Frage von sirenchen1, 27

Was genau umfasst das Aufenthaltsbestimmungsrecht?

Was genau umfasst das Aufenthaltsbestimmungsrecht?

Die Eltern haben das gemeinsame Sorgerecht und auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht gemeinsam. Das Kind (12 Monate) lebt bei der Mutter. Der Vater will nun immer und jederzeit wissen wo sich sein Kind aufhält. Wenn die Mutter die Oma besuchen will (300km weit weg) erwartet er das sie das nur tut wenn er seine Zustimmung gibt. Beim letzten Besuch wollte die Mutter den Aufenthalt kurzfristig um 2 Tage verlängern. Das hat er verboten und ihr mit der Polizei gedroht. Nun will der Kindsvater nicht das die Tochter Kontakt zu ihrem Opa hat (Tochter und Vater hatten ein halbes Jahr keinen Kontakt wegen einem dummen Streit). Er will ihr verbieten das die Enkelin ihren Opa besucht.

Die Kindsmutter will weder weg ziehen noch irgendwelche Auslandsreisen unternehmen. Sie möchte einfach jederzeit frei entscheiden können ob, wann und wie lange sie ihre Verwandtschaft besucht, ohne Angst haben zu müssen das der Kindsvater mit der Polizei vor der Tür steht.

Deshalb meine Frage, was genau umfasst das Aufenthaltsbestimmungsrecht? Kann der Vater bei „Urlaubsreisen im Land“ oder Verwandschaftsbesuchen mit reden? Darf er mit bestimmen ob die Kleine Kontakt zum Opa hat.....

Vielen Dank schon mal für die Antworten J

Antwort
von Menuett, 10

§ 1685
Umgang des Kindes mit anderen Bezugspersonen

(1) Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.

(2) Gleiches gilt für enge Bezugspersonen des Kindes, wenn diese für
das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben
(sozial-familiäre Beziehung). Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung
ist in der Regel anzunehmen, wenn die Person mit dem Kind längere Zeit
in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat.

(3) § 1684 Abs. 2 bis 4 gilt entsprechend. Eine Umgangspflegschaft nach § 1684 Abs. 3 Satz 3 bis 5 kann das Familiengericht nur anordnen, wenn die Voraussetzungen des § 1666 Abs. 1 erfüllt sind.

Der Vater hat zwar ein Auskunftsrecht - d.h. wenn er fragt muß ihm geantwortet werden. Damit ist aber nicht gemeint, dass er über jede Minute informiert werden muß.

Während des Alltags bestimmt sie, wo sich das Kind aufhält. Steht im § 1687 BGB.

Selbstredend darf sie auch zu ihren Eltern und dort zwei Tage länger bleiben. Die Polizei hat da gar keine Handlungsmöglichkeit, das ist Zivilrecht, nicht Strafrecht.

Die Großeltern haben sogar ein eigenes Umgangsrecht.

Ich empfehle der Mutter dringend, sich beim Jugendamt beraten zu lassen.

§ 1687
Ausübung der gemeinsamen Sorge bei Getrenntleben

(1) Leben Eltern, denen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht,
nicht nur vorübergehend getrennt, so ist bei Entscheidungen in
Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung
ist, ihr gegenseitiges Einvernehmen erforderlich. Der Elternteil, bei
dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder auf
Grund einer gerichtlichen Entscheidung gewöhnlich aufhält, hat die
Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen
Lebens. Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens sind in
der Regel solche, die häufig vorkommen und die keine schwer
abzuändernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Solange
sich das Kind mit Einwilligung dieses Elternteils oder auf Grund einer
gerichtlichen Entscheidung bei dem anderen Elternteil aufhält, hat
dieser die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten der
tatsächlichen Betreuung. § 1629 Abs. 1 Satz 4 und § 1684 Abs. 2 Satz 1 gelten entsprechend.

(2) Das Familiengericht kann die Befugnisse nach Absatz 1 Satz 2 und 4
einschränken oder ausschließen, wenn dies zum Wohl des Kindes
erforderlich ist.

§ 1685
Umgang des Kindes mit anderen Bezugspersonen

(1) Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.

(2) Gleiches gilt für enge Bezugspersonen des Kindes, wenn diese für
das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben
(sozial-familiäre Beziehung). Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung
ist in der Regel anzunehmen, wenn die Person mit dem Kind längere Zeit
in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat.

(3)
§ 1684 Abs. 2 bis 4 gilt entsprechend. Eine Umgangspflegschaft nach §
1684 Abs. 3 Satz 3 bis 5 kann das Familiengericht nur anordnen, wenn die
Voraussetzungen des § 1666 Abs. 1 erfüllt sind.

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