Frage von anonymeshilfe, 134

Was habe ich nur falsch gemacht,wie konnte ich schon wieder in so ein Loch fallen?

Seitdem ich aus der Klinik entlassen wurde geht es mir schlecht.

Ich helfe fast jeden Tag und ich verletzte mich selbst mehr denn je. Ich bin so verdammt hoffnungslos. Ich hätte so gerne einen ambulanten Therapieplatz, stehe auf der Warteliste.

Ich bin momentan so verdammt alleine und ich bin so wütend auf mich.

In meinem Entlassungsbericht steht, dass ich im stabilisierten Zustand entlassen wurde.

Ich hasse mich so dafür, dass ich mich selber wieder kaputt gemacht habe. Vor allem hasse ich mich wegen dem SvV. Das war eigentlich nie ein großes Thema. Es kam so selten vor.

Und jetzt mache ich es fast jeden Tag.

Skills und Co helfen auch nicht.

Hilfe bekommen ich auch nicht. Vom Arzt wurde ich wieder eingewiesen, von der Klinik wurde ich nicht mehr aufgenommen (ist auch richtig so, Gründe dafür kann ich auf Anfrage nennen). Ich wurde an die Ambulanz weiter geleitet. Dort wurde ich aber aufgrund meines Alters (19) nicht wirklich ernstgenommen.

Ich komme nicht mehr klar. Vor allem will ich grade einfach wissen, wieso ich so D..M war und schon wieder in so ein tiefes Loch fallen konnte.

Nach der Entlassung ging es mir 1/2 Tage richtig gut und ich dachte: jetzt startest du endlich voll durch! Klar ich muss noch eine Therapie machen. Das ist nicht einfach, aber es gibt ein Licht am Ende des Tunnels.

Tja das Licht ist verschwunden wegen mir.

Ich checke das grade nicht mehr.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von einfachichseinn, 67

Vermutlich hast du gar nichts aktiv falsch gemacht.

Depressionen sind ein A.loch sie kommen und überfallen dich ganz plötzlich immer wieder, wenn du Pech hast.

Der Umstieg zwischen Klinik und Zuhause ist immer schwer.

Hast du niemanden zum reden? Wirklich niemanden?

Falls du in einer großen Stadt wohnst, solltest du mal in die "City" gehen.

Heute ist Welt-Suizid-Präventions-Tag in vielen Großstädten gibt es verschiedene Aktionen. Eventuell findest du dort einen Ansprechpartner!

Antwort
von Mimi33394, 38

Dass kein einziger Skill hilft, kann ich nicht glauben. Es gibt sooooo viele Skills. Ich habe aus meiner Therapie eine Liste mit 335 Skills und habe noch einige eigene entdeckt. Man muss nur das Richtige finden und dann  - ganz wichtig - üben! Wie lange hast du die einzelnen Skills geübt? Man braucht teilweise Wochen und bei manchen sogar Monate bis die gewünschte Wirkung eintritt. Hast du eine Skillskette ausgearbeitet? Ich kann dir gerne mit den Skills helfen und welche mit dir erarbeiten, wenn du dich darauf einlassen willst. Ich bin quasi Experte auf dem Gebiet. Ich habe selbst schon verschiedene Gruppen geleitet und konnte jedem weiterhelfen. Überlege es dir und schreibe mich dann an.

Kommentar von anonymeshilfe ,

Ein Versuch ist es wert.

Kommentar von Mimi33394 ,

Super, freut mich das zu hören. Schreib mir einfach eine PN mit genaueren Informationen schreiben bezüglich deines Krankheitsbildes, dem Grund warum du meinst, dass man dir stationär nicht helfen kann und mit welchen Skills du schon gearbeitet hast.

Kommentar von simonGmann ,

Hey mal ne doofe Frage auf die ich nicht unbedingt ne Antwort erwarte.. 

Hab hier gerade etwas rumgestöbert und nach deinem Beitrag interessiert es mich sehr was du mit Skills meinst oder was das ist.. :) (verlegen schau) 

Kommentar von Mimi33394 ,

Skilks sind quasi Ersatzhandlungen, die nicht schädlich sind. Man soll sie statt des Verletzens anwenden. Es gibt echt mega viele Möglichkeiten

Antwort
von JaniXfX, 23

Hallo anonymeshilfe!

Ich weiß gar nicht, ob ich schon mal eine Deiner Fragen beantwortet habe... aber nach einigen gestellten Fragen ergibt sich halt erst langsam ein Bild - sonst ist es halt immer nur ein Auszug der erlebten Realität eines Fragestellers. 

Was mir bei Dir auffällt ist, dass Du Fragen sehr ausführlich stellst und immer vieles Deiner Situation mit angibst. Dann kommen Antworten von Usern, die Dich des Öfteren empören. Deshalb stellt sich mir etwas die Frage, ob Du möchtest, dass man Dich nicht so leicht versteht? Das ist vielleicht eine Frage, die Du etwas länger mit in Deinen Alltag nehmen kannst und an einigen Stellen selbst beobachten, ob Du manchmal nicht verstanden werden möchtest. Das ist nämlich etwas, was auffällt: Du betreibst Aufwand, viel von Dir zu zeigen und dann immer wieder festzustellen, dass Du nicht verstanden wirst bzw. Andere Dir Antworten geben, die "daneben" liegen. Hinzu kommt, dass Du das auf einer Plattform tust, wo ohnehin die meisten nur Auszüge sehen und immer nur Bruchteile des Lebens mitbekommen - zwangsweise können sie nie richtig passende Antworten liefern. Ein weiterer Interessanter Punkt ist, dass Du häufig in einer innerlichen Startposition bist (z.B. ritzt Du Dich und bist in der Startposition, etwas gegen das Ritzen zu tun). Dann jedoch kommst Du nicht ganz los aus dieser Position. Es werde konkrete Tipps gegeben und es gibt viele Möglichkeiten, die man prinzipiell erst mal probieren und auch länger erproben und einüben könnte. Doch Du versuchst schnell vorweg zu greifen, dass benannte Tipps nicht helfen können. Also wieder der Zug, dass Du sagst, es versteht Dich niemand und die gegebenen Antworten schaffen Dir keine Unterstützung. (Das ist auch eine kleine Form von Stolz, dass Du Dein Problem dahingehend hoch und wertschätzend einschätzt, dass keine Hilfsform gut genug dafür ist). Allerdings sorgt das natürlich dafür, dass Du auch nicht voran kommst und weiter in Deiner Startposition verharrst. Kennst Du das vielleicht auch aus anderen Bereichen im Leben, dass Du über Startpositionen nicht hinwegkommst? Dass Du gerne irgendwas tun würdest, aber dann ein wenig verharrst - möglicherweise, weil Du in dieser Startposition noch stolz bist und etwas besonders gut kannst und das Neue Unsicherheiten mit sich bringen würde?

Ich finde den Weg in eine Psychotherapie richtig und wichtig. Ich bin recht sicher, dass Du keine 50 Therapeuten kontaktiert hast. Das ist aber auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass Du jemanden gefunden hast und einen Warteplatz bekamst. Die Zeit dorthin zu überbrücken ist absehbar und schaffbar - das ist für Betroffen schwer zu erkennen, da können 2-4 Monate auch erschreckend lang aussehen. Aber es ist realistisch!

Es ist übrigens halbwegs normal, dass ein rein stationärer Aufenthalt nicht reicht. Das hat folgenden Grund: Mit einem stationären Aufenthalt nimmt man dich bewusst aus Deinen (mitunter schädigenden) Alltagsstrukturen heraus. Oftmals wird auch der Kontakt nach außen untersagt, um eben vor diesen Alltagsstrukturen zu schützen. In diesem neuen Umfeld kann man wieder "normale" Dinge lernen, wie z.B. einen geordneten Alltag mit morgens aufstehen, 3 Mahlzeiten und abends zu gemäßigter Zeit ins Bett gehen. Darüber hinaus wird Selbstwahrnehmung geschult und einiges an Handwerkszeug vermittelt, was man in seinem Alltagsgefängnis nicht schafft. Dann kommt ein stabiler Zustand und man entlässt Dich wieder. Damit fällst Du aber automatisch in alte Strukturen zurück. Normalerweise ist eine ambulante Therapie hilfreich, die Dich dabei unterstützt, auch wieder im Alltagsleben Fuß zu fassen und das Erlernte darin umzusetzen. Deshalb: Therapie ist sinnvoll. Mach das!

Kommentar von simonGmann ,

Das ist doch mal eine tolle Antwort.. Obwohl es mich nicht betrifft finde ich es cool dass du dir die Zeit genommen hast und was wirklich hilfreiches geschrieben hast ! Einfach so: Danke 

Antwort
von Greta1402, 62

Ich würde noch bei anderen Psychotherapeuten anfragen .

Außerdem hast du gar nichts falsch gemacht .
Du warst dabei ,dich wieder einzuleben und schon kommen deine Depressionen wieder zurück -sowas ist auf alle Fälle entmutigend und lässt einen schnell verzweifeln .
Klar ,du hast schon geschrieben ,dass dir Skills und alles nicht helfen ,aber ich würde es nochmal ausprobieren ein Haargummi gegen dein Handgelenk zu flitschen .

Kommentar von anonymeshilfe ,

Wie viele Therapeuten soll ich denn deiner Meinung nach anrufen? Ich habe es mit Sicherheit bei 50 versucht!!! Und wieso soll ich versuchen mir ein Gummiband gegen den Arm zu fletschen obwohl ich ganz genau weiß, dass es nichts bringt?

Kommentar von Greta1402 ,

Das ist ja dein Problem -egal welche Antwort man dir gibt,es ist immer falsch .
Wenn du sicher bist ,dass du schon so viele angerufen hast und keine Lust mehr hast ,es weiter zu versuchen ,dann lass es .
Und dass mit dem Haargummi hilft bei vielen ,aber wenn du von Vornherein sagst ,dass du es nicht mal ausprobieren willst ,dann nicht .

Kommentar von anonymeshilfe ,

Nein eigentlich gäbe ich niemanden angerufen und ich muss nur ein bisschen rum heulen, weil ich ja sonst nichts besseres zu tun habe (io)... Und ich sage nicht ohne es versucht zu haben, dass es nichts bringt. Ich habe es nur schon oft genug versucht und festgestellt, dass es nichts bringt.

Antwort
von schloh80, 48

Ich glaube, jetzt verstehe ich die Situation etwas besser.

Aber leider: Wenn Skills nicht helfen, ist das Pulver leider verschossen. Da gibt es erstmal keine weiteren Möglichkeiten mehr. 

Eine ambulante Therapie wird da auch nichts bringen, zumal da die Skills sitzen müssen, sonst kann man da gar keine Behandlung aufnehmen (es ist keine ausreichende Stabilität für eine ambulante Therapie vorhanden bzw. lässt die sich nicht herstellen, Psychotherapie ist dann kontraindiziert, da massive Verschlechterung und sogar Schädigungen zu befürchten sind). Ärzte und Psychotherapeuten sind da erstmal nicht an der Reihe.

Die einzige Möglichkeit, die ich da im Moment sehe ist, sich eine sozialpsychiatrische Langzeitbetreuung / psychiatrischen Pflegedienst zu suchen (kann der Arzt verordnen), der supportiv-stützend mit dir arbeitet. Das käme tatsächlich auch deinem Wunsch nach konkreter Hilfe (zumindest meine ich das jetzt so zu verstehen) etwas mehr entgegen, wobei es auch hier um Hilfe zur Selbsthilfe geht, was du evtl. dann auch nicht als konkret genug empfindest, aber zumindest ausprobieren wäre ja eine Möglichkeit.

Kommentar von anonymeshilfe ,

wieso sollte es denn keine Therapie tun? Ich verletzte mich momentan eigentlich nur aus dem Impuls heraus weil ich niemanden habe, um meine Probleme in den Griff zu bekommen...

Kommentar von FelinasDemons ,

Und wieder einmal bist du unfreundlich,anonymeshilfe. Da fällt es einem echt schwer,dir heute helfen zu wollen. Das solltest du mal ändern.

Antwort
von Pukibear, 44

Hey,


ich war auch vor einigen Wochen zum zweiten Mal in der Klinik. Habe selber Erfahrung mit svv, nicht helfenden Skills usw.

Ich bin generell immer auf ein sich plötzlich austuendes Loch vorbereitet, und habe dementsprechend immer einen sehr harten, stachligen Igelball, Musik und mein Malbuch dabei. Das sind die Skills, die bei mir am besten helfen. Du weißt ja bestimmt schon, ob bei dir eher sanfte (zB. Malen) oder harte Skills (Gummiband, Igelball) helfen. Du sagtest ja bereits, dass dir viele nicht helfen, aber du solltest wirklich so viele ausprobieren, bis du deine gefunden hast.

Zu der Sache mit dem Therapeuten: ruf am besten noch ein paar Mal bei dem an, der dir persönlich am besten gefällt. Mach es dringend, rede im Notfall von Selbsthass und Suizid. Dann quetscht er dich sicher zwischen einige Termine.

Und nein, du hast nichts falsch gemacht. Meiner Erfahrung nach ist es vollkommen normal, sich nach der Klinik erstmal ziemlich verloren, einsam und alleine vorzukommen. Du hast ja schließlich zwei, drei Monate in einer sehr geschützten Umgebung verbracht, wo fast nie Ruhe herrschte und immer jemand da war, mit dem man reden konnte, und der einen vor allem auch verstanden hat! Du solltest dir einen gut strukturierten Tagesplan erstellen, feste Essens-, Aktivitäten- und Ruhezeiten einplanen. Damit bekommst du wieder einen guten Rhythmus und die depressiven Löcher, in die du fällst, werden seltener.

Ich kann dir natürlich keine Garantie für die Wirksamkeit geben, aber das sind zumindest die Dinge, die mir sehr geholfen haben.

Letztendlich liegt es an dir. Du musst die Kurve kriegen. Und verliere niemals dein Ziel aus den Augen: eines Tages gesund zu sein!

Maybe someday is today.

Kommentar von anonymeshilfe ,

Wenn ich von Suizidgedanken rede, komme ich sicherlich nicht schneller zu einem Therapeuten, sondern auf die geschlossene...

Kommentar von Pukibear ,

Wenn du sagst, dass es dir durch den Kopf geht, aber du es eigentlich nicht machen willst, versucht er zu ergründen wieso das so ist. Und dann kriegst du ziemlich schnell einen Platz bzw dann wird er dich dazwischen quetschen.

Kommentar von anonymeshilfe ,

Nein ich glaube nicht, dass das so einfach ist. Außerdem wäre es gelogen und ich habe keine Lust einen Therapeuten schon bevor ich in die Therapie gehe anzulügen...

Kommentar von Seanna ,

Na klar bekommt ein Borderliner, der mit emotionaler Erpressung durch Suizid droht, schneller einen Platz.... sorry - selten so gelacht.

Kommentar von Pukibear ,

Bei mir hat's funktioniert. Ich sagte dass ich selbstmordgedanken hatte, aber dass ich leben wollte. Daraufhin hat er mich zwischen die nächsten beiden Termine gequetscht und letztendlich war ich dann zwei Jahre bei ihm in Therapie. Soviel dazu 👍🏻

Außerdem ist nicht jeder der depressiv ist, gleich Borderliner. Da gehört schon etwas mehr dazu.

Kommentar von anonymeshilfe ,

an wen richtest du das jetzt?

Kommentar von anonymeshilfe ,

PS: nur weil sich ein Mensch selbstverletzt, hat er nicht unbedingt Borderline... Ich habe "nur" Depression

Antwort
von Mira1204, 54

Du scheinst dich sehr leicht entmutigen zu lassen. In der Therapie bist du unter einer Glocke, geschützt vor der Außenwelt und nun musst du erstmal wieder klarkommen, mit dem Alltag, den Einflüssen von außen und allem. Du hast da gar nichts falsch gemacht.

Kommentar von anonymeshilfe ,

Ich lasse mich eigentlich nicht wirklich leicht entmutigen...

Antwort
von Nightlover70, 42

Lass Dich von einem Notarzt einweisen, dann muss die Klinik Dich m. E. aufnehmen.

Ich denke Du brauchst dann ein fundierte medikamentöse Einstellung.

Kommentar von anonymeshilfe ,

Die Klinik wurde nichts bringen! Das sage ich nicht aus trotz, sondern aus Erfahrung. Die letzten drei Wochen, als ich endlich herausgefunden habe, warum ich eigentlich wirklich da bin, hatte ich keine Gespräche mehr, weil das stationär nicht aufgefangen werden könnte...

Antwort
von Lysana1, 43

Hast du dir schonmal einen Psychologen gesucht? Ich mein außerhalb der Klinik. Vielleicht geht es dir mit Medikamenten besser und sie helfen dir. Ich weiß ja nicht ob du schon welche nimmst aber es wäre vielleicht eine Lösung:/ viel Glück♡

Kommentar von anonymeshilfe ,

lies die Frage, dann musst du hier nicht nachfragen und kannst eine Antwort liefern, die mir etwas bringt. Ich habe mir einen Psychotherapeuten gesucht und stehe auf der Warteliste und ich bekomme keine Medikamente...

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