thacky am 05.11.2009 um 12:31 Uhr
oder steht da irgendwas politischis hinter?

War ja klar, dass hier alle wieder aufs Klischee pochen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass 80% Vorurteil im Spiel ist durch Presse und deren Rückkopplungseffekte etc. geschürt. Früher haben sie einem auf der Straße Satanist zugerufen, heute rufen sie Emo. Mit der gleichen, dämlichen Weltsicht wie eh und je.
Da ich auch schon als Emo gerufen wurde (So wie man ein Schimpfwort benutzt, einfach so, auf der Straße, ohne dass man sich kennt), könnte ich die Frage so beantworten, dass willkürlich Leute ausgesucht werden, die etwas anders, evtl. etwas bunter + etwas schwärzer gekleidet sind als der Durchschnitt und meist ihre Haare in einem anderen Schnitt tragen als der Durchschnitt. Fertig ist der Emo. Fertig das selbstgerechte Feindbild. Da wir heutzutage ziemlich viele Leute mit psychischen Problemen haben, und manche Menschen offener damit umgehen, als andere, heißt es auch noch: Emos ritzen sich. Es heißt nicht: Viele Jugendliche in unserer Gesellschaft tun sich selbst verletzen, weil wir in dieser Gesellschaft zu einem guten Teil oberflächlich, arrogant, ungebildet und feindseelig zueinander sind. Der Großteil sieht ja nur, was er möchte: Also alles auf irgendeine Gruppierung abwälzen, von der man die Infos aus TV oder Zeitschriften hat (die gern bringen was plausibel ist, egal ob wahr oder falsch, wer das noch nicht mitbekommen hat: Herzliches Beileid). Ja, jedenfalls, nichts für ungut, ich kann die Frage nicht beantworten, ich glaube Emo ist zu einem guten Teil eine Art Stempel für vor allem junge Menschen, die sich ein wenig anders kleiden, was scheinbar auf großes Unverständnis stößt. Denn seit wann darf man sich denn kleiden, wie man will? Das hat's ja hier noch nie gegeben! Da muss man aber gleich mal das Beleidigungssortiment auffrischen. Die wollen doch nur auffallen! Die sehen ja gar nicht aus wie ich, das kann nicht richtig sein! <-- so in der Art, ziemlich nervig für die "Emos". Ich glaube, diese Art in unserer Gesellschaft miteinander umzugehen, die würde am Ende jeden deprimieren der irgendwas begriffen hat. Von daher bestätigt sich irgendwann vielleicht auch noch das Vorurteil, dass "Emos" depressiv wären.

Also die Emokultur entstammt der Hardcore-Punkkultur und hat mit dieser natürlich die Politische Einstellung gemein. Da währe zuallererst natürlich der DIY Gedanke, also dass man sein eigenes Ding dreht, seine eigene Szene auch selber Produziert, also Selber Musik macht, Konzerte Organisiert, Fanzines rauskickt, Labels gründet, eigene Demos organisiert usw. Dann ist da der Antiseximus/Antichauvinismus Gedanke stark verbreitet (stärker als im Hardcore und auch als Konsequenz zum in den mittleren 80gerjahren immer stärker werdenden Machismus im Hardcore) also das Engangement gegen die Diskriminierung von menschen auf grund ihres Geschlechts oder ihrer Sexuellen Orientierung. Natürlich ist das ganze auch Antifaschistisch und Antiimperealistisch (Moss Icon die als begründer des Sreamo gelten haben in ihren Songs immer die Position der Native Americans eingenommen um ihre Probleme darzustellen und dem US Imperealismus z.b. in Südamerika anzuprangern).
Weiter sind grosse teile der Emoszene Straight Edge (sXe), das heisst sie konsumieren keine Drogen, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol, sind vielfach Vegetarisch oder Veganisch und leben nicht Promiskuitiv.
Das alles bassiert natürlich auf Linkspolitischer Theorie die bis zu Kommunistischer und Anarcho-Syndikalischer Ausrichtung geht (<- nach der auch einige der wichtigsten Hardcore/Posthardcore/Emocore Labels in der USA Organisiert sind). Mit der Hardcoreszene teilen die Emoszene einen gewissen Dogmatismus in diesen Thematiken.
Emos sind eine von der Evolution benachteiligte gleichgeschlechtliche Menschenrasse. Sie zeichnen sich durch schlechten Geschmack und Rudelverhalten aus. Sie scharen sich dutzendweise an öffentlichen Plätzen um so viel Aufmerksamkeit von der Gesellschaft zu bekommen wie möglich. Außerdem kann man bei ihnen nicht feststellen wer weiblich oder männlich ist - Sie sehen vollkommen gleich aus. Manche Wissenschaftler behaupten demnach sogar, dass sie keine Geschlechter haben, schließlich paaren sie sich untereinander unabhängig vom Geschlecht(welches eh schwer festzustellen ist, vielleicht liegt ja genau darin das Problem), wobei keine Fortpflanzung stattfindet. Typisch für sie ist sich als Individuum in der Gesellschaft zu bezeichnen wobei sie alle in jeder Hinsicht sich ziemlich ähnlich sind. Warscheinlich besitzen sie ein kollektiv Bewusstsein und sind alle mit einander eins. Dann sind sie tatsächlich ein einziges Individuum. Vermehren tun sie sich nur passiv, sie assimilieren verzweifelte Jugendliche die keine Freunde haben und leicht beschränkt sind mithilfe von Gruppenzwang.
Sqamp am 5. November 2009 13:12 Selbst wenn es so ist, dass sie in Gruppen (und es gibt auch etliche andere Gruppen, wem noch nicht aufgefallen sein sollte, dass Jugendliche mit ähnlichen Interessen sich gern in Gruppen zueinander gesellen) kann ich daran nichts schlechtes feststellen. Und unter Gruppenzwang leidet doch die ganze Gesellschaft. Ich zumindest sehe kaum Leute, die sich voneinander unterscheiden. Damit meine ich jetzt auch nicht die "Emos", letztlich unterscheiden sie sich auch nicht wirklich von mir und vermutlich euch. Wer von uns trägt z.B. schon Kleidung, die tatsächlich anders ist? Wir leiden demnach alle mehr oder weniger, bewusst oder unbewusst unter Gruppenzwang. Alles ähnelt sich, Schnitt und Farben variieren leicht. Schon wenn jemand bunt gefärbte Haare hat und tatsächlich mal was anzieht, was der Rest nicht trägt, wird er ausgegrenzt, beleidigt und verspottet (tagtäglich, von den Leuten auf der Straße, in der Bahn, beim Einkauf, das ist schon ein Kampf, bewundernswert, dass manche da noch ihren Weg gehen und sich anziehen wie sie wirklich wollen. Ein kleines Wunder an Mut und Durchhaltevermögen.). Wundert es da, dass wir zu einem großen Teil dem Gruppenzwang unterliegen? Und zum nächsten Punkt: Selbst wenn manche psychische Probleme haben, wen geht das schon was an? Keine Ahnung wer denkt, es hilft jemandem mit psychischen Problemen, wenn man deswegen noch auf ihm rumhackt. Ich glaube nicht, dass man damit irgendwem was gutes tut. Und selbst wenn man Junge und Mädchen, Mann und Frau nicht mehr vom Äußeren unterscheiden kann. Was ist daran schlimm? Einzig, dass es nicht in das begrenzte Weltbild der Meisten passt, die immer schon klar auch äußerlich nach männlich und weiblich getrennt haben. Ich muss ehrlich sagen, ich bin froh um jeden, der friedlich unsere starren Regeln aufbricht, der zeigt, dass es auch anders geht, dass Regeln geschaffen sind, und man sie neu definieren kann.
Sqamp am 5. November 2009 13:13 Erstmal, ein eigentlich lustiger Text, traurig ist nur, dass er so oft als "ernst" und "schlecht" wahrgenommen würde. Selbst wenn es so ist, dass sie in Gruppen (und es gibt auch etliche andere Gruppen, wem noch nicht aufgefallen sein sollte, dass Jugendliche mit ähnlichen Interessen sich gern in Gruppen zueinander gesellen) kann ich daran nichts schlechtes feststellen. Und unter Gruppenzwang leidet doch die ganze Gesellschaft. Ich zumindest sehe kaum Leute, die sich voneinander unterscheiden. Damit meine ich jetzt auch nicht die "Emos", letztlich unterscheiden sie sich auch nicht wirklich von mir und vermutlich euch. Wer von uns trägt z.B. schon Kleidung, die tatsächlich anders ist? Ich finde, wir sind schon eine große Gruppe hier, meist sieht man Unterschiede erst im Vergleich mit anderen Kulturen. Wir leiden demnach alle mehr oder weniger, bewusst oder unbewusst unter Gruppenzwang. Alles ähnelt sich, Schnitt und Farben variieren leicht. Schon wenn jemand bunt gefärbte Haare hat und tatsächlich mal was anzieht, was der Rest nicht trägt, wird er ausgegrenzt, beleidigt und verspottet (tagtäglich, von den Leuten auf der Straße, in der Bahn, beim Einkauf, das ist schon ein Kampf, bewundernswert, dass manche da noch ihren Weg gehen und sich anziehen wie sie wirklich wollen. Ein kleines Wunder an Mut und Durchhaltevermögen.). Wundert es da, dass wir zu einem großen Teil dem Gruppenzwang unterliegen? Und zum nächsten Punkt: Selbst wenn manche psychische Probleme haben, wen geht das schon was an? Keine Ahnung wer denkt, es hilft jemandem mit psychischen Problemen, wenn man deswegen noch auf ihm rumhackt. Ich glaube nicht, dass man damit irgendwem was gutes tut. Und selbst wenn man Junge und Mädchen, Mann und Frau nicht mehr vom Äußeren unterscheiden kann. Was ist daran schlimm? Einzig, dass es nicht in das begrenzte Weltbild der Meisten passt, die immer schon klar auch äußerlich nach männlich und weiblich getrennt haben.

wieder mal ein Häuflein verwirrter die um JEDEN Preis auffallen wollen.......auch das geht vorüber.
und das rumgeritze, was soll das?
Das Rumgeritze? "Die Welt ist so schlecht und gemein, seht mich an, ich komme damit nicht klar, mimimimi Heul!Flenn!" Damit wollen sie ebenfalls nur auffallen. Ich werde nicht bezweifeln, dass sich einige Leute wirklich aufgrund von psychischen Problemen derart verstümmeln, aber meiner Meinung nach ist der Großteil der Emos diesbezüglich nicht psychisch krank, sondern einfach nur bescheuert.
D.h--guter Kommentar !