht an allen Orten sein können. Es ist eine Arbeit, die ich persönlich niemals machen könnte, da es so aussichtslos und niederdrückend ist.

Gehört eigentlich ins Forum deine Frage, aber ich versuche trotzdem mal hier eine Antwort: die Jugendämter sind total überlastet und es sind auch nur Menschen, die dort sitzen und die schaffen es nicht immer, hinter die Fassade zu schauen. Natürlich gibt es auch in dem Bereich Versagen und Versäumnisse. Aber insgesamt habe ich großen Respekt vor den Mitarbeitenden vom Jugendamt.
Engelsherz am 5. März 2009 11:23 Wenn 10 Nachbarn mit einem blau und grün geschlagenem Kind kommen warum muss man dann noch hinter die Fassade schauen??Die exfrau von meinem freund wurde von Bauarbeitern angezeigt und von Nachbarn beim Jugendamt das sie die tochter misshandelt...der sache wurde NICHT nach gegangen....das sind Dinge die kann mir keiner erklären...ich find sowas heftig.

nix... wenn man das Amt braucht schlafen die oder meinen sie sind nicht zuständig..

Das ist von Amt zu Amt und dann sogar noch von Zimmer zu Zimmer immer unterschiedlich

Das Jugendamt ist in der undankbaren Lage, Mißstände gerade biegen zu müssen, die in der Familie verursacht und verzapft worden sind. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die geprüft und umgesetzt werden müssen, was eben meist nicht von heute auf morgen funktioniert.
Das bekommst du als Bekannter einer Familie oder gar Nachbar im Detail sowieso nicht mit, weil es dir (berechtigterweise) auch keiner auf´s Brot schmiert.
Bei berechtigten Sorgen kannst du natürlich eine Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen, der dann auch nachgegangen werden muss. Allerdings braucht es da schon genaue Angaben und kein pauschalisiertes "die machen nix" und "ich kenne zig Fälle"
Solche pauschalen inhaltslosen Aussagen schaden der Arbeit des Jugendamtes eher noch, als dass sie nützlich sind. Denk mal drüber nach.
Engelsherz am 5. März 2009 11:41 wenn ich die hier alle aufführe dann sind sechs seiten voll.und es wurden beschwerden eingereicht.ich wollte auch nur wissen wie ihr über Jugendämter denkt...nicht ob meine Denkweise richtig ist!

die Schuld liegt doch nicht bei den Jugendämtern für solche Erscheinungen , sondern in den Familien...die JÄ sind nur ausführende Organe..

Naja, ich gehöre nicht zu asozialen und prügelnden Familien ;) aber auf Grund meines alters, wurde das jugendamt vor der geburt meiner tochter auch geschaltet und hat einiges abgetan (zb wiederholter kontrollbesuch nach der geburt) weil ja alles gut aussah. soll mich nicht stören aber - was ist mit den familien,bei denen der schein trügt? oberflächlich gehandelt. passiert leider häufig.
Das kommt drauf an, es gibt einige die die Gabe haben, hinter die Fassade zu schauen und andere interessiert es nicht, was soll man da machen? Ich stehe dem Jugendamt 50/50 gegenüber. Ich habe schon mitbekommen, das sich Leute vom Jugendamt bemüht haben und ihnen die Hände gebunden waren. Andererseits kenne ich auch welche die bekommen Pflegekinder, obwohl sie ihre eigenen Kinder richtig verprügelt haben...verstehe einer die Welt.
ja ich verstehe ja was ihr sagt aber würdet ihr denn auch kinder in pflege nehmen
Engelsherz am 6. März 2009 08:51 Klar...mein freund hat einen schwerbehinderten Sohn von 13 der lebt bei uns den habe ich ja sozusagen auch angenommen weil seine mutter ihn nicht wollte.Bin hier bei uns im ort eh die Nanny für viele kinder.bei uns sind täglich mind.6-8 Kinder..damit mein ich aber nicht unsere eigenen..daher bekomme ich ja auch soviele missstände mit...
ich ahbe in Frankfurt sehr gute erfahrungen gemacht!!! Sie waren sehr bemüht gespräche mit mri und meinem Exmann zu führen und haben IMMER zum tatsächlichem Wohl des Kindes agiert!!!!
In Kiel dagegen habe ich erst vor kurzem ein Telefongespräch geführt dafür sollten sich die Ämter schämen!!!!!!!! Eine lange Geschichte... aber beschämend!!! Kommt also immer drauf an wer Dir zugeteilt wird!!!