Was erschütterte die Weimarer Republik in den Anfangsjahren?

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3 Antworten

Hi Leute,

ist nur mein zusammengekratztes Spontanwissen, viel Spaß beim Lesen!:

Die Startbedingungen waren nicht gut, da die neue Regierung der Weimarer Republik unter der SPD gleich den Versailler Vertrag unterzeichnen musste, der Deutschland die Hauptschuld am 1. WK gab und den Deutschen saftige Strafzahlungen (Milliarden-/Billionenhöhe) aufs Auge drückte, dieses Geld musste sich der Staat in Form von Steuererhöhungen holen, auch die Preise stiegen. Die Unterzeichnung dieses Kontraktes 1919 machte die demokratische Regierung schnell unbeliebt (Wer hat uns verraten - Sozialdemokraten!), obwohl deren Vorgänger im Kaiserreich diesen Krieg mehr verschuldet hatten, als SPD und Co. Der Hass auf diese Regierung schürte also früh politischen Extremismus. Rechtsextreme (Nationalsozialisten) und Linksextreme (Kommunisten) versuchten nicht wie in der Endphase der Republik legal über Wahlen an die Macht zu gelangen, sondern übten sich in Putschversuchen (Kommunisten: 1919 in Bayern - Versuch eine Räterepublik aufzubauen, um 1923 in Thüringen und Sachen - Versuch der Gründung einer seperaten Räterepublik / Rechtsextreme: Kapp-Putsch 1920 und ganz bekannt Hitlerputsch am 9. 11. 1923). Diese niederzuschlagen verursachte immer Tote und Straßenschlachten. Die rechten Gruppierungen hatten auch noch oftmals ehemalige Weltkriegssoldaten auf ihrer Seite, die von der regulären Armee zögerlich oder gar nicht bekämpft wurden ("Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr"), so gab es also ständig irgendwelche Unruhen und Straßenschlachten. Wer sich politisch engagierte, wurde von seinen Gegner manchmal nicht auf der Diskussionsebene geschlagen, sondern ermordet, berühmte Mordopfer waren Rosa Luxenburg, Karl Liebknecht, Walter Rathenau und Matthias Erzberger, so kam kaum eine politische Kultur wie bei uns heute in der Bundesrepublik zustande (Weimarer Republik = "Republik ohne Republikaner"). Um die eingangs erwähnten Kriegsschulden durch den Versailler Vertrag irgendwie zu bezahlen, ließ man auch noch Geld drucken, doch je mehr Geld es gibt, desto weniger ist es wert). 1923 kam es zu einer berühmten Inflation, damals war ein Laib Brot eine eine Billion Reichsmark (damalige Währung) wert, wer also früher mit einer Billion RM ein reicher Mann war und sein Geld sparte, hatte jetzt den Wert eines Brotes, wer nur eine normale Rücklage hatte (vielleicht 1000 bis 10 000 RM) hatte - nichts mehr, was wiederum die Unzufriedenheit auf die Republik und die Regierung schürte und wieder Leute in die Arme der Extremisten trieb. Außenpolitisch waren neben der Kriegsschuld dagegen die Versuche neue Beziehungen mit der neugegründeten UDSSR (1922 Rapallo-Vertrag) und den Westmächten aufzubauen, ein Thema.

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Der Versailler Knebelvertrag überschattete die junge Weimarer Republik.

Diesen Vertrag hatte ich erst kürzlich hier dargestellt, man schaue dsbzgl. bei gf nach.

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Die Folgen des Versailler Vertrags und die Weltwirtschaftskriese -> Inflation


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