Frage von MuttiSagt, 90

Was genau ist der Streitwert und wieviel Prozent kassiert der Anwalt davon?

Ich brauche einen Anwalt in einer Erbsache. Der Anwalt sagt, er rechnet nach Streitwert ab, damit es für mich egal ist, wie oft ich kommen kann und die Kosten überschaubar bleiben. Was genau kommt aber nun an Kosten auf mich zu? Jetzt mal angenommen das Erbe beträgt 100 tsd Euro , im Prinzip streiten wir uns aber nur wegen dem Pflichtteil an unseren Bruder, also rund 16 tsd Euro. Was kostet denn der Anwalt so in etwa? Ich hab nicht gefragt, denn ich brauche den Anwalt ja sowieso

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Antwort
von schelm1, 40

Vorsicht! Kosten, die sich am Srreitwert orientieren fallen auch dann an, wenn man in einer Sache nicht obsiegt!

Insoweit wäre die vorherige Abstimmung Ihres Risikos schon von Bedeutung, wenn Sie später nicht sehr unangnehm überrascht werden möchten.

Der Anwalt möchgte nur "Honig saugen", egal wie ein Verfahren oder eine Vertretung auch immer ausgeht.

Kosten - guckst Du hier:

http://www.rechtsanwaltmoebius.de/gesetz/rvg-tabelle-neu.pdf

Kommentar von Xipolis ,

Gegen den Pflichtteilsberechtigen wird die Erbin sehr wahrscheinlich verlieren.

Kommentar von schelm1 ,

vermutlich!?!

Kommentar von Xipolis ,

Das Gesetz sieht Gründe vor, nach denen auch der Pflichtteil verwirkt oder entzogen werden kann. Bspw. weil der Berechtigte diesen nicht geltend macht oder dem Erblasser nach dem Leben getrachtet hat.

Kommentar von schelm1 ,

Genau darin steckt die Erläuterung für Ihren Hinweis "wahrscheinlich" und meinen "vermutlich"!

Antwort
von SquadStein, 17

Genau um solche Fragen zu beantworten, habe ich diese Seite hier erstellt: https://www.erbrecht-papenmeier.de/kosten/aussergerichtlich.php

Da gibt es noch eine weitere Seite, um das Kostenrisiko vor Gericht abzuschätzen.

Noch was: Ich führe Prozesse bei einem Streitwert von NUR 16.000 € nur gegen Zeitvergütung, da Pflichtteilsprozesse ganz schön ausarten können, wenn sich eine Partei richtig Mühe gibt. Eine ordnungsgemäße Vertretung kann man für das RVG-Honorar kaum erwarten. Das lohnt sich für den Anwalt nur, wenn er die Sache schnell tot bekommt, am besten mit einem Vergleich. Die Frage ist nur, ob Eure Interessen dabei auf der Strecke bleiben. Spart da mal lieber nicht am falschen Ende!

Antwort
von Xipolis, 33

Diesen Prozess um den Pflichtteil werden Sie verlieren, es sei denn es gibt einen Grund den Pflichtteil zu verweigern. Die Kosten setzen sich hier aus den Gerichtskosten, Ihren eigenen Rechtsanwaltskosten, den Anwaltskosten des Pflichtteilberechtigen und den ganzen Auslagen die dem Gericht, Ihnen und dem Pflichtteilsberechtigen entstehen, zusammen.

Die Auslagen berechnen die Verfahrenskostenrechner nicht, da diese unterschiedlicher nicht sein können und auch abhängig davon sind, wie umfassend die Beweisaufnahme des Gerichtes ist (so haben auch Zeugen Anspruch auf Auslagenersatz).

Wenn es Ihnen gelingen sollte, sich mit dem Pflichtteilsberechtigten zu vergleichen, dann kann dabei natürlich auch über die Verteilung der Kosten verhandelt werden. Bei Vergleichen haben Rechtsanwälte allerdings einen Anspruch auf nicht unerhebliche Vergleichsgebühren.

Der Streitwert ist die Höhe des Pflichtteilsanspruchs. Wenn es drei gesetzliche Erben gibt, besteht der Pflichtteilsanpruch in Höhe von 1/6. Bei einem Gesamtwert von 100.000 € sind dass 16.666,67 € Streitwert. 

Üblicherweise würde allerdings ein Pflichtteilsberechtigter in Stufen klagen. Die erster Stufe wäre die Klage auf Aushändigung des Nachlassverzeichnisses, damit dieser die Höhe seines Anspruchs beziffern kann, denn möglicherweise bestehen noch Pflichtteilsergänzungsansprüche und/oder die der Gesamtwert wird angezweifelt.

Die zweite Stufe wäre dann die Klage auf Auszahlung des Pflichtteils gegen die beiden Erben.

Sie sollten das sehr genau abwägen, ob sie es auf eine Klage ankommen lassen wollen, da diese sie bei dem Streitwert sicher 5.000 € kosten wird.

Kommentar von MuttiSagt ,

Ich möchte das nicht mit der Klage. Das Problem ist, das ich mein Erbe geschenkt bekomm habe und mein einer Bruder sein Erbe halt geerbt hat. So richtet sich der Pflichteilsanspruch des Enterbten Bruders nur gegen ihn. Deshalb ist er sauer und möchte, das ich auch was zahle. Das gibt die Rechtsprechung aber nicht her, solange sein Rest (34 tsd) höher ist als der Pflichtteil. Was soll ich machen?

Kommentar von Xipolis ,

Abgesehen davon, dass ein Ratgeber wie gutefrage.net solche Beratung nicht leisten kann, wird er hier kompliziert und daher sollten Sie auf jeden Fall anwaltlichen Rat suchen.

Ich verstehe es so, dass es drei Geschwister gibt.

Es bedarf folgender Informationen für eine Antwort:

  1. Wann wurde Bruder B enterbt? Und wie wurde dies dokumentiert?
  2. Wann wurde Ihnen was genau geschenkt?
  3. Was besagt der Schenkungsvertrag?
  4. Welches Elternteil ist wann verstorben?
  5. Wie sah das Testament beim zuerst verstorbenen aus?
  6. Wurde da bereits Pflichtteile geltend gemacht oder Verzichte geübt?
  7. Was bestimmt das Testament des zuletzt verstorbenen Elternteils?

Der enterbte Bruder kann in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt der Schenkung und unter Berücksichtigung der 1/10-Regelung gegen Sie einen nicht unerheblichen Pflichtteilergänzungsanspruch haben.

Antwort
von kevin1905, 44

Ihr streitet um den Pflichtteil von 16.000,- €. Ergo ist das der Streitwert.

Jetzt bemühe den Rechner, der hier schon gepostet wurde.

Dun dun.

Kommentar von MuttiSagt ,

Ja, knapp 5 tsd!

Kommentar von Xipolis ,

Die Summe ist allerdings relativ, da Sie ab bereits ein Geschenk in unbekannter Höhe bekommen haben, welches zu Ergänzungsansprüchen führen kann.

Antwort
von Ronox, 23

Der Anwalt erhält keine Vergütung in Prozent, sondern diese berechnet sich nach den verwirklichten gesetzlichen Gebühren. Und diese richten sich wiederum im Regelfall nach dem Streitwert. Es kommt also konkret darauf an, was der Anwalt für dich macht und um was es genau geht.

Kommentar von Xipolis ,

Man kann auch eine Honorarvereinbarung abschließen. Erstmal muss man einen guten Anwalt finden, der bereit es es "nur" nach RVG abzurechnen. 

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 43

Den Streitwert legt letztlich das Gericht fest.

 Und in Deutschland werden Anwälte nach der BRAGO honoriert.

Ein Erfolgshonorar wie in den angelsächsischen Ländern ist hier unüblich.

Und es ist nicht egal, wie oft du den Anwalt bemühst.

Kommentar von Xipolis ,

Lebst Du hinterm Mond? BRAGO ist seit dem 01.07.2004 außer Kraft.

Kommentar von schelm1 ,

RVG ist auch nicht schonend!

Kommentar von DerHans ,

Dann heißt das jetzt eben anders. Am Verfahren hat sich aber nichts geändert.

Kommentar von Xipolis ,

Streitwert = Pflichteilsanspruch

Und der muss in der Stufenklage zunächst nicht beziffert sein, denn dafür braucht man das Nachlassverzeichnis.

Antwort
von kenibora, 39

Solltest aber fragen-fragen kostet nichts. Anwälte rechnen tariflich nach Streitwert ab.....in Deinem Falle für Dich...um 16.000,--€

Antwort
von DrDralle, 45

Kannst du hier eingeben:

http://www.anwalt-seiten.de/Prozesskostenrechner.php

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