Frage von Lauftbeimirgeil, 107

Was genau wurde jetzt von der Regierung beschlossen, Thema cannabis als Medizin?

☝️

Antwort
von Anduri87, 8


Cannabis als Arzneimittel

Folgende Änderungen plant die Bundesregierung im Bezug auf Cannabis als Arzneimittel umzusetzen:

  • Krankenkasse übernehmen die Kosten für die Betäubungsmittel
  • Erhalt als Fertigarznei gegen Betäubungsmittelrezept in Zugelassenen Apotheken

Grundsätzlich ist es jedem Patienten möglich eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken die nach § 3 Absatz 2 BtMG für die Therapie eines einzelnen Patienten erteilt werden kann, sofern die Behandlung mit dem Betäubungsmittel im Hinblick auf das Krankheitsbild erforderlich ist und keine Versagungsgründe nach § 5 BtMG vorliegen. Eine Beurteilung über die Notwendigkeite einer solchen Behandlung trifft dabei das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukt genauer gesagt die Bundesopiumstelle individuell für jeden eizelnen Fall.

Grundvorraussetzungen sind gemäß der Bundesopiumstelle:

1. Vorlage eines aussagekräftigen (Fach-) Arztberichtes, der insbesondere folgende Angaben enthält:

1.1 Differenzierte Darstellung des Krankheitsbildes und der aktuell bestehenden Symptomatik (z.B. chronisches Schmerzsyndrom mit Darstellung der unterschiedlichen Schmerzkomponenten oder Multiple Sklerose mit therapieresistenter schmerzhafter Spastik).

1.2 Angabe der bisher durchgeführten medikamentösen Therapie mit Fertig- und/oder Rezepturarzneimitteln zur Behandlung der Erkrankung bzw. Symptomatik (einschließlich Angaben zur Dosierung und Anwendungsdauer). Angaben dazu, aus welchem Grund eine Therapie nicht weitergeführt wurde (z.B. nicht ausreichende/fehlende Wirksamkeit und/oder nicht zumutbare Nebenwirkungen).
1.3
Darstellung des sog. Compliance- Verhalten der Patientin / des Patienten, d.h. Angaben darüber, ob eine Bereitschaft zur Einhaltung von Therapieempfehlungen und Anweisungen des behandelnden Arztes in der Vergangenheit bestanden hat.
1.4
Eine Erklärung, dass zur Behandlung der Erkrankung bzw. der vorliegenden Symptomatik keine vergleichbar geeigneten Therapiealternativen vorliegen und/oder nicht zur Verfügung stehen (z.B. Vorlage einer Bescheinigung der Krankenversicherung, dass die Kosten für eine wirksame Therapie mit Dronabinol nicht übernommen wurden).
1.5
Vorlage einer patientenbezogenen Risiko-Nutzen-Einschätzung bezüglich der Anwendung von Cannabis.

2.
Angaben der betreuenden/begleitenden ärztlichen Person zur Dosierung des beantragten Betäubungsmittels unter Berücksichtigung des Gehaltes an Delta-9-Tetrahydro-cannabinol (Erklärungsvordruck Arzt- erhältlich über die Homepage des BfArM unter Bundesopiumstelle / Formulare).

3.
Eine Erklärung der verantwortlichen Person für die Einhaltung der betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften (Erklärungsvordruck für den Verantwortlichen erhältlich über die Homepage des BfArM unter Bundesopiumstelle / Formulare).

4.
Eine lesbare beidseitige Kopie des Personalausweises der Patientin/ des Patienten. Die persönlichen Daten werden unter Bezug auf §7 BtMG i.V. mit § 13 Bundesdatenschutzgesetz erhoben und elektronisch gespeichert. Augenfarbe, Körpergröße und ausstellende Behörde auf der Ausweisrückseite dürfen geschwärzt werden.

5.
Eine Erklärung der Antragstellerin/des Antragstellers, wie das Betäubungsmittel vor dem unberechtigten Zugriff Dritter geschützt werden soll.



http://www.bfarm.de/SharedDocs/Formulare/DE/Bundesopiumstelle/BtM/Cannabis_Antra...

http://www.bfarm.de/SharedDocs/Formulare/DE/Bundesopiumstelle/BtM/Cannabis_Erkla...

http://www.bfarm.de/SharedDocs/Formulare/DE/Bundesopiumstelle/BtM/Cannabis_Erkla...

Wenn all das getan ist und die Bundesopiumstelle ihren Antrag annimmt können sie über eine Apotheke mit ensprechender Zulassung zum Handel mit Betäubungsmitteln ihr medizinisches Cannabis einnehmen.

Lg, Anduri87

Antwort
von grauerpanther04, 6

Ganz klar ist die konkrete Umsetzung noch nicht aber die wichtigsten Kernpunkte kann man hier nachlesen: https://m.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/05/2016-05-04-gesetz-cannab... Im Prinzip im Gegensatz zu den Mischformen in Kanada, USA, israel etc hier rein um die medizinische Anwendung und vor allem auch um die Kostenerstattung für tatsächlich schwerkranke Patienten. In den USA ist bekannt, dass neun von zehn medicinal Cannabis Beziehern eigentlich Freizeitkonsumenten sind. Das kann man im Sinne einer liberalen Drogenpolitik begrüßen aber gleichzeitig verschärft es die Ungerechtigkeit im Gesundheitssystem. Miley Cyrus, Puff Daddy etc dampfen freudig vor sich hin, schwerstkranke Patienten können sich das aber nicht leisten, weil die Krankenkassen es nicht erstatten. Solange Freizeit und therapeutischer Konsum nicht sauber getrennt werden, ist das auch nicht finanzierbar und wer will das wirklich? In Kanada und Israel sind die Probleme bei der Erstattung ähnlich, weshalb beide Regierungen für die medizinische Anwendung weg vom Gras und hin zu Extrakten etc. kommen wollen. Ich versteh immer noch nicht, warum keine Gruppe sich für eine Tolerierung des Konsums und eine klare Abgrenzung Medizin/Freizeit stark macht, denn nur so kommt man zu einer sozialen und medizinisch ausgewogenen Lösung. Oder wollen wir so ein System haben, in dem die Reichen öffentlich mit ihrer bullshitduagnose rauchen dürfen und die Armen keinen Zugang zu einer lebenswichtigen Therapie haben. Das ist nämlich gerade die Realität im gelobten Land von Freiheit und Abenteuer

Antwort
von voayager, 18

Ein ungemein kleinkarierter Beschluß, lediglich gewissen Schwerkranken Cannabis zuzugestehen. All die Bundesregierungen haben Schiß, dass durch die Freigabe dieser Droge die Pharmakonzerne Einbußen hinnehmen würden, daher blieb und bleibt alles dsbzgl. auch weiterhin repressiv.


Antwort
von brentano83, 20

Richtig durchblicken tu ich da derzeit auch nicht mehr... Das ganze ist auch nichts neues , eigtl sollte das ja alles schon dieses Jahr über die Bühne gehen (laut mortler).... So wie es jetzt aussieht soll bis Anfang 2017 der Zugang erleichtert werden und die Kassen sollen die kosten über nehmen... Jedoch können es nach wie vor nur austherapierte beziehen (wohl ohne weniger Aufwand) , wenn ich nicht irre... Guter und wichtiger schritt , aber meiner Meinung nach hätten sie das noch mehr lockern sollen... ZB das generell HIV positive , Krebs Patienten und co es auch so beziehen können, als begleit Therapie.... So ist es nach wie vor, mal hart ausgedrückt, für die wirklich Tod geweihten..... 

Aber, ich vermute mal das sich anschließend nochmal was ändern wird.. Man bedenke die aktuellen Freisprüche, da wird sicher manch ein Patient jetzt einfach so selbst anbauen... 

Antwort
von Pudelwohl3, 47

Cannabisprodukte - Blüten, Pollen - ärztlich verordnet (z.B. zur Schmerztherapie) sollen von den Krankenkassen bezahlt werden.

Antwort
von shansimit, 69

Wenn du zum Beispiel starke schmerzen hast dann darfst du mit Rezept Cannabis erhalten!

Kommentar von VBHHerzog ,

noch ist nichts beschlossen,hoffe aber das der gesetzesentwurf durchkommt

Kommentar von shansimit ,

ne das gibt es schon!

Kommentar von shansimit ,

es gibt es schon!

Kommentar von VBHHerzog ,

wurde grade eben beschloßen.

aber nun zahlen es auch die krankenkassen, was sie vorher nicht taten

Kommentar von shansimit ,

jep

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