Frage von cloudidiot, 87

Was denkt ihr über den Reitunterricht?

Ich hab anfang dieses Jahres den Reitstall gewechselt um nach 7 Jahren Springreiten endlich richtig Dressur zu lernen. Am Anfang war ich auch unglaublich begeistert über den Unterricht. Ich musste zwar von Anfang an mit Ausbindern reiten, was ich nach schlüssigen Argumenten auch eingesehen habe, habe jedoch relativ viel gelernt. Ich ritt zuerst mit zwei älteren Mädchen, die beide etwas weiter waren und wurde dementsprechend auch etwas mehr gefördert und musste teilweise auch etwas zu schwere Sachen ausprobieren, was aber unter meiner Zusage und mehrmaligem Einverständnis meiner Eltern passierte. Doch seit dem ich ein neues Pferd zugeteilt bekommen habe, ist der Reitunterricht etwas anders geworden. Die Sachen hängen nicht mehr am richtigen Platz, Ausbinder fehlen und ic bekomme viel zu kurze Ausbinder, der Sattelgurt wird mir kurz vor dem Aufsteigen erst gebracht, ich werde gar nicht mehr gefordert, komme nicht mehr über die GGA und einfachste Bahnfiguren hinaus.

Nun meine Frage: Hat jeder Stall mal einen Durchhänger? Kann es daran liegen, dass dort vor kurzem ein Pferd gestorben ist? Sollte ich warten ob das ganze besser wird, oder sollte ich das weite suchen? Wie gesagt, hatte mir der Reitunterricht am Anfang super gefallen und so hätte ich ihn auch gerne wieder.

Antwort
von skjonii, 59

Was sind denn die schlüssigen Argumente für konsquentes reiten mit Ausbindern? Ich bin leider gar kein Freund von den Dingern. Vor Allem frage ich mich wie du das Pferd selbst dressurmäßig gymnastizierend reiten lernen sollst, wenn es ja ohnehin da unten festgeschnallt ist. 

Aber ganz abgesehen davon: Wichtig ist vor Allem, dass du dich wohl fühlst. Wenn dem nicht so ist, bringt auch der beste Reitlehrer nichts. Klar, kann wie du sagtest immer mal zeitweise ein wenig Chaos herrschen, aber die Regel darf das nicht werden. Ich würde dir vorschlagen deinen Reitlehrer einfach mal darauf anzusprechen und ihm deinen Eindruck zu schildern. Das soll ja keine Beschwerde werden, sondern einfach ein konstruktives Gespräch. 

Viele Pferdemenschen sind ja bis heute noch nicht wirklich der Meinung ein Dienstleister zu sein und sehen ihre Schüler auch nicht wirklich als Kunden. Klar ist ein Pferd kein Fahrrad dass man einfach verleiht oder so, aber trotzdem sind (meiner Erfahrung nach) viele Reitlehrer oder Hofbesitzer viel zu sehr von oben herab, vor Allem Kindern gegenüber. Ob das bei dir auch so ist, weiß ich natürlich nicht, unter Umständen könnte sich so ein Gespräch dann nämlich leider etwas schwierig gestalten. Einen Versuch ist es aber allemal wert :)

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für reiten, 18

Man kann kaum beantworten, ob es in jedem Stall mal nen Durchhänger gibt, wie Du es nennst.

Allerdings sind überall Menschen, die Fehler machen können, und in schwierigen Zeiten noch etwa mehr als sonst... Du weißt ja auch nicht, ob der Tod dieses Pferdes nur der Gipfel eines Eisberges an Schwierigkeiten ist, die in dem Stall geade bewältigt werden müssen.

Ob du mit oder ohne Ausbinder reitest, tut dabei ja nichts zur Sache.

Wenn Du jettz öfter Probleme hast, die Ausrüstung des Pferdes zu finden, und dich auch momentan nixht mehr so gut gefördert fühlst, solltest Du das ansprechen. Wenn man seine Anliegen in aller Bescheidenheit anbringt, ohne Vorwürfe zu machen, ( sondern lobende Worte jat, dass man bis vor kurzem sehr zufrieden war) hat man meist fute Chancen auf ein gutes, klärendes Gespräch.

Es könnte natürlich auch sein, dass man Dir nun schon alles  beigebracht hat, was in diesem  Reitbetrieb möglich ist, und nun " läufst Du eben so mit"? 

Antwort
von Viowow, 44

was verstehst du denn unter "gutem unterricht"? was willst du erreichen?
für mich z.b. wäre dieser unterricht nichts, da es für mich keine schlüssigen argumente für ausbinder gibt.
entweder ich möchte reiten lernen ( von hinten nach vorne mit aktiver HH) oder ich möchte draufsitzen lernen. das muss jeder für sich entscheiden.

wenn die sachen nicht an ihrem platz sind, versuche doch mal rauszufinden, wer dieses pferd vor dir reitet. und sprich die person dann an.
natürlich kann es auch am tod eines pferdes liegen. wenn es auch ein schulpferd war, bedeutet das verdienstausfall und die stunden des pferdes müssen anderweitig verteilt werden.
ich würde erstmal jemanden ansprechen, was los ist, und notfalls eben einen neuen stall suchen.

Kommentar von cloudidiot ,

Das habe ich falsch formuliert! Ich reite nicht jedes Mal mit Ausbindern, sondern nur am Anfang einen Monat, also vier Stunden, und jetzt zwischendurch immer mal wieder. Tatsächlich reitet die Reitlehrerin das Pferd vorher und ist daran Schuld, dass die Sachen nicht an ihrem Platz sind.

Aber Danke für deine Antwort!

Kommentar von Viowow ,

oha, ok, dann würde ich die rl ansprechen:)

Antwort
von Luckyzocker, 55

Wie wäre es wenn du mal mit deiner Reitlehrerin darüber redest? Grade in Sachen Reitausrüstung st sie verpflichtet auf zu passen - totes Pferd hin oder her! Und vor allem mit dem Sattelgurt - das Gefährdet dich, da Pferde erst nach gewisser Zeit ihren Bauch wieder "einziehen" (meist blähen sie ihn etwas vor dem anlegen auf) und dann sitzt der gurt nicht mehr!

Rede da einfach mal mit deiner RL - entweder sie hat Verständnis und hilft dir oder aber es ist wirklich schlauer einen neuen Stall zu suchen 

PS: Nach 7 Jahren reiten kann ich dir auch guten Gewissens eine Reitbeteiligung empfehlen - die Tiere haben bessere Voraussetzungen dich weiter zu bringen und mit Schulunterricht wird die "indirekte Quälerei" eigentlich nur unterstützt.

Antwort
von Dahika, 32

Was hat das ständige Benutzen von Ausbindern mit der Trauer um ein totes Pferd zu tun?

Ähem..du hast 7 Jahre lang Springreiten gemacht? Wieso wirst du dann in deinem Stall wie eine Anfängerin behandelt?

(Ok, ich kenne leider fast nur grottigen Springunterricht, wo nach der Devise unterrichtet wird: "Stil? Ist doch egal, Hauptsache, rüber.")

Kommentar von cloudidiot ,

Der Springunterricht war nicht der beste, aber ich konnte in den sieben Jahren so viel lernen, dass ich ordentlich auch mal eine 8,0 A** reiten könnte. In der Höhe konnte ich dann bis L, was jedoch auf Grund von einem Pony, was eben nicht ganz so groß war, zu einem sicherem A**.

 

Ich habe das falsch formuliert und meinte eigentlich, dass ich am Anfang ( 4 Mal) ständig am Ausbinder ritt, und dann nur noch gelegentlich.

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