Frage von PhiEg, 38

Was genau ist die Lagerung in Bezug auf den Bergbau?

Ich habe leide keine genaue Antwort darauf gefunden,was Beim Bergbau unter "Lagerung" zu verstehen ist. Hat jemand eine gute Definition für mich?

Antwort
von Grautvornix16, 15

Hi, der Begriff >Lagerung< im Bergbau bezieht sich auf die >Lage< des abzubauenden Rohstoffes (Kohle, Erze, andere Mineralien) und ist eine geographische Beschreibung ihrer möglichen Abweichung, gesehen als gesamte Lagerstätte, gegenüber einer gedachten Ost-West - Ebene und der dazu gedachten Nord-Süd - Senkrechten in Grad (bergmännisch "Gon" 90 Grad = 100 Gon). Diese Abweichungen in Gon / Grad nennt man bergmännisch im Horizontalen >Streichen<, in Senkrechten >Einfallen" oder manchmal auch  "Fallendes".

Der Begriff >Lagerung< hat sich aber im Besonderen als Bezeichnung dafür eingebürgert, um den Winkel zur Senkrechten / Horizontalen zu beschreiben, in welchem der Flöz und damit auch der Streb oder auch Stoß in oder an welchem dann abgebaut wird projeziert auf die Tagesoberfläche ansteht.

Dabei gibt es vier grundsätzliche Unterscheidung von 1. "flache Lagerung", also horizontal bis zu einer Steigung von 20 Gon, 2. "mäßige Lagerung" (20-40 Gon), 3. bis 60 Gon war es dann "mäßig geneigt" und 4. ab da bis 100 Gon war es die "steile Lagerung".

Darüber hinaus gab es auch noch den Begriff der gebrochenen Lagerung was soviel bedeutete als das durch frühere tektonische Einwirkungen die Lagerstätte nicht durchgehend verlief sondern durch "Versetzung" der Gesteins- und Lagerschichten dafür sorgte, das der Flöz plötzlich verschwand und neu gesucht, also der Abbau neu ausgerichtet werden mußte. Der Flöz war "versprungen".

Bei den Bergleuten gab es im Kern zwei "Schreckgespenster" in Bezug auf die Mühsal und Unfallgefahr im Abbau, die so manche Zeche in den Ruf einer Knochenmühle und Witwenmacherin brachte: die Kohleart (Höhe des anfallenden Kohlestaubs und der Gasbelastung = Explosionsgefahr und die Art der Lagerung = körperlicher Verschleiß neben der Bruchgefahr des Ausbaus und Deckgebirges). Gerade im südlichen Ruhrgebiet, im Bereich südlich und nördlich der Ruhr war die Kohle häufig nicht horizontal sondern in einem "Berg-Tal-Verlauf" gelagert,- man spricht auch von "Sattel / Sätteln".Und da war auch schon mal gerne die "steile Lagerung" dabei. Solche ungünstigen Abbauverhältnisse haben dann auch nicht selten neben der Qualität der Kohle selbst nicht nur zur Erhöhung von Unfällen geführt sondern auch nicht wenige Betriebe letzlich in die Pleite geschickt.

Gruß

Kommentar von Grautvornix16 ,

Dieses Denkmal heißt "Steile Lagerung" und steht gegenüber dem Südausgang des HBF Essen auf der anderen Straßenseite.

Und hier nochmal das Gesagte als technische Graphik:

Schematische Darstellung der Parameter, die die Lage einer „geologischen Fläche“ (Planar) im Raum definieren:

blau = Horizontalebene als Kompassrose, grün = Fläche senkrecht zur Horizontalebene entlang der Nord-Süd-Achse,

rot = zu definierende Fläche, z = Streichlinie, Z = Streichrichtung, σ = Streichwinkel, F = Fallrichtung (in der Horizontalebene), φ = Fallwinkel.

Beides übrigens aus Wiki ;-)

Ups - da ist wohl was mit den Bildern schief gegangen. Werde es nochmal versuchen.

Antwort
von Grautvornix16, 8

Neuer Versuch zu 1

Neuer Versuch zu 2

Kommentar von Grautvornix16 ,

Klappt auch nicht

Antwort
von Herb3472, 19

Der Begriff "Lagerung" im Bergbau bezeichnet eine Anordnung von (Sediment)Gesteinen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Stratigraphie\_%28Geologie%29

Wenn sie wertvolles bzw. abbaubares Material enthalten, werden diese Schichten "Lagerstätten" genannt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lagerst%C3%A4tte

Antwort
von Grautvornix16, 4

OK, das wird nix mit den einzelnen Bildern. Hier also die Links zu den Bildern:

zu 1) https://de.wikipedia.org/wiki/Lagerung_%28Bergbau%29

zu2) https://de.wikipedia.org/wiki/Fallen_%28Geologie%29

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