Frage von KlausB89, 80

Was darf ein Autor einer Geschichte schreiben und was nicht?

Hallo,

zur Zeit habe ich Lust, eine Kurzgeschichte zu schreiben und diese dann in einem einschlägigen Forum zu veröffentlichen.

In der Geschichte sollen einige negativen Seiten der Menschen bzw. unserer Gesellschaft durch Verwendung teilweise drastischer Darstellungen thematisiert und kritisiert werden. So soll beispielsweise eine wilde Meute - bestialisch und blind vor Gier - hämisch lachend einen Rollstuhlfahrer "umwerfen". Die besagte Meute wird dann im Anschluss von der Polizei, die nicht minder gewalttätig agiert, unter Kontrolle gebracht.

Gewalt und sonstige Auswüchse sollen natürlich nicht verherrlicht, sondern kritisiert werden. Eigentlich sollte es ja kein Problem sein, so Etwas zu schreiben und zu veröffentlichen, aber in einer Zeit, wo die Meinungsfreiheit nicht mehr ganz so ernst genommen wird (!), frage ich lieber einmal nach.

Antwort
von Flimmervielfalt, 26

Nicht, dass Du noch wie Marquis des Sade endest. Der hat Sachen geschrieben, die wirklich niemals hätten geschrieben werden dürfen. Das Negativbeispiel schlechthin, was man nicht schreiben sollte.

Antwort
von TylerDurden11, 32

Hallo KlausB89,

als Autor bist du Künstler und kannst erst mal schreiben was du möchtest. Zudem ist deine Geschichte fiktiv. Selbst wenn sie an realen Orten spielt und auf reale Ereignissen basiert, ist es am Ende eine Fiktion. Schau dir andere Werke von anderen Autoren an. Der wird auch nicht gerade zimperlich mit Dingen umgegangen. 

In einer Geschichte erschaffst du Figuren. Die Figuren existieren in deiner Welt. Dafür können die Figuren Dinge tun oder sagen die kriminell oder moralisch fragwürdig sind. Es sind ja keine tatsächlichen Handlungen. Deine eigene Einstellung hat nichts mit der Einstellung deiner Figuren zu tun. 

Was anderes ist es natürlich was Rezipienten von deinen Werk halten. Sie werden es konsumieren und es dann werten. Die meisten Leser gehen nicht nach professionellen Gesichtspunkten vor, sondern entscheiden für sich, gefällt mir das Werk oder nicht und beurteilen es auch danach. Das war schon immer so und wird schon immer so sein.   

Wie kommst du darauf, dass die Meinungsfreiheit nicht mehr ernst genommen wird? 

Kommentar von KlausB89 ,

Die Antwort findest du in meinen Kommentaren weiter unten.

Antwort
von bartman76, 21

Schreiben darfst du zunächst mal alles. Es ist die Frage was du mit deiner Geschichte anfangen willst. Steht da beispielsweise noch ein Verleger im Weg, solltest du mit diesem absprechen, ob der das auch so sieht.

Wenn du nun deine Geschichte selbst veröffentlichen willst (zB im Internet), kannst du auch fast immer noch schreiben was du möchtest, da es sich ja um eine fiktive Geschichte handelt und somit der künstlerischen Freiheit unterliegt.

Wenn du auf einer bestimmten Internetseite veröffentlichst, könnte es Einschränkungen in den Nutzngsbestimmungen geben.

Was etwaige Leser davon halten, steht auf einem anderen Blatt.

Antwort
von MrHilfestellung, 46

Natürlich wäre das erlaubt, solange du jetzt nicht konkret einen real existierenden Polizisten erwähnt, der einem Rollstullfahrer auf die Fresse gibt.

Antwort
von Deponentiavogel, 39

Niemand kann dir vorschreiben, was du zu sagen, schreiben und zu denken hast. 

Man kann dich nur strafrechtlich verfolgen, wenn du mit Worten eine Straftat begehst. 

Antwort
von PicaPica, 32

Kannst das schon schreiben. Noch dazu du die Gewalt ja kritisierst und solange du nicht zu Gewalt aufrufst, ist alles i. O.

Antwort
von JBEZorg, 17

Lies einfach "Clockwork Orange", falls du es nocht nicht gelesen hast. Damit entgehst du auch der unnötigen Wiederholug des Themas und weisst auch was alles geht.

Antwort
von SebRmR, 35

Wenn dir die Meinungsfreiheit nicht reicht (warum eigentlich?), beruf dich auf die Kunstfreiheit.

Kommentar von KlausB89 ,

Das meinte ich anders. Die Meinungsfreiheit wird immer weiter aufgeweicht.

Kommentar von SebRmR ,

Wo wird die MF aufgeweicht?

Kommentar von KlausB89 ,

Hat man eine vom Mainstream abweichende Meinung, wird man schnell einmal diffamiert (Verschwörungstheoretiker, Rechts/Linksextremer, Frauenhasser ...)

Kommentar von SebRmR ,

Grundrechte sind Abwehrrechte gegenüber dem Staat. Diffamiert dich der Staat?

Und Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass deine Meinung nicht von anderen kritisiert werden darf. Sollte die Kritik Grenzen überschreiten, steht der Rechtsweg offen.

Kommentar von KlausB89 ,

Sachliche Kritik ist natürlich legitim und sogar positiv, aber es geht hier leider mehr als nur um Kritik. Zum Beispiel hat ein Professor an einer Universität sachlich begründet, warum Genderforschung seines Erachtens gar keine Forschung sei. Was geschah? Unter Strafdrohung wurde es ihm untersagt, weiterhin derartige Texte zu verfassen.

Selbst Kritik an den Staat kann unter Umständen zu einer Strafverfolgung führen.

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