Frage von hilftmirbitte00, 50

Was halten die Bürger der USA von TTIP?

Antwort
von trumm, 17

Die meisten interessiert es wohl ebenso wenig wie es die Deutschen interessiert. Auch die meisten Deutschen wissen nicht einmal, was die Abkuerzung bedeutet, geschweige denn, worum es in dem Abkommen auch nur ansatzweise geht.

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Da die Inhalte geheim sind, ist das auch nicht verwunderlich.

Kommentar von trumm ,

Sooo geheim ist da gar nichts (mehr). Es ist genug durchgesickert und worum es ganz grob geht, sollte wohl jeder politisch Interessierte wissen, denn das ist wiederum nicht geheim.

Antwort
von supergirl200, 10

Die Amerikaner waren anfangs eher positiv eingestellt, mittlerweile, auch durch die Vorwahlen, kippt die Stimmung, also die Mehrheit ist gegen TTIP.
Wie gesagt, vor allem durch die Wahlkampfreden von Trump, Sanders (Clinton distanziert sich von TTIP) ist die amerikanische Bevölkerung negativ zu TTIP eingestellt.
(Man erkennt dadurch auch das eine Einigung nach der Amtszeit von B. Obama schwer wird, weil es keinen Befürworter gibt, jetzt würde es im Falle einer Einigung auch schwer werden, weil es wohl nicht die nötige Mehrheit im Senat geben wird)
Quelle: tagesschau, letzte Woche

Antwort
von MaxNoir, 17

Also, was der Klugscheißer geschrieben hat ist mal wieder nur dümmster anti-Amerikanismus.

In den USA gibt es für TTIP einfach nicht die Öffentlichkeit, da in der USA in den letzten Jahrzehnten z.B. das Freihandelsabkommen wie NAFTA ratifiziert haben, was sehr vielen Menschen den Job gekostet hat. Und das wird heute noch in politischen Debatten ausdiskutiert wie schlecht das war.

Außerdem geht es in den USA jetzt gerade auch um ein TPP, ein transpazifisches Freihandelsabkommen mit Asien was extrem hohe Kritik bekommen hat und trotzdem ratifiziert wurde.

Ich nehme mal an, wenn die öffentlichen Medien in den USA jetzt öfter über TTIP berichten, wird es auch dagegen mehr Abwehr geben.

Kommentar von Francescolg ,

Danke, für die rationale Antwort, die weder Verschwörungstheorien, noch Anti-Amerikanismus enthält! :)

Ich schließe mich dem an, das NAFTA hat z.B. Mexiko kaum etwas gebracht. Die Maquilladora-Industrie ist z.B. schon an der Grenze zur Kinderarbeit.. Lauter 16-18. Jahre junge ArbeiterInnen (ca. 1-2 Dollar die Stunde um 2005, ich weiß nicht wie es heute aussieht!) und nur texanische Manager. Die Betriebe sind vergleichbar mit Hochsicherheits-Gefängnissen, extra wegen der Presse oder Amnesty International, or whoever :) Sicherheitstechnisch und politisch hat es Mexiko auch kaum etwas gebracht! Das kann man besonders an den Border-Cities beobachten.. Nirgendwo sind die Kontraste zwischen Armut und Reichtum größer; Es reicht einen Blick auf Luftaufnahmen zu werfen, um zu sehen welchem Teil es besser geht. 

Anderseits würde ich mich sehr freuen, wenn ich mehr in den USA bestellen kann, Computer- und Klamottentechnisch wäre es prima! ;) Ich denke auch, dass Länder, die wirtschaftlich gut da-stehen, weniger Nachteile wie Mexiko in der NAFTA erleiden würden. Das Thema ist aber zu komplex, also habe ich nur 2, 3 Aspekte..

Kommentar von MaxNoir ,

Na ja, NAFTA hat nicht nur Mexiko geschadet, sondern auch den USA. Aus Pennsylvania und Montana sind viele Industrien abgewandert, nach Canada oder Mexiko und einige Menschen haben dabei den Job verloren.

Und ich sehe natürlich auch Vorteile für die Wirtschaft was TTIP angeht. Also, wenn wir z.B. endlich Zollfreiheit mit den USA bekommen wäre das toll nur wir wollen die Zollfreiheit schon seit Jahrzehnten mit den USA und das hat das US-Wirtschaftsministerium bisher immer blockiert.

Außerdem fände ich es natürlich auch toll, wenn Deutsche einfacher in den USA investieren können und eventuell auch besseren Zugriff auf neue Innovationen usw. zu bekommen, da es ja immer sehr lange dauert bis das in Deutschland bzw. Europa ankommt und wir dann nicht sofort davon profitieren.

Es ist natürlich immer ein Abwägen von Vor- und Nachteilen. Ich sehe durch TTIP und TISA schlicht auchg gefahren, für die Deutsche Hochschullandschaft. Denn in Deutschland haben wir Gleichbehandlungsgesetze. Was bedeutet, z.B. US-Bildungseinrichtungen müssten in Deutschland entweder starke Subventionen durch Steuern bekommen oder Deutsche Universitäten müssten wieder Studiengebühren einfügen, damit kein Wettbewerbsnachteil für eins von beidem besteht.

Das ist jetzt mal ein konkreter Punkt den man beachten muss.

Was z.B. die Schiedgerichte angeht, die sehe ich nicht so sehr kritisch. Allein schon weil Deutschland die Schiedgerichte in anderen Freihandsabkommen mit wirtschaftlich schwächeren Partnern selbst eingebracht hat um deutsche Konzerne zu schützen. Den USA jetzt vorzuwerfen sie würden dasselbe wollen und uns damit schaden, halte ich für zweierlei Maß.

Und seit den gestrigen Enthüllungen stehen natürlich nun wirklich auch der Qualitätsabbau im Raum. In den USA beispielsweise werden ja Medikamente auf dem Markt zugelassen, bevor sie wirklich öffentlich getestet worden sind. Erst wenn ein Schaden entsteht, mischt der Staat sich ein und kontrolliert sie. Dasselbe gilt für Nahrungsmittel. In Europa ist es umgekehrt, hier muss ein Unternehmen erstmal nachweisen, dass ein Medikament oder Produkt nicht schädlich ist bevor es auf den Markt kommt, was eine besonders hohe Qualität gewährleistet (aber zugegebener Maßen auch die Wirtschaft ausbremst).

Antwort
von klugshicer, 26

Ich glaube nicht, dass die Bürger eines Landes in dem es 20% Analphabeten gibt zu einem Thema wie TTIP überhaupt eine Meinung haben.

Kommentar von VieleGuteFahrer ,

Wie kann es 20% Analphabeten bei 99% Alphabeten geben?

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