Frage von AnnaPospiech, 44

Was haltet ihr vom wirtschaftlichen Liberalismus ?

Meiner Meinung nach führte der Kapitalismus weniger zu einem wirtschaftlichen " Liberalismus ", als zu einer immer größer werdenen Kluft zwischen arm und reich. Jedoch gibt es darüber sicherlich auch positive Aspekte .

Antwort
von berkersheim, 20
positiv

Positiv mit dem Vorbehalt, dass der wirtschaftliche Liberalismus sowohl der Frühzeit von Smith wie auch das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft des Ordoliberalismus rein ideelle Konzepte waren, die wie der Sozialismus alle an der Realität des Menschen gescheitert sind. Dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, ist keine Spezialität des Kapitalismus. Das war in Vorgängergesellschaften auch und teils heftiger zu beobachten. Der Vorteil der freien bürgerlichen Gesellschaften gegenüber den Vorgängern ist immerhin noch eine gewisse Durchlässigkeit, d.h. es ist leichter möglich, dass jemand aus unteren Schichten aufsteigen kann. Davor war das meist schon durch den Status der Geburt festgezurrt. Und in der Antike war im Gegensatz zum Feudalismus der Fall vom Adel in die Sklaverei noch leichter möglich.

Bereits 1784 hat Kant geschrieben: "Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Kant, Was ist Aufklärung.

Das gilt bis heute. Immerhin haben wir Demokratie und es werden erstaunlicherweise Politiker gewählt, die viel versprechen und danach mit den "Reichen" klüngeln! Solange das so bleibt, solange die Armen nicht genau hinschauen und ihren Kindern eine gute Bildung ermöglichen, solange wird das so bleiben. Kant hat darum seit 230 Jahren nichts bewirkt.

Kommentar von AnnaPospiech ,

da muss ich ihnen wohl recht geben

Jedoch nutzen dies wiederum viele Unternehme, besonders im kapitalistisch geprägten Westen aus, um Menschen in ärmeren Verhältnissen regelrecht auszubeuten

Ist es noch wirtschaftlicher liberalismus, wenn irgendwo in Bangladesch kinder in fabriken sitzen, unsere tollen markenprodukte herstellen und einen viel zu geringen lohn erhalten?

Die Unternehmen  und die gutbezahlten Mitarbeiter
profitieren natürlich davon, die es sich auf ihren solidarischen  a*sch gemütlich machen

Menschenrechte ? wo bleibt die europäische Solidarität, bei unterbezahlten Arbeitern

Deshalb hat eine solche Wirtschaftsform weniger mit Liberalismus, als mit Wohlstand und Profitgier zu tun ( meiner Meinung nach, auch wenn die Idee an sich nur positiv ist )

Somit scheint die Umsetzung der sozialen Marktwirtschaft  genauso wie der Kommunismus gescheitert zu sein ...

Kommentar von berkersheim ,

Gescheitert - woran gemessen? An der Idee, die Welt zu retten? Soziale Marktwirtschaft ist ein sehr offenes Konzept, an dem z.B. in Deutschland die CDU gewerkelt haben, die FDP, auch die SPD und dann Rot/Grün. Sie alle haben hier versucht, der Wirtschaftspraxis ihre Konzepte aufzuprägen. Doch darin sind wir selbst in Deutschland nicht wirklich souverain. Das gilt erst recht für die Welt. Auch in China z.B. hat es klein angefangen mit Kooperationen und billiger Arbeitskraft. Und heute - strebt China zu einer mächtigen Wirtschaftskraft, geht es den Leuten immer besser. Es kommt auch auf die Eigendynamik und Eigengestaltung dort an. Was geschieht, wenn sich Firmen aus Bangla Desch zurückziehen, weil die Elite dort so korrupt ist. Gar nichts, außer, dass sie selbst keine Arbeit für die Menschen bereitstellen können. Dass die noch mehr verarmen. Wirtschaftlicher Austausch eröffnet Chancen, ist aber keine weltweite Sozialanstalt. Da müssen die schon selbst ihre innere Ordnung in die Hand nehmen.

Kommentar von AnnaPospiech ,

Wenn ich beispielsweise in Primark gehe, oder wie auch immer diese discounter alle heißen, die bloß einen riesen Umsatz machen, dadurch, weil die Firma aus England kommt und die Kleidung paar Euro kostet, dann ist das doch nicht mehr wirklich liberal, geschweige denn gerecht

So ist es wie gesagt bei vielen Unternehmen heutzutage

Die meiste Kleidung wird nunmal in ärmen Ländern- zum Teil sogar von Kindern hergestellt, worauf aber die Unternehmen keine Rücksicht nehmen...

Die Profitgier, die immer größer wird, ist nunmal die Folge unserer Wirtschaftsform

Uns, beziehungsweise, der Elite, wie du es beschreibst, geht es natürlich gut... Man sollte meiner Meinung nach dennoch humanitäre Regelungen bei der Herstellung außereuropäischer Waren, wie einem höheren Mindestlohn, einführen und auch einhalten

sonst werden die Armen nur ärmer, und das sollte ja nicht das Ziel einer sozialen Marktwirtschaft sein :d

Kommentar von berkersheim ,

Wieso wird immer den Wirtschaftsunternehmen die gesamte Verantwortung zugeschoben und nicht den Verbrauchern, die alles immer billiger haben wollen und den Unternehmer belohnen, der ihnen das Billigste organisiert? Es ist keiner gezwungen im Billigmarkt zu kaufen. Aber dass die Billigmärkte die Fachgeschäfte verdrängen und die Zulieferer der Billigmärkte eine qualitative aber teurere Herstellung, ist ersichtlich. Das gilt aber nicht nur für Deutschland. Im Gegenteil: Deutsche Unternehmen, die ausländische Ware unter ihrem Namen auf den deutschen Markt bringen unterliegen strengeren Auflagen als reine Importeure aus dem Ausland. Da muss man die Politiker fragen, wieso sie solche Gesetze machen.

Antwort
von AJuergen, 11

Hallo , ich bin auch nur ein Laie , aber  ich denke die Frage lässt sich heutzutage nicht  mehr mit ja , nein oder schwarz weiß beantworten . in den 70 er und 80 er waren die meisten davon über zeugt das der Kommunismus und die Mauer fallen werden , darauf sagte ich immer und dann wird es uns schlechter gehen weil das Kapital dann machen kann was es will , die Welt würde sich dann Öffnen , und das kapital kann dann da hin gehen  wo es die für sie besten Bedingungen vor findet . Niedrig Löhne Steuer Vorteile . Damals wurde ich dafür ausgelacht . Heute ist es Realität.

Wir hatten also damals eine Freie aber Soziale Markt Wirtschaft.Mit dem Mauerfall hat sich die Soziale Feie Markt Wirtschaft aber  verabschiedet .

Heute geht es nur noch wo ist die Produktion am Billigsten , die Löhne am Niedrigsten , die steuern wenig . Ohne Sozialen Hintergrund.

Ich würde also sagen , die Freie Markt Wirtschaft ist gut aber das Soziale muss wieder eine Größere Rolle spielen . 

Bis , ich Glaube , Mitte der Neunziger , wurden mit dem Wirtschafts Wachstum mehr menschen eingestellt . Dann wurden bei Wachstum gleichzeitig  Arbeitskräfte abgebaut , weil Computer mehr und mehr die arbeiten übernahmen . 

Dann kam die Geiz ist Geil Zeiten , in der  Werbung war das der Slogan schlecht hin. Unternehmer sagten zu mir , das wird sich negativ auf alle auswirken , Preise runter , Löhne runter , Soziale Komponenten weg . Verstehst du was ich meine ?

Ich weiß heute wirklich nicht mehr was haben wir überhaupt für eine Form von Wirtschaft ? Was wäre Heutzutage die beste Form , damit wieder alle oder fast alle Menschen davon Profitieren . 

Heutzutage haben wir sämtliche Formen , da wird Gezockt auf Teufel komm heraus , die Börse ist ein auf und ab , es wird in Billiglohn Länder verlagert .

Vielleicht wäre die Freie aber gezügelte Soziale Markt Wirtschaft die bessere . Aber wie sieht das mit uns als Verbraucher aus ? Kaufen wir dann die Teureren Produkte ? Denn das würde auch bedeuten das die Preise steigen . Weil Kosten für die Firmen steigen , den das kostet Geld.

Ich weiß nicht ob ich deine Frage beantworten konnte , ich denke nur das wir in einer komplett anderen Zeit sind . Mann kann jetzt weder Freie Marktwirtschaft noch Soziale oder Kommunistische Wirtschaft von damals mit der jetzigen Situation  vergleichen . Da kann man nur fragen welche Form war damals die bessere .

Was wir jetzt meiner Meinung nach brauchen ist eine auf der Heutigen Zeit abgestimmte Wirtschaft und nicht nur bei uns sondern Weltweit. Das sieht man ja auch an den vielen Flüchtlinge die nicht vor einem Krieg fliehen sondern vor der Armut. 

Das war jetzt eine verkürzte Meinung von mir .
Aber deine Frage ist und bleibt Spannend . Mich Interessiert mal was andere für eine Meinung dazu haben , weil wie gesagt ich bin auch nur ein Laie . Somit enthalte ich mich der Stimm Abgabe .

Ich hoffe das ich dir  Trotzdem  mit meiner Meinung etwas zu deiner Frage beitragen konnte.

 

    

 

Antwort
von voayager, 12
negativ

Wirtschaftsliberalismus ist nix anderwes als ein entfesselter Kapitalismus, der fast keine Sozialpolitik für die breite Masse vorsieht. Für Reiche ein wahres El Dorado, für Arme ein Horror.

Antwort
von whabifan, 17
positiv

Ich bin für den Kapitalismus, da a contrario noch kein anderes Modell langfristig funktionierte. 

Antwort
von Modem1, 18
negativ

Beides stimmt : Weil die Wirtschaft den Staat erpressbar macht ..muss der Staat der Wirtschaft Steuererleichterungen geben. Steuererleichterungen schmälern die Staatskasse. Der Staat hat weniger Geld für soziale Hilfen zur Verfügung.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten