Was genau ist der Materialismus?

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5 Antworten

Materialismus ist ein Etikett, das unterschiedlichen Einstellungen aufgeklebt wird. Es ist auch als Vulgärmaterialismus eine religiös-politische Todschlagkeule, wenn Materialismus als Fixierung auf Steben nach Reichtum und Repräsentanten guten Lebens aufgefasst wird. Der ehem. Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst, hat gerade bewiesen, dass das eine falsche Auffassung ist sodass man in der Geschichte gar nicht zurückgehen muss z.B. auf die Medici-Päpste im 16. JH.

Der Materialismus ist genau genommen eine Bezeichnung für einen halben Dualismus. Der Dualismus z.B. von Platon und dann explizit von Aristoteles ausgeführt betrachtet das Sein in zwei Substanzen aufgeteilt: Geist und Materie. Geist ist dabei ein schöpferisches, leitendendes, ordnendes Prinzip und Materie ist sozusagen das Rohe, das sich nicht aus eigener Kraft und Kreativität gestalten kann. Geist ist der höherstehende Part und natürlich streben die Menschen danach, als Krone der Schöpfung vor allem Teil des höheren geistigen Prinzips zu sein.

Aus dem Dualismus von Geist und Materie gibt es nun eine Einstellung, die sozusagen den Geist auslöscht und auf Materie reduziert. So soll die Evolutionstheorie auch zeigen, dass aus ursprünglich "roher" Materie sich in Verfeinerung und Fortentwicklung im Stadium höherer Tiere und des Menschen in Stufen etwas entwickelt hat, das wir Geist nennen. Es gibt nur Materie und Geist ist entwickelte Materie. In der Hirnforschung wird da z.B. emsig weitergeforscht.

Ob Menschen mit dieser Einstellung deswegen auf reine äußere Werte fixierte Leute sind, ist mehr als fraglich. Moralische und Werteinstellungen haben nichts mit einer dualistischen oder materialistischen Grundeinstellung zu tun. Das ist eine unbewiesene Diffamierung und historisch längst widerlegt. Egozentriker und auf Äußerliches Fixierte gibt es sowohl unter Dualisten wie unter Materialisten.

Es gibt noch eine dritte Grundeinstellung, die entweder ganz unterschlagen wird oder die schlicht dem Materialismus zugeschlagen wird. Das sind die Monisten. Die vorsokratischen Naturphilosophen zählen dazu, die Kyniker, die frühen Atomisten und die Epikureer. Für sie existiert kein Dualismus, sondern nur ein einziges Sein (Parmenides) in ständigem Wandel (Heraklit) und Materie und Geist wie Kräfte sind nur Formen des Seins mit je eigenen Qualitäten. 1906 sollte der Monismus in Deutschland durch einen in Jena gegründeten Monistenbund neu belebt werden, ist aber 1933 zerschlagen worden.

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Es gibt nur das, was du angreifen kannst.

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Materialismus bedeutet nicht, dass bloß Geld und Besitz zählen!

Es bedeutet, dass man nur am die Existenz von materiellen Dingen glaubt. Simpel: alles aus der Physik existiert. Alles transzendente (Seele, gott, Engel etc.) existiert nicht.

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Einfach gesagt das einem Besitztümer wichtiger sind als andere Dinge.

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Kommentar von MambaX
28.02.2016, 22:36

Falls du das meintest.

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Für einen Materialisten ist das Streben nach Geld & Besitz das wichtigste im Leben. Anders ausgedrückt: Der Materialist sucht sein Glück in Gegenständlichem. 

Der Materialismus ist daher das Verlangen und Streben nach Besitz. 

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