Frage von Tinypixel, 135

Was gibt es für Beweise für die Multiversum Theorie?

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 71

Keinen einzigen.

Der Hintergrund der M-Theorie (gilt teils auch für die Stringtheorie) ist die Annahme, dass der Determinismus das universell gültige Prinzip sei. Nun gibt es aber in der Realität imer wieder Fälle, wo Bifurkationen auftreten, also Verzweigungen. An solchen Verzweigungen (z.B. Ja-Nein-Entscheidung) kann sich ein System in zwei verschiedene Richtungen bewegen, ohne dass man vorhersagen kann, in welche.
Innerhalb des Determinismus ist so etwas aber nicht erlaubt, weil dadurch die Zeitsymetrie gebrochen wird und Wahrscheinlichkeiten nicht erlaubt sind.
Um den Widerspruch zwischen Verzweigungen und Determinismus aufuzulösen wird in der M-Theorie nun einfach behauptet, dass nicht nur einer der möglichen Wege gegangen wird, sondern dass alles, was mathematisch möglich ist, auch physikalisch realisiert wird.

Kommt man also an eine Verweigung und das system geht in die eine Richtung, sagt die M-Theorie, dann muss auch die andere Richtung realisiert werden. Da dies in unserem Universum nicht möglich ist, schafft jede nicht genutzte Verzweigung ein neues Universum, in dem sie dann verwirklicht wird.

Das ganze ist eine ziemlich schräge und unplausible Errklärung, die erforderlich ist, um den Determinismus aufrecht zu erhalten.

Da der Determinismus als universell gültiges Prinzip durch die Theorie Dissipativer Strukturen von Ilya Prigogine (Nobelpreis 1977)sowie die Arbeiten von Lorenz widerlegt wurde, ist auch die Multiversentheorie hinfällig. In der neuen nicht-linearen Physik Prigogines werden irreversible Verzweigungen akzeptiert, wodurch Multiversen überflüssig werden.
 

Antwort
von Kaenguruh, 67

Es gibt keinen Beweis, aber sie ist m.E. sehr plausibel. Sie erklärt zum Beispiel sehr schön die Feinabstimmung der Naturkonstanten, denn wären die auch nur geringfügig anders, wäre das Universum nicht so, daß es uns geben könnte. Teilweise müssen diese so genau abgestimmt sein, daß man sich vorstellen kann, daß man im Vergleich ein Sandkorn auf allen Stränden der Erde  hinzufügt und dadurch  das Leben verhindert. Gibt es allerdings extrem viele, vielleicht sogar unendlich viele Universen mit jeweils anderen Konstanten, ist es sehr wahrscheinlich, daß auch Universen, wie das unsere darunter sind. Ohne diese Theorie müßte wohl ein intelligenter Schöpfer, also Gott angenommen werden. Paralleluniversen müssen nicht einfach ad hoc postuliert werden, sondern ergeben sich auch zwangsläufig aus der Theorie des inflationären Universums (ewige Inflation), die ihrerseits viele Eigenschaften unseres Universums, wie zum Beispiel die Homogenität im Großen erklärt. Ich bin jedenfalls von der Multiversumstheorie überzeugt. Siehe hierzu auch: http://www.spektrum.de/magazin/parallel-universen/830044

Kommentar von Franz1957 ,

Diese Argumentation enthält eine logische Lücke, die erstaunlich selten bemerkt wird. Sie setzt stillschweigend voraus, daß große Anzahl automatisch große Vielfalt bedeutet. Genauer gesagt: daß unter extrem vielen Objekten es automatisch sehr wahrscheinlich sei, daß auch Exemplare mit beliebigen vorgegebenen Eigenschaften dabei sein müßten. Noch genauer gesagt: Daß die Wertemengen der Eigenschaften der Universen eines Multiversums Kontinuen sind.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kontinuum

Daß das nicht automatisch so ist, kann man schon daran sehen, daß ein Würfel, auch wenn man ihn 10 hoch x mal wirft, immer nur Augenzahlen aus der diskreten Wertemenge von 1 bis 6 hergeben wird. Wer darauf vertraut, nach extrem langem Weiterwürfeln werde sehr wahrscheinlich einmal die Augenzahl Pi geworfen werden, der wartet umsonst. 

Wenn die Naturgesetze hinter den Naturgesetzen ebenfalls auf diskreten Mengen operieren, und die Tatsache der Quantenphysik legt dies nahe, dann mögen die Eigenschaften der angenommenen multiplen Universen vielleicht unterschiedlich sein, aber sie werden keine kontinuierlichen Wahrscheinlichkeitsverteilungen haben, sondern diskrete.

Überdies ist es selbst auf diskreten Definitionsmengen wie den 2 hoch n Zuständen eines binären Prozessorregisters keineswegs trivial, Pseudozufallsfunktionen mit so etwas wie gleichverteilter Wertemenge zu definieren. Wer etwas darüber wissen will, dem kann ich in Donald E. Knuths "The Art of Computer Programming" Chapter 3 über "Random numbers" empfehlen. Knuth schreibt dort:

Random numbers should not be generated with a method chosen at random

Die hierin vermittelte Einsicht ist es, die Einigen beim Nachdenken über den Kosmos vielleicht weiterhülfe.

Antwort
von ThomasJNewton, 48

Gibt es eine Multiversum Theorie?

Wär mir jedenfalls neu.

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