Frage von D3ath1st, 132

Was hält euch auf dieser Welt fest?

Ich bin mal wieder diese Nacht am nachdenken.

Ich stelle die eigentliche Frage einfach mal zu beginn und erzähle dann noch ein wenig über mich um vielleicht ein Verständniss dafür zu bekommen wie ich so denken kann;

Würdet ihr abgeneigt davon sein euch das Leben zu nehmen, würde euch nichts mehr hier auf der Erde halten? Ihr habt weder Eltern, noch Geschwister, geschweige denn Haustiere oder ähnliches das euch emotional an diese Welt bindet?
I

ch habe bis jetzt meinen Vater verloren der 2013 an Krebs erkrankte und leider zwei Monate nach der Diagnose bereits verstarb. Meine Mutter trennte sich bereits 2004 von meinem Vater und seit dem den Kontakt zu mir und meinem Bruder abgebrochen. Meine Großeltern starben bereits als ich mich in jungen Jahren befand. Derzeit lebe ich alleine mit meinem Bruder und wir beide Arbeiten, kommen also ganz gut über die Runden.

Ich frage mich aber schon seit dem Versterben meines Vaters; Wie wäre es, hätte ich meinen Bruder nicht mehr hier. Mich würde nichts mehr hier halten. Mein Leben würde sich doch nur um die Arbeit drehen und einzig der Unterstützung des Systems dienen. Ich habe noch nie wirklich etwas von Materiellen Begierden gehalten.

Oft habe ich das Gefühl das ich ein Desinteresse am anderen Geschlecht über die Jahre entwickelt habe, entstanden durch Erfahrungen die ich und mein Umfeld mit Frauen gemacht hat. Auch wenn ich weiß das dies nicht alle betrifft habe ich das Gefühl mich von meiner Generation komplett abzuschotten. Ich habe wirklich kaum Gemeinamkeiten mit Gleichaltrigen.

Ich könnte noch weiter meine Gedankengänge beschreiben und wie es mir geht und was ich über die Welt und die Geschehnisse halte, aber das würde zu weit der eigentlichen Frage abweichen.

Antwort
von konstanze85, 48

Ich kann deine gedankengänge zwar nachvollziehen, aber man weiß ja nie was noch kommt. Und auch wenn du durch zu viele enttäuschungen und verletzungen nicht mehr den glauben an die liebe hast und dich zurückgezogen hast, so kannst du dir dennoch dein leben für dich schön gestalten. Ja, du musst abstriche machen, aber du weißt ja dann wofür du sie machst bzw. Warum und wenn dein bruder mal kinder bekommt willst du doch sicher der liebe coole onkel sein, oder? Sei froh dass du noch deinen bruder hast, deine gesundheit und deine arbeit. Darauf kannst du aufbauen. Es gibt menschen, die haben nicht mal das. Kopf hoch!

Kommentar von D3ath1st ,

Mit meinem Bruder und meiner Gesundheit ist das so eine Sache. Aber an sich verstehe ich was du meinst, ich danke für die Antwort!

Kommentar von konstanze85 ,

Seelische qualen können sich auf die physische gesundheit auswirken. Pass auf dich auf, damit du nicht in diese spirale gerätst.

Kommentar von D3ath1st ,

Ich danke dir!

Antwort
von whynot63, 55

Hallo!

Ich glaube, das Wichtigste ist, daß man immer neugierig bleibt. Abgesehen davon, was einem schon alles widerfahren sein mag - es kommt doch immer wieder einmal etwas anderes.
Man kann das Leben wie eine Wanderung sehen: Streckenweise geht es recht mühsam und öde oder auch dunkel dahin, aber dann tauchen auch wieder schöne Landschaften auf, interessante, erfreuliche Dinge. Und wenn man bedenkt, daß man auch alle diese nicht erlebt hätte, hätte man sich schon längst verabschiedet von dieser Welt, dann wird einem auch bewußt, worauf es ankommt.
Stell Dir einmal vor, in Deinem Leben gibt es meinetwegen in 10 Jahren so einen richtigen Höhenflug - würdest Du Dir dann noch immer überlegen, ob Du Dein Leben vorzeitig beenden sollst?
Manchmal lohnt es sich schon, für einen einzigen Augenblick zu leben.

LG

Kommentar von D3ath1st ,

Ich rede nicht direkt von einem Suizid, nur von dem Gedankengang, was mich auf dieser Welt halten würde. Also eine "was wäre wenn"-Frage wenn man so möchte. 

Die Frage ist leider sehr offen und weitgreifend, ich kann nicht sagen was kommt und was nicht, ich weiß das das das Leben sein soll. Leider. Aber leider hat jedes Hoch auch sein Tief, das gehört ebenfalls zum Leben. Bis jetzt hat mich das Tief immer wieder ein Stück weit mehr verletzt als das Hoch "geheilt". 

Kommentar von whynot63 ,

Ja, das ist auch verständlich. Das kommt halt immer auch auf die eigene Natur an und wie man die Dinge "gewichtet".
Ich kann Dir nur sagen: Als ich so in etwa in Deinem Alter war, wäre ich beinahe gestorben (aufgrund einer Krankheit, nicht "absichtlich"). Und wenn ich mir überlege, was ich, wäre es so gewesen, alles nicht erlebt hätte, dann täte es mir leid darum. Auch wenn durchaus nicht alles erfreulich war und manches auch richtig schlimm. Aber es gibt eben auch die andere Seite, die der schönen Dinge. Eines ohne das andere gibt es nicht, sonst würde man es gar nicht als "schön" oder "schlimm" erleben.
Zudem: man hat vieles auch selber in der Hand. Sicher nicht alles, aber ein wenig kann man schon mitwirken, wohin das Schiff segelt.

Kommentar von D3ath1st ,

Man sagt es so einfach "Man hat vieles auch selber in der Hand". Ich glaube an diesen Satz nicht so ganz, auch wenn "sicher nicht alles" das ein wenig eingrenzen mag. 

Ich denke der Sinn eines Menschen besteht in der heutigen Kultur kurz und knapp darin neue Menschen zu produzieren, Arbeiten zu gehen um ein System der Gier und der nicht enden wollenden Manipulation zu finanzieren und aufrecht zu halten und den Weg Richtung Tot und somit dem Ende eines jeden so angenehm wie möglich zu gestalten. 

Ganz Oberflächlich und grob gesagt ist das für mich der Sinn im Leben. Das alles hat nichts mit "Lenken des Lebens" zu tun für mich. Ich hätte sicher nicht so ein Leben geführt wie ich es musste weil es vorgeschrieben ist. 

Zuviel läuft heute falsch, aber damit könnte ich noch ein ganz anderes Kapitel öffnen das wieder nur eine Negative Seite der Welt für mich zeigt. 

Kommentar von whynot63 ,

Da mußt Du Dich aber schon auch fragen: wer produziert denn die "heutige Kultur", wer unterhält dieses System, was macht das System aus?
Man muß nicht notwendigerweise mitmachen bei diesem System und kann durchaus seinen eigenen Lebenssinn finden und braucht ihn sich nicht von irgendeinem System aufzwingen zu lassen.
Das "System" besteht nämlich aus uns allen, und auch, wenn der Einzelne immer meint, er sei ja ganz machtlos: es würde schon reichen, sich nicht manipulieren zu lassen, sich ein selbstständiges Denken anzugewöhnen, sein Konsumverhalten zu ändern, sich eigene Ziele zu setzen. Es gibt genug Möglichkeiten, und auch wenn ein solches System sehr träge reagiert, muß man zuerst bei sich selber anfangen. Solange sich nicht der Einzelne ändert, so lange wird sich auch am System nichts ändern.

Kommentar von whynot63 ,

Da mußt Du Dich aber schon auch fragen: wer produziert denn die "heutige Kultur", wer unterhält dieses System, was macht das System aus?
Man muß nicht notwendigerweise mitmachen bei diesem System und kann durchaus seinen eigenen Lebenssinn finden und braucht ihn sich nicht von irgendeinem System aufzwingen zu lassen.
Das "System" besteht nämlich aus uns allen, und auch, wenn der Einzelne immer meint, er sei ja ganz machtlos: es würde schon reichen, sich nicht manipulieren zu lassen, sich ein selbstständiges Denken anzugewöhnen, sein Konsumverhalten zu ändern, sich eigene Ziele zu setzen. Es gibt genug Möglichkeiten, und auch wenn ein solches System sehr träge reagiert, muß man zuerst bei sich selber anfangen. Solange sich nicht der Einzelne ändert, so lange wird sich auch am System nichts ändern.

Antwort
von achherjesoists, 34

also mein schätzelein...

das nennt man eine depression die du hast und du solltest dringend mal mit einem psychologen quatschen. um einen kurzen strich zu ziehen... du fängst an die augen vor den liebenswerten dingen zu verschliessen und sammelst gründe die das leben überflüssig machen...und jaaaaa... davon gibts unzählige.

hau mal wen an der ahnung von der sache hat. warte damit nicht so lange bis es überhand nimmt. du klingst derart pessimistisch dass einem beim lesen angst wird.

danach wird dir auch nicht gleich die sonne aus dem hintern scheinen, aber vieleicht siehst du dann weigstens wieder nen kleines licht für das es sich lohnt.

lieben gruss

Kommentar von D3ath1st ,

Ich lebe nun schon seit 5 Jahren so, ich habe eventuell hier und da über einen Selbstmord nachgedacht und wie erlösend dieser sein mag, aber das war nicht die eigentliche Intention hinter der Frage. 

Ich denke wirklich das das Leben in dem Sinne "überflüssig" ist wenn man so mag. 

Und beim Lesen der Antwort musste ich wirklich grinsen, danke dafür! 

Kommentar von anti398 ,

Ich auch. Ich finde die Frage nicht schlecht oder gar "Angstmachend". Wenn Ich mich nur auf diese Frage konzentriere ohne mcih von etwas anderen ablenken zu lassen, komme ich zu dem Ergebnis das Ich Sinnlos und überflüssig bin. Selbstmord würde langfristig gesehen dernWelt helfen.

Kommentar von D3ath1st ,

Die Welt interessiert es doch garnicht ob du Tot bist wenn man es hart ausdrücken möchte. Das Leben von Milliarden von Menschen geht auch ohne dich weiter und so ist das Leben halt. Man mag eine Zeit um dich trauern im engsten Kreise, aber früher oder später gerätst du in Vergessenheit wenn du nichts erreicht hast was die Welt bewegt hat. Aber so ist das leider. 

Mach dir den Weg zum Ende so bequem wie möglich. Das ist das einzige was ich sagen kann. 

Das mag sich kalt anhören und ich möchte dir nicht raten dich umzubringen, dass ist fern von jeglichem was ich mit dieser Frage erreichen wollte. 

Antwort
von huelsenknecht, 44

Also ich hab nicht mal einen Bruder und wenn ich eine Schrotflinte zur Hand hätte würde ich mich definitiv früher oder später abknallen. Allerdings hab ich keine und andere Selbsttötungsmethoden sind mir zu umständlich, deshalb lebe ich weiter, ob es mir passt oder nicht.

Kommentar von D3ath1st ,

Wie sieht dein Leben denn grob aus, wenn ich mir die Frage erlauben dürfte. 

Kommentar von huelsenknecht ,

Nicht so toll. Ich hab nicht wirklich viel mit Menschen zu tun. Nicht so viel wie ich gerne wöllte.
Vielleicht kann man das ändern, aber das ist schon ziemlich lange so und ohne Menschen ist das Leben nicht gerade "aufregend".

Kommentar von anti398 ,

@huelsenknecht schau dir doch mal die unterhaltung unzer meinen Kommentar an. Ich würde gerne deine Meinng zu meiner hören. Darf Ich fragen wie alt du bist ?

Kommentar von huelsenknecht ,

Ich bin 20, genau wie der Fragesteller.
Die Gleichung fällt definitiv negativ aus, d.h. "nichts" wäre mir im Grunde lieber als das, was ich jetzt habe.

Das hat er in der Frage ganz gut ausgeführt. Nur die Arbeit bleibt.

Kommentar von D3ath1st ,

Du befindest dich also exakt an dem Punkt an dem ich mich befinde, schön sich mit jemandem unterhalten zu können der versteht. 

Die meiste Zeit verbringe ich ebenfalls in meinem Haus nachdenklich oder spielend vor dem PC, Freunde habe ich nicht und das empfinde ich als gut wenn ich ehrlich sein soll. 

Kommentar von huelsenknecht ,

Ja, die Ähnlichkeit ist bemerkenswert.
Das Merkwürdige ist, dass wenn ich mit Menschen in Kontakt komme, direkt keinen Bock mehr habe und einfach wieder nach Hause will x3

Kommentar von D3ath1st ,

Ich persönlich versuche Kontakt mit den meisten Menschen zu vermeiden, weil mich die bloße Existenz vieler Menschen schon einengt. 

Oft habe ich das Gefühl ich würde an Misanthrophie leiden. Kommt vermutlich einher mit der Depression. 

Kommentar von huelsenknecht ,

Das ist doch schon besonders, dass das, was deiner Existenz Sinn verleiht, dich gleichzeitig auch abstößt.

Kommentar von D3ath1st ,

Mir fällt gerade dazu ein schönes Zitat ein das ich mal aufgeschnappt habe:

„Wir sind in der ungefähr zehntausendjährigen Geschichte das erste Zeitalter, in dem sich der Mensch völlig und restlos problematisch geworden ist: in dem er nicht mehr weiß, was er ist; zugleich aber auch weiß, dass er es nicht weiß.“

Antwort
von Cosmonova, 54

Die Liebe

Kommentar von anti398 ,

Nichts anderes ?

Kommentar von anti398 ,

Eine Hormonschwankung hält dich hier ?

Kommentar von D3ath1st ,

Wenn es für den Antwortengeber der Beweggrund ist, dann soll es so sein, ich schreibe niemandem vor weswegen er hier weiter auf der Erde agieren soll.

Kommentar von D3ath1st ,

Liebe kann ein sehr starkes positives Gefühl sein, dass habe ich auch schon Erfahren, sie kann allerdings auch der Grund sein weswegen viele Menschen in Löcher fallen aus denen sie nicht mehr herausfinden. 

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