Frage von londonfinja, 4

Was für eine Wirkung hat ein Gedicht, welches 5 Strophen hat, jedoch die ersten 4 Str. a 4 verse besitzen, jedoch die letzte (5. Str.) 5 Verse hat?

Ich habe gerade Gedichte in der Schule und bin fast fertig mit der Analyse, jedoch fehlt mir noch die Wirkung mit der Aufteilung der Verse in den Strophen also: Was für eine Wirkung hat ein Gedicht, welches 5 Strophen hat, jedoch die ersten 4 Str. a 4 verse besitzen, jedoch die letzte (5. Str.) 5 Verse hat?

Antwort
von ackerland003, 4

Die Verslehre oder Metrik (griechisch μετρική τέχνη metrikē technē „metrische Kunst“, „Lehre von den (Vers-)Maßen“, danach lateinisch ars metrica) befasst sich mit den Eigenschaften der gebundenen Sprache, insbesondere in Hinblick auf ihre Gliederung in — durch Wiederholung — wahrgenommene Einheiten wie Vers und Strophe. Die Mittel dieser sprachlichen Gestaltung sind neben derrhythmischen Strukturierung die verschiedenen Formen der Lautbindung wie Reim, Assonanz und Alliteration.

Die Metrik als wissenschaftliche Disziplin untergliedert sich in die Bereiche

vergleichende Metrik,systematische Metrik,historische Metrik undtheoretische Metrik.

Die vergleichende Metrik untersucht die verschiedenen Sprachen und ihre Literaturen in Hinblick auf die in ihnen maßgeblichen Gestaltungsmittel. Zentral ist hier der Begriff des Versprinzips. Man unterscheidet:

quantitierendes Versprinzip

 

(Silben messend), bei dem die Silbenlänge bestimmend ist, vorherrschend in der antiken Dichtungsilbenzählendes Versprinzip

 

(Silben zählend), bei dem die Anzahl der Silben bestimmend ist, vorherrschend in den romanischen Sprachenakzentuierendes Versprinzip

 

(Silben wägend), bei dem die Betonung der Silben (Versakzent) bestimmend ist, vorherrschend in den germanischen Sprachen

Die vergleichende Metrik untersucht auch die Probleme, die entstehen, wenn metrische Begriffe unreflektiert zwischen Sprachen mit ganz unterschiedlichen Prinzipien ausgetauscht werden. Das ist von besonderer Bedeutung in der deutschen Metrik, die zeitweise geprägt war durch die (silbenzählende) französische Dichtung und ab dem 18. Jahrhundert durch die Übernahme von Formen und Begriffe aus der (quantitierenden) antiken Dichtung, was zu einer bis heute immer wieder beklagten Verwirrung der metrischen Begriffe und Konzepte führte.

Die systematische Metrik untersucht existierende dichterische Werke auf Gemeinsamkeiten und strukturierende Elemente und arbeitet dabei mit Begriffen wie

Verselement,Versfuß,Versmaß,Strophenform

 

undGedichtform

und unterscheidet deren verschiedene Gestaltungen und Ausprägungen durch entsprechende Begriffe und Festlegung von deren Merkmalen. Mittel der Begriffsbildung ist dabei die Festlegung desSchemas einer bestimmten metrischen Form (zum Beispiel des Reimschemas einer Strophenform oder der von Fußfolge eines Versmaßes, der Kadenz einer Taktreihe oder der Gliederung von Versen inKola durch Zäsur und Dihärese), wobei man sich verschiedener, dem jeweiligen Bereich angespasster Formen der metrischen Notation bedient.

Die historische Metrik untersucht die historische Entwicklung der lyrischen Formen, meist bezogen auf eine bestimmte Sprache oder Literatur. In der historischen Metrik des Deutschen ist das etwa die Ablösung der altgermanischen stabreimenden Langzeile durch den Otfridscher Reimvers in der Mitte des 9. Jahrhunderts. Ebenso Gegenstand ist die Untersuchung historischer Theoriebildungen, etwa der Werke der antiken alexandrinischen Grammatiker oder der Wirkung von Martin Opitz' Buch Von der Deutschen Poeterey auf die deutsche Dichtung. Und schließlich werden auch die Beziehungen, Einflüsse und Übernahmen zwischen den verschiedenen Literaturen in ihrer historischen Dimension erforscht, zum Beispiel der Einfluss der französischen Poesie auf die Barockdichtung in Deutschland und Frankreich.

 

Hauptartikel: Historische Metrik

Die theoretische Metrik beginnt mit den erwähnten Arbeiten der hellenistischen Grammatiker und setzt sich zum Ziel, über den deskriptiven Ansatz der systematischen Metrik hinaus das Wesentliche der lyrischen Formen zu bestimmen im Unterschied zum zufällig historisch Gewordenen. Die aus dem Ansatz entstehenden Probleme zeigten sich bereits in der Antike in Gestalt verschiedener Schulen mit einander widersprechenden Theorien, etwa bei den Grammatikern die eine Schule, die alle Metra aus 8 bis 10 Grundmaßen (metra prototypa) ableiten wollte, im Gegensatz zu den Vertretern der Derivationstheorie, die alle Metra von Hexameter und jambischem Trimeter ableiten wollte. Im Deutschen war der Einfluss der von Philologen betriebenen rein wissenschaftlichen Metrik auf die poetische Praxis gering. Relativ bedeutender war der Einfluss auch theoretisch arbeitender Dichter wie Opitz, Klopstock und Lessing und in der Moderne Friedrich Georg Jünger.

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