Frage von deepxpalexblue, 179

Was findet ihr schlimmer, Säkularisation oder blinder Glaube?

Die Frage sagt vermutlich alles aus... Wollte mal eure Meinungen "hören".

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 34

Ich spare mir jetzt mal linguistische Feinheiten und gehe einfach davon aus, dass du "rationale Verweltlichung im Denken" und "vorbehaltlosen Glauben" gegenüberstellen willst.

Einseitige Entwicklungen bringen praktisch immer Probleme mit sich.

Eine rationale Welt ohne Religion wird vermutlich einige philosophische und emotionale Bedürfnisse der Menschen nicht befriedigen können

Eine religiöse Welt ohne Rationalität würde dagegen freies Denken, Persönlichkeitsentwicklung und die Erlangung von Wissen verhindern.

Erläuterungen:

Die Geschichte zeigt, dass religiöse Organisationen bestimmte Schriften verbieten ließen und sogar verbrannten, weil sie der religiösen Lehre widersprachen. Das entspricht der Unterdrückung von Wissen.

Umgekehrt garantiert aber auch reiner Atheismus keine freie Entwicklung. Das sieht man an Staaten wie der Volksrepublik China, wo der Austausch von Religion durch eine politische Ideologie auch keine Denkfreiheit brachte.

Grundsätzlich befürworte ich eine rationale Weltsicht und ziehe sie blindem Glauben vor. Allerdings halte ich Religion dennoch für richtig.

Das Problem bei Religionen ist ihr meist vorhandener Anspruch auf "absolute Wahrheit", der insbesondere bei konservativer Auslegung dringend notwendige Neuinterpretationen religiöser Lehren behindert.

Heutzutage sind etwa diskriminierende Aussagen gegen Homosexuelle nicht mehr akzeptabel, weil hierdurch Menschen herabgewürdigt werden. In solchen Gebieten müssen Religionen mehr Willen zum "Update" haben.

Meiner Ansicht nach ist völliger Atheismus nicht der richtige Weg - mit einer Bereitschaft zur "Religion 2.0" in allen Konfessionen mit Updates in Bereichen wie Toleranz, Frauenrechte, Gewalt und Sexualität wäre aber schon viel gewonnen.

Politisch gesehen sollten Religion und Staat voneinander getrennt sein und Elemente wie "Staatsreligionen" oder gar "Theokratien" heiße ich nicht gut.

Religiosität ist für Menschen, die ein religiöses Empfinden haben, meist eine zutiefst persönliche Angelegenheit - das "in die Stille gehen", oder die innere Zwiesprache sind ein zentrales Element des Glaubens - selbst wenn das Gebet in einer Gemeinschaft erfolgt.

Deshalb sehe ich keine Notwendigkeit, Religion und Politik miteinander zu vermischen. Dadurch wird das Risiko, Religion als politisches "Machtmittel" zu missbrauchen, ungemein erhöht.

Im Johannesevangelium heißt es (Joh. 18;36):

"Mein Reich ist nicht von dieser Welt"

und Jesus fordert beispielsweise dazu auf, sich weltlichen Instanzen unterzuordnen (Matt. 22;21):

"Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist"

Ich denke, wenn sich Gläubige, anstatt gesellschaftliche Sonderrechte einzufordern, an solche Grundsätze halten würden und ihre Religion im stillen Kämmerlein und innerhalb ihrer Gemeinden ausüben würden, dann hätten auch Atheisten deutlich weniger Grund zur Kritik.

Mein Ratschlag im Bereich Religion ist: Updaten statt Abschaffen!

Kommentar von deepxpalexblue ,

Oha, danke. Ja, du hast richtig geschlossen, ich war noch leicht im Halbschlaf, als ich die Frage schrieb ;D

Ein was wollte ich noch fragen: Wer sagt, dass die "emotionalen Bedürfnisse" der Menschheit immer gestillt werden müssen? Wer in diesem Universum fragt danach, ob es diesem einen kleinen Haufen Leben auf 'nem kleinen Planeten, der sich um einen Zwergstern dreht, Freude macht, zu existieren? Wäre es für das (unwahrscheinliche) Überleben der Menschheit und auch für einen einzelnen Menschen nicht besser, sich auf die Fakten zu konzentrieren, anstatt sich spaßige Kindergeschichten auszudenken?

Kommentar von Enzylexikon ,

Der Mensch hat nun einmal emotionale Bedürfnisse, ob er will oder nicht.

Man will beispielsweise nicht, dass der geliebte Mensch stirbt und hat deshalb das Bedürfnis nach Trost.

Manche Menschen kommen ihr Leben lang nicht über den Tod eines Angehörigen hinweg, weil sie kein geeignetes "Trostsystem" finden, das ihnen das emotionale Leiden lindert.

Man will beispielsweise nicht, dass böse Personen ungestraft davon kommen und hat deshalb das Bedürfnis nach Gerechtigkeit.

Der Wunsch nach einer ausgleichenden Gerechtigkeit, die Vorstellung, ein Massenmörder könne sich auch durch Selbstmord seiner Verantwortung nicht entziehen, sondern wird eine Strafe erhalten, ist für viele Menschen wichtig.

Man sieht überall böse, egoistische, skrupellose Menschen die in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich sind. Die Vorstellung, sie kämen ungestraft davon, ist schwer zu ertragen.

Hier setzt die Religion mit Lehren an, die zwar irrational und unbeweisbar sind - aber diese Bedürfnisse stillen.

Der "gute Ehemann" kommt in den Himmel, wo bereits Oma und Opa auf ihn warten - eine tröstlichere Aussicht, als lediglich von Würmern gefressen zu werden.

Das gleiche gilt dann natürlich auch für das Bedürfnis nach Gerechtigkeit.

Der "böse Diktator" kommt in die Hölle, wo er für seine Taten bestraft wird - eine tröstlichere Vorstellung als die ernüchternde Erkenntnis, dass das Leben eben nicht fair ist.

Rational gesehen sind solche Belohnungs-und-Bestrafungs-Szenarien natürlich unbeweisbarer Humbug und haben vielleicht sogar etwas infantiles an sich.

Wir Menschen sind nun einmal nicht "perfekt" und neigen zu kindlichem Wunschdenken, überzogenen Reaktionen und unüberlegten Handlungen.

Die Religionen sind aus meiner Sicht ein sehr guter Puffer, um das, was von stark rational denkenden Menschen achselzuckend halt als "harte Realität" akzeptiert wird, zu relativieren und etwas weichzuzeichnen.

Wenn jemand tatsächlich die psychische Stabilität hat, angesichts einer gewichtigen medizinischen Diagnose den Tod akzeptiert und sagt "dann frisst mich halt der Krebs auf" - okay.

Aber diese Einstellung bringt nicht jeder Betroffene, oder jeder Angehörige dieser Person auf, sondern ist mit hoher Wahrscheinlichkeit emotional überfordert.

Dann ist so ein emotionaler Weichzeichner wie Religion, der Hoffnung auf wundersame Heilung durch Gebete und den Ausblick auf ein Paradies bietet, ein gutes Mittel, um das Sterben weniger dramatisch erscheinen zu lassen.

Ich sage das jetzt bewusst nicht um überzeugte Atheisten zu provozieren, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass selbst völlig rational denkende Menschen auf einmal das Gute-Nacht-Gebet aus dem Kindergarten aufsagen, wenn es bei ihnen emotional ans eingemachte geht.

Das ist vermutlich irgendwie im Menschen angelegt, genau wie das Staunen angesichts von Naturphänomenen.

Ich denke, die Zahl der Menschen, die angesichts eines Sonnenaufgangs auf Hawaii emotional ergriffen werden ist höher, als die Zahl jener, die ganz nüchtern feststellen, dass die Erdrotation mal wieder ganze Arbeit geleistet hat.

Im Grunde genommen sind wir emotional halt doch noch Steinzeitmenschen, die sich angesichts einer Sonnenfinsternis ängstlich in den Staub werfen - auch wenn wir es rational besser wissen müssten. ;-)

Antwort
von dadita, 38

Natürlich blinder Glaube. Säkularisierung ist ein wichtiger Grundbaustein eines modernen Staates, sie verhindert die Wiederkehr der religiösen Terrorherrschaft des Mittelalters.

Was ohne konsequente Säkularisierung und mit blindem Glauben passiert sieht man an Saudi-Arabien und anderen islamistischen Terrorregimen im nahen Osten: Barbarei.

Kommentar von deepxpalexblue ,

Ich war noch im Halbschlaf heute früh, ich meinte eigentlich "starker Atheismus"... Trotzdem danke vielmals! :)

Kommentar von dadita ,

Auch hier: Blinder Glaube. Das Resultat von blindem Glauben ist immer eine Katastrophe und vollkommener Stillstand. 

Expertenantwort
von SlowPhil, Community-Experte für Physik, 65

Die Frage ist falsch gestellt. Das Gegenteil von Säkularisierung ist Theokratie, wobei dies nicht etwa die Herrschaft Gottes ist, sondern die von Menschen, die sich als seine Sachwalter betrachten.

Kommentar von deepxpalexblue ,

Ja, tut mir leid, ich war noch im Halbschlaf, als ich diese Frage schrieb, und meinte eigentlich "starker Atheismus" statt "Säkularisation". Was wäre jetzt deine Antwort? ;D
P.S. Ich mag deinen Namen, der erinnert mich an meinen Lieblingsyoutuber. :D

Antwort
von realsausi2, 7

Da ja in Kommentaren richtig gestellt wurde, dass es hier um Atheismus und blinden Glauben geht, erlaube ich mir eine weitere Antwort.

Atheismus ist lediglich die Nichtvornahme eines Bekenntnisses zu einem Gott. Atheismus hat keine eigene Aussage, kein Dogma, keine Idee, keine Absicht, kein Ziel.

Insofern ist er auch nicht steigerbar. Aktiv wird dann wohl der Antitheistmus. Als solcher ist jede Aussage wider einen Gott zu betrachten. Eine Leugnung von Göttern ist nicht atheistisch, sondern antitheistisch.

Daher wäre das Begriffspaar, um das es Dir am ehesten gehen wird

Antitheismus vs. Blinder Glaube.

Und hier wird die Frage dann eigentlich unbeantwortbar. Weil diese beiden Kategorien eben, im Gegensatz zu Atheismus, steigerbar sind. Sie können verschiedenste Ausprägungen annehmen. Deren "Schlimmheit" ist natürlich davon abhängig.

Meinen Antitheismus finde ich überhaupt nicht schlimm. Für micih nicht, aber auch für andere nicht. Ich neige nicht zur Gewalt, wende mich wohl gegen die Ideen, die Gläubige haben, aber respektiere dabei immer den Menschen.

Manchmal liest man hier auch, man solle Religionen verbieten. Das ist auch eine antitheistische Position, die ich allerdings für "schlimm" halte. Man kann nicht in die Köpfe hinein regieren.

Ich glaube, dass Religion unterm Strich dem Menschen schädlich ist. Ein Klotz am Bein, den wir überwinden sollten. Aber das kann nur jeder für sich selbst leisten. Hierzu braucht es, den blinden Fleck wieder zu sensibilisieren. Dabei kann man unterstützen durch Information und Anregung. Man kann auf die Tür weisen, aber hindurch gehen muss jeder selbst.

All das schreibe ich als Antitheist, nicht als Atheist. Ob das schlimm ist, kann jeder für sich bewerten.

Antwort
von Spockyle, 91

Find ich schwierig zu vergleichen, blinder Glaube ist eine Sache, die gefährlich sein kann (nicht muss, wenn jemand einfach in seinem Häuschen sitzt und vor sich hin glaubt), Säkularisierung einfach ein neutral stattfindender Prozess.

"Blind" gegenüber Argumenten zu sein ist aber nie gut, das passiert aber nicht nur mit Glaube, das passiert auch mit anderen Ideologien, zB mit politischen Überzeugungen. Offenheit ist immer besser als Verschlossenheit :)

Sollte halt jeder machen dürfen, was er will, solange er die Freiheit seines Nächsten nicht einschränkt.

Antwort
von authumbla, 62

Wenn man Säkularisierung als Abkehr einer Gesellschaft von religiösen hin zu weltlichen Werten auffasst, ist das meiner Meinung nach eine richtige und gute Entwicklung.

Das Beharren auf starren Dogmen, vorgegeben vom Klerus, die die Interpretationshoheit von Religion für sich beanspruchen ist keine Entwicklung sondern Stillstand.

Diese Entwicklung weg vom blinden Glauben bzw. blindem Gehorsam den Vertretern der Religion gegenüber haben wir hier im Westen ja schon nach dem Mittelalter eingeleitet und mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert vollendet.

Einige Teile der Welt haben diese Entwicklung noch vor sich.

Kommentar von deepxpalexblue ,

Danke, du hast absolut recht ;D

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 47

Wo stellt sich denn diese Alternative überhaupt?

Kommentar von deepxpalexblue ,

Wie ich bei einigen Antworten schon kommentierte, meinte ich Atheismus. Dummes Eva. *Kopf auf Tischplatte schlag*

Antwort
von HansH41, 79

Blinder Glaube ist das schlimmste, was es gibt. Die meisten Kriege der Gegenwart haben diese Ursache.

Kommentar von deepxpalexblue ,

Danke. Da stimme ich dir vollkommen zu.

Antwort
von Netie, 37

Vielleicht kann man sagen, das eine ist die Folge aus dem anderen. Dadurch, dass man Gott nicht mehr blind vertraute (glaubte), sondern eigene Regeln zu göttlichen machte, hat Gott es zugelassen, dass kirchliche Eigentümer in die Hände von weltlichen (Ungläubigen) Menschen ging.

Sozusagen: "wenn es bei euch nicht besser aussieht, als bei denen, die mit mir (Gott) nichts zu tun haben wollen, dann kann auch euer Reichtum in ihre Hände gehen, denn wo ist der Unterschied zwischen ihnen und euch?"

Deswegen entweder Glaube oder Unglaube.

Antwort
von Physikus137, 18

1. Säkularisierung = Trennung von Kirche und Staat, was soll daran schlimm sein?

2. Ich denke, dass Glaube per se immer blind ist. Sonst hieße es ja nicht "Glaube", sondern "Wissen" 🙂 Aber auch das ist noch nichts schlimmes.

Schlimm und schädlich sind Fundamentalismus und Intoleranz - und die gibt es auf Seiten der Religiösen genauso wie auf Seiten der Atheisten.

(Die dritte Kategorie, die Terroristen, die den Glauben zur Erreichung ganz anderer Ziele nur vorschieben mal mal außen vor gelassen.)

Von daher ist Säkularisierung etwas Gutes: Glaube (oder Nichtglaube) sei Privatsache und alle sollen glücklich werden, jeder ganz nach seiner Façon, solange er andere nicht über Gebühr damit belästigt...

Kommentar von deepxpalexblue ,

Danke!! Ich meinte Atheismus statt Säkularisation, der Fehler lag daran, dass ich noch im Halbschlaf war und viel zu wenig geschlafen hatte :D naja, danke.

Kommentar von realsausi2 ,

1. Säkularisierung = Trennung von Kirche und Staat, was soll daran schlimm sein?

Um das hier noch mal klarzustellen.

Säkularisiation ist die Enteignung der Kirchen. Hierfür zahlt jeder Steuerbürger, auch die ausgetretenen, immer noch Entschädigung an die Kirchen. Letztes Jahr ca. 450 Millionen Euro.

Säkularisierung ist die Trennung von Staat und Kirche.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Beides sind dennoch erstrebenswerte Ziele.

Antwort
von Mietzie, 82

Wie definierst du Säkularisation? Geht es dir nur um die Enteignungen der Kirchlichen Güter? Das erscheint im ersten Moment ungerecht. Auf den 2. Blick ist es jedoch bitter notwendig gewesen um die Menschen aus den Klauen der Kirche zu befreien. Das war ein ganz wichtiger Entwicklungsschritt.

Blinder Glaube ist meistens schlecht, da es den "gesunden Menschenverstand" hemmt. Es mag Ausnahmen geben, aber ich persönlich sehe keinen Sinn darin.

Kommentar von deepxpalexblue ,

Ja, das meinte ich. Danke.

Kommentar von realsausi2 ,

Das war ein ganz wichtiger Entwicklungsschritt.

Der aber längst wieder zurück genommen ist. Und seitdem zahlen wir dafür. Jedes Jahr. Zur Zeit ca. 450 Millionen Euro im Jahr. Jedes Jahr.

Antwort
von realsausi2, 59

Eine Säkularisation fände ich gut. Wird nur leider nicht passieren. Wir zahlen ja immer noch für die letzte.

Was ist dennfür Dich blinder Glaube? Bzw. was wäre denn sehender Glaube?

Glaube erfordert immer eine partielle Blindheit. So wie unser Auge einen blinden Fleck hat, hat der Verstand von Gläubigen einen solchen im Bereich eines spezifischen Bereichs der Welterkenntnis.

Während die meisten Gläubigen für alles in der Welt das wissenschaftliche Erkenntnisprinzip anerkennen, gilt für den jeweiligen Gott eine Ausnahme. Die Regeln, die auf alles andere angewandt werden, werden in einem spezifischen Bereich ignoriert und außer Kraft gesetzt.

Glaube erfordert also immer diesen blinden Fleck.

Kommentar von Aleqasina ,

Wenn ich Gott wäre, würde ich mich nicht von irgendwelchen Weißkitteln unter das Mikroskop legen lassen. ;-)

Kommentar von deepxpalexblue ,

Danke, RealSausi. :D besser hätte ich es nicht ausdrücken können (nicht dass ich das jemals irgendwie könnte...)

Antwort
von Dackodil, 58

Was soll an Säkularisation schlimm sein?

Kommentar von deepxpalexblue ,

Ich meine Atheismus, und zwar etwas radikalen. Der Fehler in der Frage ist mir erst nachdem ich sie gepostet habe aufgefallen, ich habe sie auch gleich gemeldet in der Hoffnung, sie würden Sie herausnehmen, haben sie aber nicht. Also, was wäre deine Antwort jetzt? ;)

Kommentar von Dackodil ,

Dann würde das Gegensatzpaar also Atheismus versus blinder Glaube lauten?

Ich kann mich grad nicht entscheiden, denn beides klingt nach Radikalität.

Wenn ich mich aber entscheiden müßte, tja dann würde ich danach gehen, was vermutlich mehr Menschenleben fordern würde, und ich vermute der blinde 'Glaube wäre da schlimmer.

Was blinder Glaube in Form von Fanatismus anrichten kann,  kriegen wir ja grade recht deutlich vorgeführt.

Ein praktisches, gesellschaftliches Beispiel für radikalen Atheismus fällt mir grad nicht ein. Gibt´s eins?

Antwort
von hummel3, 36

Für mich sagt deine Frage leider "nicht alles aus".

Jedoch hat das eine - "Säkularisation" mit dem anderen - "blinder Glaube" nichts zu tun, außer dass beides schädlich sein kann.

Worauf willst du also hinaus?

Kommentar von deepxpalexblue ,

Ja, ich bin dämlich. Ich weiß. Ich meinte eigentlich "Was ist schlimmer - eine religionslose Welt bzw. starker Atheismus oder starker, blinder Glaube?"

Kommentar von hummel3 ,

Beide Richtungen sind wohl nicht die allererste Wahl, weder "starker" Atheismus, noch "blinder" Glaube. So logisch Glaube immer mit einer gewissen "Blindheit" verbunden ist, das liegt in der Natur von "glauben", so logisch lässt sich Blindheit allerdings auch auf Atheismus übertragen. - Die wenigsten Atheisten werden dies jedoch für ihre Auffassung gelten lassen. Da bin ich ziemlich sicher.

Religiöser Glaube macht aber auch nur Sinn und ist tolerabel, wenn er in guter Absicht gegenüber allem Leben und durch Erkenntnis und Überzeugung gelebt wird.

Die einzige Religion, welche für mich dafür in Betracht kommt findet sich im Neuen Testament der Bibel. - Der Islam dagegen, wäre beispielsweise der absolute Gegensatz. 

Antwort
von Aleqasina, 52

Du meinst wahrscheinlich "Atheismus oder blinder Glaube", oder?

Für mich stellt sich diese Alternative nicht.

Mich macht mein Glaube wach und kritisch.

Kommentar von realsausi2 ,

Lies Dir bitte mal meine Antwort durch.

Kommentar von deepxpalexblue ,

Ja, ich meine Atheismus. Ist mir auch aufgefallen, eine Sekunde nachdem ich die Frage gepostet hab'. Schlaue Eva. *schlägt Kopf gegen die Wand* :D auf jeden Fall danke!

Antwort
von 3plus2, 24

Blinder Glaube ist irre, Logik ist das A + O.

Alle Menschen haben einen Kopf einige denken auch damit.

Antwort
von Raubkatze45, 41

Die Frage sagt gar nichts aus, weil du offenbar davon ausgehst, dass Glaube immer blind macht und Säkularisation folglich die bessere Alternative ist. Im Gegensatz dazu wäre es auch eine Überlegung wert, ob es nicht auch eine Blindheit gegenüber dem gibt, was mit mathematischen und physikalischen Gesetzen  nicht zu beweisen ist.

Für mich als Christ ist Glaube die Antwort  auf die Selbstoffenbarung Gottes. Er ist kein vages, inhaltsloses Gefühl, er ist auch nicht blind. Er hat einen Inhalt.


Die Antwort des Glaubens ist nur möglich, wenn Gott dem Menschen zuvorkommt und ihm das Licht seiner Wahrheit aufstrahlen läßt, wenn er ihn sehend macht und ihm die "Augen des Herzens" erleuchtet. So ist der Glaube Geschenk der erleuchtenden Gnade Gottes. Trotzdem bleibt der Glaube freier und verantwortlicher Akt und ist weder allein mit dem Verstand noch allein mit dem Willen oder dem Gefühl gegeben. Glaube findet also nicht nur im Kopf statt, er findet seinen Ausdruck im Menschen als ganzen.

Es ist eine Sache, an Gott zu glauben, es ist aber eine ganz andere Sache, Gott zu glauben.






Kommentar von deepxpalexblue ,

Darf ich dich mal etwas fragen? Warst du schon christlich, als du geboren wurdest, wurdest du also hineingeboren?

Kommentar von deepxpalexblue ,

Und was anderes - "Blindheit gegenüber Mathematik und Wissenschaft", das ist doch blinder Glaube. Man sieht nur das, was 4 alte Männer sich ausdachten, statt dem, was durch endlose Generationen mit einem Leben harter Arbeit herausfanden... (Also, soll jetzt nicht offensive gemeint sein)

Antwort
von 1988Ritter, 34

Bezogen auf eine Religion, ist der Glaube ja eigentlich immer ein "blinder" Glaube, da man ja den Lehren der jeweiligen Religion folgt.

Würde man diesen Lehren diskutieren, dann würde man ja auch an der Religion zweifeln, und als solches der Religion nicht folgen.

Von daher gesehen stellt sich die Frage nach einer säkularen Ansicht nicht.

Kommentar von deepxpalexblue ,

Willst du damit aussagen, dass ich besser einer Religion angehören sollte oder einfach nur meine Fragestellung kritisieren? Wenn letzteres Zutrifft - tut mir leid, es ist war Montagmorgen, viel zu früh, und ich hatte viel zu wenig Schlaf in der Nacht zuvor. Konnte gerade nicht wirklich denken. :D

Kommentar von 1988Ritter ,

Nein das hast Du falsch verstanden. Ich habe die Frage von meiner Sicht aus pauschal beantwortet, ohne dabei eine Wertung, Empfehlung oder Kritik an Deiner Frage und Person zu stellen.

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