Frage von Flimmervielfalt, 80

Was definiert die Waldorf-Schulen?

Also ohne viel über Waldorf-Schulen zu wissen, stelle ich mal die Frage. Rudolf Steiner vertrat ja die Antroposophie. Im weitesten Sinne ist das doch eine alternative Weltanschauung die irgendwie abgespalten ist von vom ursprünglichen christlichen Gedankengut? Was definiert die Antroposophie? Und in welchem Zusammenhang steht sie mit dem Lehrplan der Waldorf-Schulen? Stimmt es, dass die meisten Waldorf-Schüler freien Christengemeinden angehören? Und was genau wollen die eigentlich erzielen?

Antwort
von drachenfreund, 38

Ich würde es schon etwas komisch finden, wenn sich freie Christengemeinden freiwillig mit der Antroposophie abgeben. Das käme sehr wahrscheinlich darauf an wie stark die Antroposophie an der Schule gelehrt wird. Vielleicht sehen es aber viele Christen nicht so eng und finden die alternative Schulform ganz toll. Kein Notenstress, kleinere Klassen, ein eher gefühlsbetonter Unterricht; Kunst, Musik und Tanz wird gefördert - Ist doch alles prima.

Was Du aber vermutlich meinst, ist eine spezielle Christengemeinde: https://www.psiram.com/ge/index.php/Christengemeinschaft

Die Antr. ist im Wesentlichen keine Abspaltung vom Christentum. Sie beinhaltet sicher diverse Teile des (gnostischen) Christentums, ist aber eher eine esoterische Denkart.

In der Antr. spielen in der Erziehung die "Auren" eine große Rolle, die mit der Entwicklung des Kindes bis zum Erwachsenen zusammenhängen. Bis zum 7. Lebensjahr ist der Mensch angeblich nur so weit entwickelt dass er Dinge nachahmen kann, zwischen 7 und 14 wird Wert auf Autorität gelegt und erst ab 14 kann er erst Ding wie Naturwissenschaft mit allen Sinnen begreifen.

Mehr zur Waldorfpädagogik findest Du hier:

https://www.psiram.com/ge/index.php/Waldorfp%C3%A4dagogik

Zur Antr. insgesamt:

https://www.psiram.com/ge/index.php/Kategorie:Anthroposophie

Antwort
von josef050153, 13

Im weitesten Sinne ist das doch eine alternative Weltanschauung die
irgendwie abgespalten ist von vom ursprünglichen christlichen
Gedankengut?

Anthroposophie entstammt dem gnostisch-esoterischen Umfeld und ist mit christlicher Weltanschauung etwa soviel zu tun wie der Papst mit dem Kinder kriegen. Um sie zu verstehen, muss man die Geschichte ihres Gründers verstehen.

Anthroposophie wurde von Agrippa von Nettesheim in seinem Buch Arbatel de magia veterum, summum sapientiae studium (1575) erstmals definiert. Rudolf Joseph Lorenz Steiner hat nach ganz moderner Manier vieles davon übernommen und für seine eigene Erkenntnisse ausgegeben.

Er hatte zwar 1879 begonnnen an der Technischen Hochschule von Wien zu studieren, aber es 1883 ohne Abschluss abgerochen.

Als er 1984 Goethes Werke herausgibt, wurde das anfangs mit Wohlwollen aufgenommen, aber bald wurde bemerkt, dass Steiner nicht Goethes Sicht wiedergibt, sondern seine eigenen unwissenschaftlichen Standpunkte da hineininterpetiert. Auch werden handwerkliche Fehler und Nachlässigkeiten, die er begangen hat, scharf kritisiert.

1888 traten bei einer Buchrezension Steiners erstmals antisemitische Tendenzen zu Tage. Er hatte unter anderem die Eigenständigkei des jüdischen Volkes geleugnet.

1891 promoviert Steiner in Rostock zu Doktor der Philosophie mit 'rite'. Damit ist er zumindest nicht durchgefallen.

1894 scheitert Steiners Versuch der Habilitation wegen Unwissenschaftlichkeit.

1897 kommt es zu einem weiteren antisemitischen Ausfall von Steiner. Diesmal sind Herzl und Nordau (die Leitfiguren der Zionismus) die Leidtragenden. Ab 1900 unterstützte Steiner dann offen den Antisemitismus.

Und so geht es in der Geschichte weiter.

Stimmt es, dass die meisten Waldorf-Schüler freien Christengemeinden angehören?

Nein, die meisten Eltern der Schüler kommen aus dem esoterisch-gnostischen Milieu. Sie sind aber oft Mitglieder der Christengemeinschaft, einem anthroposophischen Ableger, um Christen zu gewinnen. Sie haben aber mit Christentum genauso viel zu tun wie die Anthroposophie selbst.

Und in welchem Zusammenhang steht sie mit dem Lehrplan der Waldorf-Schulen?

Die Anthroposophie ist das Zentrum der Waldorfpädagogik. Allerdings stehen sie unter einem zwiespätltigen Druck.

Einserseits soll ja laut Anthroposophie das Lernen freiwillig erfolgen, andererseits müssen aber auch Lernziele erreicht werden. Deshalb scheitern viele Schüler beim Wechsel in eine andere Bildungseinrichtung und einigen Waldorfschulen wurde das Öffentlichkeitsrecht deswegen entzogen (zuletzt in Wien). Deshalb gibt es ja auch einige Vereine von Waldof Geschädigten

Und was genau wollen die eigentlich erzielen?

Sie wollen zu einem neuen Menschen erziehen. Diese Nazi-Terminologie wurde von ihnen selbst verwendet.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Aber was definiert denn diese Antroposophie? Woran glaubt man denn, wenn man dem folgt?

Kommentar von josef050153 ,

Man glaubt z.B. dass die Seele durch verschieden Shären auf die Erde kommt, um sich hier zu inkarnieren. Das ist aber genau die antike Spärenlehre der Planeten, welche heute als absolut unwissenschaftlich gilt.

Man glaubt an Reinkarnation, klar unterteilte Abschnitte der Geschichte und an ein Esoterisch-gnostisches Menschenbild, natürlich ohne dafür Beweise vorlegen zu können.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Woah, das ist echt furchtbar. Und das ist die Grundlage der Pädagogik an Waldorf-Schulen?

Kommentar von josef050153 ,

Es ist die Grundlage der Anthroposophie und damit auch die Grundlage der Waldorf-Pädagogik.

Antwort
von nowka20, 19

ihr ganzheitlicher pädagogikansatz

Antwort
von Medialatina, 9

Die Anthroposophie als eine spirituelle "Weisheit vom Menschen" stellt in den Waldorfschulen die Grundlage für die Betrachtung des Kindes und Jugendlichen dar und spielt auch in der Ausbildung der Waldorflehrer*innen eine Rolle, im Unterricht kommt sie jedoch nicht vor. Mehr dazu findest Du hier: http://www.waldorfschule.de/waldorfpaedagogik/anthroposophie/

Antwort
von Nikita1839, 30

Die Waldorfschulen zeichnet auch aus, dass es dort weitestgehend kein Notensystem gibt, wie wir es auf öffentl. Schulen sehen.

Antwort
von seestern333, 28

Dort gibt es eher gemeinschaftliches Lernen und kein "richtiges" Notensystem

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