Frage von vollbanane, 76

Was für ein Stilmittel ist es wenn ein ganzes Wort großgeschrieben wird?

Um dieses Wort zu betonen?

Antwort
von TimeosciIlator, 72

Wenn es nur ein Wort ist, wäre es für mich der Hinweis auf einen Eigennamen. Speziell in der Musik nutze ich immer wieder die komplette Großschreibung für die Interpreten um diesen vom Titel abzuheben. Oder ein wichtiges Wort innerhalb eines Satzes, damit es auffällt und man merkt worauf die Betonung des Satzes liegt. Allerdings kann man diesen Effekt auch dadurch erreichen, dass man nach jedem Buchstaben ein Leerzeichen e i n s e t z t.

Übertrieben finde ich es aber, wenn jeder gefühlte dritte Satz nur großgeschrieben wird als ginge es darum etwas besonders Wichtiges von sich zu geben im Stile von: "Hört jetzt aber mal alle her Leute ! Ich bin derjenige, der hier spricht !!"  Ein Beitrag wird nicht beiträgiger durch so etwas. Im Gegenteil: Man eckt nur überall bei den Leuten an, die sich so etwas extra verkneifen, weil es bekanntlich im Internet mit Schreien in Verbindung gebracht werden könnte. 

Kommentar von TimeosciIlator ,

Ach ja... das bezieht sich natürlich auch auf die vielen Zitierer, die man (leider) dauernd zur Kenntnis nehmen muss. Manche kommen vor lauter Zitieren kaum zum selber schreiben :)

Antwort
von Baranars, 39

Der Begriff, den du suchst lautet Versalschrift oder auch Majuskelschrift (beides meint dasselbe).

Es handelt sich dabei aber nicht um ein Stilmittel, sondern um eine Schriftauszeichnung.

Stilmittel sind rhetorische Figuren wie Metaphern, Ironie, Euphemismen etc. Es geht hier darum, wie etwas ausgedrückt wird, nicht wie es im niedergeschriebenen Zustand ausszieht

Schriftauszeichnungen dagegen sind typographische (die Zeichenauswahl betreffende) Mittel, um etwas hervorzuheben, z. B. Fettschrift, kursiv und eben VERSALSCHRIFT.

Die Taste Capslock braucht man höchstens dazu, leichter in Versalschrift zu schreiben.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Englisch & deutsch, 76

Capitalization (for the sake of emphasis). 

http://www.chicagomanualofstyle.org/qanda/data/faq/topics/Capitalization.html

Hier sollte aber nicht übertrieben werden. So gilt im Netz die hartnäckige Großschreibung auch als Schreien.

Gruß, earnest

Kommentar von Baranars ,

Warum der englische Begriff und nicht einfach die deutsche Bezeichnung dafür?

Kommentar von earnest ,

Weil dort als Stichwort (auch) "Englisch" stand.

Und selbstverständlich kann Majuskelschrift AUCH als Stilmittel eingesetzt werden.

Kommentar von Baranars ,

Ok, das mit dem Stichwort leuchtet ein.

Aber das mit dem Stilmittel ist falsch. Stilmittel im Zusammenhang mit Sprache beziehen sich niemals auf die graphische Umsetzung. Deswegen gibt es ja einen anderen Begriff dafür. Ich weiß, dass das von Laien nicht verstanden und oft falsch gemacht wird, weil sie es mit dem künstlerischen Stilmittel verwechseln. Aber dadurch wird es trotzdem nicht richtig. Fehler bleibt eben Fehler.

Kommentar von earnest ,

Pardon, aber ich habe keine Lust, um oder über den Bart des Propheten zu streiten.

Natürlich ist es völlig richtig, daß auch Großschreibung als Stilmittel eingesetzt werden kann.

Sag ich jetzt mal als Laie. 

;-)

Kommentar von Baranars ,

Nun denn, dann beenden wir die Diskussion, indem wir feststellen, das Laien Großschreibung gerne als Stilmittel bezeichnen, während Menschen vom Fach gezwungen sind, es als Schriftauszeichnung zu benennen, da sie unter Stilmitteln allein sprachliche Figuren verstehen. ;-)

Kommentar von earnest ,

Nun denn: Ja, beenden "wir" die Diskussion. Es hat mich gefreut, mit einem "Menschen vom Fach" kommuniziert zu haben.

Auch wenn dieser sich anscheinend "gezwungen" sieht, auf "Laien" herabzuschauen.

;-))

P.S.: Der MAJESTÄTISCHE Plural steht Ihnen gut (das war jetzt Majuskelschrift). 


Kommentar von Baranars ,

Aber das haben Sie falsch verstanden. Ich sehe auf niemanden herab. Ich mag es nur nicht, wenn jemand FALSCHEN Rat gibt. Dabei ist es mir völlig gleich, ob es ein Laie, ein Experte oder ein Nobelpreisträger ist. Fehler sind immer gleich falsch, egal von wem sie kommen.

Und darauf zu beharren, etwas falsch zu machen ist für mich immer gleich störend, völlig ohne Unterschied, wessen Fehler es ist.

Trotzdem bringt es Ihnen doch nichts, denselben Fehler immer und immer wieder zu wiederholen!

Mit dem Pluralis Majestates haben Sie sich aber auch geirrt. Ich habe den sogenannten Pluralis Modestiae verwendet. Denn ich habe nicht gezeigt, dass ich die Macht und Autorität habe, diese Diskussion zu beenden, sondern ich habe ausdrücken wollen, das ich mit meiner Kompromissformulierung und ihrer Zustimmung gerne die Diskussion beenden würde, dies alleine aber nicht kann. ;-)

Kommentar von earnest ,

Wenn es wie Pluralis Majestatis klingt, aber Pluralis Modestiae sein soll, dann haben Sie Ihre Bescheidenheit aber sehr gut versteckt.

Von-oben-herab-Beiträge passen nicht so recht zur angeblichen Bescheidenheit.

Die angebliche "Kompromissformulierung" ist keine, denn "wir" stellten "als wir" gar nichts fest.

;-)

Aber ich ziehe mich jetzt aus einer zunehmend sinnloser werdenden Nicht-Kommunikation zurück.

Wie die Engländer sagen: "Let's agree to disagree."

Kommentar von Baranars ,

Die niedergeschriebene Form beider Pluralformen ist identisch. Bei identischen Formen wird üblicherweise die Absicht des Sprechenden als ausschlaggebend herangezogen. Das man nicht die Gedanken anderer lesen kann ist klar. Bösartig und vermeidbar war hier aber die Unterstellung. Denn im zweiten Teil des Satzes steht doch eine gemildetere Formulierung, weder ein Machtwort noch ein Kasernenhofkommando.

Auch bei der Kompromissformulierung irren Sie wieder. Ich meinte den zweiten Teil des Satzes, der durch den Pluralis Modestiae eingeleitet wurde. Also das Angebot, sich darauf zu verständigen, dass Personen, die nicht damit arbeiten diesen Fehler häufiger begehen, weil sie eben mit den Begrifflichkeiten seltener in Berührung kommen; Er somit verbreiteter und verständlicher sein kann. Das die Einleitung nicht das Angebot selber war, sollte doch nachvollziehbar sein.

Let's agree to disagree - bei Meinungsfragen gerne. Aber bei Sachfragen, bei denen es ein Richtig und ein Falsch gibt? 2+2=3 und agree to disagree, das passt nicht zusammen finde ich. Für mich bleibt 2+2=3 falsch, da stimme ich nicht zu.

Und ich verstehe immer noch nicht, warum Sie an diesem Fehler festhalten. Stilmittel sind keine Schriftauszeichnungen, wenn Sie das nicht wussten ist das doch kein Beinbruch. Aber es ist nunmal so.


Kommentar von earnest ,

;-)

  Ihre "Mathematik" ist nicht meine Mathematik. Q. e. d.

Apropos "Fehler" (wenn "wir" schon so genau sein wollen):

-Dass man nicht die Gedanken ... lesen kann, (Komma)

-Dass die Einleitung ...

-Komma nach "arbeiten"

-nach "in Berührung kommen" besser ein Komma und "er"

-Komma nach "wussten"

-nun mal

Danke und Tschüss.

Kommentar von Baranars ,

Natürlich ist sie das nicht. Für mich ist 2+2 eben 4. Das war für mich immer so. Und ich fühle mich sehr wohl dabei.

Ich bin froh, dass ich niemals behauptet habe, dass ich unfehlbar bin. 

Möchten Sie jetzt Fehler sammeln? Ich fange an: Meine Rechtschreibung war mangelhaft -mea culpa-. Sie kannten den Unterschied zischen Stilmittel und Schriftauszeichnung nicht, verwechseln wohl gerne den Pluralis Majestatis mit dem Pluralis Modestiae und arbeiten in Diskussionen mit Unterstellungen anstatt mit Sachargumenten. So, jetzt hat jeder einmal die Fehler des anderen aufgezählt. Ich würde den Sandkasten nun gerne verlassen.

Zur Sachebene, bevor wir beide zu sehr abschweifen. Definieren Sie doch einmal die Begriffe "Stilmittel" und "Schriftauszeichnung". Vielleicht wird so klarer, wo Ihr Denkfehler herkommt und warum er so hartnäckig ist. Ich hoffe, dass Sie dann die Trennlinie klarer sehen. 

Sie haben übrigens noch kein Sachargument genannt, warum Versalschrift ein Stilmittel ist. Deswegen bleibe ich dabei. Die Lehrbücher und Fachmänner haben recht. Ihre Behauptung ist falsch.

Kommentar von earnest ,

Sie sollten genauer lesen.

Zum Beispiel diesen Satz: "Und selbstverständlich kann Majuskelschrift AUCH als Stilmittel eingesetzt werden."

Ich denke, es reicht jetzt.

Ciao.

Ich überlasse Ihnen auch gern das letzte Wort.

Kommentar von Baranars ,

Ich habe das "AUCH" gelesen. Aber ich sehe nicht, warum das so sein soll. Bitte belegen Sie das doch mit einer seriösen Quelle. Meinetwegen auch mit Wikipedia. 

Der Punkt ist, der Begriff "Stilmittel" ist ein Oberbegriff. Er zerfällt in rhetorische und künstlerische Stilmittel. Im Zusammenhang mit Sprache wird Stilmittel immer als Synonym für rhetorisches Stilmittel verwendet. Ein künstlerisches Stilmittel dagegen ist eine Eigenart der Form eines Kunststils. 

Geschriebene Buchstaben sind aber -Ich lasse jetzt Kalligraphie und auf auf Bildern gemalte Buchstaben außen vor- keine eigene Kunstform. 

Solche "künstlerischen" Veränderungen an Buchstaben in der Schriftsprache behandeln die Sprachwissenschaften alleine unter Schriftauszeichnungen. Ich kann also nicht nachvollziehen, wo dieses "AUCH" herkommen soll.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community