Frage von 240529091606035, 74

Was genau ist ein Mahnbescheid - Kann mir das jemand erklären?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Rechtsfrage. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von KaterKarlo2016, 12

Guten Abend,

Einfacher nachzulesen u.g. als zu erklären. Beantwortet alle Fragen

Mit dem gerichtlichen Mahnbescheid macht ein Gläubiger seine
Forderung gegen den Schuldner über das Gericht geltend.


Der gerichtliche Mahnbescheid hat zwei wichtige Funktionen. Zunächst
wird die Verjährung der Forderung damit unterbrochen.
Der gerichtliche Mahnbescheid ist auch der erste Schritt für den
Gläubiger, einen vollstreckbaren Schuldtitel zu erwirken. Mit dem
Schuldtitel können dann Pfändungsmaßnahmen gegen den Schuldner
durchgeführt werden.


Ein Mahnbescheid wird vom Postboten gegen Unterschrift an den
Schuldner ausgehändigt. Erreicht der Postbote niemanden, wirft er
den Brief in den Briefkasten und dokumentiert den Einwurf oder er
hinterlässt eine Nachricht, dass der Brief beim Postamt abgeholt
werden kann. Mit der Benachrichtigung bzw. dem Einwurf in den
Briefkasten gilt der Mahnbescheid als rechtswirksam zugestellt, auch
wenn er nie vom Postamt oder aus dem Briefkasten geholt wird.


Mit dem Tag der Zustellung (Aushändigung, Einwurf oder Benachrichtigung)
beginnt eine 14-tägige Frist zu laufen. Innerhalb dieser
Frist kann Widerspruch gegen den Mahnbescheid eingelegt werden.
Diese Widerspruchsfrist ist sehr wichtig. Das Gericht prüft nämlich
nicht, ob die vom Gläubiger angegebene Forderung richtig ist!
Daher müssen Sie selbst die Forderung prüfen und gegebenenfalls
innerhalb der 14-tägigen Frist Widerspruch einlegen.


Oft werden zusätzliche Nebenforderungen mit dem Mahnbescheid
geltend gemacht. Dabei ist nicht immer alles rechtmäßig. Prüfen Sie
immer die Forderung im Mahnbescheid oder holen Sie sich Hilfe bei
einem Rechtsanwalt oder der Schuldnerberatung. 



Widerspruch einlegen ist einfach. Mit dem Mahnbescheid erhalten
Sie ein gelbes Widerspruchsformular. Sie tragen dort ein, welchen
Teilen der Forderung Sie widersprechen. Dann senden Sie es an
das Amtsgericht zurück, das Ihnen den Mahnbescheid zugestellt hat.


Es kann sein, dass der Gläubiger nichts weiter unternimmt und Ihren
Widerspruch akzeptiert.
Im anderen Fall kann der Gläubiger ein gerichtliches Klageverfahren
beantragen. Das Amtsgericht an Ihrem Wohnort prüft dann in einem
Gerichtsverfahren, ob die Forderung berechtigt ist oder nicht. Wenn
Sie das Verfahren gewinnen, müssen Sie die unberechtigte Forderung
nicht bezahlen. Wenn Sie das Verfahren verlieren, dann
müssen Sie die Forderung bezahlen und die Kosten für das
Gerichtsverfahren.


Der Gläubiger kann nach Ablauf der Widerspruchsfrist innerhalb von
6 Monaten nach Zustellung des Mahnbescheids den Vollstreckungsbescheid
beantragen.


Ein Vollstreckungsbescheid ist ein gerichtlicher Schuldtitel (Vollstreckungstitel).
Die darin titulierte Forderung verjährt 30 Jahre lang
nicht. Mit diesem Vollstreckungstitel kann der Gläubiger nun Pfändungsmaßnahmen
(Lohnpfändung, Kontopfändung, Besuch des
Gerichtsvollziehers und Eidesstattliche Versicherung) gegen den
Schuldner einleiten.

http://www.koa-ortenau.de/media/custom/2472\_137\_1.PDF?1420792458

KaterKarlo2016

Antwort
von silberwind58, 42

Zuerst kommt eine Erinnerung,dann kommt ein Mahnbescheid und auf den würde ich reagieren,es wird sonst noch viel teurer!

Kommentar von Xipolis ,

Streiche die Erinnerung, das Gericht schickt nur einmalig und nachweisbar den Mahnbescheid.

Kommentar von silberwind58 ,

Erst kommt eine Zahlungserinnerung,oder nicht! Und dann kommt der Mahnbescheid! 

Antwort
von gerolsteiner06, 28

Es gibt das außergerichtliche Mahnwesen und das gerichtliche.

Außergerichtlich schickt der Gläubiger dem Schuldner Briefe, in denen er diesen zur Zahlung mahnt. Wenn der nicht zahlt, müßte der Gläubiger dann einen Zivilprozeß anstrengen.  Da das die Gerichte überlasten würde, hat man das gerichtliche Mahnverfahren eingeführt. Der Gläubiger kann einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirken, in dem er seine Forderung geltend macht. Heute geht das sogar schon per Internetportal. Das Gericht überprüft nicht die Rechtmäßigkeit der Forderung.

Durch den gerichtlichen Mahnbescheid wird Klarheit geschaffen. Der Schuldner muß reagiern (Termin einhalten) indem er zahlt oder einen Einspruch einlegt. Zahlt er nicht und legt er diesen Einspruch zum angemahnten Termin nicht ein, so erkennt er quasi die Schuld an und der Gläubiger kann einen vollstreckbaren Titel (Schuldeintreibung) erwirken.

Antwort
von noDummy23, 12

Mit dem Mahnbescheid kann ein Gläubiger seine Geldforderung durchsetzen ohne Klage vor Gericht einzureichen. Er kann damit nämlich einen vollstreckbaren Titel erlangen. Und man kann auf einfache Weise die Verjährung der Forderung verhindern. Meist widersprechen die Schuldner aber dem Mahnbescheid. Dann muss doch geklagt werden.

Antwort
von PKSSDI, 47

Damit will jemand eine vermeintlich offene Schuld eintreiben.

Ein Mahnbescheid ist erstmal nichts schlimmes, den kann tatsächlich jeder ausfüllen und dir zustellen. Wichtig ist jedoch, dass du innerhalb der dort angegebenen Fristen reagierst. Also zB Widerspruch einlegst.

Kommentar von Xipolis ,

Man sollte einen Mahnbescheid in jedem Fall ernst nehmen, den bei Fristablauf droht der Vollstreckungsbescheid und damit die (vorläufige) Zwangsvollstreckung!

Kommentar von mepeisen ,

Nein, den kann nicht einfach jeder zustellen.

Der wird bei Gericht beantragt und vom Gericht zugestellt. Auch wenn das Gericht im vereinfachten Mahnverfahren keine inhaltliche Prüfung vornimmt, stattdessen nur einige Formalien prüft, kann den trotzdem nicht einfach so jede Person selbst zustellen.

Antwort
von Xipolis, 30

Ein Mahnbescheid ist lediglich formal geprüftes gerichtliches Verfahren über eine Entgeltforderung, deren Bestehen entweder unabhängig von einer Gegenleistung ist oder bei der der Antragsteller die Gegenleistung bereits erbracht hat.

Spätestens der Mahnbescheid setzt den Antragsgegner in Verzug und soll diesen eine letzte Gelegenheit zu einer Reaktion bieten.

Für den Antragsteller ist es bei unstreitigen Forderungen im Unterschied zur Zahlungklage ein günstiger und schneller Weg zu einem Vollstreckungsbescheid der einem Versäumnisurteil gleich steht.

Siehe: §§ 688 ff. ZPO

Kommentar von Xipolis ,

Ergänzend und auch wichtig, der Mahnbescheid hemmt die Verjährung.

Antwort
von he1lan2, 38

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community