Frage von bauerjonas, 42

Was denkt ihr von dem Projekt "Fuerwehrensache"?

Also das zum Beispiel schon Jugendliche ab 16 den Grundlehrgang absolvieren können und dann auch Einsätze mitfahren?

Expertenantwort
von Nomex64, Community-Experte für Feuerwehr, 42

Das Projekt ist nicht allgemein bekannt. Scheint was regionales zu sein.

Feuerwehrleute unter 16 halte ich, wie die meisten Kameraden aus Deutschland die ich kenne, für ausgemachten Unsinn. Dafür gibt es dutzende von Gründen. Als Führungskraft musst du auf die Kräfte ein besonderes Auge haben. Du kannst sie nicht zu allen Aufgaben einsetzen. Sie sind auch zeitlich nur begrenzt einsetzbar. Eine ganze Reihe von Einsätzen ist in dem Alter noch viel zu sehr psychische Belastung. Es ist sowohl für die Feuerwehr als gerade auch für die Kameraden besser wenn sie erst mal einen vernünftigen Schul- und Berufsabschluss machen. usw. usw.

Kameraden mit 16 Jahren in die aktive Abteilung aufzunehmen ist eine Augenwischerei der verantwortlichen Politiker die die Zahlen der IST-Stärke hochtreiben wollen.

Ich bin selbst vor über 30 Jahren mit 16 in die Feuerwehr, mit meinem Wissen von heute würde ich das nicht mehr so machen und bin auch dagegen das es heute solche Versuche gibt.

Gemeinden, die meinen ihre Einsatzbereitschaft auf 16 jährige Feuerwehranfänger zu gründen, haben ganz andere Probleme.

Antwort
von SVPlayer, 35

In meiner Truppmannausbildung wurde uns gelehrt das unter 18 Jährige nur eingeschränkt handeln dürfen, d.h.

Er darf sich keinem Auto bei einem unfall auf ich glaube 16 Metern nähern
Dafür gibt es einen Bestimmten Radius, deren Namen ich vergessen habe.

Er darf auch nicht das brennende Haus betreten, da gilt der Radius ebenfalls.

lediglich an der Wasserversorgung, oder zum Absperren dürfen unter 18 Jährige eingesetzt werden
Das ist das was mir beigebracht wurde.

Kommentar von bauerjonas ,

Also: Wir dürfen bei VU nicht in den Gefahrenbereich rein, den Legt der Gf fest! Bei Brandeinsätzen dürfen wir bis zum Verteiler!

Kommentar von Nomex64 ,

Wenn jemand bei einem Brandeinsatz neben einem B-Schlauch mit gern mal mehr als 8 bar Druck steht ist er nicht im Gefahrenbereich? Und wie hättest du hier http://www.spiegel.de/auto/aktuell/toedlicher-unfall-mit-gas-auto-explosion-eine... den Gefahrenbereich festgelegt? Die oben genannten 16 m wären eindeutig zu wenig gewesen.

Ich halte den Ansatz mit dem "Einsatz außerhalb Gefahrenbereich" für ausgemachten Unsinn. Einsatzstellen der Feuerwehr sind Gefahrenbereiche. Und außerhalb der Einsatzstelle brauche ich keinen Kameraden einsetzen.

Kommentar von Stefffan7 ,

Der Gefahrenbereich wird vom EL festgelegt. Klar gibt es auch außerhalb gefahren aber die sind schwindent gering.  Ich selber bin 17 und fahre seit ich meinen Truppmann/führer vor einem Jahr abgeschlossen habe Einsätze. Ich halte das für eine gute Sache, da man Erfahrungen sammeln kann die einen dann später helfen. Natürlich kann man nur begrenzt eingebunden werden, aber wie gesagt die Erfahrungen können einem in keiner Übung vermittelt werden. 

Kommentar von SVPlayer ,

Meine Ausbildung liegt 10 Jahre zurück
Diese 16 Meter sind mir als erstes in dem Sinn gekommen.

Es kann jeder von so einer Kupplung getroffen werden.
Feuerwehr ist immer mit Gefahr verbunden ob es nun beim Absperren, oder ein geplatzter Schlauch ist.
Wenn man danach gehen müsste, dürfte keiner den Dienst als Feuerwehr betreiben.

Doch allemal wird die Gefahr für unter 18 Jährige eingeschränkt.
Doch gefahrenpotential gibt es immer.

Antwort
von msstyler, 14

Ich fände es sinnvoll, unter 18 Jährige zB. zur Verkehrsabsicherung einzusetzen.

Kommentar von Nomex64 ,

Unter 16 zur Verkehrsabsicherung? Du scheinst nicht mitbekommen zu haben wieviele Kameraden erst in jüngster Zeit bei solchen Maßnahmen angefahren wurden. Nur eins von vielen Beispielen: http://www.merkur.de/lokales/ebersberg/poing/poing-absperrung-ignoriert-feuerweh...

Kommentar von msstyler ,

Ältere können doch genauso schnell angefahren werden?

Antwort
von pandabeahr, 29

Geht das nicht schon mit der Leistungspange?

Kommentar von Nomex64 ,

Nein, mit einer Ausbildung zum Truppmann nach FwDV2.

Antwort
von elgeka, 38

Sich nur einzelne Aspekte aus einem solchen Projekt rauszusuchen, verhindert den Blick auf das Große und Ganze:

http://feuerwehrensache.nrw.de/

Feuerwehr ist Ländersache und alle Bundesländer machen sich Gedanken über die Zukunft ihrer, meist ehrenamtlichen, Feuerwehr. So auch NRW.

SPD und Grüne haben in ihrem Koalitionsvertrag beschlossen, das Ehrenamt Feuerwehr zu stärken und haben dafür 5 Millionen Euro in die Hand genommen. Es gibt verschiedene Projekte, an denen gearbeitet wird. Über einzelne Aspekte kann man sicherlich trefflich streiten, wichtig ist aber, dass einmal breit diskutiert wird. Immerhin ist FeuerwEhrensache so spannend, das es Thema auf dem deutschen Abend des DFV in Berlin war.

Gerade in Bereich junge Feuerwehr hatten zahlreiche junge Kameraden die Möglichkeit, sich zu äußern und wurden ernst genommen.

Daher lohnt es sich auf jeden Fall, das Projekt weiter zu beobachten. Wie es nach dieser Legislaturperiode (2017) weitergehen wird, ist noch offen.

Kommentar von bauerjonas ,

Die möchten das hier in Warendorf noch weiterlaufen lassen....auch nach 2017

Antwort
von Davidtheanswer, 15

Ich kenne das Projekt nicht.

Aber es scheint, als wäre dass das ganz normale man will endlich mit in den Einsatz und man freut sich drauf und ist noch nicht alt genug. 

Gründe dagegen: Versicherungsschutz, Gefahren, Verstand des jugendlichen, Wehrführer hat im Einsatz keine Zeit sich um den Anwärter zu kümmern, Keine Lebenserfahrung, ...

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