Frage von Tragosso, 82

Was genau findet vor und während dem Sterbeprozess im Gehirn statt?

Huhu.

Ich stellte mir diese Frage schon öfter, da meine Mutter Altenpflegerin ist und sie mir natürlich auch früher davon erzählt hat. Sie sagte, dass viele von den Menschen die gestorben sind, vorher sehr klar im Kopf wirkten und sich deutlich äußern konnten, darüber, dass sie jetzt bald gehen würden. Und, dass irgendjemand sie 'abholen' würde.

Ich habe mir das bisher so vorgestellt, dass man eben Halluzinationen bekommt durch irgendwelche chemischen Prozesse im Gehirn (ich kenne mich damit nicht allzu sehr aus), beruhigende Dinge aus der Vergangenheit oder einfach der eigenen Vorstellung, irgendetwas, das einen friedlich gehen lässt, ohne Angst und Schmerzen. Die Frage wäre, warum macht der Körper das automatisch? Ist Sterben an sich ansonsten zu schmerzvoll? Das würde allerdings nicht diese vorübergehende Klarheit erklären.

Viele von den Menschen nehmen auch keine Flüssigkeit oder Nahrung mehr an, wenn dieser Sterbeprozess beginnt.

Mich würden neben der Hauptfrage auch persönliche Erfahrungen mit dem Thema sehr interessieren, aber bitte....Keine religiösen Mutmaßungen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von skyberlin, 55

das ist sehr unterschiedlich

ich war dabei, als mein vater starb. er war nicht mehr klar im gehirn wegen diverser vorerkrankungen und es war qualvoll, ich erspare dir den rest

aber menschen, die hirnorganisch im sterbeprozess orientiert sind, sehen einfach kommen, was da passiert und können sich bestenfallls damit arrangieren

ich bin mal ertrunken, und habe das bewußt erlebt, wie zwischen den bronchiospasmen das wasser immer wieder in meine lunge eindrang. es war nicht schlimm, ich habe nur gespürt, dass das jetzt zu ende gehen könnte und hatte irgendwie keine angst

natürlich schützt die neurotransmitterausschüttung des gehirns dich vor den schlimmsten schmerzen.

sterbende soldaten weinen nicht unbedingt, es gibt schutzmenchanismen vor der überforderung.es ist bei jedem anders

ich wurde reanimiert und als ich wieder zu mir kam, habe ich die welt nicht mehr verstanden, aber war überglücklich, meine eltern und geschwister leibhaftig wiederzusehen.und das ist alles nicht religiös, sondern ich habe das erlebt

lg, SKY

Kommentar von Flupp66 ,

Vorab, das tut mir leid, dass du das erfahren musstest.

Das macht mich jetzt doch irgendwie neugierig. War das nicht furchtbar, keine Luft zu kriegen unter Wasser?

Kommentar von skyberlin ,

upp, du flupp66, das ist ja jetzt noch perösnlicher gefragt, als mein kleiner beitrag.

es war zunächst beängstigend, aber nachdem ich das erste wasser inhaliert hatte, ging das vorbei. vielleicht empfindet der körper das so ähnlich wie atmen.

ich musste als taucher wegen leerer flasche schon mal an den octopos (ersatzatemregulator) meines freundes. bei den ersten atemzügen drang auch wasser in meine lunge ein, weil im regulator immer etwas wasser drin ist. das war auch nicht so dramatisch.

und es wird bei jedem anders sein. mancher kriegt schon panik bei bisschen wasser in die nase oder den rachen (beim schwimmen), andere sind da indolent, schmerzfrei. such is life. lg SKY

Antwort
von Ottavio, 13

Ich habe einige Menschen sterben sehen, auch weil ich als Zivi am Krankenbett eingesetzt war. Es war ganz und gar unterschiedlich.

Ein Patient ist (an Krebs) gestorben, als ich ihn gefüttert habe - ohne jede Vorankündigung.

Ein Patient, der an Lungenentzündung gestorben ist, hatte einen langen Todeskampf und schrie laut dabei.

Eine herzkranke junge Patientin ist im Schlaf gestorben. Es war ein Selbstmordversuch durch Absetzen der Medikamente. Da sie am EKD hing und der Apparat sofort Alarm pfiff, als ihr Herz zu schlagen aufhörte, und weil ich Wache hielt, konnte sie reanimiert werden.

Meine Mutter ist bei vollem Bewusstsein im Kreis ihrer Familie gestorben. Ihr war völlig klar, dass sie in den nächsten Minuten sterben würde.

Auch wenn Dr. Moody das in ihrem Buch über Sterbeerlebnisse so beschreibt, als sei es immer etwa gleich, glaube ich nicht daran. Es war zu unterschiedlich.

Antwort
von voayager, 51

Bei vielen Leuten läuft noch mal so was wie ein Film ab, also das zurückliegende Leben läßt der Sterbende  noch mal Revue passieren.

Im Tibetanischen Totenbuch steht geschrieben, dass der Sterbende noch mal ein weißes Licht aufleuchten sieht, bevor er stibt. Das erinnert wohl stark an eine aufflackernde Kerze, die noch mal sich vergrößert, bevor sie erlischt.

Etliche Sterbende werden noch mal redselig, bevor sie dahinscheiden, also das Aufflackern ihrer selbst. Selbst Verkalkte werden kurzfristig glasklar im Kopf, so als wenn das Hirn noch einmal alles mobilisiert, was da ist.

Etliche haben noch einen lertzten Wusch, bevor endgülitig ihre Augen brechen. Auffallend in dem Zusammenhang ist auch, dass Sterbende aufgeschreckt ihre augen aufreißen. Ist escdas weiße Lichtz, wie es im Tibetanischen Totenbuch steht, was ie aufschrecken läßt, oder ist es das Entsetzen, dass sich beim Menschen einstellt, wenn er genau spürt, dass es nun soweit ist, er sterben wird? Wir Lebenden werden dies wohl nie erfahren, wohl aber allesamt dann, wenn wir denn unser letztes Stündlein geschlagen hat.

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