Frage von Viki2012, 417

Was geschieht da eigentlich zurzeit in der Türkei?

Ich finde es echt erschreckend wie gefährlich die Türkei für Europa wird. Anstatt nach vorne zu gehen entwickelt sie sich auf eine beängstigende Weise immer weiter zurück. Pressefreiheiten und Meinungsfreiheiten werden total eingeschränkt und es wird sogar gewalttätig gegen alle die anderer Meinung sind vorgegangen seien es Demonstranten, andere Politiker oder die Medien wie zB. Zeitschriften. Das Problem ist, dass Europa und Deutschland dieses immer undemokratischer werdende Land nicht einfach abweisen kann oder Sanktionen verhängen kann, sondern aufgrund der Flüchtlingskrise von der Türkei abhängig ist. Dieser Erdogan hat doch echt einen totalen Schaden erst in seinem eigenen Land so etwas durchzuziehen und jetzt auch noch Europa und Deutschland vorschreiben zu wollen, was die Presse berichten darf und was nicht. Es ist wirklich erschreckend, dass er meint, er könnte erpresserischer Weise die deutsche Satiresendung stoppen, die sich über ihn lustig gemacht hat. Und dabei ist diese ja sogar noch vollkommen im Recht! Außerdem ist er ja nicht der einzige Politiker bei dem so etwas passiert. Die Medien sind eine wichtige und die vierte 'Gewalt' im Staat, die ebenfalls die Kontrolle übernimmt und gerade weil sie FREI ist eine so wichtige Rolle hat! Wie seht ihr das und was ist eure Meinung dazu?

Antwort
von Gamerfreakatari, 308

Ich denke das die Menschen dort (nicht akp Wähler) nicht böse oder schlecht sind, die haben nur einen verrückten oder anders denkenden als Staatsoberhaupt.

Kommentar von Modem1 ,

Den Erdogan verehren eine große Anzahl der Türken trotz seiner undemokratischen Vorgehensweise. Erdogan ist ein heimlicher Ungestalter der Türkei: Er versucht alle Kräfte kaltzustellen welche verhindern wollen das die Türkei von einen atheistischen Staatsgebilde zu einen Gottesstaat sich umgestaltet. Er hat jetzt Pluspunkte bekommen vom Volk weil er sich Beleidigungen aus Deutschland nicht gefallen lässt und Deutschland in die Knie geht.

Kommentar von KaeteK ,

Er versucht alle Kräfte kaltzustellen welche verhindern wollen das die
Türkei von einen atheistischen Staatsgebilde zu einen Gottesstaat sich
umgestaltet.

Ich sehe das anders - eher entgegengesetzt.  lg

Kommentar von Gamerfreakatari ,

Das ist halt so bei den Türkischen Bürgern, sie werden es sich nicht gefallen lassen sich abzuschotten.

Antwort
von voayager, 145

Was geschieht? Der türkische Staat betreibt gezielt eine restaurative Politik, zurück zu den Zeiten des Osmanischen Reiches, das besonders Erdogan und seine Sippe anvisiert. Das bedeutet automatisch Herr im Nahen Osten wieder sein zu wollen und dies mit aller Macht. Alle die dem im Wege stewhen, werden immer mehr Repressalien ausgesetzt, was nbesonders Journalisten div. Zeitungen und deren Verleger zu spüren bekommen. Natürlich sind auch und besonders die Kurden die Leidtragenden, da sie gat nach Unavhängigkeit streben, was ihnen der türkische Staat nicht verzeiht, dagegen hart vorgeht, wozu auch Bombardierungen der kurdischen Dörfer durch die türk. Luftwaffe gehört.

Antwort
von Maxieu, 111


"...wie gefährlich die Türkei für Europa wird."

Das ist doch nicht neu. Ich empfehle dir, dich einmal mit dem türkisch-griechischen Verhältnis im 20. Jh. zu beschäftigen, insbesondere mit der Behandlung der griechischen Bewohner Kleinasiens und Istanbuls, die durch die osmanische Eroberung und nach der Umwandlung des Osmanischen Reiches in nationalstaatliche Gebilde zu Bewohnern der Türkei geworden waren.

Die Türkei hält als NATO-Mitglied und Beitrittskandidat zur EU illegal Territorium
eines EU-Mitgliedsstaates (Zypern) besetzt und hat dort ebenso illegal ca. 65.000 Festlandstürken angesiedelt.

Sie macht Griechenland Teile der nach internationalen Verträgen zu GR gehörigen Ägäis streitig und sucht - z. T. auch militärisch - die Nähe zu den nördlichen Anrainerstaaten Griechenlands (Bosnien/ Albanien/ Kosovo/ Moslems Makedoniens/ türkische Minderheit in Bulgarien) - ähnlich, wie sie  
versucht,  für die Kaukasusvölker, Aserbaidschan und die Turkvölker Mittelasiens zum Gegenpol Russlands und Armeniens zu werden.
In Syrien spielt sie sich als Schutzmacht der Turkmenen auf.

Die Art, wie Auslandstürken in Westeuropa betreut werden, erlaubt den Rückschluss, dass auch hier die Türkei letztlich Expansionspläne verfolgt.

Man darf dieser Regierung - und auch realistisch möglichen anderen - nicht den kleinen Finger geben!


 







 

 

Kommentar von Germany99 ,

Also dass mit den nördlichen Anrainerstaaten von Griechenland ist nicht so wirklich korrekt dargestellt. Ist es nicht Griechenland, dass nach wie vor den Namen Mazedonien verteufelt. Ein griechischer Minister wurde unlängst gefeuert, weil er "Mazedonien" gesagt hat und nicht die erniedrigende Bezeichnung, die die Griechen für das Land haben. Die Griechen lassen ihre Nachbarn die größtmöglichen Nachteile erfahren: Mazedonien und Türkei vor allem. Griechenland wehrt sich zum Beispiel, dass Mazedonien in die EU aufgenommen hat, weil für die Griechen Land nicht wirklich ein eigenes Land ist, sondern eher abtrünnig von Griechenland ist.

Kommentar von Maxieu ,

Ich empfehle dir als Einstieg in die Thematik "Makedonien" die Wikipedia-Artikel "Makedonien" und "Streit um den Namen Mazedonien". Da wird dir hoffentlich schon deutlich, dass die Haltung der Griechen nicht einfach eine kindische, trotzige oder gar aggressive ist. In der westlichen Presse ist das Anliegen der Griechen nur sehr verkürzt vermittelt worden. Die mir bekannte beste Zusammenfassung findet sich in dem Buch: Olivier Delorme, La Grèce et les Balkans, III, S. 2005 ff.

Die Passage bei dir, "dass M. für die Griechen nicht wirklich ein eigenes Land ist, sondern eher abtrünnig von Griechenland ist",
geht komplett an der Realität der Auseinandersetzungen vorbei.
In Makedonien wurden noch in jüngerer Zeit bei offiziellen Anlässen Karten M.s verwandt, in denen z. B. Saloniki als Teil des (slawischen) M.s dargestellt wird. Ähnlich sieht es anscheinend in makedonischen Schulbüchern aus.
Der griechische Vorschlag, den Staat FYROM Neu-, Ober- oder Nord-Makedonien zu taufen, hat die makedonische Seite abgelehnt.

Aber hier ging es ja soundso um die Frage der Türkei, und die hat sich mehrfach in makedonische Fragen eingemischt, z. B. per Veto als es 2002/2003 darum ging das NATO-Kontingent in M. durch EU-Einheiten ("Concordia") abzulösen. Die Türkei befürchtete nämlich, bewaffnete EU-Einheiten könnten sich eines Tages in die zyprischen und ägäischen Streitigkeiten einmischen, und da hat die Türkei völkerrechtlich eine sehr schwache Position.

Sicher ist auch, dass die Türkei mit Wohlwollen den demographischen Wandel in M. verfolgt, der dazu führt, dass die albanisch-islamische Minderheit in absehbarer Zeit zur Mehrheit des Landes wird. (Kosovarische Verhältnisse zeichnen sich ab.)
Die Türkei könnte sich hier bei möglichen Konflikten auf eine alteingesessene türkische Minderheit stützen bzw. als deren Schutzmacht auftreten.

Antwort
von Germany99, 194

Erdogan war eigentlich mal ein guter Premierminister für die Türkei. Erst in den letzten Jahren, als Europa sich ein Stück weit von dem Land abgewandt hat, glaube ich hat er sich radikalisiert. Er hat sich Richtung Moskau und Osten gewandt, was heute teilweise wieder anders ist. Erdogan ist kein Wahlfälscher. Ich glaube dran, dass die AKP tatsächlich von der Hälfte der Wählerinnen und Wähler gewählt wurde. Aber er hat die Türkei ein Stück weit von dem eindeutig demokratischen Weg abgebracht. 

Heute ist das Problem der Türkei; der mangelnde Rechtsstaat. Gottseidank sind viele Gerichte, darunter auch das oberste nach wie vor unabhängig und werden es sicherlich auch bleiben - sehr zum Ärger Erdogans. Erdogan achtet den Rechtsstaat nicht mehr so, wie er es einmal getan hat. Ein Beispiele die Übernahme von mehren Medienanstalten. Er glaubt, dass er seine Macht manifestieren muss, damit sie ihm bleibt. Heute ist er sich nicht mehr so sicher, dass er ohne diese "Maßnahmen" lange im Amt bleiben kann. 

Die Wiederaufnahme des Kampfes gegen die PKK ist teilweise dumm, teilweise vernünftig. Sicherlich ist die PKK eine Bedrohung. Sie ist eine terroristische Organisation und darf eigentlich nicht existieren, es war aber dumm, die Friedensverhandlungen mit ihr aufzukündigen. Die HDP ist aber auch teilweise gestützt durch die PKK, dass muss man fairerweise dazusagen.

Die AKP ist im Grunde eine demokratische Partei, die nur den falschen "Führer" hat, nämlich Erdogan. Der jetztige Ministerpräsident Davutoglu ist ein vernünftiger Mann, der mir weitaus sympathischer ist und auch die Türkei wieder auf den rechten Weg bringen könnte. Ich hoffe es für das Land.

Eine Sache muss man Erdogan hoch anrechnen und ist hier sehr erwähnenswert: Er hat die Macht des Militärs extrem gestutzt und verhindert damit, dass es in der Türkei zu neuerlichen Militärputschen kommt, was wir doch alle noch weniger wollen können. 

Antwort
von YouKnow01, 30

Gefährlich? im Sinne das wir uns unabhängiger machen und uns nichts von Europäern sagen lassen das wir das richtige für uns machen und nicht hinter dem Westen her rennen ?

Antwort
von Dovahkiin11, 177

Meine Meinung ist: raushalten und das denen überlassen, die mehr Kenntnisse besitzen. Das Bild, das die Medien erzeugen, ist sehr eindeutig, aber ich verstehe das politische System in der Türkei zu wenig, um zu beurteilen, ob das schwarz-weiß Denken der Presse tatsächlich zutrifft oder ob nicht eine gezielte Dramatisierung vorgenommen wird.

Als eine russische Bürgerin vermeintlich hier vergewaltigt wurde, sah Deutschland in den russischen Medien genauso aus wie die Türkei bei uns. Und bis ich weitere persönliche Erfahrungen auf dem Gebiet gesammelt habe, halte ich mich mit Parolen und Unterstellungen zurück.

Kommentar von barfussjim ,

Was für Vergleiche du bringst.. *kopfschüttel*

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Du brauchst nicht mit dem Kopf zu schütteln. Und sofern du abgesehen von unangebrachten und obsoleten Gesten keinerlei Argumente vorzubringen hast, rate ich dir von Kommentaren ab.

Kommentar von barfussjim ,

Du vergleichst eine erfundene Propagandameldung, die von Neonazis und russischen Medien in die Welt gesetzt wurde, mit massiven und täglich stattfindenden Menschenrechtsverletzungen in der Türkei. Da schüttel ich den Kopf so viel wie ich will.

Kommentar von Dovahkiin11 ,

Auch wenn ich mich frage, was es dir bringt, Spannung durch herabwürdigende Gesten zu erzeugen...

Nein, tue ich nicht. Ich behaupte, dass die Medien in der Lage sind, eine Situation zu verfälschen und schlechter darzustellen, als sie ist, und ein politisches Feindbild zu erzeugen. Und aus nachfolgenden Gründen werde ich ganz sicher selbst beurteilen, was inwiefern davon zutrifft. Die Hintergründe spreche ich überhaupt nicht an, es gibt diverse andere Beispiele, in denen mit derartigen Mitteln gehetzt wurde. Der Hintergrund dieses Exempels spielt in dem Zusammenhang für mich überhaupt keine Rolle. 

Ich habe mit keinem Türken seitdem gesprochen, ich kenne das politische System nicht im geringsten und müsste mich auf die öffentlich rechtlichen Nachrichten als Argumentationsbasis beziehen, die zu genanntem in der Lage sind. Vielleicht sieht das bei dir anders aus, aber so bilde ich mir keine Meinung, und ich vertrete sie ganz sicher nicht derart in der Öffentlichkeit. Und das sehe ich als völlig legitim an. So habe ich gelernt, mir eine fundierte Ansicht zu bilden. 

Antwort
von JBEZorg, 127

Erdogan hat den Kurs auf Islamisierung genommen. Er schwört dabei dem säkularen Staat, der sich auf das weltliche Militär stützt ab. Mich interesiert auch schon wie er dass bei all dem Atatürk-Kult in der Türkei vekaufen will. Er verrät ja die Grundidee von Atatürk.

Kommentar von Germany99 ,

Da muss ich dir recht geben; Atatürk schien für eine freiere Türkei zu stehen, z.B. die Abschaffung der Kopftuchpflicht. Der islamisch-konservative Kurs ist in der Tat offensichtlich. 

Antwort
von josef050153, 86

Erdogan versucht gerade eine islamistische Diktatur zu errichten. Dazu hat er alle Verträge mit den Kurden gebrochen und den Islamischen Staat durch Ölkäufe unterstützt. Jetzt fällt ihm sein Lügengebäude auf den Kopf.

Antwort
von Akecheta, 199

Wenn man davon ausgeht, dass die letzten Wahlen nicht "getürkt" waren, haben die Leute dort ganz demokratisch ihn gewählt und das muss man akzeptieren - auch wenn es einem selbst nicht gefallen mag.

Mir würde auch nicht gefallen, wenn die Amis den Trump wählen würden.

Und dass die EU "hilflos" ist und sich erpressen lässt, stimmt so auch nicht. Sie lässt sich "erpressen", weil sie völlig uneins ist. Dass das andere nutzen, kann man ihnen nicht vorwerfen. Die EU nutzt ja ihre Stärke auch gerne aus, wenn sie da ist - ganz normal.


Antwort
von BiturboFan, 138

Man muss auch bedenken, Türkei hat keine Alternative zu der jetzigen Regierung. Zu oft wurden die Bürger über den Tisch gezogen, sie wurden beglügt und betrogen. Manchmal muss man Kompromisse eingehen, wenn es keine Alternative gibt.

Antwort
von pelin2504, 178

Genau deiner Meinung!

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