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Was genau sind eigentlich Stammzellen?

gefragt von amalia am 26.12.2007 um 14:00 Uhr

Ich lese immer wieder mal Berichte über Stammzellenforschung, aber was sind denn eigentlich Stammzellen?


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Wieselchen
beantwortet von Wieselchen am 26. Dezember 2007 14:01
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Stammzellen sind Körperzellen, die noch nicht ausdifferenziert sind. Das heißt, sie liegen noch nicht in einer Form vor, die sie für ihre Verwendung im Organismus spezialisiert (zum Beispiel als Hautzelle oder Leberzelle), vielmehr ist ihre spätere Verwendung noch offen. Stammzellen sind in der Lage, ständig neue, organspezifische Tochterzellen zu erzeugen und sich dabei selbst zu erhalten. Hierzu befähigt sie ein noch nicht vollständig geklärter Mechanismus von asymmetrischer Zellteilung, der es ihnen erlaubt, einerseits Tochterzellen mit Stammzelleigenschaften zu generieren, andererseits andere Tochterzellen mit größerer Ausdifferenzierung hervorzubringen[1]. Über das jeweilige Schicksal der Zellen entscheidet dabei vor allem das biologische Milieu, in dem sie sich befinden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stammzellen


Minax
beantwortet von Minax am 26. Dezember 2007 14:03
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Am besten liest du dir mal Wiki durch: http://de.wikipedia.org/wiki/Stammzelle

Es ist einfach zu komplex, um es hier in zwei Sätzen zu formulieren.


Falstaff
beantwortet von Falstaff am 26. Dezember 2007 17:32
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Jedes Körpergewebe hat spezialisierte Zellen, z.B. Muskelzellen oder Nervenzellen. Diese Zellen können zwar bestimmte Funktionen sehr gut erfüllen, verlieren aber die Möglichkeit, sich zu teilen. Man kann z.B. keine Nervenzellen anzüchten - der Körper muss mit derselben Zahl auskommen, die die er als Säugling mitbekommen hat (die Vernetzung machts dann, bei den Nervenzellen ...). Leberzellen oder Hautzellen können sich zwar noch teilen und damit Defekte ausgleichen, aber natürlich nicht in Nervenzellen oder ähnliches umwandeln).

Also: Je höher entwickelt die Zelle ist, umso weniger kann sie sich umwandeln. (So ähnlich ist das bei Menschen ja auch: Ein Säugling kann zu einem Klempner oder einem Dirigenten werden, aber es ist ziemlich schwierig, einen Dirigenten zum Klempner umzuschulen, und vermutlich unmöglich, ihn zum Balletttänzer zu machen ...)

Da aber alle Zellen aus einer befruchteten Eizelle entstehen, muss diese Eizelle und ihre 'Tochterzellen' die Fähigkeit haben, sich in jede Art von Zellen zu entwickeln (man sagt 'zu differenzieren'). Wenn man also künstliche Muskeln oder Knorpel oder was auch immer züchten will, dann benötigt man ebendiese Zellen als Rohmaterial - daher sind Stammzellen für die Biotechnologie und besonders für die Forschung so begehrt. Diese embryonalen Stammzellen erhält man eben nur aus befruchteten Eizellen, d.h. indem man einen Fötus 'opfert'. Man kann diese Zellen dann allerdings für eine Zeit in Kultur halten und für verschiedene Dinge verwenden.

Was man nicht verwechseln sollte: der Begriff Stammzellen wird auch für hämatologische Stammzellen verwendet, d.h. Zellen, die jeder Mensch in seinem Knochenmark herumträgt. Da Blut aus vielen verschiedenen Zellen besteht, besitzt der Körper Zellen, die sich in diese Bestandteile (rote und weisse Blutkörperchen, Blutplättchen) differenzieren können. Aus einer hämatologischen Stammzelle kann man aber keine Nervenzelle züchten. Hämatologische Stammzellen sind aber extrem wichtig in der Krebstherapie, da man mit ihnen (nach entsprechend radikaler Chemotherapie) das gesamte blutbildende System von einem Menschen zum anderen übertragen kann (sog. Knochenmarkstransplantation).

Ethisch verträglicher wäre es, Zellen 'rückzudifferenzieren', d.h. aus z.B. Hautzellen wieder Stammzellen zu produzieren. Das ist aber bisher nicht möglich. Länder, die die Forschung mit embryonalen Stammzellen erlauben (z.B. Israel, Südkorea), haben daher einen starken Wettbewerbsvorteil hinsichtlich biotechnologischer Anwendungen wie Gewebeersatz etc.




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