Frage von DBKai, 34

Was darf alles in Verträgen stehen und was nicht?

Müssen Verträge gut sein? Oder dürfen Unternehmenschefs auch böse Dinge von Angestellten durch Verträge gewissermaßen erpressen?

Das Kleingedruckte - darf da was zum Nachteil des möglichen Arbeitnehmer drinnen stehen? Wäre das nicht total böse/kriminell? Wozu überhaupt ein Vertrag?

Oft werden Verträge vorgelegt und jemand braucht dringend einen Job und unterschreibt, ohne es sich genau durchzulesen... außerdem sind Verträge oft sehr verschnörkelt... da stehen Hinweise auf Paragrafen drinnen, die man gar nicht kennt oder so leicht nachlesen kann.. es würde viel Zeit in Anspruch nehmen den Vertrag genau zu analysieren und wenn man nun doch das eine oder andere finden würde, was nicht geht, dann wäre man wieder ohne Geld und Arbeit... in existenzieller Not...

Können Verträge heute nicht leichter verständlich formuliert werden?

Antwort
von Interesierter, 9

Können schon, nur haben die Arbeitgeber daran in der Regel wenig Interesse.

Selbstverständlich darf in einem Arbeitsvertrag auch etwas drin stehen, das für den Arbeitnehmer nachteilig ist. Sonst hätten wir ja irgendwann denn Fall, dass sämtliche Vorteile beim Arbeitnehmer und sämtliche Nachteile beim Arbeitgeber liegen. Das kann auch nicht Sinn und Zweck der Übung sein.

Heutzutage sind die Arbeitnehmerrechte so weit ausgebaut, dass du praktisch jeden Arbeitsvertrag blind unterschreiben kannst. Sämtliche Klauseln, die für eine Mehrzahl von Verträgen benutzt werden, das ist bei Arbeitsverträgen regelmässig der Fall, unterliegen der Inhaltskontrolle zu "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" (AGB).

Alles, was den Arbeitnehmer unzumutbar benachteiligt, ist grundsätzlich unwirksam.

Grundsätzlich kann ich jedem nur raten, ein ausführliches Bewerbungsgespräch mit genauer Definition der gegenseitigen Pflichten zu führen und darauf zu drängen, dass die getroffenen Vereinbarungen als Individualabreden in den Vertrag aufgenommen werden. 

Kommentar von DBKai ,

Selbstverständlich darf in einem Arbeitsvertrag auch etwas drin stehen, das für den Arbeitnehmer nachteilig ist. Sonst hätten wir ja irgendwann denn Fall, dass sämtliche Vorteile beim Arbeitnehmer und sämtliche Nachteile beim Arbeitgeber liegen. Das kann auch nicht Sinn und Zweck der Übung sein.

Fair und gut soll es sein. Es sollte so sein, dass es für den Arbeitgeber völlig ok wäre in seinem eigenen Unternehmen ein Arbeitnehmer zu sein. Wenn das nicht der Fall ist, läuft wohl etwas schief und nicht fair ab. Ev. wäre es gut, wenn Arbeitgeber immer mal wieder auch als Arbeitnehmer eingesetzt werden um zu prüfen ob alles gut abläuft oder ob es irgendwo Probleme gibt, die verbessert werden könnten und sollten... Immerhin kann man etwas schlecht beurteilen, was man selber nie macht... wenn man es aber selbst mal ausprobiert hat -über einen längeren Zeitraum - kann man schon eher mitreden.

Auch sollte klar sein, wie viel der Arbeitgeber Gehalt bekommt im Vergleich zu den Arbeitnehmern und inwiefern dies fair sein soll... 

Antwort
von Hugito, 15

Das Kleingedruckte, also vor allem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dürfen keine überraschenden Regelungen enthalten, mit denen man nicht rechnet. Sonst sind sie ungültig.

Alle Regelungen müssen so sein, dass sie dem entsprechen, was man normalerweise erwartet.

Ich lese das Kleingedruckte nie.

Antwort
von troublemaker200, 9

"Vertrag" kommt von "Vertragen".
Alle Vertragsparteien müssen mit dem was im Vertrag steht und sie unterschreiben einverstanden sein. Das ist der Sinn eines Vertrages.

Einen Vertrag zu unterschreiben ohne ihn sich genau durchzulesen und zu verstehen ist leichtsinnig und das macht man nicht.
Wenn man etwas nicht versteht, dann fragt man nach.
Aus Zeitmangel einen Vertrag zu unterzeichnen anstatt ihn zu hinterfragen ist genauso blödsinn, macht man einfach nicht.

Kurzum:
WENN MAN EINEN VERTRAG UNTERSCHREIBT, MUSS MAN WISSEN WAS MAN TUT UND SICH ÜBER DIE TRAGWEITE BEWUSST SEIN.

Kommentar von Hugito ,

Niemand liest die Berge von Kleingedrucktem, die häufig Vertragsbestandteil werden.

Wer es liest versteht oft nicht, was das alles bedeutet.

Selbst Volljuristen haben oft Probleme, diese Regelungen zu verstehen.

Kommentar von troublemaker200 ,

Ernsthaft? Ihr unterschreibt Verträge die Ihr nicht versteht ohne nachzufragen? Gute Nacht!!

Kommentar von DBKai ,

Ich verstehe oft nicht alles was in den Verträgen steht... Sie sind oft sehr lange gehalten und dann sind noch viele Verweise auf irgendwelche Paragrafen drinnen - die man eigentlich alle nachschlagen müsste, wenn man es ganz genau machen will... Ich finde, dass viele Verträge sehr kompliziert gehalten sind... und sie sollten ohnehin nicht zum Nachteil anderer ausfallen dürfen... da das ja böse und unfair wäre... 

Außerdem würde ich es gut finden, wenn der Vertrag immer mit dem Dienstnehmer gemeinsam durchgegangen wird - wenn man es zusammen abklärt/bespricht... Ich bin nicht davon überzeugt, dass überhaupt jeder Dienstgeber genau weiß, was in diesen Verträgen alles drinnen steht... viele tun nur so, als würden sie sich überall auskennen - aus Selbstschutz und Angst davor, wenn sie es ehrlich zu geben, dass sie etwas auch nicht genau wissen oder auch noch nicht richtig verstanden haben... und das finde ich 1000 x schlimmer als eine Person die ehrlich ist... und es eher sagt, wenn sie etwas nicht versteht... 

Kommentar von DBKai ,

Jaah... aber es gibt Verträge - wie zum Beispiel die im Internet, wenn man sich wo anmeldet - wo wahnsinnig viel drinnen steht und man ewig vor sich hin liest... daher eine Seite aber z. B. ohnehin gratis ist und man jederzeit wieder aussteigen kann... und da es nur darum geht, dass keine Daten weitergegeben werden, lese ich mir das nicht jedes Mal durch... wenn da etwas zu meinem Nachteil drinnen steht, werde ich es eben sagen wie es war... denn immerhin ist es eine gratis-Seite und da rechne ich mit nichts Schlimmen...

Genau so wenig wenn ich ein Dienstverhältnis eingehe... da will ich ja wohl hoffen, dass es fair und gut abläuft und nicht zu meinem Nachteil... denn eine Arbeit braucht ja jeder - sonst kommt man nicht zu Geld... es wäre negative Erpressung hier etwas Schlechtes zu verlangen und dagegen würde ich mich dann wehren wollen...

Wenn ein Vertrag nicht genau mit mir durchgegangen wird und zu meinem Nachteil ausfällt, halte ich mich nicht unbedingt daran... Wenn schon sollte es genau mit mir besprochen und vereinbart werden... verständlich sein.. und ich sollte mich nicht in einer Notlage befinden... denn was soll man tun, wenn man keine Arbeit hat aber dringend Geld braucht? 

Kurzum:

Verträge sollte global gut und fair ausgerichtet sein - dann gibt es sicherlich kaum/keine/weniger Probleme. Sonst ist es klar, dass es zu Auflehnungen kommen wird - früher oder später.

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