Koforidua89 am 16.04.2009 um 10:55 Uhr
In Berlin gab es bisher nur das Fach "Ethik". Religion konnte man immer freiwillig dazu wählen. Jetzt wird Ende April darüber abgestimmt, ob Religion als Pflichtwahlfach eingeführt werden soll, wie es in vielen anderen Bundesländern der Fall ist. Das heist, Schüler sollen künftig darüber entscheiden, ob sie lieber Ethik oder Religion haben. (Viele Kirchen sind in Berlin dagegen muss man noch dazu sagen.)

Ich glaube nicht, daß mit der geplanten Änderung des Unterrichts etwas gewonnen ist. Eine ethisch wertvolle Haltung im Leben erlernt mensch durch glaubhafte Vorbilder (insbesondere die Eltern, Lehrer und Freunde), nicht durch Vermittlung ethisch-theoretischer Standpunkte oder religiös-nebulös verbrämter Erzählungen.
Wenn in unserem seit anderthalb Jahrtausenden christlich geprägten Land die Vermittlung christlicher Werte gelehrt wird, ist das eine hilfreiche Möglichkeit für junge Menschen, christliche Ethik kennenzulernen. Das kann und sollte m.E. im Ethikunterricht geschehen, denn das Christentum hat ja unser Verständnis von Ethik entscheidend geprägt.
Wenn den jungen Menschen außerdem im Fach Geschichte klargemacht wird, wieviel Unglück Staat und Kirche im Namen der vermeintlich einzig wahren Heilslehre über die Menschheit gebracht haben, lernen sie auch, Theorie und Praxis säuberlich auseinander zu halten. Das gehört - m.E. - aber in den Geschichtsunterricht.
Wer - z.B. im Zusammenhang mit dem Kommunnions- oder Konfirmandenunterricht - genaueres wissen will, dem sollte auch die Chance offenstehen, mehr über die Religion seines Interesses zu erfahren. Dafür ist dann der - wahlweise zuwählbare - Religionsunterricht geeignet.
Ich sehe deshalb keinen Grund, das Fach Religion als Ersatz für das Fach Ethik anzusehen. Hilfreicher wäre es, die jeweiligen Fächer besser untereinander zu vernetzen und Zusammenhänge fachübergreifend darzustellen. Das ist dann aber die Aufgabe engagierter Lehrer: manche lieben so etwas, viele leider nicht. Eine Reform des Unterrichtswesens hilft da wenig.

Sicher hat religion bei vielen Familien einen großen Wert, doch den kindern immernoch auf etwas vorzubereiten was NIE bewisen ist und NUR einer Glaube ist ist nicht mehr up to date, die kinder sollten daher selber entscheiden ob sie sich das antun wollen oder nicht
religion ist langweilig aber auch gut da kann man wenigstens in ruhe schlafen!!

Der Ethikunterricht vermittelt Werte, an denen man sich ausrichten soll. Die christliche Religion eröffnet zudem noch die Kraft, dass man das Gute, das man tun soll, auch wirklich tun kann.
Solipsist am 16. April 2009 13:25 Aha.
Nenne mir eine Gute Tat, die nur ein religöser Mensch vollbringen kann, ein Säkularer hingegen aber nicht.
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Nur eine bitte.
Würde schon reichen.
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Soli
Passt doch, entweder Religion oder Ethik.
Ist in anderen BL schon lange so.
ich finde schon das Religion sogar als Pflichtfach sein sollte. Wir sind ein christlich geprägtes Land und das sollte nicht vernachlässigt werden. egal wie viel Migrationshintergrund besteht. Die Vermitlung von christlichen grundwerten hat noch nie geschadet und könnte einen Teil dazu beitragen, ein wenig mehr Verständnis und Rücksicht für andere zu Vermitteln
Für diese Grundwerte ist der Ethikunterricht meiner Meinung nach völlig ausreichend.
Solipsist am 16. April 2009 13:19 Gruiten. Es hat hier immer noch und sozusagen Gott sei Dank, die Trennung von Staat und Kirche in diesem Land.
Die Vermitlung von christlichen Grundwerten hat noch nie geschadet?
Welche meinst Du?
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Das jahrhundertelange plündern von Drittweltstaaten?
Kollaboration mit faschistischen Regimen?
Das zwangsmissionieren anderer Völker und die damit einhergehende Vernichtung von kultureller Vielfalt auf diesem Planeten?
Nazis mittels der "Rattenlinie" aus Europa zu schleusen?
Sexualität und Lust zur Sünde umzudeuten?
Andersdenkende Mundtot zu machen?
Alleinerziehende Mütter und Homosexuelle aus tief christlichen Dorfgemeinschaften auszugrenzen?
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Oder meinst Du die goldene Regel, Liebe Deinen Nächsten?
Die kannst Du Dir genauso bei Buddha, Immanuel Kant, den Bahai, oder eben der Ethik abholen.
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Gott zum Gruß,
Solipsist
ich weiß zwar nicht warum du meine Meinung so scharf kritisierst - aber ja ich mein unter anderem den Grundsatz "Liebe deinen nächsten wie dich selbst"
ich befürworte keinesfalls Dinge die im Namen des Glaubens begannen werden sonder ich spreche von den Grundwerten, die lt. Bibel gelebt werden sollten.
den Kindern und Jugendlichen den Ursprung des Glaubens zu erklären, der in dem Land, in den sie wohnen gültig ist, sollte nicht mit Straftaten auf gleiche Stufe gestellt werden. deutsche Geschichte wird auch unterrichtet - warum nicht der Glauben der in dem Land gültig ist?
Solipsist am 16. April 2009 17:26 Wir mögen bitte festhalten: Ja, ich kritisiere Deine Meinung, nicht Dich. Es ist nicht meine Absicht persönlich zu werden.
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Auf der Basis also:
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Welche Grundwerte in der Bibel?
Dort steht man möge ungehorsame Kinder steinigen.
Man soll Homosexuelle steinigen.
Man soll Gebiete in welchen andere Götter angebetet werden, dem Erdboden gleich machen.
Was bitte ist an diesem unmoralischen Dreck denn gut? Klar, es hat nette Passagen. Heben jene denn folgendes auf, Gruiten?
(Hos 14,1): "Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden."
Willst Du das deine Kinder damit konfrontiert werden?
Ich nicht.
Und selbst wenn, wie mir immer wieder Christen sagen, ich würde das aus dem Zusammenhang reißen, so zeige man mir doch bitte den Zusammenhang auf der solch eine abstoßende Darstellung relativiert und gerechtfertigt, denn ich sage diese gibt es nicht.
Es ist gleich in welchem Kontext dies steht.
Zerschmetterte Kinder sind durch NICHTS zu rechtfertigen und sind IN JEDEM ZUSAMMENHANG UNMORALISCH, oder kann es da zwei Meinungen geben?
Seid so nett und zeigt das Gegenteil. Zeigt doch bitte auf, das zerschmetterte Kinder doch etwas sinnvolles sein können, da dies in einem übergeordneten Kontext zu verstehen ist.
Kann man das?
Ich glaube nicht.
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"warum nicht der Glauben der in dem Land gültig ist? "
In diesem Land ist kein Glaube gültig, sowie jeder Glaube hier gültig ist.
Das nennt sich Religionsfreiheit.
Und diese Freiheit beeinhaltet nicht dazu gezwungen zu sein sich mit derartigem auseinandersetzen zu müssen.
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Wenn Du hingegen einen Religionsunterricht meinen würdest, der ALLE Regigionen lehrt und einen breiten Querschnitt zeigt und vermittelt.
Da würde ich wiederum zustimmen.
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Grüß Dich,
Soli
Guten Morgen Soli,
ich denke nicht das es was bringt über diesen Thema eine Diskussion zu entfachen. Jeder sollte seine Meinung vertreten und die andere respektieren.
Nur so viel noch. Mit den Zitat gebe ich dir absolut recht. Das leben im (nenne ich es mal so) im "Alten Testament" war von Rache, Tod und Strafe geprägt. Wer aber aufmerksam die Bibel studiert hat bzw. die Grundlagen des christlichen Glaubens kennt, sollte wissen, das durch die GEburt Jesu sich dies grundlegend geändert hat.
Ich bin weiterhin der meinung das wir christliches LAnd sind. Egal wer oder welche Religionsgruppen hier leben. Und die Ursprünge zu lehren sollte normal sein. Geh mal ein moslemisch geprägtes Land und fordere da Relegionsfreiheit oder das Recht so zu leben wie du es von deiner heimat kennst.
Warum hat Deutschland ein Problem damit auf seine Ursprünge ein wenig stolz zu sein oder das auch in den heutigen zeiten zu vertreten? Nur weil wir mit aller Macht beweisen müssen, das wir alles aber auch alles tolerieren?
Das wars von meiner Seite
Solipsist am 17. April 2009 10:35 Dann auch Dir noch nen schönen Tag.
Gruß,
Soli
Lieber Ethik als Religionsunterricht. Meiastens gehts in Reli eh nur um katholische oder evangelische Lehre. Von einem breitgefassten Unterricht über alle Religionen oder Ethikunterricht halte ich eindeutig mehr



EIGENTLICH SOLLTEST DU NUR EINMAL ABSTIMMEN.
Man kann sicherlich versehentlich zweimal drücken, aber gleich viermal?!?!
Das passt wirklich nicht!!





-> Mehrere Argumente sprechen dafür. Einige sind:
Ich halte dies auch insofern für wichtig, weil nur so der Staat bei den Inhalten mitreden kann. Bei einem privat verantworteten Religionsunterricht in irgendwelchen Hinterhöfen besteht, die Gefahr, dass Inhalte vermittelt werden, die unserer Demokratie zuwider laufen.
Der Staat besitzt nicht die Deutungshoheit bei den Sinnfragen des Lebens.
Religionsunterricht greift den vorhandenen Glauben auf und deutet die Welt. Er wird somit viel eher angenommen als ein allgemeiner Ethikunterricht. Gut, wenn dabei auch der Staat mitzrureden hat.
Selbst renommierte Soziologen befürworten für eine gute Demokratie einen Religionsunterricht.
...
Die Mehrheit der Berliner ist laut letzter Umfrage dafür.

Reli-Unterricht hat eh nicht viel mit Glaube zu tun.
Jeder kann entscheiden, welches Fach er wählen will - nur die Wahl für "weniger Unterricht" entfällt.
Das neutrale Gute am Christentum, nämlich die Werte, kann genausogut im Ethikunterricht vermittelt werden.

Als nächstes wollen die anderen Religonen auch noch ihren eigenen Unterricht.Ethik ist doch ein neutrales Fach.Ich finde,das sich die Kirche sowieso viel zu sehr in Dinge einmischt,die Aufgabe des Staates sind.

Religion sollte nicht zur Pflichtübung gemacht werden, sondern immer aus freiwilliger Überzeugung gelebt werden, darum würde es vollkommen genügen, Religion als Wahlpflichtfach anzubieten. Ich verstehe auch gar nicht, warum es ein Pflichtfach werden soll? Bisher konnte man doch immer freiwillig entscheiden, ob man die Kinder zum Religionsunterricht schicken will. Wie lässt sich das denn mit der Religionsfreiheit vereinbaren?
Koforidua89 am 16. April 2009 11:00 Religionsfreiheit ist das schon, denn wenn man Religion nicht will muss man dann eben Ethik nehmen, aber bisher war es eben nur so, dass Religion nur zusätzlich gewählt werden konnte und nicht "anstatt" Ethik
moon73 am 16. April 2009 11:03 Ja dann sehe ich darin kein Problem, solange ich weiterhin die Wahl zwischen Ethik und Religion habe, ist doch alles in Ordnung.
Ethik ist super und spricht alle an. Man kann in diesem Fach ja die wichtigsten Religionen durchsprechen.
Es gibt sowas wie Religionsfreiheit in diesem Land, dann kann ich mir auch die Freiheit nehmen keine Religion zu haben