Frage von inaaktiv, 39

Was haben manche gegen das HOSI(Wien)?

Ich bin schon seit einiger Zeit daran interessiert neue Menschen aus der LGBTQ+ Community kennen zu lernen in meiner Umgebung, da ich irgendwie im Internet nur Deutsche, Engländer oder Amerikaner kenne die ein Teil der Community sind, habe ich mich erkundigt. Ich bin dann auf das HOSI in Wien gestoßen(wo ich auch wohne) und habe dann mitbekommen, dass irgendwas mit der HOSI nicht stimmt oder die Leute dort nicht mehr aktiv sind. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung also dachte ich mir, warum nicht die Leute fragen die aus Wien kommt und ein Mitglied im HOSI sind. Also falls mich irgendwer über das HOSI aufklären kann, dann schreibt mir etwas darüber würde mich nämlich sehr interessieren.

Antwort
von MuseMelpomene, 2

Ich wohne selbst nicht in Österreich, sondern in Norddeutschland. Aber ich versuche mal eine Antwort und hoffe, damit ein bisschen weiterhelfen zu können.

So wie sich in der Heterowelt nicht alle Menschen gegenseitig gut leiden können, gibt es auch in der LGBT*-Community und insbesondere auch in Gruppen und Vereinen ab und zu Stress und Menschen, die die anderen Menschen nicht leiden können und so weiter. Gerade in Vereinen, in denen es auch um eine politische Meinungsvertretung geht, kann es leicht sein, dass Menschen völlig verschiedene Meinungen haben, was politische Ziele betrifft, was Fragen über wie-sollte-ein-Vorstand-einen-Verein-leiten... betrifft und so weiter. Dadurch entstehen auch immer wieder so Sachen, dass Menschen aus dem Verein austreten, dass Vereine nicht zusammenarbeiten möchten oder können und so weiter.

Ein großer Punkt ist eben auch, wie viel Akzeptanz kann man selbst innerhalb der Szene herstellen. Es gibt Vereine, die gesellschaftliche Strukturen ganz stark abbilden und manifestieren. Es gibt Vereine, die rein männliche Vorstände haben, die überhaupt nicht einsehen, warum da irgendwie ein Problem sein sollte, die keine Lust haben, sich mit Themen wie Trans*, Inter*... überhaupt zu beschäftigen, die von einer sich untereinander sehr ähnlichen Gruppe, weißer, cis*-geschlechtlicher Mittelstands-Männer geleitet werden und das auch völlig richtig finden. Es gibt auch Vereine, die sich über solche Themen viel Gedanken machen, denen es wichtig ist, Vielfalt zu repräsentieren, die sehr viel Wert darauf, auch zu trans*- und inter*-Themen gut geraten zu können, die Wert darauf legen, dass Frauen wie Männer wie auch Menschen, die sich nicht in männlich-weiblich einordnen lassen, annähernd gleich in leitenden Rollen / im Vereinsvorstand... vertreten sind.

Ich kenne Wien und die HOSI - wie gesagt - persönlich gar nicht. Ich habe nur mal von Leuten, die dort engagiert sind, gehört, dass der Verein eher zu der zuerst beschriebenen Sorte gehören soll. Ich habe mit Leuten gesprochen, die aus diesen Gründen recht enttäuscht über den Vereinsvorstand waren. Aber das ist - wie gesagt - keine eigene Erfahrung, sondern nur das, was ich von anderen gehört habe.

Aber das beste ist echt immer, sich eine eigene Meinung zu bilden. Lass dich von solchen Infos nicht abhalten, sondern geh hin, lern die Menschen kennen, bilde dir deine eigene Meinung! Und selbst wenn diese Vorurteile über die Menschen im Verein alle zutreffen sollten, macht nicht alleine ein Vorstand den Verein aus, sondern du kannst trotzdem tolle Menschen dort treffen. Und irgendwann kennst du den Verein gut genug um dir eine eigene Meinung bilden zu können und zu erkennen, was hinter den Vorbehalten steckt oder eben auch nicht.

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