Frage von Sebbi128, 97

Was darf meine Buchhalterin alles?

hallo, ich habe ein Einzelhandelsgeschäft, bis jetzt hat die Buchführung, die Umsatzsteuervoranmeldung, und die Jahresabschlüsse alles ein Steuerbüro gemacht. (diese Schließt nun allerdings). Nun würde ich gern jemanden Einstellen der für mich arbeit und diese Aufgaben macht, vom Arbeitsamt wurde mir jemand vermittelt die eine abgeschlossene Ausbildung zur Steuerfachangestellten hat. Darf die diese Aufgaben erledigen überhaupt vom Gesetzt her? Danke

Antwort
von TorDerSchatten, 57

ja, die laufenden Sachen auf jeden Fall. Aber für den korrekten Jahresabschluß sowie für die Steuererklärungen solltest du dir unbedingt einen Steuerberater suchen. Es ist dann auch nicht so teuer, wenn die Buchhalterin ja schon alles vorbereitet.

Steuergesetze unterliegen einem ständigen Wandel und eine Angestellte kann sich da nicht ununterbrochen auf dem neuesten Stand halten. Das ist die Aufgabe des Steuerberaters, der dann auch die Bescheide prüft und ggf. Widerspruch einlegt.

Kommentar von Sebbi128 ,

Ja danke, aber Ust- VA aufjeden Fall. Wie ist das wenn sie alles vorbereitet und ich das einfach unterschreibe und abschicke (ohne sie zu erwähnen)

Kommentar von TorDerSchatten ,

Klar, deswegen heißt es ja auch Umsatzsteuer-Voranmeldung. Die Umsatzsteuerklärung macht dann der Steuerberater.

Sie befüllt das und du unterschreibst. Ihr Name muß nicht erwähnt werden, da sie ja deine Angestellte ist.

Ich hab das viele, viele Jahre als Angestellte in der Buchhaltung einer kleinen Firma so gemacht. monatliche Buchhaltung, Zahlungsverkehr, Monatsabschlüsse, USt-VA. Jahresabschluß und Bilanz und Steuern machte dann der Steuerberater.

Übrigens geht das heute alles beleglos auf elektronischem Wege.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 25

Du darfst ihr sämtliche Aufgaben übertragen - Weil sie angestellte ist. Sie darf in Deinem Auftrag den Kontenrahmen bestimmen, die Schlüsselungen im Buchhaltungsprogramm entscheiden.

Die Grundaufzeichnungen und das weitere Belegwesen erledigen. Die laufenden Kontierungen anbringen und erfassen. Auch die Abschlussbuchungen dürfen gemacht werden.

Bis zu den betrieblichen Erklärungen. Ich persönlich bin der Auffassung - da kann ich mich aber täuschen - das die Fertigung der Anlage EÜR auch möglich sein müsste.

Aber schon der Übertrag der Vorsorgeaufwendungen die vom Geschäftskonto gezahlt wurden in die Erklärungsvordrucke wäre m.E. eine verbotene Rechtsberatung.

Gewerbesteuererklärung und Umsatzsteuer wäre - demnach - im Direktionsrecht eingeschlossen. Unterschreiben muss Du die. Weil im Gesetz ggf. die Unterschrift des Steuerpflichtigen steht. Aber hier komme ich schon ins Zweifeln.

Denn was macht die Aktiengesellschaft? Unterschrift durch einen zuständigen Vorstand? Vorstandsvorsitzender? Oder Leiter der Buchhaltung? Aber vermutlich müsste man da zum Ergebnis kommen, dass da ein Organ tätig werden müsste.

Verbotene Rechtsberatung und Steuerberatungsgesetz gehen von der selbständigen Erledigung von den sogenannten Vorbehaltstätigkeiten aus. Das trifft aber auf eine Angestellte nicht zu. Die ist ja weisungsgebunden.

Allerdings ist das auch so ein blöder Drahtseilakt. Weil wenn ein Arbeitgeber etwas verbotenes anweist, dann muss man sich weigern. Sonst ist man selber dran.

Antwort
von Bakaroo1976, 43

Du bist die Chefin. Deine Angestellte erledigt diese Aufgaben samt und sonders in Deinem Auftrag. Du darfst (aus rechtlicher Sicht) selbstverständlich die von Dir aufgeführten Tätigkeiten selbst erledigen - ob Du (bzw. Deine Angestellte) das kannst/können bzw. "richtig" machen, ist eine andere Frage. Wenn eine Steuerfachangestellte vom Arbeitsamt vermittelt wurde, bezweifel ich jedoch deren Fähigkeiten - die Nachfrage nach fähigen Steuerfachangestellten auf dem Arbeitsmarkt ist nämlich riesig.

Kommentar von Familiengerd ,

"Wenn eine Steuerfachangestellte vom Arbeitsamt vermittelt wurde, bezweifel ich jedoch deren Fähigkeiten"

Das ist ja eine ziemlich "heftige" (im negativen Sinn) wertende Aussage, obwohl Du nicht die geringste Kenntnis über die fragliche Person hast und auch absolut nichts über die Hintergründe der Vermittlung durch die Arbeitsagentur hast!! 👎👎👎

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Ich sag nur das, was ich denke, wenn ich lese, dass eine Steuerfachangestellte über die BA vemittelt wird. Normalerweise haben Steuerfachangestellte überhaupt keine Probleme, einen Job zu finden. Meine Anmerkung war nicht abwertend gemeint; solltest Du also nicht missverstehen. Meine Anmerkung sollte von Dir vielmehr als gut gemeinter Hinweis verstanden werden. Selbstverständlich maße ich mir nicht an, die Fähigkeiten der Vermittelten ohne Detailkenntnisse zu beurteilen.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Es melden sich doch alle FachgehilfInnen erst einmal beim Arbeitsamt. Und wenn eine Adresse kommt, dann bewirbt man sich.

Wobei der Erwartungshorizont beim Erstellen der Buchführung von einer Fachkraft vollständig erfüllt werden sollte. Sonst hätte die die Prüfung gar nicht bestehen dürfen. Und Steuerberater haben keine Probleme damit jemanden dreimal durchfallen zu lassen.

Kommentar von Familiengerd ,

Meine Anmerkung war nicht abwertend gemeint; solltest Du also nicht missverstehen.

Vielleicht hast Du die Bemerkung nicht abwertend gemeint (will ich Dir ja auch zugestehen), aber genau so kommt sie 'rüber - vor allem auch wegen des erwähnten Umstandes, dass die konkreten Umstände der Vermittlung völlig unbekannt sind.

Vermittlung durch die Arbeitsagentur bedeutet ja nicht "automatisch", dass eine arbeitslose Steuerfachangestellte nicht auch sehr schnell selbst eine neue Stelle gefunden hätte (dazu auch der Kommentar von Dirk-D. Hansmann)!

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Ja und nun? Was willst Du mir mit dem letzten Kommentar sagen?
Ich würde mir an Deiner Stelle ein neues Steuerberatungsbüro für Buchhaltung und Abschluss suchen. Aber das war nicht Deine Frage. Deine Frage habe ich Dir beantwortet und die Antwort (zugegebenermaßen ungefragt) etwas ergänzt.

Soll ich Dir jetzt einen Blumenstrauss als Entschuldigung schicken, weil sage, was ich denke, und dies nicht in einer rosaroten Formulierungswolke verpacke?

Antwort
von Sturmwolke, 8

Sie darf die Buchhaltung und betriebliche Steuererklärungen in Deinem Auftrag erledigen. Allerdings haftest Du gegenüber dem Finanzamt für das, was sie macht.

Deine Einkommensteuererklärung darf sie nicht machen, da das keine betriebliche Steuererklärung ist. Dafür fehlen ihr vermutlich auch einige Angaben aus Deinem Privatleben.

Antwort
von Speyer2016, 2

Eine Buchhalterin darf die USt-VA ausfüllen und i.A. unterschreiben.

Antwort
von 716167, 51

M.W. darf sie alles machen bis auf den Jahresabschluss.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Eine Angestellte macht das, was der Chef/die Chefin anordnet. Die Unterschrift erfolgt vom Geschäftsführer/der Geschäftsführerin - und der/die darf selbstverständlich auch einen Jahresabschluss aufstellen.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Sie darf im Auftrag alles unterschreiben, was betrieblich ist. Es sei denn ein anderes Gesetz gesteht dagegen. Umsatzsteuer-Voranmeldungen werden ja nicht mehr unterschrieben, sieht ja auf dem Bildschirm doof aus. Sonst dürfte sie dies auch.

Nur Steuerberater sind verpflichtet selber zu zeichnen. Damit dokumentiert ist, dass die steuerliche Beratung durch den Steuerberater erfolgt ist.

Das hat aber mit dem Status 'Freiberufler' zu tun und leitet sich in der Rechtsprechung aus dem Berufsrecht/Standesregeln ab.

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