Frage von KEKO174, 32

was genau ist Sozialismus?

Da mich der Soziallismus sehr interessiert, aber leider auch so umfassend ist, würde ich gerne mal ein paar Fakten über den Sozialismus wissen. Pro und Kontras sind auch interessant.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von alashatt, 15

In der Semantik der bürgerlichen Gesellschaft haben viele insbesondere politische Begriffe eine willkürliche und ahistorische Bedeutung. Willkürlich deshalb, weil es sich bei den Definitionen um Abstraktionen handelt, die leicht austauschbar sind, wenn man andere individuelle Maßstäbe setzt. Daraus folgt auch die Ahistorizität - die Abstraktion wird zur Idee, Ideen können in jeder beliebigen Epoche gefunden werden, auch wenn sehr wichtige, konkrete Unterschiede bestehen, welche sie in einen historischen Kontext bringen. Kurz gefasst: Ideen haben keine Geschichte. Das beste Beispiel dafür bietet "Sozialismus". Nicht nur, dass es tausende verschiedene Definitionen dafür gibt, die teilweise sehr verschieden sind, sie sind größtenteils auch unbrauchbar. Definiere Sozialismus als "sozial bewusste Gesellschaft ohne eine große Schere zwischen Arm und Reich" und man kann die nordischen Länder als "sozialistisch" bezeichnen, wenn man so will. Selbst wenn wir die Definition nehmen, welche der marxistischen am ehesten entspricht: "Gesellschaft ohne Privateigentum" könnte jemand hingehen und sagen, die sogenannten Wächter im platonischen Idealstaat würden "sozialistisch" leben, also sei Platons Idealstaat ein "sozialistischer" Ansatz gewesen, obwohl die Forderung nach Aufhebung des Privateigentums bei Platon ganz andere Motive und Implikationen hatte als heute im 21. Jahrhundert.

Die Ersten, die dem Begriff "Sozialismus" eine konkrete, wissenschaftliche, alles andere als willkürliche Definition verpasst haben, waren Marx und Engels in der "Deutschen Ideologie": "Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben [wird]. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt." ("Kommunismus" und "Sozialismus" waren bei Marx und Engels austauschbar.) Mit dem "jetzigen Zustand" sprachen sie von der kapitalistischen Gesellschaft. Klassengesellschaften beinhalten gesellschaftliche Spannungen ("Antagonismen"), weshalb es auch im Kapitalismus zu Bestrebungen kommt, ihn zu negieren. Kommunismus/Sozialismus bedeutet also den Kapitalismus zu überwinden.

Aus dieser kurzen, scheinbar simplen Definition ergeben sich zahlreiche Schlussfolgerungen. Zuallererst, weil Marx und Engels argumentierten, dass dies notwendig sei, die Ersetzung des Privateigentums durch gesellschaftliches "Eigentum" an Produktionsmitteln, in anderen Worten: Die Aufhebung des Privateigentums. Engels schrieb auch, dass die Forderung der Kommunisten sich durch diese Formulierung abkürzen ließe. Aber das auch nur, weil sich daraus (zumindest mit marxistischen Hintergrund) viel mehr ableiten lässt: Eine (entwickelte) Gesellschaft ohne Eigentum ist auch klassenlos, sexuell emanzipiert, gesellschaftlich bewusst, ohne nationale Grenzen, frei von Märkten und Staaten und verabschiedet sich vom Wert (als von Menschen in materielle Güter hineininterpretierte Eigenschaft). Desweiteren bekommt der Sozialismus dadurch, dass er eine Bewegung ist, eine moralische und ideologische Bedeutung. Logisch, Menschen entscheiden sich nicht dafür, den Kapitalismus zu überwinden, weil es "rational" oder "vernünftig" ist. 

Das sind aber alles wie gesagt Schlussfolgerungen und keineswegs zwangsläufig moralische Präferenzen. Den Sozialismus als negierende Bewegung statt als positive Forderung zu verstehen, ist zumindest in marxistischen Kreisen unheimlich wichtig. Um den Sozialismus umfassend zu begreifen, würde ich empfehlen, sich mit dem Marxismus zu beschäftigen. Dann versteht man übrigens auch die willkürlichen Definitionen vollständiger.

Antwort
von Modem1, 17

Vergesellschaftung von Privateigentum an Produktionsmittel.

Antwort
von Hyperdinosaurus, 27

Sozialismus geht von dem Zusammenhalt einer Gemeinschaft aus, wo keine großen Unterscheide zwischen den Gesellschatfsmitgliedern hinsichtlich ihrer Mittel zur Teilhabe am öffentlichen Leben bestehen.

Dem Spagat zwischen Reichen und Armen würde im Sozialismus durch mehr Ausgleichszahlungen entgegen gewirkt werden.

Antwort
von jessiehp, 32

Im sozialismus geht es darum, dass alle Bürger eines Landes von grund auf gleichberechtigt und mit denselben Mitteln leben..
Das bedeutet zwar, dass es kuam arme menschen gibt aber auch, dass reichtum fast unmöglich sein sollte..
Natürlich ist dadurch der Kapitalismus hinfällig.. Es müsse eine Planwirtscht geben, die von der Regierung gesteuert wird, demzufolge sind die wichtigsten(oder alle?) unternehmen verstaatlicht.

Sozialismus ist eine utopie, da alle mensche neidisch sind und nach mehr gieren..

Außerdem wird der sozialismus oft als vordtufe des kommunismus angesehen..

Kommentar von Hyperdinosaurus ,

So wie du die Umsetzung von Sozialismus beschreibst gäbe es kaum eine Unterscheidung zum Kommunismus. Sozialistische Ideen lassen auch liberale Gesellschaftsordnungen zu, wo nicht  alles in staatliche Hand gelegt wird.

Kommentar von jessiehp ,

hatte ja auch eher die wirtschafzlichen aspekte genannt.. sozial und politsch gibt es da wohl unterschiede..

Antwort
von sandra01, 31

der sozialismus war ein traum, der nicht ausgereift und zum scheitern verurteilt war, weil die falschen politiker an der macht waren - ich rede jetzt von der DDR....marx und engels hatten ganz andere vorstellungen davon, wie der sozialismus hätte sein sollen


Kommentar von voayager ,

du hast nix verstanden, denn es sind weniger die Politiker-Nieten, die alles mit vergeigten, sondern es sind in erster Linie die unzulänglichen Zugangsvoraussetzungen, die ein Scheitern verursachen. Und dann isses auch so, je unzulänglicher die Gesellschaft, desto eher gedeiehn dann auch unzulängliche Politiker, das bildet gewissermaßen einen Guß.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten