Frage von Sandara73, 63

Was darf das Arbeitsamt stundenmäßig von mir als Teilseslbständige verlangen?

Hallo, ich war bis jetzt angestellt auf Teilzeit (30 Stunden/Woche)

Nebenher bin ich noch selbständige Webdesignerin.

Jetzt hat mich mein Arbeitgeber gekündigt und ich möchte wissen, ob die Arbeitsagentur von mir verlangen kann auch einen 40 Stunden Job anzunehmen?

Das möchte ich nicht, weil ich dann meine seit Jahren aufgebauten Selbständigkeit nicht mehr ausüben könnte. Ich suche wieder einen Job mit 30 Stunden.

Kann mir dann ggf. das Arbeitslosengeld gekürzt werden?

Wer kennt die rechtliche Lage?

Bitte nur Antworten von Leuten die was wissen.

Lieben Dank

Sandra

Antwort
von DerHans, 24

Wenn du mehr als 15 Stunden wöchentlich, einer anderen Tätigkeit nachgehst, bist du nicht mehr arbeitslos und bekommst keine Bezüge mehr.

Dann kannst du höchstens noch AlG 2 aufstockend beantragen. Mit der Konsequenz natürlich, dass du dem ALLGEMEINEN Arbeitsmarkt auch zur Verfügung stehen musst.

Dafür musst du u.U. sogar deine selbständige Tätigkeit aufgeben, wenn du davon nicht leben kannst

Antwort
von SimonG30, 39

Du hast  Deinen Alg1 - Anspruch mit einem Teilzeit-Job erworben & stehst auch weiterhin nur für diese Zeit dem Arbeitmarkt zur Verfügung.

Daher wird die Höhe Deines Alg1 sowieso nur nach der Teilzeitbeschäftigung bemessen & so ist es auch für die Stellenvermittlung der Arbeitsagentur.

Eine andere Situation wäre es bei Alg2 - Bezug. Da müsstest Du nach einer Beschäftigung suchen, die Deine Hilfsbedürftigkeit beendet. Wenn das mit TZ & Deiner Selbstständigkeit nicht gelingt, müsstest Du auch andere Jobs in Erwägung ziehen.

Kommentar von Sandara73 ,

Hallo, vielen Dank für Deine Antwort

hast Du ggf einen Link oder so, wo ich das nachlesen kann, damit ich beim Arbeitsamt auf etwas verweisen kann?

Antwort
von GerdausBerlin, 10

Wenn kein 30-Stunden-Job vorliegt, sondern nur ein 40-Stunden-Job, und du kannst dein ALG I nur durch diesen überflüssig machen,

dann musst du einen wichtigen Grund haben, den längeren Job abzulehnen, sonst gibt es eine Sperrzeit nach § 159 SGB III: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb\_3/\_\_159.html

Wenn man glaubhaft machen kann, dass die Mini-Selbständigkeit bald so ausgebaut werden kann, dass man keine Transferleistungen des Staates mehr benötigt, dann könnte dies ein wichtiger Grund sein, einen Vollzeitjob abzulehnen.

Nur so aus Gaudi ("Ich binde halt gerne getrocknete Blumen zu Kränzen!") geht das eher nur, wenn man dem Amt - und notfalls danach der Widerspruchsstelle, und eventuell danach noch dem Sozialgericht - dies als wichtigen Grund glaubhaft machen kann.

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort
von Griesuh, 18

Solange deine "Teilselbstständigkeit" nicht ausreicht um deinen Lebensunterhalt ab zu sichern, kann dich die Arge weiterhin vermittel.

Sind die Umsätze aus deiner "Teilselbstständigkeit" und der daraus resultierende Gewinn sogering, dasses micht mal die die tgl. Butter reichen wird, kann deine Selbstständigkeit auch als teueres Hobby und somit aus der Selbstständigkeit von der Arge und dem FA angeshen werden. Und dementsprechend wird gehandelt.

Und warum versuchst du jetzt nicht die Gelegenheit am Schopfe zufassen und deine "Teilselbstständigkeit" ( die es so nicht gibt) so aus zu bauen, dass es als gewinnbringender Haupterwerb ausgebaut werden kann?

Antwort
von beast, 32

Das Amt kann Dir durchaus einen 40 Stunden Job aufbrummen. Für die Leistungen die  Du vom Amt erhälst, musst Du schon in Gegenleistung gehen.Das Amt kann Dir sogar vorschreiben, dass Du Deine Selbstständigkeit aufzugeben hast. Und wenn Du das nicht tust, dann wird Dir die Leistung komplett gestrichen.

Kommentar von Sandara73 ,

Und wo steht das bitte nachzulesen, was Du hier schreibst?

Im Sozialgesetzbuch kann ich hiervon nämlich nichts finden

Kommentar von beast ,

Das steht sehr wohl drin.... Und wenn ich Dir jetzt schreibe, dass das ganze meinem Partner so ergangen ist ( der Zwang zur Aufgabe der Selbstständigkeit) dann wirst Du es wohl glauben  müssen, dass das ganze iirgendwo im Gesetzbuch verankert ist. Du musst Dir nur die Zeit nehmen und Dir das raussuchen.

Antwort
von grubenschmalz, 34

Natürlich kann das Arbeitsamt das verlangen, deren oberstes Ziel ist es, dich aus dem Leistungsbezug zu bekommen.


Du kannst doch nicht erwarten, dass das Arbeitsamt über Umwege deine Selbstständigkeit subventioniert.


Was anderes ist natürlich, wenn du auch mit 30 Stunden aus dem Leistungsbezug raus bist. Dann ist es dem Arbeitsamt ja egal. 



Wurdest du fristlos gekündigt? Oder hast du abgewartet bis deine Kündigungsfrist abgelaufen ist? Du hättest dir doch direkt nach Bekanntwerden der Kündigung einen neuen Job suchen können.


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