Was genau versteht man unter Lobbyismus und wie läuft der Prozess ab?

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4 Antworten

Lobbyisten sind die zumeist von Konzernen abgesandten "Drücker", die Politikern das aufschwatzen, was die Konzerne gerne hätten, ähnlich dem, wie manch ein Drücker einer 100jährigen Blinden auch 10 Wochenzeitschriftenabos aufschwatzt ode es versuchen würde.

Das Besondere an der Sache ist der Effekt der sozialen Position, die jemand innerhalb der Gesellschaft einnimmt. Politiker, Akademiker, sehr reiche Menschen oder solche, die sich gerne mit Titeln behängen lassen, sind zum erheblichen Teil auch Menschen, die von ihrer eigenen Nahezu-Unfehlbarkeit überzeugt sind.

Eine Putzfrau dazu zu bringen, daß sie voller Überzeugung etwas tut, das ihr und anderen nur Verluste einbringt, ist relativ schwierig, selbst wenn es nur um 10 Euro geht. Jemanden, der sich für einen Quasi-Gott hält, mit Dumpfsprüchen eben mal einige Millionen aus der Tasche zu leiern oder ihn dazu zu verleiten, anderen einen Riesenschaden zuzufügen, ist dagegen deutlich leichter.

Notfalls helfen hin und wieder auch kleine Bonbons als Köder, um jemanden davon zu überzeugen, das zu tun, was er eigentlich nicht wollte. Solche Bonbons müssen nicht immer dick gefüllte Briefumschläge sein. Ein in Aussicht gestellter lukrativer Posten im Falle der Gefälligkeitserweisung tut es auch schon, wenn deutlich wird, daß solche Zusagen auch eingehalten werden.

Manche Lobbyisten sind aber lediglich Trojaner. Sie geben sich als Volksvertreter aus, lassen sich wählen und schaffen es nicht selten sogar, innerhalb der Politik einen oberen Rang zu bekleiden.

So etwas funktioniert jedoch nur, wenn dafür auch die sonstigen Bedingungen über genügend lange Zeiträume hinweg stimmen. Insbesondere das Wahlverhalten des Volkes gehört dazu, wo es auf Mehrheitsentscheidungen ankommt.

Hier sollte man sich klar machen, was "Volk" wirklich ist. Das sind nicht wirklich die 82 Mio. Bewohner Deutschlands bzw. die vielleicht 42 Mio. Wahlberechtigten, sondern es sind die recht wenigen, die mit dem eigenen Kopf denken, kritisch hinterfragen und stets über den Tellerrand schauen. Alle übrigen sind lediglich die durch Medien usw. ferngesteuerten Bioroboter, denen aber auch das Wahlrecht gewährt wird, so daß meistens solche Bioroboter die Mehrheit darstellen.

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Die zahlenmäßig allermeisten Lobbyisten stammen aus Konzernen und Unternehmensverbänden. Sie sitzen zwar nicht im Bundestag, aber sie haben dort ungehinderten Zutritt (Hausausweise) und enge Kontakte zur Politik.

https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/lobbyliste

Weiterhin wird erheblicher Einfluß über Leihbeamte ausgeübt.

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Kommentar von misterxyzjk
29.11.2016, 21:32

Vielen Dank für Antwort und Video:)

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Das können auch Interessensvertreter von Hilfsorganisationen, Umweltschutz etc. sein. Für den Bundestag dürfen die vertretenen Parteien sogenannte Hausausweise, also Zutrittsberechtigungen für entsprechende Vertreter ausstellen.

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Diese Leute schwirren nicht nur im Bundestag herum, in Bruessel sitzen sie zu Hauf, um Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen.

Ganz offensichtlich sind die Pateispenden, diese werden nicht nur aus Jux und Dallerei gegeben, sie beinhalten auch eine entsprechende Erwartungshaltung der Spender. Somit kommen dann Entscheidungen zustande, die die Interressen der Spender beruecksichtigen.

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