Frage von HalloRossi, 5

Was denkt ihr grundsätzlich über die Quantität von Schreiben?

Wenn ich hier manchmal so lese " dann schrieben wir stundenlang hin und her", dann wird mir immer gruselig. Liegt bestimmt an meinem Alter ( ü 40). Aber ich habe immer das Gefühl, durch diese ewige Schreiben tötet man viel mehr ab, als sich bei realen Treffen entwickeln könnte. Ich schreibe auch gerne, ohne Frage. Aber das bezieht sich auf kurzen Austausch mit wirklichen Freunden oder das ich Leuten, die ich mag ab und zu mal ( alle 2 Wochen oder so) mal was liebes schreibe. Und selbst da überlege ich 3 mal, ob ich nicht womöglich nerve. Richtig schreiben im Sinne von Kommunikation mache ich jedoch gar nicht. Wenn ich das Gefühl habe, jemand möchte etwas bereden, dann rufe ich an oder vereinbare ein Treffen. Außerdem gehe ich davon aus, das berufstätige Menschen wenig Zeit für soetwas haben und es auf der anderen Seite manchmal eher stört als Freude bereitet. Bitte mal antworten von Leuten die über 25 sind und so fest im Leben stehen.

Antwort
von Samika68, 1

Ich nutze WhatsApp zum Schreiben mit Freunden in GB - weil's einfach günstiger ist, als zu telefonieren.

Die heutige Jugend ist mit all den Kommunikationstechniken und Social-Media-Netzen aufgewachsen und - auch wenn's schlimm ist - halten diese Art des Kommunizierens für "normal".

Wer weiß, wie wir (+40) damit umgegangen wären, wenn es schon zu unserer Jugendzeit ein Smartphone gegeben hätte?

Es ist traurig, weil auch ich der Meinung bin, dass ein persönlicher verbaler Ausstausch viel intensiver und unmissverständlicher ist, als die Schreiberei.

Wenn wenigstens die Rechtschreibung und die Grammatik trainiert würden... Aber "dank" Autokorrektur bleibt auch das auf der Strecke und man darf sich, denke ich, getrost fragen, wo das noch enden soll...

Kommentar von Kleckerfrau ,

Und mit der Autokorrektur könne sie dann auch nicht umgehen:-)

Antwort
von Kleckerfrau, 2

Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich schreibe so gut wie gar nicht. Wenn ich etwas mitzuteilen haben oder reden möchte, nehme ich das Telefon in die Hand und spreche mit den Leuten.

Ich habe manchmal das Gefühl die jungen Leute sitzen direkt nebeneinander, wenn sie sich schreiben.

Und ich frage mich manchmal ob sie überhaupt sprechen können. Ich bin schon über 50

Kommentar von Joschi2591 ,

ja, so sehe ich das auch.

Antwort
von Zakalwe, 3

Sehe ich ganz ähnlich (kurz vor 50). Eine kurze Nachricht, wenn man nur kurz was mitteilen will, ist o.K., aber ansonsten bevorzuge ich doch die verbale Kommunikation.

Wenn schreiben, dann richtig: Ich pflege noch eine Brieffreundschaft, auch wenn ich das zeitlich nicht mehr so gut unterbringe wie früher. Da freut man sich richtig, wenn man nach Monaten einen Brief aus dem Briefkasten fischt, anstatt dass alle fünf Minuten das Handy pfeift.

Antwort
von myzyny03, 2

Du hast ja sowas von recht!

Diese ganze whatsapp-Sche .... ist sowas von doof! Die Jungs und Mädels können gar nicht mehr miteinander reden, und dann kommen ja auch hier so tolle Fragen, wie "er hat schon drei Stunden nicht geschrieben, ist es aus?"

Ich hab immer so die Horror-Vorstellung, dass die Leute nebeneinander im Bett liegen, und per whatsapp fragen, ob man sich mal in den Arm nehmen sollte .......

Kommentar von Joschi2591 ,

das neue Horrorszenario:

er/sie hat schon seit einer Minute nicht geschrieben.

Antwort
von Jerne79, 2

Ganz ehrlich? Schlimmer als solche Aussagen finde ich Fragen im Stil von "Worüber sollen wir schreiben?".

Wir haben früher zum Missfallen unserer Eltern stundenlang telefoniert, war mit einer Freundin Schluss, hat der nächste Freund angerufen. Wir hatten uns etwas zu sagen. Wobei das sicherlich aus der Perspektive der Erwachsenen auch nicht brennend spannend war, aber es waren eben Themen, die einen als Teenager bewegen.

Insofern finde ich es generell nicht tragisch, wenn sich Leute länger auch schriftlich austauschen - wenn sie sich denn etwas zu erzählen haben. Die Kommunikationsformen haben sich eben geändert. Was ich nicht verstehe, ist dieses inhaltsleere Schreiben um des Schreibens Willen. Die Quantität verliert sich eh spätestens dann, wenn der Alltag fordernder wird.

Die Frage ist dann ja auch, wie dieses "stundenlange Schreiben" tatsächlich aussieht. Wird da zügig geantwortet oder dauert es länger, gibt es tatsächlich Themen oder wird nur heiße Luft hin und her geblasen? Und selbst dann, so lange die reale Kommunikation nicht darunter leidet...

Wirklich schlimm finde ich nämlich, wenn am Nebentisch im Restaurant zwei junge Leute sitzen, die nicht miteinander reden, sondern dauernd auf ihre Smartphones starren, weil sie erst dann merken, dass sie sich nichts zu sagen haben oder weil sie gar nicht wissen, was sie im direkten Kontakt miteinander anfangen sollen.

Antwort
von Kandahar, 1

Ich finde es auch schrecklich!

Klar, ab und zu schreibe ich auch mal eine Nachricht, aber wenn dann mein Gegenüber einen stundenlangen Schriftverkehr draus macht, bin ich auch genervt und rufe an. Vor allem nervt es mich, dass jeder auf eine Whatsup-Nachricht sofort eine Antwort erwartet. Als hätte man nonstop nur das iPhone in der Hand und Zeit zu schreiben.

Wobei, wenn ich es mir so recht überlege, dann ist das in vielen Fällen sogar so, dass besonders junge Leute das Handy schon gar nicht mehr weglegen. Da hat man den Eindruck, es ist ihnen schon an der Hand festgewachsen. Aber gut, so kann man auch seine Zeit verplempern.

Besonders schlimm finde ich aber einen Zustand, den ich immer häufiger beobachten muss. Da sind junge Mütter mit ihren Babys unterwegs. Natürlich das Handy fest in der Hand und pausenlos am schreiben. Da wird dem Kind nicht mal ein Blick geopfert. Ja, nicht mal wenn das Kind weint oder zum x-ten Mal eine Frage stellt, hat Mutti die Zeit das Ding mal beiseite zu legen um sich mit dem Kind zu beschäftigen. Traurig, diese Entwicklung!

Kommentar von Kleckerfrau ,

Da gebe ich dir vollkommen recht. Und am besten noch einen Hund an der Leine neben dem Kinderwagen herlaufen und Zigarette in der Hand.

Kommentar von Kandahar ,

Ja, leider genau so!

Antwort
von SiViHa72, 4

Ich halts wie mit den SMS: kurz.

Nur, um jemandem, der noch auf Arbeit ist,s chon mal zu bestätigen: okay, klappt, ich reservier schon mal

Auch Verabreduing kann darüber laufen. dann war aber schon vorher klar, wir haben vor, uins dann und dann zu sehen.. man fragt per SMS bnach, obs wirklich dabei bleibt, wie wäre es mit 19.00 xy-Thai

Und dann s.o.

Für Gespräche will ich mit Leuten reden, nicht daddeln. Kommunikation besteht ja nicht nur aus Satzmengen, sondern es spielt noch viel anderes mit rein.

Dabei schreib ich generell gerne.. hab sogar noch 2 Brieffreundinnen (hey, ich bin 44).

>Gruselig finde ich Leute, die so versunken sind in ihr Getippe, dass sie stumpf auf die Straße latschen, obwohl rot ist. Kommt besonders gut bei Tiefrot und Müttern mit Kinderwagen.

Oder rasenden Radlern, die dibbern und gar nicht merken, dass sie grad im Blindflug über eine staerk befahrene keruzung heizten.

Allerbest mal: sitze kaffeetrinkend in einem Coffeeshop, vor mir eine Meugte junger Leute, ich tipp mal Abiturienten.

Daddel daddel.. keiner redete.

Plötzlich ein entrüstetes: Das meinste nicht ernst!! und Blick zur Tischnachbarin.

Da kapierte ich. die reden halt nicht, die whatsappen oder so.

Sorry, aber wofür treff ich mich dann überhaupt mit Freunden?

Knaller schlechthin: Freundin hat immer wieder Azubis im Betrieb. Da geht regfelmässig die Welt unter,w enn sie darauf hingewiesen werden, dass sie nicht da sind, um andauernd Facebook oder WhatsApp zu checken> "nur in den Pausen"

Die eine Azubine hat sich dann allen Ernstes an den Betriebsrat gewandt, um ihr "Recht als mündiger Bürger" einzufordern..

Kommentar von Kleckerfrau ,

Die eine Azubine hat sich dann allen Ernstes an den Betriebsrat gewandt, um ihr "Recht als mündiger Bürger" einzufordern

Ich hoffe mal sie ist damit nicht durchgekommen ?

Und wieder frage ich ich wie wir damals ohne Handy ausgekommen sind ?

Antwort
von Joschi2591, 4

Je höher die Quantität, desto niedriger die Qualität.

Und so sieht die elektronische Kommunikation dann auch aus.

Persönliche Kommunikation stirbt immer mehr aus oder geht nur noch rudimentär vonstatten.

Antwort
von JustNature, 2

Es ist diesbezüglich BEIDES irgendwie richtig. Von "abtöten" kann man jedenfalls nicht reden.

Wenn man zusammen eine kleine Problematik bereden und bereinigen will, ist oft Reden besser. Denn negative Dinge gewinnen beim Schreiben mehr an Schärfe als es gewollt ist.

Andererseits gabs in früheren Jahrzehnten oft eine wertvolle Liebesbrief-Kultur. Wenn es darum geht, sein Herz zu öffnen und über "dich und mich und die Zukunft" sich auszulassen und und mit warmen Worten das Herz weiter zu entfachen, kann ein schöner Liebesbrief - evtl. auch email - der bessere Weg sein. Den kann man in abendlicher Ruhe über Stunden ausfeilen.

Chatten per Smartphone ist jedenfalls zu oberflächlich und unromantisch - würde das nicht für regelmäßig empfehlen.

Kommentar von HalloRossi ,

Ich gebe ja zu: wenn ich jemandem Daten will, mach ich das auch lieber schriftlich. Denn eine geschriebene Abfuhr tut irgendwie weniger weh als eine persönliche.

Antwort
von armabergesund, 1

Die Zeiten ändern sich, die Kommunikation auch...

die Jugend hat es nicht gelernt, miteinander zu reden und sich dabei in die Augen zu schauen....

wir müssen froh sein, wenn Sie überhaupt noch in ganzen Sätzen mit einander tipseln....

so wird auch leider unsere gute alte Streitkultur aussterben....

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