Was haben Gotthold Ephraim Lessings Werke so besonders gemacht und von anderen zeitgenössischen Werken unterschieden?

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2 Antworten

Eine Position durchzieht Lessings ganzes Werk, ob Theater oder Prosa (Fabeln, Gespräche usw.) :

Nie gibt er "die" Lösung an, sondern der Zuschauer/Leser soll "sich seines eigenen Verstandes bedienen" (Kant), um die Antwort herauszufinden, die für seine Zeit gilt.

Seine Texte sind also reflexiv und auf Auslegbarkeit hin geschrieben. Das macht sie noch heute ungemein anregend. Die Auffassung von der Wahrheit, die dahinter steckt, ist keine statisch-dogmatische, sondern dynamisch-offen, im Sinne einer menschenwürdigen Zukunft.

Deshalb brauchen die Menschen im Endeffekt keinen Gott und keine Religion mehr: sie haben es gelernt, das Gute um des Guten willen zu tun (Die Erziehung des Menschengeschlechts, 1780).

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Ganz einfach: Seine unglaubliche religiöse Toleranz und die Metaphern die er verwendete. Von dem kann sich heute noch einer ne Scheibe abschneiden. Lies doch mal "Nathan der Weise" oder "Die Juden" von Lessing. Kaum einer der Autoren zu der Zeit hat insbesondere Judentum und Islam auf einer Stufe mit dem Christentum deklariert. Hat aber wohl auch was damit zu tun, dass Lessing mütterlicherseits selbst jüdische Wurzeln hatte und sicherlich viel über diese Religion wusste, obwohl sein Vater ein ein erzkonservativer Christ war.

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