jbinfo am 25.11.2007 um 20:09 Uhr
Mindenstlohn JA/NEIN. Nicht nur für Postler sondern für alle Branchen. Die Altersarmut ist doch sonst schon vorprogrammiert.

Es kann einfach nicht sein, dass Firmen sich an öffentlichen Ausschreibungen bewerben mit geringen Kosten, da sie ihren Mitarbeitern Hungerlöhne bezahlen. Diese Firmen bekommen den Zuschlag, weil sie billig sind und ihre Mitarbeiter beantragen zusätzlich Hartz4 weil sie von dem Lohn nicht leben können. Dann können unsere Steuergelder lieber gleich an Firmen gehen, die noch fair bezahlen.

Ich finde, es sollte auf jeden Fall ein Mindestlohn eingeführt werden. Es kann nicht sein, dass Mitarbeiter privater Briefzusteller für unter 2 Euro die Std. arbeiten oder Friseurinnen sich für unter 4 Euro die std. den ganzen Tag die Füsse plattstehen.DA kann keiner dann auch noch privat für die Rente vorsorgen.
jbinfo am 25. November 2007 22:54 OK !!! Die Umfrage entspricht auch meiner Vorstellung. Ein Mindestlohn muss her. Ob nun 7,5o oder 10 Euro, wenn wir mal 1600 Euro/mon. zu grunde legen, sind das rund 1200 netto. Also, naja, ok.
JAAAAA...und zwar in der Höhe von der man auch leben kann !


Für ein Lohn, von dem man sein Auskommen hat, ohne auf staatliche Subventionen ngewiesen zu sein!

Voll dafür, denn warum sollte jemand arbeiten , um anschließend doch wieder als Bettler bei den Behörden dazustehen weil das Geld vorne und hinten nicht reicht...viel wichtiger dabei ist auch noch der Grundgedanke, dass ja die Leute, die heute mit niedrigen Löhen arbeiten, die Rentner von Morgen sind und dann wieder beim Sozialamt stehen, weil ja bedingt durch Niedriglöhne auch die Renten nicht zum Leben reichen..also eine spirale ohne Ende..
Ein Mindestlohn muss her. Da die Arbeitgeber wohl nicht aus moralischen Gründen bereit sind, den Mitarbeitern einen Lohn zu bezahlen, mit dem man auch auskommen kann, muss es halt wohl gesetzlich gehen. Mir wäre ein freiwilliger Mindestlohn, oder aber auch einer zwischen den Tarifpartnern vereinbarter genau so recht. Das funktioniert aber wohl nicht. schade.
DerAufbereiter am 25. November 2007 20:56 Ich würde gern einen angemessenen Lohn zahlen. Nur wenn ich auch meine Preise anpasse, bedeutet es, das ich nicht Wettbewerbsfähig bin. Deshalb bin ich für den Mindestlohn. Weiss aber auch, das meine Mitbewerber Möglichkeiten finden werden, selbigen zu umgehen. Schade.Mir fällt kein Rezept ein.
Mich würde interessieren welchen Beruf du ausübest. Ich geb dir recht, das in vielen Fällen von Mindestlohn derzeitig die Wettbewerbsfähigkeit leiden würde, aber vielleicht auch gerade deshalb weil er fehlt. Es liegt auch an jedem einzelnen. Wenn man natürlich auch immer nur das billiste will, muss man sich nicht wundern wenn solche Machenschaften überhand nehmen. Man versetze sich doch einfach mal die Lage, 8-10 Std. am tag zu malochen, und eventuell noch zum Sozialamt zu müssen, weil dar Lohn nicht reicht. Das ist menschenunwürdig, und kann auch nicht im Sinne der Arbeitgeber sein.
DerAufbereiter am 26. November 2007 15:10 Ich gebe Dir vollkommen recht. Übrigens machen wir optische Fahrzeugaufbereitung. Es kommen (und gehen noch schneller) so viele auf den Markt, die teils nicht mal 8 Euro die Stunde in Rechnung stellen ! Wie soll ich da meinen Mitarbeiter vernünftig bezahlen ? Allerdings habe ich über die Jahre einige Kunden gefunden, die auf dauerhaftes Zusammenarbeiten in einer guten Qualität mehr Wert legen, als nur auf den billigsten Preis. Aber trotzdem ist durch die anderen gestiegenen Kosten noch nicht mehr für meinen Mitarbeiter drin. Arbeite aber dran.

Schwer zu sagen.....Auf jeden Fall würde sich dadurch nichts an der Altersarmut ändern

Dadurch müssten meine Kunden endlich das Geld bezahlen, was meine Arbeit wert ist. Somit könnte ich auch meinen Mitarbeiter besser bezahlen, und somit wäre er noch motivierter.Wenn da nicht noch die diversen anderen Möglichkeiten wären, wie man sich vor einem Mindestlohn drücken kann. Schade das es nicht funktionieren würde. Theoretisch wäre es aber toll.

Ich halte staatliche Eingriffe generell für problematisch. Meine Abstimmung ist aber eher eine Tendenz als eine statische Position.
Die Verhinderung von Altersarmut wird durch einen Mindestlohn jedenfalls nicht garantiert. Hier wären andere Maßnahmen erfolgversprechender. (Z.B. Grundrente in entsprechender Höhe - aber das ist ein neues Thema.)

Hier in Österreich gibt es schon sehr lange verbindliche Mindestlöhne. Diese beschliesst jedoch nicht die Politik, sondern die Gewerkschaften. In Deutschland heisst es ja Tarifvertrag, hier in Österreich Kollektivvertrag. Im Gegensatz zu den Deutschen Tarifverträgen ist der Kollektiv-Lohn in Österreich für alle Betriebe VERBINDLICH. Das bedeutet, dass sich die Firmen strafbar machen wenn sie unter dem Kollektivvertrags-Lohn bezahlen. Der Lohn ist natürlich von Branche zu Branche unterschiedlich. Friseure verdienen hier in Österreich auch nur 900 netto, dafür aber 14 Monatsgehälter (Weihnachts und Urlaubsgeld), die 2 zusätzlichen Gehälter sind auch verbindlich und damit für jeden Abeitgeber verpflichtend auszuzahlen. Es gibt in Österreich kaum eine Branche dessen Kollektivvertrag nur 12 Gehälter vorsieht. Im Gegenteil, manche sehen sogar 15 oder 16 Gehälter vor! Außerdem gibt es hier in Österreich Arbeiterkammern. Wenn also ein Arbeitgeber nicht oder zu wenig bezahlt, kann man ihn kostenlos verklagen. Sowas gibt es in Deutschland so weit ich weiß auch nicht... Oder inzwischen etwa DOCH??
WolfRichter am 25. November 2007 20:33 Soweit die Gewerkschaften die Mindestlöhne durchsetzen, finde ich das in Ordnung. - Freies Spiel der Kräfte im Arbeitskampf.
In Deutschland geht es jedoch darum, daß der Staat die Mindestlöhne vorschreiben will.
Naturmediziner am 25. November 2007 20:58 In Deutschland sind die meisten Tarifverträge aber auch NICHT verbindlich!! Das bedeutet, dass sich die Arbeitnehmer nicht strafbar machen wenn sie unter dem Tarifvertrag bezahlen! Deshalb finde ich es gut und richtig, dass sich die Deutsche Politik einmischt und einen verbindlichen Mindestlohn schaffen möchte. Es kann und darf einfach nicht sein, dass man unter 7 Euro brutto/Std. verdient, egal was für eine Tätigkeit man ausübt. Die Gewerkschaften können über den gesetzlichen Míndestlohn hinaus ja noch was höheres durchsetzen, wie z.B. die DGL es ja jetzt geschafft hat. Aber ein Mindestlohn von 7 Euro/Std. muss Gesetz werden. Es kann nicht sein, dass man trotz Vollzeitbeschäftigung noch immer arm ist!
schurke am 25. November 2007 21:29 Da sprichst Du für sehr wahr.
kiramarie am 25. November 2007 22:06 @naturmediziner: Stimme dir da völlig zu. Meine Friseuse ist im 3.Gesellenjahr u. verdient knapp über 600 Euro netto. Das kann nicht wahr sein.Davon könnte sie alleine garnicht leben.Weihnachtsgeld z.B. bekommt in unserem Bekanntenkreis einschliesslich uns,kaum noch einer.Und das, obwohl die Firmen allesamt gut dastehen u. sich rühmen wie toll alles läuft.Eine Bekannte von mir arbeitet im Verkauf,ist sogar Stellvertreterin vom Filialleiter und bekommt noch keine 6 Euro die Stunde.Viele deutsche Firmen stellen sich doch damit ein Armutszeugnis aus.
Naturmediziner am 25. November 2007 22:38 Da fragt man sich doch: Wozu überhaupt eine Lehre machen? Ein Hilfsarbeiter verdient mehr! Ich kenne einen der in der Produktion arbeitet und der verdient 1.500 netto im Monat. Für sowas braucht man keine Ausbildung!
Mindestlöhne, die die Regierung oder das Parlament festlegt, für jede Branche laufend anpasst, durch eine gigantische Bundesbehörde überwacht und durch eine Flut von Ordnungswidrigkeiten- oder Strafverfahren durchsetzt, ist die Eintrittskarte in die Planwirtschaft.
Wäre nicht auch ein Höchstpreis für bestimmte Lebensmittel, Arzneimittel usw. gerecht? Sollte das Justizministerium nicht auch die Wohnungsmieten festlegen? Vielleicht könnte man ein allgemeines Vertragsverbot mit Genehmigungsvorbehalt einführen, so dass man Verträge grundsätzlich einer Behörde zur Genehmigung vorlegen müsste, die den Preis festlegt. Illegales Mieten, Kaufen, Arbeiten usw. würde mit Strafe belegt werden. Am Ende könnte man Wirtschaftsunternehmen ganz abschaffen, die Kunden könnten Verträge direkt mit der Regierung schließen. Wozu brauchen wir überhaupt einen Markt, Interessenverbände, Gewerkschaften, Parteien, Presse und den ganzen Quatsch, wenn man sowas auch alles behördlich organisieren und überwachen könnte?
Würde mich mal interessieren, welcher Klientel du angehörst. Bin auch nicht für staatliche Regelungen, und Verfechter der freien bzw. sozialen Marktwirtschaft. Das hat absolut nichts mit Planwirtschaft zu tun. Es ist doch alles da, Gewerkschaften, Presse, Parteien,Interessenverbände und es funktioniert trotzdem nicht. Wieviel würdest du denn als Arbeitgeber deinen Mitarbeitern bezahlen wollen ?? Für 8-10 Std. Arbeit, egal welcher Art, auch "minderwertige " Arbeit muss gemacht und auch bezahlt werden. Und zwar ohne staatliche Subvention.
Naturmediziner am 25. November 2007 22:44 Ohne Gesetz machen die Arbeitgeber mit einem was sie wollen! Und in ein paar Jahren wenn der Deutsche Arbeitsmarkt dann auch noch für die neuen EU-Länder offen steht, wird es noch problematischer. Denn dann holt man die Polen und Rumänen zu uns, die für 1 Euro die Std. dann ganz LEGAL hier arbeiten und wir Deutschen schauen in die Röhre. Also das geht wirklich nicht! Der Staat hat für Recht und Ordnung zu sorgen und dazu zählt auch ein Mindestlohn. Ich denke nicht, dass die Gewerkschaften dann dicht machen können... Die Gewerkschaften können über den Mindestlohn hinaus ja immer noch was besseres aushandeln. Aber Lohndumping ist das schäbigste was die Unternehmen machen können! Auch bin ich dafür, dass man in Deutschland genau wie hier in Österreich Arbeiterkammern einführt an die sich jeder Arbeitnehmer kostenlos wenden kann, wenn er mal Probleme mit dem Arbeitgeber hat bzw. ihn verklagen möchte. Was macht man denn wenn der Arbeitnehmer kein Geld bekommt und man sich keinen Anwalt leisten kann? In Deutschland alles nicht so einfach! Und dann wundert man sich warum so viele auswandern.
Ich zahle für ungelernte (nicht "minderwertige") Tätigkeiten 8-9 Euro pro Stunde, egal ob Osteuropäer oder Deutsche. Darum geht es hier aber nicht.
Mindestlohn ist kein Gerechtigkeitsproblem, sondern ein Problem des bundesdeutschen Wirtschaftssystems. Es braucht eine systematische Verbesserung des Investitionsklimas (Senkung der Lohnnebenkosten durch Beschränkung der Sozialversicherungen auf Grundsicherung, Wegfall ungerechter und unüberschauberer Unternehmenssteuern, Anreize für Investoren, flexible Arbeitszeit- und Kündigungsmodelle, Beschränkung der Arbeitsmarktregulierung auf wenige, wirksame Mechanismen). Der derzeitige bundesdeutsche Sozialismus verschlingt Unsummen und bringt denen, die mit dem Existenzminimum kämpfen, nichts. Sozial ist, was Arbeit schafft; Mindestlohn vernichtet Arbeit.
bohnie am 5. Dezember 2007 14:10 aha,schon wieder ein problem des wirtschaftssystems?? dass ich nicht lache, firmen die in unserem land investieren wollen.. bekommen doch schon die grundstücke für neubauten für lau zur verfügung gestellt und was die hier arbeitenden polen,rumänen und wer auch immer noch herkommt betrifft.. die können doch auch für 1 euro die stunde schaffen,weil sie bekommen unterkunft gestellt,und in ihrem heimatland können die von dem geld was sie erarbeiten auch leben.. ausserdem.. die meissten firmen haben immernoch steuergeschenke ohne ende.. manche zahlen immernoch nix,und mindestlohn vernichtet nicht arbeit... was jetzt im postsektor passiert.. war schon lange fällig, und die reaktion der mitbewerber der post ag ist einfach nur ...ich sag mal...gekränkte eingeschnappte reaktion,weil die dumpinglöhne nicht weiter gezahlt werden können

Ich schaue jetzt lieber "House".

jbinfo am 25. November 2007 22:55 Schön das den Tatort nur einer gesehen hat. War aber dennoch gut.

Der Mindestlohn verhindert nicht die Armutsspirale nach unten. Das wird in Zukunft nur das bedingungslose Grundeinkommen schaffen, hier ein offener Brief an die Grünen:
http://www.unternimm-die-zukunft.de/Medien-undPresseecho/2007/OffenerBriefhighres.pdf
ich finde schon das es einen mindestlohn geben sollte

Problematisch, einige Branchen bezahlen ohne Mindestlohn einfach Hungerlöhne, mit Mindestlohn würde der Lohnkampf aber stillstehen, was ist mit der Inflation? Mindestlöhne machen eventuell auch Betriebsräte und Gewerkschafften kaputt, da man sich ja auf etwas Stationäres berufen könnte. Ist kompliziert. Die einfachere Lösung wäre das, aber das ist selten die bessere.

weil... es kann nicht sein, dass firmen ihre eigenen lohnkosten zugunsten der überhöhten managergehälter bzw. abfindungen reduzieren und der staat muss denen ,die harte arbeit leisten finaziell unter die arme greifen weil sie sonst ihre familien nicht ernähren können. manager bauen größten mist (BENQ) und bekommen dafür unangemessene abfindungen und arbeiter fliegen auf die straße

Seit Jahrzehnten schon in vielen Länder Europas. Ein Muß, um ehrlich arbeitende Menschen ein würdiges Leben zu sichern!
Küzt die Diäten und all den Kosten, die unsere hohe Beamten sinnlos verursachen (Riesenbuffet bei jeder Abgeordnetenversammlung, unter anderem...), da gibt's genug Ersparnismöglichkeiten!
Vom Prinzip her ist es vollkommen richtig was du schreibst, allerdings, wenn nun die Putzfrau 15€ verdient und der Facharbeiter genausoviel dann stimmen die Relationen auch nicht mehr
Ich habe damit nicht gemeint, dass alle das selbe verdienen sollen. Wer eine Ausbildung hat sollte mehr verdienen, wer dann auch noch Berufserfahrung hat, dem sollte das auch vergütet werden.
Allerdings solltest Du auch nicht vergessen, das Putzfrauen schwere körperliche Arbeit leisten. Auch hier alles in Realation. LG und nächtle.
Dann verschiebt sich doch nur das allgemeine Lohnniveau nach oben und die Preise steigen dafür umso mehr. Dadurch hat man nichts gewonnen
Ich finde, das in vielen Bereichen die Löhne erhöht werden sollten.Es kann nicht sein, dass die Preise steigen u. steigen aber die Löhne nicht erhöht werden.Otto-Normal-Verbraucher können sich doch bald überhaupt nichts mehr leisten.