Frage von Noidea333, 113

Was fühlen Menschen bei Alzheimer oder Demenz?

Sind ja ähnliche Begriffe, wobei ja alltägliche Tätigkeiten und das Gedächtnis stark beeinträchtigt werden.

Letztens habe ich gehört, dass von einem die Frau mit 49 Jahren "Alzheimer" diagnostiziert bekommen hatte. Stelle ich mir schrecklich vor :-(

Angenommen, man heiratet erst kurz vorher und dann kurz danach wird man von der Ehepartnerin schon vergessen :-(

Darum kann ich mir das nicht vorstellen, wie betroffene Menschen denken und fühlen. Wenn ich früh wach werde denke ich ja auch immer so Sachen, wie, dass ich müde bin und noch weiterschlafen möchte, Hunger habe, was essen möchte, Zähne putzen usw. ... was denken aber dann diese Menschen, wenn sie wach werden? Man kann sie ja schlecht fragen, weil sie es ja nicht wissen... :-(

Meine Oma letztens (82J.) bekam das auch ganz plötzlich mit der Demenz und kann fast gar nicht mehr sprechen und fast gar nichts mehr machen.

Ich möchte ja auch alt werden. Aber ich möchte schon immer wissen, was ich mache...

Über ein paar Antworten würde ich mich sehr freuen :-)

Danke und Grüße

Noidea333

Antwort
von elismana, 29

Wie das Denken funktioniert - oder eben aufgrund des Krankheitsbildes nicht, oder anders - kann niemand mit Garantie sagen.

Die Gefühle allerdings bleiben und zwar bis zum Tod. Nicht nur bei dementen Menschen, sondern bei jedem. Eventuell können diese Gefühle nicht mehr richtig zum Ausdruck gebracht werden oder sie werden schlicht missverstanden (z.B. vor Freude weinen - nicht vor Traurigkeit). Auch demente Menschen haben weiterhin ihre ganz natürlichen Bedürfnisse nach Nähe, Hunger, Durst, Kälte, Wärme - was immer du dir vorstellen kannst. Nur können sie es vielleicht nicht mehr richtig zum Ausdruck bringen. 

Beobachten ist hier wichtig. Selbst wenn der Mensch nicht mehr mit dir sprechen kann, dir nicht mehr seine Bedürfnisse und Gefühle mitteilen kann, kannst du sie mit etwas Übung herausfinden. 

Viele Alzheimer-Patienten befinden sich irgendwo in ihrer Kindheit. Dort kann man ansetzen, dies nennt man Validation. Der Mensch wird so akzeptiert, wie er ist und was er fühlt. 

Deine Oma fühlt es, wenn du da bist. Selbst wenn sie dich nicht mehr erkennt und nicht mit dir spricht, mach ihr keine Vorwürfe. Sag nicht Dinge wie "Oma, ich bin`s doch, weißt du das denn nicht?" Kümmere dich, erzähle ihr von deinem Alltag, gehe mit ihr spazieren..... 

Sie und andere bekommen mehr mit, als es den Anschein hat. 

Antwort
von Roquetas, 62

Das schlimmste ist wohl der Anfang der Krankheit. In dieser Zeit merkt der Kranke was mit ihm los ist, weil er immer öfter vergisst was er machen wollte und es ihm noch bewusst ist.

Der Satz meiner Oma war in dieser Zeit immer : Ich kann nict mehr denken, denn mein Kopf ist leer.

Später dann wird es für die Angehörigen schlimm, wenn sie zusehen müssen, wie ein Mensch verfällt. Er selbst merkt dann nichts mehr davon.

Kommentar von Noidea333 ,

Ja genau, das ist mir auch so bekannt. Aber dann der Schritt, wo man selber es dann nicht mehr merkt ... das stelle ich mir schlimm vor, so wie ein Traum, wo man gar nichts mehr bewusst wahrnimmt :-(

Kommentar von Roquetas ,

Möge jeder beten, das ihm selbst und seinen nächsten Angehörigen  dieses Schicksal erspart bleibt. Zuzusehen wie ein Mensch, der einem nahesteht verfällt, ist so grausam.

Kommentar von Noidea333 ,

ja *schnief*

Antwort
von PtSylvia, 51

He , ein guter Film zum Thema Demenz und Alzheimer ist Honig im Kopf , als Spielfilm uber dieses krankheitsbild , es gibt aber noch andere Filme oder Dokumentation uber Demenz ( glaube von deutschen Demenzverein oder wie sich diese Organisation nennt?

Kommentar von Roquetas ,

Sieh Dir das untere Video an. Das ist die Realität.

Kommentar von PtSylvia ,

klar Honig im Kopf war der Opi von den typischen Charakterzügen die eher Demenzerkrankte haben das Gegenteil , doch das Thema wie die kleine mit ihren Opa umgegangen is,t ist ein schönes Vorbild für alle wie man Mit dieser Krankheit umgehen sollte für den Angehörigen oder auch für das Pflegepersonal( leider ist es in manchen Pflegeeinrichtungen so das selbst Die Pfleger sich nicht immer richtig verhalten ) Klar die Älteren Vergessen immer mehr , ihre Kurzzeitiggedächtnis schwindet , doch ihr Langzeitgedächtnis ist bis zu einen Grad da . Es ist auch nicht leicht wenn jm in der Verwandtschaft einen Angehörigen hat mit Demenz ,doch es gibt mittlerweile extrem viele Angebote für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen wie Tagesbetreuung , wie Ehrenamtliche Helfer die mal mit dem Angehörigen Spaziergang machen oder rommey spielen , oder eine Demenz Selbsthilfe Gruppe , oder Gemeinsames Kochen unter Aufsicht. Und die Erkrankten sind vielleicht manchmal etwas. schwierig doch man. Muss sich selbst mal in die lage versetzen , man merkt das man sich nichts mehr merken kann , man fühlt sich Missverstanden , da man manches nicht mehr hört , das man vielleicht eine erhöhte Sturzgefahr hat, das man sich unsicher fühlt , und wir wissen ionicht wie es uns mal im Alter geht , deshalb sollte man auch diese Menschen mit den nötigen Respekt behandeln. aber auf den Punkt gebracht Honig im Kopf hat zwar das typische Krankheitsbild Demenz nicht gebracht doch es war ja auch die sonderform der Demenz ( Alzheimer), trotzdem fande ich es gut beleuchtet dieses Thema , ist meine Meinung , MfG Pt Sylvia

Antwort
von elfriedeboe, 34

Ich glaube das für andere schlimmer ist als für dich selbst und es kann auch sehr schleicht kommen das bekommt eher schlecht mit !

Antwort
von oxygenium, 61

Na dann schau dir mal das Video an 

Kommentar von Noidea333 ,

Ja, so ähnlich kenne ich das aus dem Pflegeheim von meiner Oma auch, nur dass sie auch nicht mehr sprechen kann außer "Ach, ich weiß nicht..." :-(

Kommentar von oxygenium ,

aber so ein Altenheim macht ja alles nur noch schlimmer,weil diese Menschen total den Überblick verlieren.Wir haben bei uns so etwas in der Familie und ist nicht sehr lustig mit anzuschauen

Kommentar von Noidea333 ,

Ich finde das auch schlimm, wenn meine Oma niemanden mehr erkennt, aber vor ein paar Wochen war sie noch so topfit :-(

Kommentar von oxygenium ,

ich denke sie sind glücklich in ihrer Welt.Nur ab und zu muss man sie daran erinnern das sie noch Leben.Jedenfalls mache ich das so bei unserem Angehörigen.

Aus der Vergangenheit plaudern machen sie gerne und wissen dann komischerweise auch ganz viel davon.Dann kippen sie wieder weg und sind nicht mehr ansprechbar. So etwas ist sehr anstrengend und manchmal kaum zu bewältigen im eigenen Zuhause.

Aber um deine Oma wird sich hoffentlich gut gekümmert und geh sie soviel besuchen wie es machbar ist.

Es gibt ja auch viel zu lachen mit diesen Personen die in einer anderen Welt leben und ist nicht alle Tage so traurig.

Versuche es einfach mal so zu sehen und alles wird leichter.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community