Frage von 2toeetoee, 45

Was für Unterschiede hat die Buddhistische Küche zu unserer?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus, 35

Ich bin Buddhist und gebe mal meinen Senf ab.

Wie der Buddhismus stammt die darauf basierende Küche natürlich aus Asien. Ähnlich wie in anderen asiatischen Lehren, wie dem Hinduismus und dem Sikkhismus wird eine vegetarische Ernährung empfohlen.

Der Gedanke des Vegetarismus ergibt sich aus dem Ideal des Mitgefühls und der Gewaltlosigkeit. Allerdings verpflichtet der Buddhismus nicht pauschal zur vegetarischen Ernährung, denn die verschiedenen Traditionen gehen dieses Thema unterschiedlich an.

Die Mönche/Nonnen im Theravada-Buddhismus leben ausschließlich von den Gaben, die sie auf ihren Bettelgängen erhalten, zumindest theoretisch kann dazu auch Fleisch gehören.


Das Fleischverbot würde eigentlich auch nur dann gelten, wenn das Tier extra für den Mönch geschlachtet wird. Um unnötige Gewissenskonflikte zu vermeiden, erhalten die Mönche heutzutage aber praktisch immer vegetarische Speisen.

Außerdem wird auf den Verzehr von Mango und Knoblauch verzichtet. Ursprung dieses Verbots soll eine Legende sein, der zufolge Mönche mehr von diesen Speisen geerntet hatten, als sie an einem Tag verbrauchen konnten.

Im Mahayana-Buddhismus
gibt es dagegen deutliche Verbote zum Fleischkonsum, etwa im Surangama-Sutra, Lankavatara-Sutra und Mahaparinirvana-Sutra.

Allerdings muss man bedenken, dass einige Mahayana-Schriften erst weit nach Buddhas Tod entstanden bzw. "entdeckt wurden" und so nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, ob es tatsächlich die Lehren des Buddha, oder später entstandene Schriften sind.

Dort finden sich zB Anweisungen an Mönche, bei Nahrungsspenden das Fleisch vom übrigen Essen zu trennen und die Schalen gründlich auszuwaschen.

In den Schulen des japanischen Buddhismus wird der Vegetarismus dagegen relativ locker gehandhabt. Allerdings entwickelte sich in Japan auch eine besondere Form der buddhistischen Küche, das "Shojin Ryori".

Auch im Mahayana-Buddhismus gibt es weitere Einschränkungen. Dort wird  für Mönche und Nonnen der Verzehr der "fünf Gewürze" untersagt. Das sind Zutaten mit starkem Eigengeschmack.

Die Nahrung soll den Mönch gesund erhalten, damit er den Weg zur Befreiung gehen kann. Sie ist also eine Art notwendige Medizin für den Körper. Speisen mit zu starkem Geschmack machen dagegen Appetit und Wecken die Sinnesfreuden, daher werden sie untersagt.

Im Vajrayana-Buddhismus
gibt es unterschiedliche Ansätze. Im so genannten tantrischen Buddhismus geht man offenbar davon aus, dass das negative Karma durch Fleischkonsum durch die meditative Praxis sublimiert  wird.

Genaueres dazu kann dir vermutlich ein Buddhist dieser Traditionslinien sagen. Ich habe dazu nicht ausreichend Kompetenz.

Allgemeines


Der Buddhismus kennt keine göttlichen Gebote und daher sind die Speisevorschriften auch nicht durch Strafen reglementiert.

Allerdings wird besonders von Mönchen und Nonnen erwartet, dass sie die Regeln ihrer jeweiligen buddhistischen Linie einhalten.

Gerade in Asien halten viele buddhistische Laien die Speisevorschriften nur zu besonderen religiösen Anlässen ein und essen zB Fleisch. Das hat, insbesondere in den ärmeren Ländern dort, auch mit der Verfügbarkeit von Lebensmitteln zu tun.

Westliche Buddhisten sehen es dagegen oft als selbstverständlich an, dass ein gläubiger Buddhist automatisch Vegetarier ist und reagieren irritiert, wenn man auf fleischessende Buddhisten stößt.

Aß der Buddha Fleisch?


Da auch im Hinduismus der Fleischverzehr nicht empfohlen wird, kann es sein, dass er als Asket von den Menschen nur vegetarische Speisen bekam. Es könnte also sein, dass Buddha seit seiner Zeit als Asket, kein Fleisch mehr gegessen hat.

Allerdings musste er auch alles akzeptieren, was die Menschen ihm gaben, so dass er theoretisch auch hätte Fleisch essen müssen.

Die Meinungen gehen in der buddhistischen Welt auseinander - insbesondere wenn es um die Todesursache des Buddha geht.

Es heißt, der Buddha sei an einer Lebensmittelvergiftung gestorben. Das verdorbene Gericht wird dort "sukara-maddava" genannt.

Die häufigste Übersetzung ist eberfleisch bzw. Schweinefleisch.

Allerdings wird auch erklärt, der Begriff könne sich auch als "den Schweinen angenehm" übersetzen lassen und wäre die Bezeichnung für eine Art Trüffel, also einen Pilz.

Auf gut Deutsch: Man weiß es nicht.

Kommentar von Enzylexikon ,

In den japanischen Zen-Klöstern hat der Klosterkoch (Tenzo) eine wichtige Position inne, denn von seiner Arbeit hängt die Gesundheit der Mönche ab.

Meister Dogen schrieb sogar ein Buch mit "Anweisungen für den Koch" (Tenzo Kyokun), in dem er Regeln für den richtigen Umgang mit Lebensmitteln festlegt.

So dürfen keine Lebensmittel verschwendet werden. Deshalb werden beispielsweise auch die grünen Teile von Karotten, und Karottenschalen verwendet, die dann beispielsweise in Öl gebraten werden.

In den Zen-Klöstern gibt es eine genau festgelegte Form der Mahlzeiten mit mehreren Eßschalen, die "Oryoki" genannt werden.

Am Ende der Mahlzeit kommt der bedienende Mönch und gießt leichten Tee, oder warmes Wasser in die Eßschalen, so dass sich beispielsweise Reiskörner vom Inneren der Schale lösen und der Mönch das restliche Essen "wegtrinken" kann.

So wird die Verschwendung, selbst kleiner Reiskörner, verhindert.

Typisch für die buddhistische Küche in Japan ist, das sogar fischbasierte Produkte, wie etwa der Suppenstock bzw. die Brühe (dashi) durch vegetarische Alternativen ersetzt werden.

So wird statt Bonitoflocken eine Brühe aus Shiitake-Pilzen oder der Braunalge Kombu genutzt.

Auch Tofu ist ein typisches Element der buddhistischen Küche in einigen asiatischen Ländern und dient dort als Quelle für pflanzliches Eiweiß.

Du siehst, man könnte noch viel schreiben, aber ich denke, dass diese Informationen zunächst ausreichen.

Solltest du noch Fragen haben, helfe ich gerne weiter. :-)

Antwort
von MarkFragtNach, 31

Hallo 2toeetoee,

Im Buddhismus gibt es keine so streng formulierten Speiseregeln, wie beispielsweise im Islam oder Judentum. Jedoch leben manche Buddhisten vegetarisch, da Buddha ganz allgemein das töten von Lebewesen verurteilte.

Allgemein gilt aber im Buddhismus, dass keine Lebensmittel vergeudet oder weggeworfen werden sollen und Essen nur dazu dient, seinen Hunger zu stillen.

Liebe Grüße

Antwort
von luggels, 28

Es gibt keine buddhistische Küche.

Buddhistische Mönche und Nonnen kochen nicht selbst, sie leben von dem, was ihnen in die Almosenschale gelegt wird. Und gegessen wird, was in der Schale liegt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten