Frage von Beantworter1112, 246

Was hätte man alles aus der DDR übernehmen sollen?

Ich finde man hätte die Hymne und das Schulsystem übernehmen sollen.

Die Hymne passt viel mehr zu dem, was Deutschland alles durchgemacht hat.

Das Schulsystem der DDR haben die Finnen übernommen... und wer wird immer für's Schulsystem gelobt? Die Finnen!

Was sagt ihr? Seht ihr das auch so? Habt ihr noch mehr Dinge?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von voayager, 36

1. Vollbeschäftigung

2. gesicherte Arbeitsplätze

3. spottbillige und ausreichende Kindergrippen und Hortplätze

4. in Vielem ein anspruchsvolles Schulsystem

5. gut entwickeltes Gesundheitssystem

6. billige Mieten

7. billige Strom,- und Gastarife

8. billige Tarife für öffentliche Verkehrsmittel

9. sonstige soziale Errungenschaften

10. höherer kultureller Anspruch als hierzulande

11. für Frieden und Abrüstung eintreten

12. Völkerfreundschaft und Internationalismus

13. keine Vergötzung des Geldes

14. Verringerung der bloßen Warenverhältnisse

15. preiswerte Urlaubsangebote

16. zahlreiche Sportangebote zu Spottpreisen

17. preiswerte Freizeiteinrichtungen

18. Antifaschismus

19. geringe Kriminalität

20. mehr Miteinander statt bloßes Gegen,- und Nebeneinander wie hier

Kommentar von voayager ,

Danke für den Stern

Antwort
von beangato, 20

Das Schulsystem auf jeden Fall. Vor allem "einzügige" Schulen - wie früher von der 1. bis zur 10. Klasse in ein und dieselbe Schule gehen (Polytechnische Oberschule).

Dazu noch Sero.

Kostenlose Kinderbetreuung. Kostenloses oder billiges Essen in Kitas und Schulen.

Kostenlose Brillen und Zahnersatz. Überhaupt kostenlose medizinische Betreuung (u. a. keine Zuzahlung bei Bedarf eines Krankenwagens).

Den Haushaltstag.

Erhalt des Arbeitsplatzes nach der bezahlten Babypause.

Dauerhafte Übernahme der ausgelernten Jugendlichen im Betrieb.

Kinderferienlager bzw. -ferienbetreuung (kostenlos oder gegen kleinen Obulus).

Das Rentensystem (Frauen ab 60 Jahre, Männer ab 65 Jahre).

Antwort
von 666Phoenix, 27

Schau Dir an, was erst verteufelt und dann wieder unter anderem Namen "neu" erfunden wurde und wird:

12 Jahre bis Abi, Polikliniken - äh "Ärztehäuser", Kitas, Ganztagsbetreuung von Schulkindern, Betriebskindergärten, Vergünstigungen für junge Familien, viele Bäcker backen endlich wieder vernünftige Semmeln, Rotkäppchen-Sekt und diverse Lebensmittel, Waschpulversorten, Trabis erzielen Höchstwerte bei Preisen, auf ihre Ersatzteile muss man ganz schön warten und viel bezahlen, Spreewaldprodukte, Biersorten, Kleingärtner-Traditionen, uvam.

Vor allem aber hat die "bunte Republik" hier massenhaft "brain" bekommen, für dessen Bildung sie nicht einen Pfennig bezahlt hat!

Kommentar von 666Phoenix ,

Ach ja, was ganz wichtiges habe ich vergessen: es sollte ein durchgängiges Bildungssystem eingeführt werden, wie es das in der DDR gab!

Antwort
von Kuhlmann26, 101

Definitiv die Backwaren der Privatbäckereien. Aber auch die Schrippen vom Konsum - eigentlich die Abkürzung für: Kauft ohne nachzudenken schnell unseren Mist - konnte man noch 4 bis 5 Tage später etwas befeuchten und wieder aufbacken. Selbst die schmeckten besser, als die heutigen Luftnummern aus der Massenfertigung von Kamps, Backwerk & Co.

Ich kenne Leute aus dem Westen, die haben die 25 DM Zwangsumtausch, für die sie 25 Ostmark bekamen, in Backwaren umgesetzt. In Anbetracht dessen, dass ein Schrippe 5 und ein Brot 90 Pfennige kostete, kann man sich ausrechnen, wie viel die Leute einkaufen konnten.

Noch Jahre nach der Wende, haben wir Freunden aus Hessen einen großen Beutel mit Schrippen und Semmeln von einem Ostberliner Bäcker mitgebracht, die sie eingefroren haben.

Gruß Matti

PS: Die Schulen waren genauso Belehrungs- und Erziehungsanstalten, wie sie es heute sind. Nur die Kleinstaaterei von heute fehlte damals. Ich sehe im Einheitsschulsystem aber keine Vorteile für den Einzelnen. Wir sind Individuen und es ist völlig hirnrissig, alle nach der gleichen Methode zu beschulen.

Das Finnland das Schulsystem der DDR übernommen haben soll, halte ich für ein Gerücht. Individuelles Lernen ist das genaue Gegenteil von dem, was in der DDR stattfand.

Kommentar von lesterb42 ,

Ich könnte mir vorstellen, dass jeder Bäckermeister, der das will, auch diese Brötchen herstellen und verkaufen kann, jedoch nicht für 5 Pfennig.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Ich wollte auch nicht sagen, dass man die Schrippe für den heutigen Gegenwert von 5 Pfennigen hätte übernehmen sollen.

Kommentar von voayager ,

Es ist kein Gerücht, Finnland hat in Vielem das Schulsystem der DDR übernommen.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

in Vielem

Zum Beispiel?

Antwort
von kiniro, 87

Die Finnen haben sogar die Möglichkeit, ihre Kinder ohne Schulbesuch lernen zu lassen, neben den meisten anderen europäischen Ländern (außer Schweden und Deutschland).

Eine Hymne braucht es in meinen Augen nicht - höchstens einen Trauermarsch.
Denn das staatliche Bildungsmonopol ist ein Trauerspiel.

Kommentar von vitus64 ,

Das hat ja nun wohl gar nichts mit der Frage zu tun.

Dich scheint ja wohl das staatliche Bildungsmonopol zu stören. Wenn die Finnen eins nun ganz bestimmt nicht aus der DDR übernommen haben, dann die Möglichkeit, Kinder privat zu unterrichten.

Das gab's nämlich in der DDR mit Sicherheit nicht.

Kommentar von kiniro ,

Tja - die Finnen haben halt mindestens einen Schritt weiter gedacht.

Antwort
von Nashota, 93

Die Kinder würden wohl sagen, die 8 Wochen Sommerferien.

Schulaufteilung war gut, das Soziale war gut, Mütter hatten alle Arbeit, keine Angst vor Arbeitslosigkeit mit Kindern, Familien wurden besser unterstützt, Gesetze waren einfacher und wurden besser durchgesetzt.

Und wer heute meint, das waren oft nur Subventionen durch den Staat, soll sich mal die Frage stellen, wen der Staat heute vor allem subventioniert.

Kommentar von Emmakili ,

Aber gefragt hat niemand ob die Mütter Arbeiten gehen wollen. Sie würden quasi dazu gezwungen. Ich könnte mir im Leben nicht vorstellen meine Kinder von klein auf in ne Kita zu stecken...wofür bekomm ich dann Kinder?! Unser Staat hat mittlerweile kein schlechtes System mehr..und wer seinen Hintern hochbekommen hat und eine gute Arbeit hat, der kann die Elternzeit auch auf zwei Jahre splitten..das dritte Jahr betreuungsgeld...find ich klasse..somit kann sich jeder aussuchen in er sein Kind selbst erziehen will oder die Faulheit siegen lässt- sprich - vollzeit arbeiten..Kita und kiga bringen meinem Kind schon alles bei.

Kommentar von Nashota ,

Käse. Gezwungen wurde keiner. Frauen wollten arbeiten gehen. Die waren schon immer selbstständig.

Und die Kinderdiskussion führen auch nur die, die keine Ahnung haben (wollen). Kinder brauchen auch andere Kinder, ihnen schadet es immer noch nichts, in eine Einrichtung zu gehen. Erst recht nicht, wenn sie Einzelkinder sind.

Der Mutterbrust entrissen wurde kein Kind. Krippenkinder waren meistens ein Jahr alt. Und es gab auch schon zu DDR-Zeiten genug Mütter, die auch erst wieder arbeiten gingen, wenn die Kinder mit drei Jahren in den Kindergarten gingen. Meine Mutter bspweise war mit uns drei Kindern 9 Jahre zuhause.

Wer keine Ahnung hat, sollte nichts dazu sagen. Ist einfach so.

Noch was zum Nachdenken: Auch die Schule hat einen Erziehungsauftrag...........nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, seine Kinder deshalb nicht mehr in die Schule schicken zu wollen.

Antwort
von Furino, 14

So einfach ist die Frage nicht zu beantworten.

Alle Vorteile werden zwangsläufig mit Nachteilen erkauft oder ausgeglichen.

1. Eine 4-Zimmerwohnung für 50 Ostmark wurde mit maroder Bausubstanz erkauft. Ohne Fliesen in Bad und Küche. Ofenheizung inklusive.

2. Gebackenes Brot kaufen und ans Vieh verfüttern war billiger als dieselbe Menge pures Getreide.

Antwort
von derhandkuss, 101

Wir hätten ganz klar das Sandmännchen übernehmen sollen!

Sehr viele Zweiradfahrer vermissen die Simson Duo:  https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/43/Simson_Duo_(01)_2007-02-12.jpg/220px-Simson_Duo_(01)_2007-02-12.jpg

Kommentar von joheipo ,

Das Sandmännchen gibts doch nach wie vor. Wird vom MDR ausgestrahlt.

Und auch Uhren aus Ruhla gehen nach wie vor.

Heute heißen sie allerdings Gardé.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Uhren aus Ruhla gingen sowohl nach, als auch vor; das stimmt.

Ähnliches galt für das Fahrrad von Mifa. Wer Mifa fährt, fährt nie verkehrt, weil Mifa überhaupt nicht fährt.

Antwort
von wfwbinder, 30

Also nachdem ich (Wessi) gesehen habe, wie viel Wert auf Deutschunterricht und die anderen Basisfächer gelegt wurde, bin ich auch für das Schulsystem.

Beim Rest, na ja. Das mit den Backwaren will ich gern glauben, aber das habe ich nie genießen können. 

Antwort
von MinusLmilchkuh, 90

Neben dem Schulsystem hätte ich zwei weitere Punkte:

  • Jeder musste nach Schulabschluss eine Ausbildung machen, danach konnten die jungen Erwachsenen hoeneckerwegen arbeitslos sein, doch die Lehre war Pflicht
  • Das begrenzte Lebensmittelangebot. Schlagt mich, aber dann gäbe es nicht so viele Fettklötze und man würde wieder kochen lernen, zusammen.
Kommentar von Ranzino ,

„Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für
jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.“

Artikel 24 (2) der DDR-Verfassung in der Fassung vom 7. Oktober 1974

Da ist nix mit honeckerwegen arbeitslos herumhängen. :D

Antwort
von JBEZorg, 59

Kapitalismusunabhängige medizinische Versorgung, Bildungssystem, grundsätzlich den sozialen Schutz aber es ist unrealistisch, de Geldsäcke würden alle die Wut bekommen. 

Antwort
von barfussjim, 28

Club-Cola, Blauer Würger, Tempolinsen, Schlager Süßtafel, Ketwurst, Grilletta.

Antwort
von Roderic, 66

Hätte, hätte, hätte....

Es sind nicht alle Beteiligten gut dabei weggekommen, aber die meisten.

So wie es abgelaufen ist, ist es nun mal abgelaufen. Und so schlimm war es doch gar nicht, oder?

Es hätte auch wesentlich schlimmeres passieren können. zB Panzer, Tausende Tote, Bürgerkrieg, jahrelange Unruhen usw.

Antwort
von soissesPDF, 25

Das Schulsystem war um einiges besser.
Kita- und Ganztagsbetreuung hat man zögerlich übernommen.
Im übrigen auch den Mindestlohn, den gab es bereits in der DDR.
Mindestrenten fehlen noch, auch die gabe es bereits in der DDR.

Antwort
von dataways, 71

Die DDR-Hymne erinnert mich irgendwie an...

Das DDR-Schulsystem war sicherlich besser, aber Bildung ist Ländersache

Mir fallen noch das einfache Scheidungsrecht undgarantierte Kita-/Krippen-Plätze ein

Kommentar von Beantworter1112 ,

Wie kann dich denn so eine Hymne an so ein Lied erinnern? xD

Kommentar von dataways ,

Ich bin offensichtlich nicht der Einzige:

"Bereits kurz nach der Erstaufführung der Hymne wurde in westdeutschen Zeitungen ein Plagiatsvorwurf erhoben, der bis in die 1990er Jahre gelegentlich kolportiert wurde. Eisler solle die ersten Intervalle der Hymne dem Schlager Goodbye Johnny von Peter Kreuder aus dem Hans-Albers-Film Wasser für Canitoga aus dem Jahre 1939 entnommen haben." (Wikipedia)

Antwort
von andrew2, 92

Die Mauer hätte bleiben können, bei den Lohnunterschieden jedenfalls,steht sie noch ganz fest!!!

Kommentar von lesterb42 ,

Das beste an deinem Beitrag sind die drei Ausrufzeichen.

Kommentar von andrew2 ,

Ja,damit wollte ich den ernst der Lage nochmal unterstreichen. Ich bin selbst betroffen,arbeite nach fast 22 Jahren in der selben Firma für den Mindestlohn von 8,50 EUR.Absolute Frechheit und höfliche Anfragen auf eine kleine Lohnerhöhung laufen ins Leere.

Antwort
von meinerede, 92

Vor Allem die tollen Brötchen!

Kommentar von Beantworter1112 ,

Aber sicher! xD

Antwort
von Lennister, 45

Die Familienpolitik der DDR war absolut vorbildlich. Das hätte man übernehmen können.

Antwort
von StevenArmstrong, 43

Hallo,

die Mütterrente. die ist in unserem heutigen Deutschland sehr kümmerlich.

MfG

Steven Armstrong

Kommentar von lesterb42 ,

Wo die Renten in der "DDR" doch so hoch waren. Ich habe nach der Wende mal so ein Feierabendheim von innen gesehen. Grausam.

Antwort
von joheipo, 59

Wenn ich mir so hier auf gutefrage durchlese, was für ein undsizipliniertes Anspruchsdenken die Jugend des Jahres 2016 hat (Sex mit 12, Gämingcomputer, Smartphone, Klamotten  etc.pp.), finde ich, man hätte die FDJ übernehmen sollen.

Etwas Zwang und Disziplinierung würde einen ganzen Haufen Probleme lösen. Die Seite "gutefrage" wäre dann komplett überflüssig.

Kommentar von Beantworter1112 ,

Wo du Recht hast, hast du Recht.

Kommentar von lesterb42 ,

Das ist der Zug der Zeit, den kann man mit staatlichem Zwámg nicht stoppen.

Antwort
von lesterb42, 18

Ich finde es schlimm, wenn ein Staat verherrlicht oder
verharmlost wird, in dem Leute erschossen wurden, wenn sie von einem Stadtteil in den anderen wollten.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das heißt nicht, dass ich
die Lebensleistung der Bewohner schmählern wollte oder abstreiten  das viele auch in der "DDR" eine glückliche Kindheit oder Jugend hatten.

Antwort
von hauseltr, 63

Das Schulsystem der DDR haben die Finnen übernommen... und wer wird immer für's Schulsystem gelobt? Die Finnen!

Das liest sich hier aber ganz anders:

 Als die deutsche Presse 2001, nach Veröffentlichung der ersten
PISA-Ergebnisse, auf das finnische Bildungssystem aufmerksam wurde,
wurden diese Reformen der 1960er und 1970er Jahre teilweise als
Übernahme des Schulsystems der DDR dargestellt.

Paavo Malinen, der für das finnische
Unterrichtsministerium die Länder des Ostblocks bereist hat, relativiert
den Einfluss der DDR auf das finnische Schulsystem deutlich: „Der
Empfang [in der DDR] war immer freundlich und die Gastgeber wünschten,
dass man über ihre Errungenschaften … berichten würde, aber die Arbeit
in der Schule wirkte immer sehr förmlich und pädagogisch steif.“

Tatsächlich war die Struktur der Grundschule dem schwedischen Modell
nachempfunden, das aber weiter modifiziert wurde, um die individuellen
Lernvoraussetzungen besser berücksichtigen zu können.

Wikipedia

Kommentar von Beantworter1112 ,

Gut, im Prinzip bleibt die Frage aber gleich. ^^

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