Frage von douschka, 88

Was gegen unzumutbare Unordnung eines jungen Erwachsenen unternehmen?

Sohnemanns Zimmer gleicht einer Müllkippe, Klamotten (frische und schmutzige) durcheinander auf dem Boden, Bett, wo auch es immer eine Ablage gibt, dazu jede Menge Unrat (leere Flaschen, schmutziges Geschirr, Kippen, sonst. Dreck usw.). Die Zimmertür lässt sich nur noch einen Spalt breit öffnen. Es muffelt auch fürchterlich.

Er ist volljährig, lässt sich kaum noch was sagen. Nach dem Motto: "wenn`s dich stört, dann räum doch auf oder geh nicht in mein Zimmer". Seine Klamotten zu waschen habe ich aufgegeben. Geschirr und Gläser sammle ich ab und an ein, sonst hätte ich irgendwann nichts mehr im Küchenschrank. Seine Freundin scheint von ähnlichem Kaliber zu sein, sonst würde sie auf dem Absatz kehrt machen.

Was nützt Androhung von Rauswurf, wenn er seinen Lebensunterhalt noch nicht alleine bestreiten kann und er allgemein nicht die Reife für Eigenständigkeit hat?

Ziehen betreutes Wohnen in Betracht, aber da gibt es Wartelisten und Regeln. Mit Regeleinhaltung hat er es nicht so. Befürchte, wenn endlich ein Platz frei wird, er schnell diesen wieder los ist. Das Dilemma ginge zuhause weiter.

Komisch, er kann bei seinem Nebenjob (neben Schule) klare Strukturen einhalten. Ich habe Verständnis für wochentags 12 Stunden außer Haus (Schule, insges. 3 Std. Weg) und an WE kellnern. Aber wenn Zeit für PC, dann auch für paar Ordnungshandgriffe.

Ich rege mich nicht mehr auf, mache mir jedoch Sorgen um ihn und er tut mir irgendwie leid. So kann sich kein Mensch wohlfühlen! Wie kann ich helfen sein Chaos zu beherrschen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ifosil, 54

Da hast eigentlich keine Chance mehr. Er muss negative Erfahrungen im Erwachsenenleben machen. Ablehnung durch die Nachbarn, Arbeitskollegen, Vermieter oder Freunde. 
Denn diese werden irgendwann diese Situation nicht mehr so rosig finden. 

Aber richte dich darauf ein, dass er lange Zeit damit zu kämpfen haben wird. Kann ca. 10 Jahre dauern, bis etwas Ordnung einkehrt. Einige Menschen lernen es nie und vermüllen bis ins Alter. 

Antwort
von schelm1, 18

Verweigern Sie den Zutritt der Freundin, solange die Bude nicht glänzt!

Stellen Sie die Versorgung mit Essen und Getränken ein (Kühlschrank unter Verschluß nehmen!), bis er einlenkt.

Kappen Sie die Stromverbindung seines Zimmers (Sicherung raus und Sicherungskasten abschließen).

Verlangen Sie von seinen Nebeneinkünften Geld für Kost und Logis in angemessenem Umfange, damit er lernt, dass die Gunst die ihm erwiesen wird, nicht für "lau" erfolgen kann.

Zahlen Sie ihm keinen Cent Taschengeld, sofern dies geschieht, ehe der eine topaufgeräumtes Zimmer vorweist usw. usw.

Kurzum: Vergällen Sie ihm das "Hotel Mama" intensivst und solange, bis er selber Einsehen zeigt oder halt von sich aus weicht!

Kommentar von douschka ,

Werde ich machen. Freundin nur erlaubt, wenn aufgeräumt ist. Sie scheint der Müll nicht zustören.

Versorgung läuft bereits länger auf Eigeninititiative.

Stromverbindung kann ich nicht kappen. Sicherungskasten ist nicht abschließbar. Abrupter Abbruch würde für mich schlecht ausgehen.

Alles Geld (Kindergeld, BAB) geht auf mein Konto, damit sind seine Kosten gedeckt. Wollte er so. Er will mich finanziell nicht belasten. Seine sonstigen Ausgaben bestreitet er durch seinen Nebenverdienst, bezahlt jeden Extrawunsch und gibt zur Haushaltskasse freiwillig dazu. Also mit Geld ist ihm nicht beizukommen. Den Zug hat er erkannt und sich daraus geangelt.

Mir bleibt nur der Fahrkomfort, da keine Öffis in der Nähe. Andere Druckmittel sind ausgeschöpft.

Kommentar von schelm1 ,

Wenn Sie meinen, na dann leiden Sie mal weiter!

Kommentar von Kathyli88 ,

Hallo douschka, ich wollte noch etwas sagen, ich will es jetzt nicht schön reden, ABER

so schlecht scheint er ja gar nicht zu sein, versuche die positiven seiten zu sehen. Er kümmert sich um seine schule, um seine arbeit und erscheint pünktlich. Er will dich finanziell nicht belasten und bestreitet weitestgehend seine sachen selbst und gibt ein wenig zur haushaltskasse dazu. Das ist ja alles schonmal recht positiv. 

Jetzt wenn ich 10-15 jahre zurückdenke, bei mir war es auch chaos pur, kleidung lag herum..und alles andere auch, ich rauchte auch drinnen (eine sache die für mich heute absolut unverständlich ist und ich fast schon vergessen hatte) seine freundin interessiert es nicht, weil sie genauso jung oder etwas jünger ist, das ist ja gar nicht relevant für sie, und auch nicht ihr problem. Ich glaube in dem alter hätte es mich kein stück interessiert ob mein "partner" aufgeräumt hat oder nicht. Du erwähnst seine freundin öfters, wahrscheinlich magst du sie nicht wahnsinnig gerne, aber deshalb musst du dir gar nicht den kopf zerbrechen, denn sie wird nicht die letzte sein und deine schwiegertochter werden, da werden noch viele andere kommen und sie bald vergangenheit sein. Wie gesagt, der erzählung nach war ich früher glaube ich nicht besser im punkto ordentlichkeit, aber heute gibt es für jedes teil einen platz, mein haus ist strukturiert und geradlienig, kaum deko, kein staub, alles blitzt und glänzt, freunde sagen immer es schaut aus als wohnen wir in einem musterhaus und fragten ob wir hier wirklich wohnen oder uns meistens woanders aufhalten...aber doch wir wohnen nur da...und ich war in jungen jahren wirklich genauso und zusätzlich war überall deko und kitschiges zeugs. Alles war vollgestellt mit irgendwas. Und heute bin ich geschäftsführer...ja der chaos-mensch von früher. Man ändert sich also durchaus mit zunehmendem alter. Ich glaube ich bin mittlerweile das genaue gegenteil von dem was ich früher als jugendliche und junge erwachsene war....jetzt muss ich mich nur noch daran erinnern wenn mein sohn in dem alter ist...am besten ich lege es mir auf wiedervorlage in 17 jahren :) vielleicht nimmst du es jetzt ein bisschen leichter und lässt dich nicht so sehr davon aufregen, irgendwann ist diese phase des jugendlichen auch bei ihm vorbei, und das geht schneller als man denkt. Kaum kuckst du dich um ist er schon 25 oder 30 und beruflich erfolgreich, bestreitet seinen lebensunterhalt alleine, gründet vielleicht eine familie. Das glaub ich wird von ganz alleine besser

Antwort
von Kathyli88, 52

Naja rauswerfen kannst du ihn im prinzip nicht, da er seine schulische laufbahn noch nicht abgeschlossen hat. Eltern sind während ausbildungsmaßnahmen unterhaltspflichtig. Das beinhaltet betriebliche ausbildungen, oder der besuch von fos oder bos und ein daran angehängtes studium beispielsweise. Soweit ich weiß bis zum maximal 25.lebensjahr evtl aber auch länger. Eine wohnung müsstest du nicht finanzieren, aber beispielsweise ein zimmer zur verfügung stellen. 

Erwachsen sind sie zwar mit 18...aber im prinzip sind sie nicht erwachsen. 

Ich würde eine entsprechende ansage machen. Das kann doch nicht so schwer sein ein einziges zimmer einigermaßen sauber zu halten. Als jugendlicher oder junger erwachsener ist man zumeist nicht gerade ordentlich, aber alles voll zu stellen, dreckige und saubere kleidung durcheinander zu werfen, und geschirr sowie essensreste, das geht dann schon um ein vielfaches zu weit. Und rauchen im zimmer ist schonmal absolut widerlich. Nur asoziale rauchen in ihren räumlichkeiten. Bin übrigens selbst raucher. Aber dazu geht man auf den balkon oder ganz nach draußen wenn man keinen hat. Der soll seinen teller danach in die spülmaschine stellen, seine kleidung ordentlich in den schrank packen und dreckige wäsche in eine wäschetrommel...ist doch nicht schwer die paar minütchen arbeit. Ich würde ihn dauerhaft und pausenlos nerven und mit gesprächen überhäufen bis er diese wenigen handgriffe macht, zumindest alle paar tage mal aufräumt. Oder der vater macht mal eine ansage.

Kommentar von Ifosil ,

Das ist ja das Problem, für solche Menschen ist es enorm schwer Ordnung zu schaffen. Einigen ist es sogar unmöglich. Vorwürfe bringen hier nichts, und dafür können diese Menschen meistens auch nicht.
Es gibt halt Menschen, die sind nicht so gepolt. Habe damit viel Erfahrung gesammelt, da hilft faktisch nichts. Habe bei der besagten Person sogar schon oft aufgeräumt, doch schon nach 2 Wochen war es fast wie vorher. 
Kenne selbst 3 solcher Fälle, helfen konnte denen bis jetzt keiner aber sie stören soweit auch keinen.
So ist halt das Leben. 

Kommentar von Kathyli88 ,

Ja ich kenne solche leute auch. Um vorwürfe geht es nicht nur um ansporn. Ich habe schonmal das haus eines messis komplett ausgeräumt und gereinigt und das zweimal, mit bestellten containern und einem 10 köpfigen team....aber auch hier, wie du bereits sagtest, es bringt oft nicht viel, die müllen sich immer wieder zu. Paar monate später ist wieder alles voll, alles dreckig und zugemüllt. Zuerst dachte ich, dass solche menschen in eine art teufelskreis verfallen und irgendwann ohne hilfe nicht mehr alleine rauskommen, und wenn man erst wieder eine grundreinigung gemacht hat und neue schöne möbel kauft und die alten evtl löchrigen kaputten sachen und müll ausräumt, und die dinge die noch gut erhalten und schön waren reinigt und ordentlich einsortiert an einem passenden platz, dass sie dann diese grundordnung einigermaßen beibehalten...aber fehlanzeige. Immerhin, ein bisschen besser ist es bei entsprechender person geworden, aber von sauberkeit und ordnung weit gefehlt. Dinge werden auch schnell wieder "runtergewerkelt" indem dass ein tisch zum beispiel nie einen lappen sieht...naja...wem's gefällt der soll so leben. Aber die meisten jugendlichen kriegen ja irgendwann die kurve. Einige lernen es niemals und müllen sich auch im hohen alter zu

Kommentar von douschka ,

Vater ist tabu, hat sein Kind abgelehnt, wohnt nicht bei uns. Den Mund habe ich mir bereits fusslig geredet. Bei paar Tagen Abwesenheit entmüll und putze ich. Es besteht Rauch- und Kiffverbot in der Wohnung. Er hält sich nicht daran. Ihn zu sehr nerven geht nach hinten- unkontrollierte Wutausbrüche. Angeborener Harmonieknopf der Mütter. Eine tickende Zeitbombe ist schwierig im Zusammenleben. Zu 99% hat er sich im Griff, aber wehe..... Kind ist schwer vorbelastet.

Kommentar von Kathyli88 ,

Ja ja die söhnchen, das machen die meisten ganz gerne...hotel mama. Und unkontrollierte wutausbrüche passieren in dem alter auch ganz gern. Das wird alles besser wenn sie älter werden, in der regel kriegen sie dann die kurve, bzw eine freundin/frau die sie zusammenscheißt. Weil auf die mama's in dem alter nicht mehr gehört wird, aber auf die partnerin. Spätestens wenn sie ausgezogen sind, was bei söhnen gerne später der fall ist, oder wenn etwaiger besuch anfängt ihm den rücken zu kehren, weil diese bereits ein ordentliches leben gewohnt sind, dann fängt er auch damit an. Für einen jungen erwachsenen sind meist alle anderen dinge wichtiger als aufräumen. Durchhalten ist gefragt, wieder einmal, wie du es als mutter bereits kennst, zum beispiel von der trotzphase als kleinkinder :) auch eine unangenehme phase die irgendwann wieder vorbeigeht. 

Antwort
von warehouse14, 13

Schmeiß den jungen "Mann" einfach mal raus. Er ist alt genug für 'ne eigene Bude.

Lass Dich nicht von seiner absichtlichen Unselbständigkeit geißeln. Daran wird sich ja nix ändern können, solange Du ihm immer noch Vorgaben machst, wie das Leben so funktioniert. Er muss es selbst für sich entdecken. Aus der Notwendigkeit heraus entspringt die richtige/beste Motivation für Veränderung.

warehouse14

Antwort
von Nordstromboni, 41

Dann nimm mal seinen PC und mach eine klare Ansage

Kommentar von schelm1 ,

Sie beschreibt das "Kind" als eine tickende Gemüts-"zeitbombe" mit einem hohen Ausfallpotential, wenn auch angeblich nur von 1 % und hat offenkundig Angst vor ihm!

Kommentar von douschka ,

@ schelm 1

Du scheinst es erfasst zu haben, das Ordnungsproplem ist die Spitze des Eisberges. Ja, ich habe Angst vor gewalttätigen Ausbrüchen generell und besonders vor meinem Sohn. Mittlerweile ist er mir körperlich überlegen und er ist fähig von Null auf 180 unberechenbar zu wrden. Wie beschrieben sind seine Ausfälle sehr gering, aber wenn dann sehr heftig. Sämtliche Institutionen sind vorgewarnt und kennen somit die Angelegenheit. Mit der langjährigen Diagnose von fehlender Impulskontrolle und Wahrnehmungsstörungen müssen wir beide klarkommen. Sohn ist anerkannt seelisch behindert. Paradox zu sonstiger Leistungsfähigkeit.

Nicht nur ich als Mutter habe Angst vor ihm. Seine Betreuer hatten diese auch, weshalb es zum Ausschluß kam. Und es tatsächlich nur geringe, aber anderseits hohe Gefahr.

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