Frage von Arabellarabella, 33

Was für Unterschiede und Gemeinsamkeiten haben die Wahlen im antiken Rom mit unseren modernen Wahlen in Deutschland?

Für eine Geschichtshausaufgabe müssen wir die Wahlen im antiken Rom mit den heutigen Wahlen in Deutschland vergleichen. Unsere laufen aber viel anonymer ab! Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll! Bitte helft mir! Danke schon mal!!

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte & Politik, 15

Na, du hast doch schon einen wesentlichen Unterschied erkannt: "Unsere laufen aber viel anonymer ab!" Mach' doch einfach weiter so!

Ich gebe dir noch einen Tipp für einen weiteren Unterschied: Wer darf wählen?

MfG

Arnold

Expertenantwort
von Albrecht, Community-Experte für Geschichte, 14

Informationen darüber, wie die Wahlen im antiken Rom in verschiedenen Arten von Volkversanmmlungen abliefen, können helfen. Allgemein kann immer geprüft werden, ob die Wahlen allgemein, unmittelbar (direkt), frei, gleich und geheim sind.

Ich schreibe einige Überlegungen auf.

Gemeinsamkeiten

  • Stattfinden eines Wahlkampfes/Umwerbens der Wähllerschaft
  • freie Wahlen (in der Anfangszeit im antiken Rom wegen Kontroll- und Beeinflssungmöglichkeiten aufgrund von Bemerkbarkeit der Abstimmung und Zugangsmöglichkeit etwas eingeschränkt; in der Prinzipatszeit bestimmt zunehmend der Princeps, Freiheit schwindet und Volkswahlen spielen keine Rolle mehr)
  • unmittelbare (direkte) Wahlen (auch im antiken Rom unmittelbar, allerdings durch Wahlkörperschaften)
  • Mehrheitsprinzip
  • Legitimation durch das Volk
Unterschiede
  • Wahlberechtige: Im antiken Rom waren erwachsene männliche römische Bürger wahlberechtigt. Frauen und Sklaven waren ausgeschlossen. In der Bundesrepublik sind auch Frauen wahlberechtigt und Sklaverei gibt es als Rechtsstatus nicht. Das Wahlrecht ist allgemeiner.
  • Wahlgeheimnis (Anonymität): Im antiken Rom wurde anfangs mit mündlichem Rufen mitgeteilt, für wen bei einer Wahl abgestimmt wurde, erst 139 v. Chr. wurde durch die lex Gabinia geheine schriftliche Wahl mittels Stimmtäfelchen eingeführt. In der Bundesrepublik Deutschland sind die Wahlen geheim.
  • Untergliederung der Wählerschaft: Im antiken Rom war die Wählerschaft in Volksversammlungen in Wahlkörperschaften untergliedert und die Wahlkörperschaften hatten jeweils eine Stimme. Sie richtete sich nach der Mehrheit innerhalb der jeweiligen Wahlkörperschaft. Bei den Zenturiatskomitien (comitia centuriata) waren dies die Zenturien, bei den Tributkomitien (comitia populi tributa) und der Versammlung der Plebs (concilium plebis) die Tribus (»Bezirke«). Die Aufteilung konnte mit starken Verzerungen/Ungleichmäßigkeiten verbunden sein. Die Wahlen wichen stark ab vom Prinzip 1 Mann/1 Person = 1 Stimme. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es zwar Wahlbezirke, aber alle Wahlberechtigte haben eine eigene Stimme.
  • Gleichheit des Wahlrechts: Bei den Wahlen der Zenturiatskomitien hatten die Reichen ein starkes Übergewicht. Im Bundesrepublik Deutschland sind gleiche Wahlen vorgeschrieben.
  • Wer wird gewählt?: Im antiken Rom wurden Personen in Ämter gewählt. In der Bundesrepublik Deutschland geht es vor allem um die Wahl von Abgeordneten in Parlamente, daneben auch in Ämter wie z. B. Bürgermeister und Landrat. Bei Parlamentswahlen in der Bundesrepublik Deutschland ist vor allem die Stimmabgabe für Parteilisten wichtig.
  • zeitlicher Abstand der Wahlen: Im antiken Rom wurden jährlich Personen für die Ämter gewählt mit Ausnahme der Zensoren (censores), für die ein Zeitraum von 5 Jahren übllich wurde. In der Bundesrepublik Deutschland wird der Bundestag regulär alle 4 Jahre gewählt, bei Landes- und Kommunalparlamenten ist es alle 5 oder alle 4 Jahre.

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