Frage von VojoSan, 105

Was gibt es alles für japanische Höflichkeitsformen und wann werden sie benutzt?

also ich kenne -san -chan und glaube noch -sama aber wann werden sie benutzt? zB bei älteren usw...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von M1603, 46

Was gibt es alles für japanische Höflichkeitsformen und wann werden sie benutzt?

Deine Wikipedia-Liste ist zwar ganz nett, aber die Hoeflichkeitssprache und die Anreden sind in erster Linie ein gesellschaftliches und kulturelles Problem. Die lassen sich nicht einfach so uebersetzen oder in zwei bis drei Saetzen erklaeren. Die muss man erleben und dann fuer sich und die eigene Situation korrekt umsetzen, sodass alle Beteiligten damit leben koennen.

Sicherlich muss man im Unterricht hier dutzende Beispielsituationen abhandeln, um ueberhaupt einen groben Ueberblick darueber zu bekommen, ob diese dann aber genauso in der Realitaet zeigen, muss man dann anhand der eigenen Erfahrung mit der Sprache selbst beurteilen.

Die Anreden an sich sind letztendlich aber nur das Tuepfelchen auf dem I. Viel wichtiger sind die von quarklabor erwaehnten Keigo-Formen (teineigo, sonkeigo, kenjogo, teichougo, bikago, die Wahl von bestimmtem Vokabular, etc.), denn die Anreden laesst man oft sowieso weg und selbst bei einer hoeflichen Anrede kann das Gesagte sehr unhoeflich wirken, wenn das Keigo nicht korrekt ist (ob bewusst oder unbewusst).

Antwort
von VojoSan, 32

ah ok gefunden

(nur der Name)

Einfach nur mit dem Namen sprechen sich in Japan enge Freunde an. Auch wenn man gegenüber Fremden von sich selbst oder den Angehörigen spricht, verwendet man nur den Namen ohne Zusatz. Unter Fremden ist das bewusste Weglassen jedes Zusatzes ausgesprochen unhöflich und wird als  yobisute (呼び捨て) bezeichnet.

-buchō

 

部長

Bedeutet „Abteilungsleiter“ und wird an den Namen angehängt, wenn er von Untergebenen benutzt wird. Ähnliches gilt für  -kachō (課長, „Sektionsleiter“) und  -shachō (社長, „Unternehmenschef“).

-chan

 

ちゃん

Verniedlichungsform, entspricht ungefähr dem deutschen  -chen (z. B. bei „Hänschen“). Es wird meist unter und gegenüber kleineren Kindern, guten Freunden oder von verliebten Paaren benutzt. Kleine Kinder können -san oft noch nicht richtig aussprechen und sagen deshalb  -chan und statt  -sama auch  -chama. Jungen werden meist nur bis zum Kindergartenalter mit  -chan angesprochen, danach mit  -kun (siehe unten). Bei eng befreundeten Mädchen und Frauen sowie bei weiblichen Untergebenen wird  -chan nach dem Vornamen jedoch oft bis ins hohe Alter verwendet. Ist der Nachname ungewöhnlicher als der Vorname, wird  -chan auch hinter jenem benutzt. Unter entfernteren Verwandten wie etwa zwischen Cousins/Cousinen und bei Freundschaften aus früher Kindheit und Jugend wird oft  -chan verwendet. An Spitznamen kann ebenfalls ein  -chanangehängt werden.
Auch bei niedlichen Lebewesen kann  -chan angehängt werden, etwa bei Katzen (猫ちゃん  neko-chan) oder Säuglingen (赤ちゃん  aka-chan).

-tan

 

たん

Mit  -tan und  -tama existieren Verniedlichungsformen der beiden Anredeformen -chan bzw. -chama, die für Babys verwendet werden. Des Weiteren wird diese Anrede für Babys auch für besonders niedliche meist weibliche Moes-Figuren in Mangas und Animes gebraucht.

-dono oder -tono

 

殿

 

(wörtlich „Fürst“)

Eine heutzutage unübliche Anrede, die manchmal noch auf Urkunden oder beim Militär Verwendung findet. Eine höfliche Anrede unter sozial Gleichgestellten, welche dennoch einen höheren Respekt vonseiten des Sprechers bezeugt. Nimmt eine Stufe ungefähr zwischen  -san und  -sama ein.

-hakase

 

博士

Akademischer Doktortitel, vergleichbar dem „Dr.“ vor dem Namen im Deutschen.

-kun

 

Normale Anrede für männliche Jugendliche, falls es mit Vornamen benutzt wird. Lehrer hängen bei männlichen Schülern  -kun an den Nachnamen an.
In Unternehmen werden junge Angestellte (auch weibliche) oft mit  -kun angesprochen. Im japanischen Unterhaus werden alle Abgeordneten, unabhängig von Alter und Geschlecht, vom Parlamentspräsidenten mit  -kun angeredet.

-sama

 

 

(wörtlich „Erscheinung, Äußeres“)

Sehr höflich, da der Gesprächspartner damit nur indirekt angeredet wird (etwa vergleichbar mit „verehrte/r“ im Deutschen). Wird von Angestellten gegenüber Kunden und für sehr hoch stehende Persönlichkeiten benutzt, auch für Gottheiten oder vergötterte Personen. In Briefen wird in der Regel  -sama als Namenszusatz des Adressaten verwendet. Auf personifizierte Objekte angewandt drückt es mehr Zärtlichkeit als Respekt aus.
-san (siehe dort) ist von  -sama abgeleitet.

-san

 

さん

Neutrale Anrede unter erwachsenen Personen, die sich nicht kennen oder beruflich miteinander zu tun haben. Wird meist mit dem Nachnamen benutzt und entspricht damit „Herr/Frau“ im Deutschen. In Verbindung mit Beruf oder Titel wird  -san als generische Anrede benutzt, beispielsweise  okashiya-san („Herr Konditor“) oder  kōchō-san („Herr Rektor“).
Unter Japanern, die eng miteinander befreundet sind, wird  -san an den Vornamen angehängt. Auch gegenüber Ausländern kann man diese Form hin und wieder hören, vor allem in Verbindung mit Spitznamen.
Bisweilen wird bei Geschäftsverhandlungen sogar der Unternehmensname (Firma) des Partners mit der Anrede  -san belegt (z. B.  Yahoo-san).

-senpai/sempai

 

先輩

 

(ein Name muss nicht zwingend vorangestellt werden)

Diese höfliche Anrede wird für Mitschüler aus höheren Klassenstufen oder Kommilitonen aus höheren Semestern benutzt. Das Gegenstück zu  -senpai ist  kōhai (後輩), der Untergebene bekommt allerdings keine Ehrenbezeichnung und wird stattdessen mit  -kun angesprochen.

-sensei

 

先生

 

(wörtlich „früher geboren“) (ein Name muss nicht zwingend vorangestellt werden)

Diese Anrede wird für Lehrer, Ärzte, Anwälte, Politiker, Künstler, Kampfsporttrainer bzw. sonstige Autoritätspersonen benutzt, die bestimmte Fertigkeiten gemeistert haben.  -sensei wird entweder nur mit dem Nachnamen oder allein stehend gebraucht.

-shi

 

Dieses Suffix wird nur in der Schriftsprache verwendet und entspricht dem deutschen „Herr/Frau“. Es kommt vor allem in Briefen zur Anwendung, wenn von dritten Personen die Rede ist.

-oneechan

 

お姉ちゃん

 

oder -neesan

 

姉さん

 

(ein Name muss nicht zwingend vorangestellt werden)

Diese Anrede wird für die ältere Schwester benutzt.

-oniichan

 

お兄ちゃん

 

oder -niisan

 

兄さん

 

(ein Name muss nicht zwingend vorangestellt werden)

Diese Anrede wird für den älteren Bruder benutzt.

-imoutochan

 

妹ちゃん

 

oder -imoutosan

 

妹さん

 

(ein Name muss nicht zwingend vorangestellt werden)

Diese Anrede wird für die jüngere Schwester benutzt.

-otoutochan

 

お弟ちゃん

 

oder -toutosan

 

弟さん

 

(ein Name muss nicht zwingend vorangestellt werden)

Diese Anrede wird für den jüngeren Bruder benutzt, kann aber auch (als Einzel-Kanji) allgemein für Geschwister stehen.

-okachan

 

お母ちゃん

 

oder -kasan

 

母さん

 

(ein Name muss nicht zwingend vorangestellt werden)

Diese Anrede wird für die eigene Mutter benutzt.

-otouchan

 

お父ちゃん

 

oder -tousan

 

父さん

 

(ein Name muss nicht zwingend vorangestellt werden)

Diese Anrede wird für den eigenen Vater benutzt.
Antwort
von quarklabor, 66

also Höflichkeitsformen gibt es nur Teineigo, Sonkeigo und Kenjogo. Was du meinst sind Anreden und die können auch unhöflich sein. Eine lange Übersicht gibts bei Wikipedia.

Antwort
von Chazsmyr, 46

Ist wie im Koreanischen. Lieber ein Kind mit "Sie" anreden als einen wichtigen Mann mit "Du". ;-)

Aber mal im Ernst. Chan solltest du nur bei kleinen Kindern oder sehr guten Freundinnen benutzen.

Ansonsten ist das Japanische da immer noch einfacher als das koreanische mit seinen Sieben. Ich bin da echt froh, das ich mich als Ausländer nur mit den drei wichtigsten abgeben muss.

Viele Grüße!

Chazsmyr

Antwort
von KittyCat992000, 88

-chan wird oft als Verniedlichung benutzt. Z.b. wenn du eine gute Freundin ansprichst oder ein kleines Kind

Antwort
von DarkJohnson, 54

Also nur Suffixe oder so Sachen wie Sensei auch?

Kommentar von VojoSan ,

alles wenn möglich ^^

Kommentar von DarkJohnson ,

Okay also Sensei für Lehrer/Meister

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