Frage von ScarabeoN, 167

Was darf man als Diabetiker NICHT essen und trinken?

Und ist die Umstellung schwierig? Spricht jemand vielleicht aus Erfahrung?

Danke für eure Antworten :-)

Antwort
von daCypher, 134

Kommt drauf an, ob du Typ I oder Typ II bist. Bei Typ I kannst du im Prinzip essen, was du willst, musst aber genug Insulin spritzen. Bei Typ II kannst du dir mal das hier anschauen: https://www.zuckerkrank.de/sites/typ2bewusst_de/files/files/ratgeber-ernaehrung-...

Also hauptsächlich auf fettreiche Speisen verzichten und insgesamt möglichst wenige Kohlenhydrate essen.

Expertenantwort
von ArchEnema, Community-Experte für Ernährung, 107

Naja, Komplettverbote gibt es für Diabetiker nicht. Allerdings müssen sie die Kohlenhydrate (und zwar alle) im Blick haben, weil diese den Blutzuckerspiegel erhöhen. Und die Blutzuckerregulation ist bei Diabetes nunmal gestört.

Typ 1 Diabetiker (absoluter Insulinmangel) müssen zwangsläufig Insulin spritzen, weil ihre Bauchspeicheldrüse viel zuwenig/keins produziert. Ohne Insulin ist die Folge (neben Überzucker) eine stetige Gewichtsabnahme.

Typ 2 Diabetiker (Insulinresistenz) produzieren an sich genug Insulin, jedoch wirkt es nicht mehr richtig. In der Folge produziert der Körper selbst unkontrolliert Zucker - das wäre eigentlich nur im "ausgehungerten" Zustand korrekt (und wäre auch dann kontrolliert).  Sie brauchen oft kein Insulin zu spritzen, weil sie über entsprechende Ernährung und ggf. Tabletten den Blutzucker im Rahmen halten können. Neben Kohlenhydraten müssen sie auch mit Fett bzw. generell Kalorien vorsichtig sein, denn Übergewicht/Organverfettung und erhöhte Blutfette sind die Treiber der Insulinresistenz.

Also: Diabetiker dürfen grundsätzlich alles essen - aber nicht beliebig viel davon, sondern angepasst.

Antwort
von Herb3472, 85

Es gibt keine absoluten Verbote (mehr), was ein Diabetiker überhaupt nicht essen oder trinken darf. Wichtig ist es, bei der Nahrungsaufnahme und beim Trinken auf die Broteinheiten der Kohlehydrate zu achten, die man zu sich nimmt, und den Blutzuckerspiegel zu beachten.

Außérdem spielt auch der glykämische Index eine Rolle, das ist ein Maß für die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel, ob dieser schnell oder erst allmählich ansteigt. Es gibt "gute" Kohlehydrate, bei denen der Blutzucker nur allmählich ansteigt, und "schlechte" Kohlehydrate, die nahezu unmittelbar nach ihrer Aufnahme eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels bewirken.

Nicht gut für Diabetiker sind Getränke, die mit einem Glucose-Fructose-Gemisch gesüßt sind, wie z.B. Fruchtsirup zum Verdünnen, oder auch viele kohlensäurehältige Limonaden.

Wenn ein Diabetiker allerdings knapp davor ist, durch Unterzuckerung einen hypoglykämischen Schock zu erleiden, dann müssen ihm gerade diejenigen Kohlehydrate zugeführt werden, die schnell ins Blut übergehen (einen hohen glykämischen Index aufweisen) und die ihm normalerweise "verboten" sind, wie. z.B. Traubenzucker oder eben die erwähnten kohlensäurehaltigen Limonaden wie z.B. Cola.

Insgesamt hängt das empfohlene Essverhalten eines Diabetikers direkt mit der Art seiner Therapie zusammen. Wenn ein insulinpflichtiger Diabetiker eine Basis-/Bolus-Therapie hat, braucht er beim Essen überhaupt nicht aufpassen, sondern er spritzt sich jeweils die seiner Nahrungsaufnahme entsprechende Dosis.

Kommentar von wissensies ,

Wow, du hast so viel richtiges geschrieben, doch leider nur das wenigste zur Frage.

Kommentar von Herb3472 ,

Wieso das denn? Ein Diabetiker braucht heute keine speziellen Diätvorschriften mehr beachten, das ist Schnee von Vorgestern. Er muss lediglich darauf achten, nicht zu viele Broteinheiten zu sich zu nehmen, und dabei bevorzugt die "guten" Kohlehydrate, die nur langsam vom Blut aufgenommen werden. Wieviel er jeweils an Kohlehydraten essen darf, hängt von seinem Körpergewicht und auch von seiner Therapieform ab.

Welche Antwort geht Dir zur Frage ab?

Kommentar von Herb3472 ,

Was darf man als Diabetiker NICHT essen und trinken?

Es gibt keine absoluten Verbote. Ein Diabetiker darf ALLES essen und trinken. Es kommt lediglich auf die Menge an.

Antwort
von Artus01, 69

Prinzipiell gibt es, seit Insulin künstlich hergestellt wird, keine Essbeschränkungen mehr. Den Konsum von stark zuckerhaltigem Essen oder Getränken sollte man aber möglichst einschränken.

Antwort
von JustAGirl64, 71

Meine Schwester hat schon seit vielen Jahren Diabetes und die Umstellung, wenn man daran gewöhnt ist, ist nicht ganz so schwer. Genau kann ich dir leider nicht sagen, was du nicht essen und trinken darfst, aber es gibt zahlreiche Tabellen und Übersichten die das einfach erklären :) Du solltest trotzdem zum Arzt gehen, der kann dir das genauer erklären und dort bekommst du auch Infomaterial ;)

Antwort
von Cassiopeija, 84

Prinzipiell können Diabetiker alles essen und trinken, was sie möchten. Ausnahme ist hier eigentlich nur der Alkohol, wenn er nicht in Maßen getrunken wird, da er zu schweren Unterzuckerungen führen kann.

Typ 1 hat irgendwann gar kein Insulin mehr und bekommt von Anfang an eine ICT genannte Insulintherapie (erweiterte Insulintherapie). Grob erklärt sieht das so aus, das man seinen Blutzucker misst, die zu konsumierenden Kohlehydrate berechnet und aus beiden Werten die zu spritzende Insulinmenge errechnet. 1er müssen auch noch FPEs berücksichtigen (Fett-Protein-Einheiten), was bei Typ 2 nicht der Fall ist.

Bei Typ 2 Diabetikern hängt es stark von der Thearapieform ab. Ich persönlich würde, sofern der Blutzucker nicht allein durch gesunde Ernährung, Gewichtskonntrolle und Bewegung im natürlichen Rahmen gehalten werden kann, immer zu einer ICT raten, da es dem Diabetiker die grösstmögliche Freihet bezüglich seines Lebensstils ermöglicht.

Allerdings sollte man auch auf die Menge der Kohlehydrate achten, da Typ 2er in der Regel auf Grund einer Resistenz einen erhöhten Insulinbedarf haben und Insulin auch ein "Masthormon" ist. Mit anderen Worten, erlaubt ist alles, aber in Maßen.

Man kann allerdings viele Kohlehydrate durch regelmässigen Sport/Bewegung verbrennen, sodas man nicht das Gefühl einer "Einschränkung" spürt.

Anders sieht es bei oralen Therapien (Antidiabetika) aus. Hier muss man sich sehr einschränken, damit die Tabletten auch ausreichend helfen. Ausserdem gibt es da auch Tabletten die z.B. die Betazellen kurzfristig zu Höchstleistungen zwingen und damit dafür sorgen, das die Betazellen viel früher als nötig gar kein Insulin mehr produzieren.

Ebenso bei einer Kombination aus Langzeitinsulin (Basalinsulin) und Tabletten, bzw. Basalinsulin und Essensinsulin mit festen Spritzeinheiten, der konventionellen Insulintherapie, eine Therapieform, die meiner Meinung nach am Menschen vorbei therapiert und nicht mehr in unsere Zeit passt, da hier der Diabetiker seine Nahrungsaufnahme an die Therapie anpassen muss.

Ausserdem, Antidiabetika sind Chemie, sie verändern natürliche Abläufe im Körper. Diabetikern fehlt Insulin, also sollte man sich das was fehlt von aussen zuführen. Insulin ist natürlich, Antidiabetika sind es nicht.

Lebensqualität ist auch ein wichtiger Faktor bei Diabetes und Therapien, die mich in meiner Freiheit beschränken, taugen für mich nichts. Es wird sicher Leute geben, die das anders sehen, aber jeder kann ja das machen, was er für richtig hält.

Antwort
von mareikegl, 56

Man kann also essen und trinken!
Man muss nur darauf achten was ( zum beispiel gummibärchen gehen schnell ins blut und kartoffeln langsam) dh eigentlich nur das man halt für das was man zusich nimmt spritzen muss.

Antwort
von Kuestenflieger, 51

wechseln sie mal den internisten , lassen sich untersuchen ,  der sieht ihre werte ev.  ganz anders als ihr derzeitiger doc .

die unter-werte werden von der pharmaindustrie vorgegeben , nicht von neutralen wissenschaftlern . 

Antwort
von Vivibirne, 44

Wenige Kohlehydrate, man muss alles in BE (broteinheiten) umrechnen, Insulin spritzen und darauf achten ob man typ 1 oder 2 ist

https://www.zuckerkrank.de/sites/typ2bewusst_de/files/files/ratgeber-ernaehrung-...

Antwort
von danitom, 40

Es gibt sehr schöne Listen, wo das alles vermerkt ist.

Wie hoch ist dein Zuckerspiegel im Schnitt?

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