Stamm- und Krebszellen sind, bildlich gesprochen, die zwei Seiten einer Medaille.
Jede einzelne der embryonalen Stammzellen verfügt über eine wunderbare Fähigkeit: Sie ist pluripotent, „für mehrere Zwecke gebräuchlich“ also, und kann sich in jede einzelne Zellart im Körper wandeln – zum Beispiel in eine Knochen-, Muskel- oder Nervenzelle.
Doch sie hat noch eine weitere Gabe. Eine embryonale Stammzelle kann sich im Prinzip immer und immer wieder teilen, unendlich oft. In diesem Sinne ist sie unsterblich.
Ausgerechnet diese Eigenschaft hat sie mit tödlichen Tumorzellen gemeinsam.
Diese kranken, „entarteten“ Zellen vermehren sich im Körper unkontrolliert, während gesunde Zellen – wie im genetischen Bauplan vorgesehen – altern und nach einer bestimmten Anzahl von Teilungen den Dienst quittieren.
Irgendwann gewinnen die Krebszellen schließlich die Oberhand; der Körper stirbt.
Diese bemerkenswerte Parallele zwischen der Entstehung von Embryonen und neuem Leben auf der einen Seite sowie dem Außer-Kontrolle-Geraten von Zellen auf der anderen könnte die Forschung in den kommenden Jahren revolutionieren.
Erst seit wenigen Jahren ist bekannt, dass es nicht nur „gute“ Stammzellen im Organismus gibt, sondern auch höchst gefährliche Krebs-Stammzellen. Mehr noch: Forscher vermuten, dass Tumore durch einige wenige Krebs-Stammzellen überhaupt erst tödlich werden.
(Ausführlich unter:
http://www.welt.de/wissenschaft/krebs/article1567852/EntstehungundEndedesLebensnahbeieinander.html)