Was genau ist das Working Capital?

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1 Antwort

Das Working Capital ist eine Abweichung von der goldenen Bilanzregel.

Diese Regel besagt, daß Anlagevermögen (das langfristig im Unternehmen verbleibt) auch langfristig finanziert werden soll, Umlaufvermögen (das nur kurzfristig im Unternehmen verbleibt) in der Regel mit kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten finanziert wird.

Working Capital ist der Anteil des "langfristigen Kapitals", das zur Finanzierung von Umlaufvermögen eingesetzt werden kann. Für diesen Teil ist keine kurzfristige (in der Regel teuerere) Finanzierung nötig.

Dieses Kapital "arbeitet" in dem Sinne, daß es für das Tagesgeschäft des Unternehmens (Vorfinanzierung Handelsware, Löhne z.B.) zur Verfügung steht.

Ein gewisser Anteil an Working Capital ist also positiv. Wenn der Anteil zu hoch wird, sollte man genauer in die Bilanz schauen. Es könnte auch ein Indiz für ein Problem mit der Lagerhaltung oder dem Forderungs- bzw. Verbindlichkeitsmanagement vorliegen.

Wenn das Working Capital negativ ist, kann das auf Liquiditätsprobleme des Unternehmens hindeuten.

Um das Problem dann einzugrenzen, untersucht man die Bilanz mit weiteren Kennzahlen.

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