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Was genau sind eigentlich DECT-Telefone?

gefragt von olive am 11.04.2007 um 12:09 Uhr

Ich habe gehört, dass man mit DECT-Telefonen die Strahlenbelastung verringern kann. Ich weiß aber nicht, wie das funktioniert und wie sich diese Telefone von anderen unterscheiden. Weiß jemand von euch, was dahinter steckt?


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Reply


Tilmann
beantwortet von Tilmann am 11. April 2007 12:18
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DECT steht für "Digital Enhanced Cordless Telecommunications" und ist ein Standard für schnurlose und Mobiltelefone sowie für kabellose Datenübertragung im Allgemeinen. DECT ist definiert im ETSI-Standard EN 300 175. DECT ist der Nachfolger des CT1- und des CT2-Standards.

Sendeleistung und spezifische Absorptionsraten

Für einen reibungslosen Betrieb sendet eine DECT-Basisstation auch außerhalb der Gesprächszeit dauerhaft Impulse, um den Mobilgeräten die Synchronisation zu ermöglichen. Hierfür können Short Bursts verwendet werden, die nur ein Viertel der Dauer der normalen Bursts haben, so dass sich die mittlere Sendeleistung entsprechend verringert. Die Maximalleistung bleibt dagegen unverändert, unabhängig von der Entfernung von der Basisstation zum Mobilteil oder sonstigen Empfangsbedingungen. In bestimmten Kreisen stehen DECT-Geräte daher wegen hoher Elektrosmogbelastung in der Kritik.

Die maximale Sendeleistung von Basisstation und Mobilteil beträgt jeweils 250 mW. Die mittlere abgestrahlte Leistung eines DECT-Gerätes beträgt max. ca. 9 mW. Daraus resultieren spezifische mittlere Absorptionsraten (SAR) von unter 0,1 W/kg, die weit unter dem empfohlenen Grenzwert von 2 W/kg liegen. Die Absorptionsraten während der gepulsten Bursts liegen jedoch um den Faktor 27 höher und überschreiten damit (wenn auch nur jeweils für kurze Zeitabschnitte) den Grenzwert. Da sich die elektromagnetischen Grenzwerte in Europa ausschließlich an der Erwärmung von menschlichem Gewebe orientieren, wird hier jedoch nur die mittlere Absorptionsrate berücksichtigt. Eventuelle Auswirkungen, die nicht auf Erwärmung ausgerichtet sind (z.B. Nervenstörungen) werden dabei nicht berücksichtigt. Inzwischen bieten einige Hersteller sogenannte "Low Radiation" DECT-Telefone an. Diese reduzieren (je nach Modell) die Sendeleistung des Mobilteils, wenn es sich in unmittelbarer Nähe zur Feststation befindet. Weiterhin wird das oft kritisierte Dauersenden der Basisstation beim Auflegen des Mobilteils in die Feststation beendet. Der Begriff ECO-DECT findet eine immer weitere Verbreitung um diese Funktionen zu beschreiben.

Kommentar von 19c74a11a0b9beeba55000d58bf579b9smallTilmann am 11. April 2007 13:16

Nachtrag: Diese Seite befasst sich mit der Strahlung schnurloser Telefone: www.handywerte.de


anonym
beantwortet von occident am 11. April 2007 12:37
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Im Vergleich womit möchtest du denn die Strahlenbelastung vermindern?
Die alten Schnurlostelefone nach Standard C1+ sind besser, da sie nur beim Telefonat senden und strahlen. Ein Festnetztelefon strahlt überhaupt nicht.
Problem ist nur, dass du nur noch DECT Telefone bekommst. Hier müsstest du darauf schauen, dass du die neueste Technologie kaufst, bei der das Telefon strahlungsfrei ist, wenn es in der Basisstation steckt. Der Großteil der DECT Telefone, die auf dem Markt sind, strahlen auch bei Nichtbenutzung. Und das ist eben das Problem!

Also folgende Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen:

::Stellen sie die Basisstation dort auf, wo sie sich nicht ständig aufhalten, zum Beispiel im Flur. Meiden Sie Kinder-, Schlaf- und Wohnzimmer. Stellen sie sie nicht direkt auf den Schreibtisch.

::Führen sie nur kurze Telefonate.

::Oder, wie erwähnt ein neu entwickeltes kaufen, das in der Basisstation nicht strahlt.

Kommentar von Simple_avatar5smallthonik am 11. April 2007 15:18

"Ein Festnetztelefon strahlt überhaupt nicht" stimmt so nicht. Das ist die Sache mit Äpfeln und Birnen. Festnetz ist alles, was nicht Mobilfunk ist, wo also ein Stecker aus der Wand kommt. Und wenn jetzt an dem Stecker ein DECT dranhängt, dann strahlt das Festnetztelefon sehr wohl.

Kommentar von 7921be1fd120359da3cf9b528919b68dsmallMikatto am 11. April 2007 17:45

er meinte sicherlich ein schnurgebundenes Telefon

Kommentar von occident am 11. April 2007 18:49

So ist es.


Mikatto
beantwortet von Mikatto am 11. April 2007 13:31
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Die Tips von occident sind schon mal ganz gut.

Wie kommst du auf die Idee gerade mit DECT irgendeine Strahlungsbelastung zu mindern? Gerade diese Telefone "verseuchen" mit ihrer gepulsten Dauerstrahlung ganze Häuser.

Fakt ist, dass die Basisstation im Umkreis von etwa 10 m. die meiste Strahlung abgibt, auch durch Wände und Decken! Also ein Schlafzimmer direkt über oder unter einer Basistation im anderen Zimmer ist auch sehr schädlich, da man im Schlaf am empfindlichsten ist.

Diese neuen "low radiation" Telefone sind nur bedingt eine Alternative, da man das Telefon ja nicht dauernd auf der Station liegen hat, sondern, deshalb hat man ja ein schnurloses, zumindest den Tag über woanders liegen hat bzw. mit sich rumträgt.

Oder es gar nachts auf den Nachtisch legt. Nur strahlt dann die Basisstation eben genauso ständig.

Ich habe ein Schnurtelefon mit langem Kabel und zusätzlich ein altes schnurloses analoges CT1-Telefon, die bekommt man aber praktisch nur noch selten auf ebay, kaum noch in Läden, die Lizenz läuft2008 aus.

Kommentar von 7921be1fd120359da3cf9b528919b68dsmallMikatto am 11. April 2007 16:03

oh ein Strahlungsungläubiger hat mich bewertet. Vielen Dank und weiterhin ein gutes Leben im Strahlungslangzeitversuch.....

Kommentar von 683cd8be911c3897e982ad9db4016ba4smallcritter am 11. April 2007 16:21

Dafür bekommst Du von mir einen Pluspunkt.
Was mir jedoch nicht klar ist: Wie kann man an ein und derselben Telefonleitung ein Schnurtel. und ein schnurloses Tel. benutzen? Das würde ich auch gern, weiß aber nicht wie.

Kommentar von C8fa8e7e3918dd09ebe0b6520e8e0550small Weiser am 11. April 2007 17:39

Die beiden Telefone sind parallelgeschaltet. Die Signale der Telecom gelangen an beide Eingänge. Sie sind stark genug, beide Telefone zu betreiben.

Kommentar von 7921be1fd120359da3cf9b528919b68dsmallMikatto am 11. April 2007 17:44

weiser hat recht. Ich hab auf die Dose einfach einen Verteiler gesteckt, gibts in jedem Elektrofachgeschäft, da kann man bis zu drei Geräte anschließen. Bei Anruf klingeln dann beide angeschlossenen Telefone. Noch ein Vorteil: man kann ein Gespräch mit einem Anrufer gleichzeitig von beiden Geräten aus führen, also z.B. zu dritt telefonieren ;-)

Kommentar von C8fa8e7e3918dd09ebe0b6520e8e0550small Weiser am 11. April 2007 17:48

Genau! Prima Konferenzschaltung! Allerdings kann sich der Partner auch einklinken wenn es nicht erwünscht ist. Zum Glück merkt man es. Die gute alte Post hat solche Vielfachanschlüsse nicht geduldet.




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